Ist ein Sonderkündigungsrecht eine außerordentliche Kündigung?

Gefragt von: Hüseyin Koch-Peters
sternezahl: 4.1/5 (33 sternebewertungen)

Ja, ein Sonderkündigungsrecht ist eine Form der außerordentlichen Kündigung, die es ermöglicht, Verträge außerhalb der regulären Fristen zu beenden, wenn besondere gesetzliche oder vertragliche Gründe (wie Preiserhöhungen, Umzug, schwerwiegende Pflichtverletzungen) vorliegen, die eine Fortführung unzumutbar machen. Es wird auch oft als „außerordentliches Kündigungsrecht“ bezeichnet und erfordert immer einen triftigen Grund, im Gegensatz zur ordentlichen Kündigung.

Ist eine Sonderkündigung eine außerordentliche Kündigung?

Neben diesem sogenannten „ordentlichen Kündigungsrecht“ gibt es das Sonderkündigungsrecht (oder außerordentliches Kündigungsrecht). Es ermöglicht Ihnen in besonderen Situationen, bestehende Verträge vorzeitig zu kündigen. Ein Sonderkündigungsrecht besteht aber nur in einigen Fällen.

Wann wird das Sonderkündigungsrecht wirksam?

Bei sogenannten Sonderverträgen, wenn Sie den Anbieter selbst wählen, ist die Kündigungsfrist meist länger. Erhöht Ihr Anbieter die Preise können Sie fast immer ein Sonderkündigungsrecht nutzen. In diesem Fall können Sie zu dem Zeitpunkt kündigen, ab dem die Preisänderung wirksam wird.

Wann hat man Anspruch auf Sonderkündigungsrecht?

Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn sich die Vertragsbedingungen unerwartet und für dich nachteilig ändern, wie bei einer Preiserhöhung (Versicherung, Handy, Fitness), gravierenden Mängeln oder Modernisierungen (Mietvertrag), oder bei besonderen Ereignissen (Tod, Umzug ins Pflegeheim, Arbeitsplatzverlust). Es erlaubt eine fristlose Kündigung, oft innerhalb einer kurzen Frist nach Bekanntwerden der Änderung, um aus dem Vertrag auszusteigen, wenn eine normale Kündigung unzumutbar wäre.
 

Was sind außerordentliche Kündigungsgründe?

Außerordentliche Kündigungsgründe sind schwerwiegende Pflichtverletzungen oder Ereignisse, die eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar machen und eine fristlose Kündigung rechtfertigen, wie z.B. Diebstahl, Betrug, schwere Beleidigungen, beharrliche Arbeitsverweigerung, Arbeitszeitbetrug, sexuelle Belästigung oder die vorsätzliche Vortäuschung einer Arbeitsunfähigkeit. Oft ist eine vorherige Abmahnung notwendig, aber bei extremen Vergehen (z.B. Diebstahl oder Gewalt) kann direkt fristlos gekündigt werden. Auch für Arbeitnehmer gibt es Gründe, wie z.B. wenn der Arbeitgeber das Gehalt nicht zahlt oder die Arbeitssicherheit massiv gefährdet ist. 

Die fristlose Kündigung [AUßERORDENTLICHE KÜNDIGUNG]

24 verwandte Fragen gefunden

Welche Gründe rechtfertigen eine außerordentliche Kündigung?

Gründe für eine außerordentliche (fristlose) Kündigung sind schwere Pflichtverletzungen, die das Arbeitsverhältnis unzumutbar machen, wie Straftaten (Diebstahl, Betrug), schwere Beleidigungen, tätliche Angriffe, beharrliche Arbeitsverweigerung, Vortäuschung von Krankheit, Sexuelle Belästigung oder gravierende Störungen des Betriebsfriedens; sie erfordert meist eine vorherige Abmahnung, aber bei extremen Verstößen (z.B. Diebstahl) kann sie sofort erfolgen, wobei eine Zwei-Wochen-Frist zur Erklärung gilt. Auch Arbeitnehmer können aus wichtigen Gründen (z.B. Lohnrückstand, Gesundheitsgefährdung) fristlos kündigen.
 

Was ist Voraussetzung für eine außerordentliche Kündigung?

Unterschied: Fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer*innen

  • wenn der*die Arbeitgeber*in mit der Zahlung des Gehalts in Verzug ist oder wesentliche Vertragsbedingungen verletzt.
  • wenn gesundheitliche Gründe vorliegen, bei denen das Fortsetzen der Tätigkeit mit gesundheitlichen Schäden verbunden wäre.

Wie formuliere ich eine Kündigung mit Sonderkündigungsrecht?

Eine Muster-Vorlage für eine Sonderkündigung beinhaltet Ihre Kontaktdaten, Vertragsnummer, das Datum der Ankündigung der Preiserhöhung (oder anderen Grund) und die eindeutige Formulierung, dass Sie Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen, z.B. „Hiermit mache ich von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und kündige fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Fügen Sie den Grund hinzu (Preiserhöhung, Umzug, Todesfall etc.), fordern Sie eine schriftliche Bestätigung an und versenden Sie das Schreiben am besten per Einschreiben.
 

Wann beginnt das Sonderkündigungsrecht?

Der § 40 VVG legt die grundlegende Frist für das Sonderkündigungsrecht fest: Versicherungsnehmer können den Vertrag innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung des Versicherers kündigen. Diese Monatsfrist beginnt am Tag nach dem Zugang der Mitteilung über die Beitragserhöhung.

Was tun bei ausserordentlicher Kündigung?

Bei einer außerordentlichen Kündigung musst du sofort handeln, insbesondere die dreiwöchige Frist zur Erhebung einer Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht beachten, da sie sonst wirksam wird, auch wenn sie unwirksam wäre. Fordere schriftlich die Gründe an, sichere Beweise, biete deine Arbeitsleistung an und suche umgehend einen Fachanwalt für Arbeitsrecht auf, um deine Chancen zu wahren und ggf. eine Abfindung oder Weiterbeschäftigung zu erreichen. 

Ist eine außerordentliche Kündigung ohne Grund möglich?

Nein, eine fristlose Kündigung ohne wichtigen Grund ist nicht zulässig; der Arbeitgeber benötigt immer einen schwerwiegenden Grund (z.B. Diebstahl, schwere Beleidigung, beharrliche Arbeitsverweigerung), muss diesen aber nicht sofort im Schreiben nennen, sondern auf Nachfrage unverzüglich schriftlich mitteilen (§ 626 BGB). Fehlt dieser Grund oder die schriftliche Begründung auf Nachfrage, ist die Kündigung unwirksam und Sie sollten schnellstmöglich eine Kündigungsschutzklage (innerhalb von drei Wochen) einreichen, da Sie sonst Ihren Anspruch verlieren könnten und unter Umständen Schadensersatz fordern können.
 

Was beinhaltet das Sonderkündigungsrecht?

Ein Sonderkündigungsrecht (auch außerordentliche Kündigung) erlaubt es, einen Vertrag vorzeitig, also außerhalb der regulären Kündigungsfristen, zu beenden, wenn ein gesetzlich oder vertraglich definierter Anlass vorliegt, wie z.B. eine Preiserhöhung, eine Leistungsänderung, ein Schadensfall oder besondere Umstände im Miet- oder Arbeitsverhältnis. Es ist eine Ausnahme vom Regelfall der ordentlichen Kündigung und ermöglicht oft eine fristlose oder mit verkürzter Frist beendete Vertragsauflösung. 

Wann habe ich als Mieter ein Sonderkündigungsrecht?

Ein Sonderkündigungsrecht für eine Wohnung besteht für Mieter hauptsächlich bei Mieterhöhungen (nach Ankündigung) und Modernisierungen, wenn der vertragsgemäße Gebrauch eingeschränkt wird. Auch bei gravierenden Mängeln (z. B. Schimmel mit Gesundheitsgefahr, Einsturzgefahr), der Verweigerung der Untervermietung bei berechtigtem Interesse (z.B. Auslandsaufenthalt) und im Todesfall der Mieter (für Erben) greift es, oft fristlos oder mit verkürzter Frist. Die Kündigung muss schriftlich begründet werden und dem Vermieter zugehen. 

Wann darf außerordentlich gekündigt werden?

Eine außerordentliche Kündigung ist nur bei einem wichtigen Grund möglich, der die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht und meist schwere Pflichtverletzungen wie Diebstahl, Betrug, schwere Beleidigungen, Arbeitszeitbetrug oder beharrliche Arbeitsverweigerung umfasst, wobei oft erst eine Abmahnung als milderes Mittel ausgeschöpft sein muss. Die Kündigung muss zudem sofort nach Bekanntwerden des Grundes und innerhalb von zwei Wochen schriftlich erfolgen, sonst wird sie unwirksam. 

Was stellt einen Grund für eine außerordentliche Kündigung dar?

Gründe für eine außerordentliche (fristlose) Kündigung sind schwere Pflichtverletzungen, die das Arbeitsverhältnis unzumutbar machen, wie Straftaten (Diebstahl, Betrug), schwere Beleidigungen, tätliche Angriffe, beharrliche Arbeitsverweigerung, Vortäuschung von Krankheit, Sexuelle Belästigung oder gravierende Störungen des Betriebsfriedens; sie erfordert meist eine vorherige Abmahnung, aber bei extremen Verstößen (z.B. Diebstahl) kann sie sofort erfolgen, wobei eine Zwei-Wochen-Frist zur Erklärung gilt. Auch Arbeitnehmer können aus wichtigen Gründen (z.B. Lohnrückstand, Gesundheitsgefährdung) fristlos kündigen.
 

Welche 3 Kündigungsarten gibt es?

Es gibt hauptsächlich drei große Arten von Kündigungen im Arbeitsrecht: die ordentliche Kündigung (fristgerecht), die außerordentliche Kündigung (fristlos bei wichtigem Grund) und die Änderungskündigung, die darauf abzielt, Arbeitsbedingungen neu zu gestalten, was oft als eine spezielle Form der ordentlichen Kündigung gesehen wird, aber eigene Merkmale hat. Zusätzlich zu diesen Hauptkategorien werden oft die drei Gründe für eine ordentliche Kündigung genannt: verhaltens-, personen- und betriebsbedingt. 

Was sind Gründe für ein Sonderkündigungsrecht?

Gründe für eine außerordentliche (fristlose) Kündigung sind schwere Pflichtverletzungen, die das Arbeitsverhältnis unzumutbar machen, wie Straftaten (Diebstahl, Betrug), schwere Beleidigungen, tätliche Angriffe, beharrliche Arbeitsverweigerung, Vortäuschung von Krankheit, Sexuelle Belästigung oder gravierende Störungen des Betriebsfriedens; sie erfordert meist eine vorherige Abmahnung, aber bei extremen Verstößen (z.B. Diebstahl) kann sie sofort erfolgen, wobei eine Zwei-Wochen-Frist zur Erklärung gilt. Auch Arbeitnehmer können aus wichtigen Gründen (z.B. Lohnrückstand, Gesundheitsgefährdung) fristlos kündigen.
 

Wann tritt das Sonderkündigungsrecht in Kraft?

Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn sich die Vertragsbedingungen unerwartet und für dich nachteilig ändern, wie bei einer Preiserhöhung (Versicherung, Handy, Fitness), gravierenden Mängeln oder Modernisierungen (Mietvertrag), oder bei besonderen Ereignissen (Tod, Umzug ins Pflegeheim, Arbeitsplatzverlust). Es erlaubt eine fristlose Kündigung, oft innerhalb einer kurzen Frist nach Bekanntwerden der Änderung, um aus dem Vertrag auszusteigen, wenn eine normale Kündigung unzumutbar wäre.
 

Wie lange gilt das Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung?

Wenn Ihre Gesetzliche Krankenkasse den Beitrag erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Dabei gilt folgende Regel: Die Kündigungsfrist von 2 vollen Monaten ist immer einzuhalten. Die 12-monatige Bindungsfrist entfällt.

Wie begründe ich eine außerordentliche Kündigung?

Außerordentliche Kündigung nur aus wichtigem Grund

  1. Störungen im betrieblichen Bereich (z.B. Verstöße gegen die Betriebsordnung)
  2. Störungen im Leistungsbereich (z.B. Arbeitsverweigerung, nachhaltiges Zuspätkommen)
  3. Störungen im Vertrauensbereich (z.B. Diebstahl, Beleidigungen)
  4. Störungen im Unternehmensbereich (sehr selten)

Wie lange Zeit für Sonderkündigungsrecht?

Das Sonderkündigungsrecht hat keine einheitliche Frist, sondern variiert je nach Vertrag und Grund: Bei Versicherungen (Kfz, Strom, Gas) sind es oft ein bis vier Wochen ab Kenntnis des Grundes (z.B. Beitragserhöhung), während bei Mieten oder Baufinanzierungen zwei Monate (Miete) oder sechs Monate (Kredit nach 10 Jahren) gelten können; entscheidend ist meist der Zugang der Kündigung beim Anbieter. 

Wie funktioniert eine außerordentliche Kündigung?

Eine Außerordentliche Kündigung ist nur bei wichtigem Grund möglich. Dieser Grund muss schwerwiegend sein; es kann sich um Vertrauensbruch, Diebstahl oder Beleidigung handeln. Die Kündigung muss spätestens zwei Wochen nach Kenntnis hierüber seitens des Arbeitgebers erfolgen.

Was ist ein ausserordentlicher Kündigungsgrund?

Gründe für eine außerordentliche (fristlose) Kündigung sind schwere Pflichtverletzungen, die das Arbeitsverhältnis unzumutbar machen, wie Straftaten (Diebstahl, Betrug), schwere Beleidigungen, tätliche Angriffe, beharrliche Arbeitsverweigerung, Vortäuschung von Krankheit, Sexuelle Belästigung oder gravierende Störungen des Betriebsfriedens; sie erfordert meist eine vorherige Abmahnung, aber bei extremen Verstößen (z.B. Diebstahl) kann sie sofort erfolgen, wobei eine Zwei-Wochen-Frist zur Erklärung gilt. Auch Arbeitnehmer können aus wichtigen Gründen (z.B. Lohnrückstand, Gesundheitsgefährdung) fristlos kündigen.
 

Welche 3 Kündigungsgründe gibt es?

Die drei Hauptkündigungsgründe im deutschen Arbeitsrecht sind personenbedingt (z.B. Krankheit), verhaltensbedingt (z.B. Pflichtverletzung wie Diebstahl) und betriebsbedingt (z.B. schlechte Auftragslage) – diese drei ordentlichen Kündigungsgründe müssen sozial gerechtfertigt sein, während es zusätzlich die außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund gibt. 

Welche Beispiele gibt es für eine außerordentliche Kündigung?

Eine außerordentliche Kündigung braucht einen wichtigen Grund, wie Diebstahl, schwere Beleidigungen, Arbeitsverweigerung oder wiederholte schwere Pflichtverletzungen, die eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar machen, und muss fristlos erfolgen, oft mit hilfsweiser ordentlicher Kündigung und Freistellung, wobei der Kündigungsgrund im Schreiben genannt werden sollte, z.B. "Hiermit kündigen wir das Arbeitsverhältnis außerordentlich und fristlos wegen schwerer Pflichtverletzung".