Ist ein Sparbrief oder Festgeld sicherer?

Gefragt von: Herr Dr. Pierre Unger B.Eng.
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Beide, Festgeld und Sparbrief, sind sehr sichere Geldanlagen durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € und feste Zinsen, aber der Sparbrief gilt oft als sicherer, da er in der Regel längere Laufzeiten und weniger Verwaltungsaufwand hat, während Festgeld flexiblere Laufzeiten bietet, aber oft eine automatische Verlängerung hat, wenn man nicht rechtzeitig kündigt. Der entscheidende Unterschied liegt oft in der Nachrangabrede bei manchen Sparbriefen, was das Risiko erhöht, aber auch den Zins steigert – im Standardfall sind beide aber vergleichbar sicher.

Was ist besser, Sparbrief oder Festgeld?

Ob Sparbrief oder Festgeld besser ist, hängt von Ihrer Anlagestrategie ab: Festgeld ist besser für kurze Laufzeiten (Monate bis max. 1 Jahr) mit schnellerer Verfügbarkeit, während Sparbriefe längere Laufzeiten (1-5 Jahre) bieten und oft höhere Zinsen durch Zinseszins-Effekt ermöglichen, wobei Sparbriefe aber seltener verlängert werden und die Einlagensicherung bei manchen Varianten (Nachrang) eingeschränkt sein kann. Beide sind sicher durch die Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank, haben aber feste Zinsen, was Planungssicherheit gibt.
 

Was sind die Nachteile eines Sparbriefs?

Hauptnachteile von Sparbriefen sind die fehlende Flexibilität (Geld ist fest gebunden), die Unmöglichkeit der vorzeitigen Kündigung (außer mit Verlusten), das Inflationsrisiko, welches die reale Rendite mindert, und dass man nicht von steigenden Marktzinsen profitiert. Hinzu kommen oft lange Laufzeiten und die Besteuerung der Zinsen erst am Ende der Laufzeit, was eine höhere Steuerlast in dem Jahr auslösen kann.
 

Ist der Sparbrief eine sichere Anlagemöglichkeit?

Der Sparbrief (auch Sparkassenbrief genannt) bietet eine sichere und transparente Anlagemöglichkeit mit festen Zinssätzen und flexiblen Laufzeiten, die keine zusätzlichen Kosten verursacht und durch ein umfassendes Sicherungssystem geschützt ist. Ihr Geld wird Ihnen mit Zinsen garantiert zurückgezahlt.

Ist ein Sparbrief abgesichert?

Sparbriefe sind sehr sicher, da sie durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt sind und keine Kursschwankungen haben. Die Sicherheit hängt jedoch vom Typ ab: Bei einem normalen Sparbrief (ohne Nachrangabrede) greift die Einlagensicherung. Bei Sparbriefen mit Nachrangabrede sind die Einlagen nachrangig, und die Einlagensicherung greift nicht, daher gibt es hier höhere Zinsen und ein höheres Risiko. Sparkassenbriefe sind durch den Haftungsverbund unbegrenzt abgesichert.
 

Sparbrief: Was ist das? Wie funktioniert die Geldanlage?

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Für wen sind Sparbriefe geeignet?

Sparbriefe eignen sich für risikoscheue Anlegerinnen und Anleger, die eine feste Verzinsung bei mittel- bis langfristiger Laufzeit suchen. Das investierte Kapital bleibt unangetastet, Zinserträge werden automatisch überwiesen und es fallen keine Verwahrkosten an.

Kann man einen Sparbrief auflösen?

Kann man einen Sparbrief kündigen? Eine vorzeitige Kündigung des Sparbriefs ist in der Regel nicht möglich. Selbst im Todesfall gelten für die Erbenden die vertraglich vereinbarten Bedingungen.

Was ist die sicherste Geldanlage zur Zeit?

Die sichersten Geldanlagen sind derzeit Tages- und Festgeldkonten mit staatlicher Einlagensicherung bis 100.000 € und deutsche Bundesanleihen, die als extrem sicher gelten. Für höhere Sicherheit mit geringerem Zinsaufschlag eignen sich zudem Pfandbriefe und eine diversifizierte Mischung mit risikoärmeren Rentenfonds und Immobilien, wobei immer eine Balance zwischen Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit gesucht werden sollte. 

Welcher Sparbrief ist der beste?

Die besten Sparbrief-Testsieger 2025 variieren je nach Laufzeit, aber aktuell (Stand Dezember 2025) bieten Banken wie die Deutsche Bank (teilweise hohe Angebote), Santander, VW Bank (Plus Sparbrief) und Online-Banken wie die Grenke Bank oder AKF Bank (oft im Festgeldvergleich) sehr attraktive Zinsen um die 3-4 % p.a. und mehr, wobei man Laufzeit (meist 1-5 Jahre) und Zinsgutschrift (jährlich oder am Ende) vergleichen muss, um den passenden Testsieger zu finden, der zu den eigenen Bedürfnissen passt. 

Wie lege ich 100.000 € am sichersten an?

Um 100.000 € sicher anzulegen, kombinieren Sie risikoarme Produkte wie Tages- und Festgeld (bis 100.000 € pro Bank durch Einlagensicherung) mit langfristigen, breit gestreuten Anlagen wie ETFs (z. B. MSCI World) für Wachstum, eventuell ergänzt durch Sachwerte wie Immobilien (als Eigenkapital oder Investment) oder Gold, je nach Zielen, Risikobereitschaft und Anlagehorizont, wobei Schuldenabbau und Diversifikation entscheidend sind. 

Was passiert mit einem Sparbrief bei Todesfall?

Im Todesfall bleibt das Verfügungsrecht des überlebenden Kontoinhabers weiterhin bestehen. Als Kontoinhaber kann er - bis zum Widerruf eventuell weiterer Erben - das Konto auf seinen Namen umschreiben lassen.

Welche Gebühren fallen beim Kauf eines Sparbriefs an?

Der Erwerb eines Sparbriefes ist kostenfrei. Die Rückgabe eines Sparbriefes vor Laufzeitende ist nicht vorgesehen. Bei der Wahl der Laufzeit müssen sich Anleger daher darüber im Klaren sein, wie lange sie auf den angelegten Betrag tatsächlich verzichten können.

Sind Sparbriefe steuerfrei?

Sparbriefe sind nicht steuerfrei. Die Zinserträge unterliegen in der Regel der Kapitalertragsteuer sowie dem Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls der Kirchensteuer.

Welches Risiko hat ein Sparbrief?

Sparbriefe gelten als sehr sichere Geldanlage, denn wie beim Sparbuch greift auch bei Sparbriefen die sogenannte gesetzliche Einlagensicherung. Selbst wenn das Kreditinstitut, bei dem du das Geld anlegst, pleitegehen sollte, bleibt dir dein Geld erhalten.

Welche Geldanlage ist die beste für 10 Jahre?

Für 10 Jahre Geld anlegen bedeutet eine mittelfristige Anlagestrategie, die eine Mischung aus Sicherheit und Rendite erfordert, wobei Festgeld eine sichere Option mit festen Zinsen (aktuell bis ca. 3-3,15% p.a. möglich, aber Illiquid) ist, während Aktienfonds oder ETFs höhere Renditechancen bei mehr Risiko bieten und eine längere Laufzeit zur Glättung von Kursschwankungen nutzen. Die beste Wahl hängt von Ihrer Risikobereitschaft ab: Wer Sicherheit will, wählt Festgeld; wer mehr Potenzial sucht, kombiniert Aktien (via ETFs) und Mischfonds, idealerweise mit einem Sparplan, um das Risiko zu streuen. 

Ist Festgeld noch sinnvoll?

Ja, Festgeld ist wieder sinnvoll, besonders für sicherheitsorientierte Anleger, die mittelfristig (1-3 Jahre) von höheren Zinsen profitieren wollen, ohne Risiko einzugehen, aber man muss die Inflation im Auge behalten und das Geld nicht während der Laufzeit benötigen. Es ist ideal für feste Sparziele und als Ergänzung zu risikoreicheren Anlagen wie ETFs, wenn man kurzfristige Liquidität durch Tagesgeld sichert. 

Was ist die beste Geldanlage für 5 Jahre?

Die Geldanlage für 5 Jahre ist genauso wie die Geldanlage für 3 Jahre eine mittelfristige Anlage. Es empfehlen sich daher grundsätzlich dieselben Anlageformen: Aktienfonds bei hoher Risikobereitschaft und Festgeld für Sicherheitsorientierte. Auch ein Mix verschiedener Anlageklassen kommt in Betracht.

Sind Sparbriefe zu empfehlen?

Sparbriefe sind Einmalanlagen für eine vorab festgelegte Laufzeit zu einem fest vereinbarten Zinssatz. Sparbriefe können für eine mittelfristige Geldanlage geeignet sein. Sofern die Einlagensicherung greift, ist der Sparbrief ein sicheres Finanzprodukt. Dies ist jedoch nicht bei allen angebotenen Produkten der Fall.

Was ist besser, Festgeld oder ein Sparbrief?

Der Hauptunterschied zwischen Festgeld und Sparbrief liegt in der Höhe der Zinsen und der Laufzeit. Während das Festgeld häufig kürzere Laufzeiten von einem Monat bis zu einem Jahr bietet, sind Sparbriefe in der Regel für längere Laufzeiten ausgelegt. Sparbriefe können bei normaler Zinsstruktur höhere Zinssätze bieten.

Wie lege ich 20.000 € am besten an?

Um 20.000 Euro sinnvoll anzulegen, sollten Sie Ihre Ziele (Sicherheit vs. Rendite), Ihren Anlagehorizont und Ihre Risikobereitschaft definieren und das Kapital breit streuen (diversifizieren), z.B. in risikoarme Produkte wie Tages-/Festgeld, wachstumsorientierte Optionen wie ETFs ( MSCI World), Anleihen oder Immobilienfonds, oder eine Mischung aus allem. Ein ETF-Sparplan ermöglicht einen gestaffelten Einstieg, um den Cost-Average-Effekt zu nutzen. 

Soll man mehr als 100.000 Euro bei einer Bank haben?

Nein, es ist nicht ratsam, mehr als 100.000 € bei einer einzigen Bank zu haben, da die gesetzliche Einlagensicherung in der EU nur bis zu dieser Summe pro Kunde und Bank greift – Beträge darüber hinaus sind bei einer Insolvenz gefährdet. Finanzexperten empfehlen, größere Guthaben auf mehrere Banken zu verteilen oder das Geld in sichere Wertanlagen wie ETFs zu investieren, die als Sondervermögen gelten. Es gibt zwar Ausnahmen für bestimmte Lebensereignisse (Immobilienverkauf, Erbschaft) mit 6-monatigem Schutz bis 500.000 €, aber generell gilt die 100.000-€-Grenze.
 

Wie viel Zinsen bekomme ich für 50000 €?

Wie viel Zinsen Sie bei 50.000 € erhalten, hängt stark von der Anlageform ab: Bei einem aktuellen Tagesgeld-Zinssatz von z.B. 3,1 % p.a. wären das im ersten Jahr 1.550 € Zinsertrag, während bei einem Kredit mit z.B. 7 % effektivem Jahreszins und 7 Jahren Laufzeit die monatliche Rate über 750 € liegt, wobei die Gesamtkosten für Zinsen deutlich höher ausfallen. Aktienfonds oder ETFs bieten höhere Renditechancen, aber auch Risiken, mit möglichen Renditen von 5-7 % oder mehr auf lange Sicht. 

Was passiert mit Festgeld bei Tod?

Im Todesfall geht das Festgeld automatisch in den Nachlass über und gehört den Erben, die es entweder weiterlaufen lassen oder vorzeitig kündigen können, wobei die Bank meist eine vorzeitige Auflösung ohne Strafzinsen erlaubt. Die Erben müssen sich bei der Bank melden und mit Erbschein oder Testament ihr Erbrecht nachweisen, um das Konto auf sich umschreiben zu lassen oder aufzulösen, wobei die Bank das Konto zunächst oft als Nachlasskonto weiterführt. 

Wie viele Sparbriefe darf man haben?

Eröffnen Sie einen weiteren Sparbrief. Bis zu 5 Stück pro Kundin und Kunde sind möglich.