Ist ein Ehrenamt eine nebenberufliche Tätigkeit?

Gefragt von: Luigi Moll
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Ja, ein Ehrenamt gilt formal oft als nebenberufliche Tätigkeit, insbesondere wenn es sich um eine freiwillige Tätigkeit handelt, die nicht mehr als ein Drittel der Zeit Ihres Hauptberufs in Anspruch nimmt (ca. 14 Stunden/Woche als Richtwert) und steuerfreie Pauschalen wie die Ehrenamtspauschale (bis 840 €/Jahr) oder die Übungsleiterpauschale (bis 3.000 €/Jahr) genutzt werden können, aber es ist wichtig, den Arbeitgeber zu informieren, da arbeitsrechtliche Regelungen (z.B. im Arbeitsvertrag) gelten können.

Ist ein Ehrenamt eine Nebentätigkeit?

Ja, ein Ehrenamt gilt formal als Nebentätigkeit, da es eine Tätigkeit außerhalb des Hauptjobs ist, die in der Freizeit ausgeübt wird, oft unentgeltlich oder gegen eine kleine Aufwandsentschädigung. Arbeitnehmer müssen ihren Arbeitgeber in der Regel informieren (oft besteht eine Meldepflicht) und dürfen die Arbeitsleistung im Hauptberuf nicht beeinträchtigen oder mit dem Arbeitgeber konkurrieren; eine Untersagung ist nur bei triftigen Gründen möglich. 

Wie viel darf man im Ehrenamt dazuverdienen?

Ehrenamtlich dürfen Sie bis zu 840 € pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei verdienen (Ehrenamtsfreibetrag), wobei dieser Betrag ab dem 1. Januar 2026 auf 960 € erhöht wird, für Tätigkeiten wie Trainer, Betreuer oder in der Pflege bis zu 3.000 € jährlich (Übungsleiterpauschale). Beide Freibeträge können getrennt für verschiedene Tätigkeiten genutzt werden, aber beachten Sie, dass Überschreitungen steuerpflichtig werden können. 

Kann man ehrenamtliche Tätigkeiten steuerlich absetzen?

Wer sich ehrenamtlich engagiert und dafür Geld erhält, hat Anspruch auf den sogenannten Ehrenamtsfreibetrag. Aktuell beträgt er 840 Euro pro Jahr. Auch wenn Sie mehrere Ehrenämter ausüben, gibt es diesen bestimmten Freibetrag nur einmal jährlich.

Ist Ehrenamt eine berufliche Tätigkeit?

Rein formal gilt das Ehrenamt als Nebentätigkeit, und dazu bestehen in den allermeisten Arbeitsverträgen Regelungen. Wenn dort vereinbart ist, dass der Arbeitgeber über Nebenjobs informiert werden muss, muss der Beschäftigte sich daran halten. Verbieten kann der Chef das Ehrenamt allerdings normalerweise nicht.

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Ist ein Ehrenamt eine geringfügige Beschäftigung?

Ein ehrenamtlicher Helfer arbeitet in einer sozialen Organisation und bekommt dafür 70 Euro im Monat. Das ergibt jährlich 840 Euro, die er steuerfrei verdient. Der Arbeitgeber muss den ehrenamtlichen Helfer nicht als Minijobber bei der Minijob-Zentrale anmelden und es fallen keine Abgaben zur Sozialversicherung an.

Ist eine Aufwandsentschädigung eine Nebentätigkeit?

Gemeinnützige Körperschaften, wie zahlreiche Vereine, dürfen ehrenamtliche Helfer für deren geleisteten Zeit- und Arbeitsaufwand steuerfrei entschädigen. Aufwandsentschädigungen gelten als Einkünfte und sind daher grundsätzlich einkommenssteuerpflichtig. Für das Ehrenamt gelten allerdings Freibeträge.

Soll man das bezahlte ehrenamtlich bei der Steuererklärung angeben?

Die Ehrenamtspauschale ist zwar steuerfrei, jedoch weiterhin eine Einnahme und muss daher auch in der Steuererklärung angegeben werden. Da diese keiner bestimmten Einkunftsart unterliegt, wird sie dort eingetragen, wo du auch jene, aus deinem Hauptberuf einträgst.

Welche Vorteile hat man, wenn man ehrenamtlich arbeitet?

Ehrenamtliche Tätigkeit bietet viele Vorteile: Sie ermöglicht persönliche Weiterentwicklung, das Erlernen neuer Fähigkeiten (wie Erste Hilfe, Organisation, Konfliktlösung), neue Kontakte und Freundschaften mit Gleichgesinnten sowie mehr Selbstbewusstsein und Zufriedenheit. Berufliche Vorteile sind ein Pluspunkt im Lebenslauf, da Engagement, soziale Kompetenzen und praktische Erfahrungen signalisiert werden; zudem gibt es oft steuerfreie Aufwandsentschädigungen (Ehrenamtspauschale bis 840 €/Jahr) und regionale Vergünstigungen (Ehrenamts-Card). Es stärkt den sozialen Zusammenhalt und die Gemeinschaft und kann gesundheitlich (z.B. gegen soziale Isolation) förderlich sein.
 

Wie hoch ist die steuerfreie Aufwandspauschale für Ehrenamte?

Die Ehrenamtspauschale ist ein steuerfreier Freibetrag von 840 Euro pro Jahr (ab 2026 möglicherweise 960 €) für nebenberufliche Tätigkeiten in gemeinnützigen Organisationen wie Sport- oder Kulturvereinen, um Aufwandsentschädigungen steuer- und abgabenfrei zu erhalten. Sie kann für diverse Tätigkeiten (z. B. Kassenwart, Schriftführer) genutzt werden, im Gegensatz zur Übungsleiterpauschale (bis 3.000 €), die spezielle pädagogische/betreuende Tätigkeiten abdeckt. Wichtig ist die korrekte Angabe in der Steuererklärung (Anlage N oder S) und dass sie nicht mit der Übungsleiterpauschale kombiniert werden kann, es sei denn, es sind getrennte Tätigkeiten, aber in der Regel gilt eine der beiden.
 

Wird ein Ehrenamt auf die Rente angerechnet?

Ehrenamtliche Aufwandsentschädigungen werden bei Rentnern über der Regelaltersgrenze nicht auf die Rente angerechnet, da unbegrenzter Hinzuverdienst erlaubt ist. Bei vorzeitiger Altersrente oder Erwerbsminderungsrente hängt es davon ab: Steuerfreie Beträge (Ehrenamtspauschale bis 840 €/Jahr, Übungsleiterpauschale) sind unbedenklich. Höhere Entschädigungen, die einen konkreten Verdienstausfall ersetzen, zählen als Hinzuverdienst und können angerechnet werden, bis zu bestimmten Grenzen. 

Ist ein Ehrenamt meldepflichtig?

Ehrenamt und Sozialhilfe

Wenn Sie mehr als 15 Stunden in der Woche ehrenamtlich tätig sind, müssen Sie die Betätigung bei der Agentur für Arbeit unverzüglich anzuzeigen.

Was ist der Unterschied zwischen Ehrenamtspauschale und Aufwandsentschädigung?

Die Aufwandsentschädigung zählt zu den Einkünften und ist somit vom Prinzip her steuerpflichtig. Im Rahmen des Ehrenamtes gibt es jedoch Freibeträge (Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale), die steuerfrei und sozialversicherungsfrei sind.

Wie viel darf man ehrenamtlich im Jahr dazuverdienen?

Ehrenamtlich dürfen Sie derzeit bis zu 840 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei verdienen (Ehrenamtsfreibetrag), was ab 2026 auf 960 Euro angehoben wird; diese Pauschale gilt für nebenberufliche Tätigkeiten in gemeinnützigen Organisationen, wobei es auch eine separate Übungsleiterpauschale (3.000 €/Jahr, bald 3.600 €) für bestimmte Lehrtätigkeiten gibt, die kombiniert werden können, aber nicht für dieselbe Tätigkeit. 

Was zählt als Nebentätigkeit?

Eine Nebentätigkeit ist jede zusätzliche Arbeit oder Beschäftigung neben dem Hauptberuf, egal ob bezahlt oder unbezahlt, z.B. ein Minijob, freiberufliche Tätigkeit (Texter, Webdesigner), eigener Online-Shop oder sogar ehrenamtliches Engagement, solange sie die Haupttätigkeit nicht beeinträchtigt, Loyalitätspflichten nicht verletzt und die Arbeitszeitgrenzen einhält; private Hobbys ohne Einnahmen zählen meist nicht dazu, aber entscheidend sind die vertraglichen Regelungen und ob die Tätigkeit die Hauptbeschäftigung beeinträchtigt. 

Was muss ich beim Ehrenamt beachten?

Eine ehrenamtliche Tätigkeit liegt dann vor, wenn Sie einer Aufgabe nachgehen, die folgende drei Kriterien erfüllt:

  • Die Tätigkeit wird freiwillig ausgeübt.
  • Die Tätigkeit erfolgt unentgeltlich.
  • Die Tätigkeit ist gemeinwohlorientiert.

Welche Tätigkeiten zählen als ehrenamtliche Tätigkeit?

Das richtige Ehrenamt finden: Welche ehrenamtlichen Tätigkeiten gibt es?

  • Betreuung und Unterstützung alter oder kranker Menschen. ...
  • Freiwillige Feuerwehr und Technisches Hilfswerk. ...
  • Jugendhilfe. ...
  • Ehrenamt in Vereinen. ...
  • Tierschutz. ...
  • Politische und kirchliche Ehrenämter. ...
  • Flüchtlingshilfe. ...
  • Weitere ehrenamtliche Möglichkeiten.

Was sind die Nachteile von Freiwilligenarbeit?

Freiwilligenarbeit Nachteile: Was du bedenken solltest

  • Authentische Freiwilligenarbeit ist genau das: Arbeit und kein Erholungsurlaub – du brauchst also die richtige Motivation und genug Zeit dafür.
  • Für Freiwilligenarbeit wirst du nicht bezahlt, denn das freiwillige Engagement steht im Vordergrund.

Kann man Kosten für ein Ehrenamt steuerlich absetzen?

Wer sich ehrenamtlich engagiert und dafür Geld erhält, hat Anspruch auf den sogenannten Ehrenamtsfreibetrag. Aktuell beträgt er 840 Euro pro Jahr. Auch wenn Sie mehrere Ehrenämter ausüben, gibt es diesen bestimmten Freibetrag nur einmal jährlich.

Wie viele Ehrenämter darf man ausüben?

Man darf beliebig viele Ehrenämter ausüben, es gibt keine gesetzliche Obergrenze, aber steuerliche Pauschalen (wie die Ehrenamtspauschale von 840 € oder den Übungsleiterfreibetrag) gelten pro Person und nicht pro Amt, wobei man oft beide Pauschalen kombinieren kann, wenn die Tätigkeiten unterschiedlich sind (z.B. Training und Vorstand) – wichtig ist die getrennte Abrechnung. Der Arbeitgeber darf Ehrenämter nur in Ausnahmefällen untersagen, wenn die Arbeitsleistung beeinträchtigt wird. 

Wie hoch ist der steuerfreie Betrag für Ehrenamte im Jahr 2025?

Für 2025 bleiben die Steuerfreibeträge im Ehrenamt stabil: Die Ehrenamtspauschale beträgt weiterhin 840 € pro Jahr (z.B. für Schatzmeister, Platzwarte) und die Übungsleiterpauschale 3.000 € (z.B. für Trainer, Ausbilder), wobei beide nicht für dieselbe Tätigkeit kombiniert werden dürfen. Ab dem 1. Januar 2026 erhöht sich die Ehrenamtspauschale auf 960 €. 

Wie prüft das Finanzamt die Gemeinnützigkeit bei Vereinen?

Das Finanzamt prüft die Gemeinnützigkeit eines Vereins in der Regel alle 3 Jahre im Rahmen einer Steuerprüfung mit einem einfachen Fragebogen (Formular Gem1). Zusätzlich sind, jeweils bezogen auf die letzten 3 Jahre, folgende Dokumente einzureichen: Steuererklärung (Vordruck "KSt 1" mit der "Anlage Gem").

Was gilt als nebenberufliche Tätigkeit?

Eine nebenberufliche Tätigkeit ist jede Arbeit, die zusätzlich zu einem Hauptberuf ausgeübt wird und nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines Vollzeitjobs beansprucht, meist unter 18-20 Stunden pro Woche, um den Hauptberuf nicht zu gefährden und ein finanzielles Standbein zu testen, wie z.B. freiberufliches Schreiben, Online-Verkauf oder Beratung nach der Festanstellung. 

Ist ein Ehrenamt eine Nebenbeschäftigung?

Ja, ein Ehrenamt wird arbeitsrechtlich oft wie eine Nebentätigkeit behandelt: Es ist eine Tätigkeit neben dem Hauptberuf, die in der Freizeit ausgeübt wird, aber meistens muss sie dem Arbeitgeber angezeigt werden – auch wenn keine Genehmigung erforderlich ist – und darf die Haupttätigkeit nicht beeinträchtigen oder in Konkurrenz zum Arbeitgeber stehen, da sonst Abmahnung oder Kündigung drohen können. Ehrenämter sind in der Regel unentgeltlich, aber auch geringe Aufwandsentschädigungen (bis zu 840 € jährlich) sind steuer- und abgabenfrei, solange sie die Kosten decken.
 

Welche Auswirkungen hat ein Ehrenamt auf die Rente?

Ehrenamt und Rente in Deutschland sind gut vereinbar: Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, darf unbegrenzt hinzuverdienen, auch mit Aufwandsentschädigungen, die oft bis 840 € jährlich (oder 3.000 € für Übungsleiter) steuer- und abgabenfrei sind, ohne die Altersrente zu kürzen. Bei einer Erwerbsminderungsrente gelten Hinzuverdienstgrenzen und es muss gemeldet werden, aber auch hier sind kleine Beträge oft möglich und es können Rentenansprüche durch Pflege-Tätigkeiten oder Freiwilligendienste aufgebaut werden. Wichtig: Melde die Aufwandsentschädigung bei Hinzuverdienst der Rentenversicherung, um Kürzungen zu vermeiden, besonders bei EM-Rente, damit deine Rente nicht gefährdet wird.