Ist der Krankenrücktransport von der Krankenkasse abgedeckt?

Gefragt von: Herr Dr. Cornelius Kretschmer B.A.
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Nein, der Krankenrücktransport aus dem Ausland wird von der gesetzlichen deutschen Krankenkasse grundsätzlich nicht übernommen, auch nicht bei medizinischer Notwendigkeit oder mit der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) – dies gilt auch innerhalb Europas. Hohe Kosten von mehreren Tausend Euro können entstehen, weshalb eine private Auslandskrankenversicherung dringend empfohlen wird, da diese den medizinisch sinnvollen Rücktransport und oft auch Such-, Bergungs- sowie Rettungskosten abdeckt.

Ist der Krankenrücktransport von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt grundsätzlich keine Kosten für einen Krankenrücktransport aus dem Ausland, selbst wenn dieser medizinisch notwendig wäre, da dies als nicht notwendige Heilbehandlung gilt und der Patient in der Regel die Kosten selbst tragen müsste. Ausnahmen gibt es nur im EU-Ausland für medizinisch notwendige Behandlungen, die nicht vor Ort erbracht werden können (nach dem Prinzip der Europäischen Krankenversicherungskarte), aber ein Rücktransport selbst ist fast nie enthalten. Daher wird dringend eine private Auslandskrankenversicherung empfohlen, die auch medizinisch sinnvolle Rücktransporte abdeckt, was Tausende von Euros sparen kann.
 

Wer muss den Krankenrücktransport bezahlen?

Zahlt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für einen Krankenrücktransport? Grundsätzlich gilt: Die deutschen Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Krankenrücktransport nicht. Dies gilt sowohl für Rücktransporte innerhalb Deutschlands als auch aus dem Ausland.

Welche Krankentransporte übernimmt die Krankenkasse?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Krankentransporte zu stationären Leistungen, zu vor- und nachstationären Behandlungen (§ 115a SGB V) und zu ambulanten Operationen ohne vorherige Genehmigung. Bei allen sonstigen ambulanten Behandlungen muss die Krankenkasse den Krankentransport vorab genehmigen.

Wann muss man den Krankentransport selber bezahlen?

Wer keinen Transportschein beziehungsweise keine Verordnung vom Arzt erhalten hat, muss für die Kosten des Krankentransports selbst aufkommen. Sie richten sich nach der Region und den gefahrenen Kilometern. Meist wird eine Grundpauschale fällig, zusätzlich werden die gefahrenen Kilometer abgerechnet.

Krankenfahrt 2021 | Kurz erklärt | Anspruch und Kosten | Unterschied zu Krankentransporte

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Wann zahlt die Krankenkasse Transportkosten?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Fahrten, wenn sie im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig sind.

Wie viel kostet ein Krankenrücktransport?

Die Kosten für einen Krankenrücktransport sind extrem variabel: Innerhalb Europas können sie bei 3.000 bis 8.000 € liegen, während Rücktransporte aus Übersee (z.B. Australien) bis zu 200.000 € oder mehr kosten können, je nach Entfernung und medizinischem Bedarf (Intensivtransport vs. Linienflug). Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen diese Kosten in der Regel nicht, weshalb eine spezielle Auslandskrankenversicherung unerlässlich ist, um die hohen Kosten zu vermeiden.
 

Wann zahlt die Krankenkasse einen Transportschein?

Ein Transportschein muss immer in Zusammenhang mit einer notwendigen medizinischen Leistung stehen. Die Verordnung einer Krankenbeförderung muss von einem Arzt ausgestellt werden. Er versichert mit der Ausstellung auch, dass die Patientenbeförderung medizinisch erforderlich ist.

Wer trägt die Transportkosten gesetzlich?

Versicherte haben 10 Prozent des Fahrpreises, mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Fahrt, jedoch nie mehr als die tatsächlich entstandenen Kosten als gesetzliche Zuzahlung selbst zu tragen. Bei Fahrkosten müssen die Zuzahlungen auch für Kinder und Jugendliche geleistet werden.

Werden Fahrtkosten für Hin- und Rückfahrt berechnet?

Fahrtkosten für Dienstreisen

Bei Dienstreisen können Berufstätige die Entfernungspauschale wieder auf Basis der kürzesten Straßenverbindung berechnen. Dabei zählen die tatsächlich gefahrenen Strecken, also Hin- und Rückreise (nicht nur die einfache Strecke wie bei den Fahrten zum Arbeitsplatz).

Wann ist ein Rücktransport medizinisch notwendig?

Medizinisch sinnvoll ist ein Rücktransport also dann, wenn eine Behandlung des Patienten vor Ort vertretbar ist, eine Weiterbehandlung in Deutschland aber mehr oder schnelleren Erfolg verspricht.

Werden Fahrten zur Physiotherapie von der Krankenkasse übernommen?

Ja, Krankenkassen zahlen Fahrten zur Physiotherapie, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Die Fahrt muss medizinisch notwendig sein, der Arzt muss eine Verordnung für eine Krankenbeförderung ausstellen und die Kasse muss die Fahrt vorab genehmigen (oft mit Formular 4). Besonders bei eingeschränkter Mobilität, Pflegegrad 3-5 oder Schwerbehinderung (Merkzeichen aG, Bl, H) werden die Kosten übernommen. Ansonsten müssen Sie oft einen Eigenanteil zahlen (z.B. 10 € pro Fahrt), aber die Kasse zahlt die Behandlung selbst, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt.
 

Wie komme ich ins Krankenhaus ohne Auto?

Kann aufgrund ihres Gesundheitszustandes kein eigenes Auto oder öffentliches Verkehrsmittel benützt werden, gibt es Alternativen: Taxi, Krankentransportdienste oder Rettung.

Was zahlt die Krankenversicherung nicht?

Krankenkassen übernehmen nicht alle Kosten: Typische Zuzahlungen und Eigenanteile gibt es bei Medikamenten (nicht verschreibungspflichtige), Zahnzusatzleistungen (PZR, ästhetische Füllungen), Hilfsmitteln (z.B. Hörgeräte ohne ärztliche Verordnung) und bestimmten Therapien wie Heilpraktiker-Behandlungen oder Paartherapien. Auch kosmetische Behandlungen, Nahrungsergänzungsmittel, Vollkuren und viele individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) müssen privat getragen werden, es sei denn, die Kasse bietet freiwillige Satzungsleistungen an.
 

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse bei einer Auslandsbehandlung?

Eine Auslandskrankenversicherung deckt medizinische Kosten im Ausland ab, wie Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, verordnete Medikamente und schmerzstillende Zahnbehandlungen, und übernimmt oft auch den medizinisch notwendigen Rücktransport nach Hause. Sie schließt eine Versorgungslücke, da gesetzliche oder private Policen oft nur teilweise oder gar nicht zahlen, insbesondere in Ländern wie den USA. Wichtig: Vorbestehende oder geplante Behandlungen sind meist ausgeschlossen.
 

Was muss ich tun, um einen Krankentransport zu bekommen?

Krankentransport - Mit dem DRK sicher ans Ziel

Für diese Fälle gibt es die DRK-Krankentransporte. Unter der Rufnummer (040) 19222 erreichen Sie rund um die Uhr die Einsatzzentrale für Krankenbeförderung der Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz und der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Wer übernimmt Transportkosten?

Die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf Übernahme der Fahrkosten nach § 60 SGB V, wenn sie im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig sind und vom Arzt verordnet wurden.

Welche Fahrten bezahlt die Krankenkasse?

Krankenkassen übernehmen Fahrkosten bei medizinisch notwendigen Fahrten, z.B. zu stationären Behandlungen, ambulanten OPs (mit Verkürzung des stationären Aufenthalts), Dialyse, Chemo- oder Strahlentherapie, Rettungsfahrten, Fahrten mit dem Krankentransportwagen (KTW) oder bei Vor- und Nachuntersuchungen, wenn der Arzt sie per Transportschein verordnet, wobei meist eine gesetzliche Zuzahlung (10 %, mind. 5 €, max. 10 € pro Fahrt) fällig wird. Vorrangig müssen öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden, Taxikosten werden nur erstattet, wenn ÖPNV aus medizinischen Gründen nicht möglich ist.
 

Wie werden die Transportkosten berechnet?

Die Transportkosten setzen sich aus vielen Elementen zusammen, die je nach den Besonderheiten des Unternehmens variieren können. Zu den wichtigsten Faktoren zählen Fixkosten, variable Kosten, die Transportart, Entfernung und Route sowie die Art der transportierten Güter .

Wer zahlt den Transport von Pflegeheim zu Pflegeheim?

Der Transport von einem Pflegeheim in ein anderes wird meist privat oder durch das Sozialamt bezahlt, da die Kranken-/Pflegekasse dies nur in speziellen, medizinisch zwingenden Fällen übernimmt (z.B. bei Verlegung in ein Krankenhaus). Bei Pflegegrad 3, 4, 5 kann die Kasse unter Umständen helfen, aber oft muss der Umzug selbst getragen werden, es sei denn, die Pflegebedürftigkeit ist die Folge eines Arbeitsunfalls (dann Berufsgenossenschaft) oder es liegt ein spezieller Grund vor, der eine Übernahme durch das Sozialamt rechtfertigt. 

Wann bekommt man einen Transportschein von der AOK?

1. Die Verordnung einer Krankenbeförderung ist nur auszustellen, wenn der Versicherte wegen Art und Schwere der Erkrankung nicht zu Fuß gehen, kein öffentliches Verkehrsmittel oder privates Kraftfahrzeug benutzen kann und die Fahrt im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse zwingend medizinisch notwendig ist.

Übernehmen Krankenkassen die Fahrtkosten bei einer Krebserkrankung?

Gesetzlich Versicherte müssen einen Anteil der Fahrtkosten zuzahlen: Übernimmt die Krankenkasse die Fahrtkosten zur Krebstherapie, beträgt die Zuzahlung pro Fahrt 10 Prozent des Fahrpreises – mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro.

Wer zahlt den Rücktransport vom Krankenhaus?

In solchen Fällen kommt der Kranken-Rücktransport ins Spiel. Dieser kann mit erheblichen Kosten verbunden sein. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten für einen Kranken-Rücktransport aus dem Ausland nicht. Er gehört nicht zu den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen.

Wann bekommt man einen Transportschein vom Arzt?

bei einer stationären Behandlung, sofern eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. bei ambulant behandelten Patienten, die einen hohen Pflegebedarf haben oder sehr schwer erkrankt sind.

Wird bei Pflegegrad 3 der Krankentransport bezahlt?

Künftig können für Patienten ab dem Pflegegrad 3 deshalb Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung weiterhin verordnet und genehmigt werden.