Ist es besser, eine Barauszahlung oder eine Rente zu wählen?

Gefragt von: Ansgar Holz B.Eng.
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Ob eine Barauszahlung (Kapital) oder eine monatliche Rente besser ist, hängt stark von Ihrer individuellen Lebenssituation ab: Die Kapitalauszahlung ist gut für große Anschaffungen oder Schuldentilgung, bietet aber kein lebenslanges Einkommen. Die Rente (Leibrente) sichert ein lebenslanges, regelmäßiges Einkommen und ist oft steuerlich günstiger (nur Ertragsanteil), aber das Kapital verfällt bei Tod meist. Die Entscheidung hängt von Ihren Zielen, Gesundheitszustand, Lebenserwartung, Familienplanung und steuerlichen Aspekten ab, eine pauschale Antwort gibt es nicht, betonen Experten wie Allianz und Swiss Life.

Was ist besser, die monatliche Rente oder die Einmalzahlung?

Besser ist nicht pauschal zu sagen, es hängt von Ihrer Situation ab: Eine monatliche Rente bietet lebenslange Sicherheit und schützt vor Langlebigkeit, ist aber weniger flexibel und steuerlich oft belastet, während eine Einmalzahlung volle Flexibilität für größere Anschaffungen bietet, das Kapital aber schneller verbrauchen kann, wenn nicht gut angelegt, und oft steuerlich ungünstiger ist als eine Leibrente, die nur zu 19 % besteuert wird, betont DB-Anwälte und Check24. 

Ist es besser, sich den Betrag auszahlen zu lassen oder eine Rente zu beziehen?

Die richtige Wahl hängt von Ihrer finanziellen Situation, Ihren Ausgabegewohnheiten und Ihren langfristigen Zielen ab. Eine Einmalzahlung kann die richtige Option für Sie sein, wenn Sie einen unmittelbaren Finanzbedarf haben oder über Anlageerfahrung verfügen, während eine Rentenversicherung ein regelmäßiges Einkommen sichern kann.

Ist es besser, eine Rente oder eine Einmalzahlung zu wählen?

Wenn Sie Ihre Einmalzahlung anlegen, unterliegt der Wert Ihrer Anlagen Marktschwankungen. Das bedeutet, dass der Wert Ihrer Anlagen zwar steigen, aber auch fallen kann. Entscheiden Sie sich hingegen für eine Rentenzahlung, verbleibt das Anlagerisiko bei Ihrem Unternehmen und dem Pensionsplan.

Für wen ist die Sofortrente interessant?

Eine Sofortrente ist sinnvoll, wenn man zum Beispiel wenige Jahre vor dem Rentenbeginn steht und über eine größere Summe verfügt, die man einzahlen kann, z.B. aus einer Erbschaft, aus einer Lebensversicherung, einer Abfindung oder einem Aktienpaket.

Sofortrente oder Einmalzahlung – was ist lukrativer? Rentenversicherungen bewerben lebenslange Rente

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Ist eine gewonnene Sofortrente steuerfrei?

Der Gewinn einer Sofortrente wird bei der Einkommenssteuer keiner Art von Einkünften zugeordnet. Somit ist die gewonnene Rente steuerfrei.

Wann lohnt sich eine Sonderzahlung in die Rentenkasse?

Ja, Sonderzahlungen in die Rentenversicherung können sinnvoll sein, um Rentenabschläge auszugleichen (z.B. bei vorzeitigem Renteneintritt) oder das Rentenniveau zu steigern, besonders wenn man ein langes Leben erwartet, da die Zahlungen steuerlich absetzbar sind und eine sichere, wenn auch renditearme, Rendite bringen, aber die Erstattung ist nicht möglich. Es lohnt sich oft, wenn man die Rentenlücke schließen, das zu versteuernde Einkommen senken oder Rentenabschläge vermeiden möchte, aber eine individuelle Beratung ist ratsam. 

Warum sollte man nur 99% der Rente beantragen?

Sofern der sozialversicherungspflichtige Rentner eine Vollrente bezieht, hätte er keinen Anspruch auf Krankengeld und Kurzarbeitergeld. Das kann er vermeiden, indem er einen Antrag auf Teilrente in Höhe von 99 % der Vollrente stellt. In diesem Fall leben die Ansprüche auf Krankengeld und Kurzarbeitergeld wieder auf.

Wie legt man am besten Geld für die Rente an?

Um am besten für die Rente vorzusorgen, sollten Sie auf eine Mischung aus renditestarken, langfristigen Anlagen wie ETFs/Aktienfonds (für Wachstum) und sichereren Bausteinen wie Festgeld/Anleihen (für Stabilität) setzen, idealerweise gestreut über einen Sparplan, und staatliche Förderungen (wie bei der Basisrente) nutzen, wobei der Mix sich je nach Alter und Risikobereitschaft anpasst – langfristig sind Aktien-ETFs oft die beste Wahl für hohe Renditen. 

Kann ich meine komplette Rente auch auf einmal auszahlen lassen?

Nein, eine Auszahlung der gesetzlichen Rente als einmalige Summe ist grundsätzlich nicht möglich, sie wird monatlich gezahlt; nur bei Nichterfüllung der Wartezeit (z.B. < 5 Jahre Einzahlung) kann man sich die eigenen Beiträge erstatten lassen, aber nicht das gesamte angesparte Kapital. Anders sieht es bei der privaten Rentenversicherung aus: Hier können Sie oft wählen, ob Sie sich das angesparte Kapital einmalig (teilweise oder ganz) oder als monatliche Rente auszahlen lassen, wobei steuerliche Aspekte zu beachten sind. Staatlich geförderte Produkte wie Riester-Rente haben spezielle Regeln (max. 30 % Einmalzahlung). 

Wie viel Geld sollte man auf dem Konto haben, wenn man in Rente geht?

Wie viel Kapital Sie für die Rente benötigen, hängt von Ihrem gewünschten Lebensstandard ab (oft 80 % des letzten Nettoeinkommens), Ihren Rentenlücken und der Anlagedauer; grob gesagt brauchen Sie mehrere hunderttausend Euro, um eine monatliche Zusatzrente von z.B. 1.000 € für 25 Jahre zu finanzieren, aber die genaue Zahl (z.B. 211.000 € bis 250.000 €+) variiert stark je nach Sparrate, Rendite und Renteneintrittsalter. Faustregel: Bis 30 das 1-fache, bis 60 das 8-fache Ihres Jahresgehalts gespart haben, während 10-15 % des Nettoeinkommens monatlich gespart werden sollte.
 

Wie wirkt sich Gehalt auf Rente aus?

Die Standardrente erhält man, wenn man 45 Jahre immer den aktuellen Durchschnittslohn verdient hat und darauf Rentenbeiträge gezahlt hat. Wer das schafft, erhält aktuell eben 48 Prozent des Durchschnittsverdienstes als Rente. Sozialbeiträge werden dabei abgezogen, Steuern nicht (siehe Irrtum 2).

Wie wird eine einmalige Rentenauszahlung versteuert?

Bei einer Einmalzahlung müssen nur 50 Prozent der Erträge zur privaten Rentenversicherung individuell besteuert werden, wenn du bei Rentenbeginn mindestens 62 Jahre alt bist und der Vertrag mindestens 12 Jahre lief (Halbeinkünfteverfahren).

Wie hoch sind die Steuern bei Kapitalauszahlung?

Bei einer Kapitalauszahlung in Deutschland werden Erträge meist mit der 25 % Abgeltungsteuer besteuert, zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Steuer) und ggf. Kirchensteuer (8–9 % der Steuer). Für betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder Lebensversicherungen gelten spezielle Regeln: oft der persönliche Steuersatz auf den Ertragsanteil oder die gesamte Auszahlung (nach einem Freibetrag), was zu höheren Steuern (bis zu 42 %) führen kann, besonders bei Einmalzahlungen, die in ein hohes Einkommensjahr fallen. 

Was sind die Vor- und Nachteile einer privaten Rentenversicherung?

Eine private Rentenversicherung bietet Vorteile wie finanzielle Absicherung, Flexibilität bei Beiträgen und Auszahlung (Rente oder Einmalzahlung), garantierte Leistungen (klassisch) oder höhere Renditechancen (fondsgebunden) sowie Steuervorteile in der Auszahlungsphase (Ertragsanteilbesteuerung). Nachteile sind oft hohe Kosten (Abschluss-/Verwaltung), geringe Garantiezinsen, lange Bindungsfristen, Risiko bei Kursschwankungen (fondsgebunden) und die fehlende steuerliche Förderung in der Ansparphase. 

Warum sind die letzten 5 Jahre vor der Rente wichtig?

Die letzten 5 Jahre vor der Rente sind wichtig, weil sie das finanzielle Finale darstellen, in dem Sie durch strategische Entscheidungen (z.B. Vollzeit arbeiten, Ausgleichszahlungen) noch Einfluss auf Ihre Rente nehmen können und Ihre Altersvorsorge optimieren, obwohl jedes Beitragsjahr grundsätzlich gleich viel zählt, da Sie in dieser Zeit oft am meisten verdienen und so Extra-Punkte sammeln, was Ihre Gesamtrente positiv beeinflusst, aber nicht überproportional erhöht. 

Wie viel Geld braucht ein Rentner im Monat zum Leben?

Ein Rentner braucht monatlich unterschiedlich viel Geld, aber als Orientierung gilt: Mindestens die Grundsicherung von ca. 563 € (Stand 2025) für den Grundbedarf. Für den gewohnten Lebensstandard empfehlen Experten 80-85 % des letzten Nettoeinkommens, was bei durchschnittlichen Renten oft zu einer Lücke führt und private Vorsorge nötig macht. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Wohnort, Wohnsituation (Miete/Eigentum) und Lebensstil ab. 

Wann sollte man die Rente beantragen?

Sie sollten Ihren Rentenantrag idealerweise drei bis sechs Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn stellen, damit die Deutsche Rentenversicherung genügend Zeit für die Bearbeitung hat und Ihre Rentenzahlung nahtlos starten kann. Da die Rente nicht automatisch beginnt, ist der Antrag zwingend erforderlich, um Verzögerungen zu vermeiden und alle erforderlichen Unterlagen (wie Versicherungsnummer, Bankdaten und Nachweise) rechtzeitig einzureichen. 

Wie viel kostet es, einen Rentenpunkt im Jahr 2025 zu kaufen?

Im Jahr 2025 kostet ein Rentenpunkt bundesweit einheitlich 9.392 Euro (genauer: 9.391,70 €), was sich aus dem vorläufigen Durchschnittsentgelt von 50.493 € und dem Beitragssatz von 18,6 % ergibt. Für diesen Betrag erhalten Sie eine monatliche Rentensteigerung von rund 39,32 € (oder ca. 40,79 € laut einigen Quellen, da die genaue monatliche Steigerung variiert) für den Rest Ihres Lebens. 

Wie viel kostet ein Rentenpunkt im Jahr 2026?

Ein Rentenpunkt (Entgeltpunkt) 2026 erfordert ein Einkommen von ca. 51.944 € pro Jahr (rund 4.328 €/Monat), da der sogenannte Durchschnittsverdienst steigt; für den Kauf eines Rentenpunktes müssen 2026 voraussichtlich rund 9.661,58 € gezahlt werden, während die monatliche Rente pro Punkt ab Juli 2026 auf etwa 42,30 € (brutto) ansteigen soll. Die Beiträge für freiwillige Versicherungen steigen ebenfalls. 

Sind 70 Rentenpunkte viel?

Ja, 70 Rentenpunkte sind sehr viel und deuten auf ein deutlich überdurchschnittliches Einkommen über die Jahre hin, da der Durchschnittsverdiener nach ca. 45 Jahren auf rund 45 Rentenpunkte kommt und 70 Punkte sogar schon bei 35 Jahren erreicht werden, was zu einer sehr hohen monatlichen Rente führt (ca. 2.855 € monatlich bei 70 Punkten und aktuellem Rentenwert). 

Wird ein Lottogewinn auf Rente angerechnet?

Einkommen im unterhaltsrechtlichen Sinne sind regelmäßig wiederkehrende Leistungen (z. B. Gehalt, Renten, Mieteinnahmen). Ein Lottogewinn erfüllt dieses Kriterium nicht.

Werden Lottogewinne dem Finanzamt gemeldet?

Gewinne aus Glücksspielen sind in Deutschland zunächst steuerfrei, sie gelten als „nicht steuerbar“. Der Grund dafür ist, dass sie nicht zu den sieben Einkunftsarten zählen, auf die der Staat Einkommensteuer erhebt. Das bedeutet, dass Wett- und Lottogewinne zunächst steuerfrei sind.

Ist ein Preis für ein Lebenswerk steuerfrei?

Ein Preisgeld bleibt steuerfrei, wenn der zugrunde liegende Preis ein Lebenswerk oder Gesamtschaffen würdigt, die Persönlichkeit des Preisträgers ehrt, eine persönliche Grundhaltung auszeichnet oder eine Vorbildfunktion herausstellt. Hierunter fallen beispielsweise Nobelpreise.