Ist es möglich, eine Direktversicherung selbst zu bezahlen?

Gefragt von: Herr Christopher Brandt MBA.
sternezahl: 4.3/5 (51 sternebewertungen)

Ja, eine Direktversicherung kann man selbst bezahlen, entweder durch Entgeltumwandlung (Gehaltsverzicht mit Steuervorteilen) oder indem man nach Jobwechsel einen bestehenden Vertrag privat weiterführt und die Beiträge selbst zahlt, was steuerlich attraktiv sein kann, da man sich die Sozialabgaben auf den privat gezahlten Anteil spart. Der Arbeitgeber kann die Beiträge auch komplett übernehmen oder sie sich mit dem Arbeitnehmer teilen (gemischte Finanzierung).

Kann ich eine Direktversicherung selbst bezahlen?

Grundsätzlich kann man eine bestehende Direktversicherung, deren Prämien bisher vom Arbeitgeber übernommen oder direkt von Teilen des eigenen Gehaltes sozialabgaben- und steuerfrei bezahlt wurden, selbst übernehmen. Dies ist zum Beispiel möglich, nachdem man vom Arbeitgeber gekündigt wurde oder selbst gekündigt hat.

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Direktversicherung zu übernehmen?

Der neue Arbeitgeber muss nur eine Direktversicherung mit Entgeltumwandlung und Mindestzuschuss von 15 % anbieten. Er ist nicht verpflichtet, deinen bestehenden Vertrag zu übernehmen. Eine Übertragung ist aber möglich, wenn beide Arbeitgeber und der Versicherer zustimmen.

Ist es möglich, sich eine Direktversicherung auszahlen zu lassen?

Die Auszahlung einer Direktversicherung erfolgt meist mit Renteneintritt (frühestens mit 60/67 Jahren) entweder als lebenslange Rente oder einmalige Kapitalauszahlung (oft 30 % Kapital, Rest Rente). Vor Rentenbeginn ist eine Kündigung nur selten möglich (oft nur bei Fehlern in der Widerrufsbelehrung), meist ist nur eine Beitragsfreistellung möglich. Bei Auszahlung fallen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge (Kranken- und Pflegeversicherung) an, wobei es Freibeträge gibt.
 

Kann ich eine Direktversicherung privat weiterführen?

Ja, eine Direktversicherung kann nach einem Jobwechsel privat weitergeführt werden, indem der Arbeitnehmer den Vertrag auf sich umschreiben lässt und mit eigenen Nettogehaltseinzahlungen fortsetzt, was den Vorteil hat, dass auf den privat besparten Teil später keine Sozialabgaben anfallen, jedoch entfallen Steuervorteile; eine Alternative ist die Beitragsfreistellung, um das Kapital ruhen zu lassen, besonders bei guten Altverträgen mit hohen Garantiezinsen. 

Betriebsrente 2025: So viel bleibt nach Steuern & Abgaben wirklich übrig

17 verwandte Fragen gefunden

Welche Nachteile hat es, die betriebliche Altersvorsorge privat weiterzuführen?

Die private Weiterführung einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nach einem Jobwechsel hat Nachteile wie den Verlust des Arbeitgeberzuschusses, mögliche höhere Kosten und schlechtere Konditionen (Garantiezinsen, Kollektivrabatte), die Komplexität der Übertragung und die fehlende Flexibilität, aber auch Vorteile wie den Erhalt der bisherigen Anwartschaften und steuerlichen Vorteile. Hauptkritikpunkte sind oft die nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter und die Kürzung von Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Elterngeld) während der Ansparphase durch die Entgeltumwandlung. 

Welche Nachteile hat eine Direktversicherung?

Nachteile einer Direktversicherung sind vor allem die Steuern und Sozialabgaben im Alter (volle Kranken- und Pflegeversicherung), die geringere Rente bei Arbeitslosigkeit durch niedrigere Sozialversicherungsbeiträge während der Ansparphase, die eingeschränkte Wahlfreiheit bei der Anbieterauswahl und der Verlust der Flexibilität bei Jobwechsel oder vorzeitiger Auszahlung (oft erst ab 62). Zudem können hohe Kosten und der sehr niedrige Garantiezins (seit 2022 nur 0,25 %) die Rendite mindern, und die Leistungen sind oft nicht vererbbar. 

Welche Kosten fallen bei Auszahlung einer Direktversicherung an?

Bei der Auszahlung einer Direktversicherung fallen hauptsächlich Steuern (Einkommensteuer) und für gesetzlich Versicherte Sozialversicherungsbeiträge (Kranken- und Pflegeversicherung) auf den vollen Betrag an, da die während der Ansparphase gesparten Abgaben nachgeholt werden müssen, mit dem persönlichen Steuersatz und vollen GKV-Beiträgen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) für gesetzlich Krankenversicherte. Privatversicherte zahlen nur Steuern, aber keine Sozialabgaben. Die beliebte Fünftelregelung gilt hier nicht; es kommt auf den persönlichen Steuersatz an. 

Wie viel Steuern zahlt man bei Auszahlung einer Direktversicherung?

Ist die Auszahlung einer Direktversicherung steuerfrei? Sowohl eine vollständige Einmalzahlung oder Teilauszahlung als auch die klassische monatliche Betriebsrente werden zu 100,00 % versteuert.

Ist die Auszahlung einer Direktversicherung krankenversicherungspflichtig?

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind Leistungen aus einer Direktversicherung beitragspflichtig, wie wir oben gesehen haben. Das bedeutet, dass die Renten aus solchen Versicherungen wie sonstige Einkünfte behandelt werden, auf die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge erhoben werden.

Kann man eine Direktversicherung auflösen?

Eine Kündigung der Direktversicherung ist also nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Die Auszahlung des Rückkaufswerts ist deshalb nicht vorgesehen. Dass dieser in der Regel vom Arbeitnehmer nicht verlangt werden kann, hat das Oberlandesgericht Frankfurt/Main entschieden (Az: 7 U 191/97).

Kann der Arbeitgeber eine Direktversicherung ablehnen?

Arbeitgeber kann Kündigung von Direktversicherung ablehnen.

Wem gehört die Direktversicherung?

Die Direktversicherung ist eine Lebensversicherung, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer abschließt. Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer und überweist die Beiträge direkt an die Versicherungsgesellschaft. Versicherte Person und Leistungsberechtigter ist der Arbeitnehmer.

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, Direktversicherung zu übernehmen?

Arbeitgeber haben die Pflicht, eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten, wenn Mitarbeiter über die Firma fürs Alter vorsorgen wollen. Verlangen Beschäftigte eine bAV, müssen Unternehmer einen Sparvertrag für sie abschließen – mindestens eine Direktversicherung.

Was ist besser, monatliche Betriebsrente oder Einmalzahlung?

Ob Einmalzahlung oder monatliche Rente besser ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab: Eine Einmalzahlung gibt Ihnen sofort viel Geld für größere Anschaffungen, kann aber durch höhere Steuern (Progression) und Sozialabgaben (Krankenversicherung für 10 Jahre) stark belastet werden. Eine monatliche Rente sorgt für eine stabile, lebenslange Absicherung laufender Kosten (Miete, Lebensmittel), belastet die Sozialversicherungen aber fortlaufend, wobei es Freibeträge gibt. Eine Teilauszahlung (z.B. 30% Kapital, 70% Rente) kann ein guter Kompromiss sein. 

Wie komme ich an das Geld meiner Direktversicherung?

Der Arbeitnehmer verzichtet auf einen Teil seines Bruttoeinkommens, der direkt in die Altersvorsorge fließt. Einen weiteren Teil von mindestens 15 Prozent bezuschusst der Arbeitgeber. Bis zum Rentenbeginn wird eine gewisse Summe beim Versicherer eingezahlt, die dann in der Regel zum Renteneintritt ausgezahlt wird.

Wird die Auszahlung einer Direktversicherung dem Finanzamt gemeldet?

Ja, die Auszahlung einer Direktversicherung wird dem Finanzamt gemeldet und ist in der Regel steuerpflichtig – entweder als Rente (Anlage R-AV/bAV) oder als nachträglicher Arbeitslohn, je nach Vertrag und Auszahlungsform (Einmalzahlung vs. monatliche Rente), und wird nach dem persönlichen Steuersatz besteuert, wobei Altverträge (vor 2005) steuerlich begünstigt sein können. Der Versorgungsträger sendet Ihnen eine Leistungsmitteilung, die Sie für die Steuererklärung benötigen. 

Ist eine Einmalzahlung oder eine monatliche Rente besser?

Besser ist nicht pauschal zu sagen, es hängt von Ihrer Situation ab: Eine monatliche Rente bietet lebenslange Sicherheit und schützt vor Langlebigkeit, ist aber weniger flexibel und steuerlich oft belastet, während eine Einmalzahlung volle Flexibilität für größere Anschaffungen bietet, das Kapital aber schneller verbrauchen kann, wenn nicht gut angelegt, und oft steuerlich ungünstiger ist als eine Leibrente, die nur zu 19 % besteuert wird, betont DB-Anwälte und Check24. 

Ist eine Direktversicherung nach 12 Jahren steuerfrei?

WANN IST DIE AUSZAHLUNG EINER DIREKTVERSICHERUNG STEUERFREI? Damit eine Auszahlung steuerfrei bleibt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Die Versicherung muss mindestens 12 Jahre bestanden haben. Der Vertrag darf nicht vorzeitig gekündigt worden sein.

Kann ich die Beiträge für eine Direktversicherung selbst bezahlen?

Generell kann man eine bestehende Direktversicherung, deren Beiträge bis dato vom Arbeitgeber gezahlt oder unmittelbar vom Gehalt sozialabgaben- und abgabenfrei gegangen sind, selber übernehmen. Dies ist zum Beispiel nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses möglich..

Wie hoch ist die Steuer auf die Auszahlung einer Direktversicherung?

Bei der Auszahlung einer Direktversicherung müssen Sie in der Regel Einkommensteuer und Sozialabgaben zahlen, wobei die genaue Höhe vom Vertrag (Alt-/Neuvertrag) und der Auszahlungsform (Rente/Kapital) abhängt, aber oft der persönliche Steuersatz greift und der Ertragsanteil (bei Renten) oder die volle Summe (bei Kapitalauszahlung) versteuert wird, aber mit niedrigerem Steuersatz als im Erwerbsleben. Für Neuverträge ab 2005 gilt: Beiträge sind bis zu 8 % der BBE steuerfrei, aber die Auszahlung ist voll steuerpflichtig nach Ihrem persönlichen Satz. Bei älteren Verträgen (vor 2005) kann eine Pauschalbesteuerung mit 20 % Lohnsteuer möglich sein.
 

Ist die Direktversicherung im Jahr 2025 steuerfrei?

Für 2025 sind Direktversicherungsbeiträge bis zu 7.728 € jährlich (644 € monatlich) steuerfrei (8 % der Beitragsbemessungsgrenze), wobei davon die ersten 3.864 € jährlich (322 € monatlich) zusätzlich auch sozialversicherungsfrei sind (4 % der BBG). Beiträge können aus dem Brutto-Entgelt gezahlt werden, wodurch sich Steuern und Sozialabgaben sparen lassen, was die Einzahlung effektiver macht; die Auszahlung im Alter wird dann versteuert (nachgelagerte Besteuerung). 

Wie viele Abzüge gibt es bei der Auszahlung der Direktversicherung?

Bei der Auszahlung Ihrer bAV zahlen Sie rund 21,30 % für Kranken- und Pflegeversicherung – egal ob Rente oder Einmalzahlung. Ein Freibetrag von aktuell 187,25 € monatlich (Stand 2025) wird dabei angerechnet. Privatversicherte zahlen keine Sozialabgaben, tragen aber weiterhin ihren PKV-Beitrag selbst.

Welche Direktversicherung ist die beste?

In unserer Gesamtauswertung überzeugen vor allem Allianz, Württembergische und Swiss Life. Beim Direktversicherungs-Rating des IVFP überzeugen unter anderem Allianz, Alte Leipziger und LV 1871. Im Kompetenz-Rating des IVFP erhielten unter anderem die Anbieter Allianz, Swiss Life und HDI die Bewertung „exzellent“.

Wird die Direktversicherung vom Netto abgezogen?

Jetzt im unteren Teil der Abrechnung der Brutto- / Netto-Bezüge wird nun vom Netto-Verdienst bzw. Nettolohn die Direktversicherung in Abzug gebracht.