Ist es rechtens, 30% Zinsen zu verlangen?

Gefragt von: Herr Domenico Seidl B.Eng.
sternezahl: 4.2/5 (9 sternebewertungen)

Nein, 30 % Zinsen sind in Deutschland rechtlich kaum durchsetzbar und gelten meist als sittenwidrig (Wucher), besonders bei Verbraucherkrediten, wo schon Zinsen deutlich über dem Marktdurchschnitt (oft schon über 11-12 %) als unwirksam angesehen werden können, weil ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besteht und die schwache Lage des Schuldners ausgenutzt wird; stattdessen greifen gesetzliche Verzugszinsen (z.B. 9 bzw. 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz).

Wie viel Zinsen darf man verlangen?

Der gesetzliche Verzugszinssatz beträgt gem. § 288 Abs. 2 BGB bei Rechtsgeschäften, an denen ein Verbraucher nicht beteiligt ist, 9 % über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank. Ist ein Verbraucher beteiligt, beträgt der Zinssatz 5 % über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank.

Wie viel Zinsen kann ich privat verlangen?

Zinsen beim privaten Darlehen dürfen nicht beliebig hoch sein. Zinsen über 11% pro Jahr sind wahrscheinlich schon sittenwidrig und unwirksam. Sind solche hohe Zinsen vereinbart, sollten sich Darlehensnehmer weigern, mehr als den marktüblichen Zins zu bezahlen.

Wie hoch darf der Zinssatz maximal sein?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Obergrenze für Zinssätze – aber einen rechtlich vorgegebenen Rahmen für Kredite: Subjektives Kriterium: Banken dürfen die Lebenssituation ihrer Kunden bei der Kreditvergabe nicht zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen.

Kann ich als Privatperson Verzugszinsen verlangen?

Wer darf Verzugszinsen berechnen? Begleicht Ihr Kunde eine offene Rechnung nicht rechtzeitig, dürfen Sie als Gläubiger – ob als Unternehmer, Freiberufler oder Selbstständiger – Verzugszinsen in Rechnung stellen.

Gold im Höhenlauf – Uber im Analysten-Check & Palo Alto im Fokus

36 verwandte Fragen gefunden

Wie hoch dürfen die Zinsen für eine verspätete Zahlung sein?

Darf ich bei verspäteter Zahlung Zinsen berechnen? Ja. Der zulässige Betrag wird als „gesetzliche Zinsen“ bezeichnet und berechnet sich aus 8 % zuzüglich des Basiszinssatzes der Bank von England .

Kann ich Verzugszinsen verlangen?

der Kunde in Zahlungsverzug und Sie dürfen als Gläubiger/in Verzugszinsen geltend machen. Wenn Sie eine kürzere Zahlungsfrist vereinbart haben, dürfen Sie auch entsprechend früher Verzugszinsen erheben – sofern nach Ablauf der vereinbarten Frist die entsprechende Rechnung noch immer offen ist.

Welcher Zinssatz ist erlaubt?

In welcher Höhe Sie Verzugszinsen berechnen können

Seit dem 1.Juli 2025 beträgt der Basiszinssatz 1,27 Prozent2. Für Privatkunden liegt der Verzugszinssatz fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, also bei 6,27 Prozent, für Unternehmen sogar neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, also bei 10,27 Prozent.

Welche Verzugszinsen sind zulässig?

Verzugszinsen in Deutschland sind gesetzlich geregelt: Bei Geschäften mit Verbrauchern (B2C) sind es 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB), während es bei Geschäften zwischen Unternehmen (B2B) 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz sind (§ 288 Abs. 2 BGB). Der Basiszinssatz wird von der Bundesbank halbjährlich angepasst (Januar/Juli) und bildet die Grundlage für die Berechnung, aber der Gläubiger kann bei B2B-Geschäften höhere Zinsen verlangen, muss diese aber beweisen können. 

Welche Zinsen sind verfassungswidrig?

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen verfassungswidrig ist, soweit der Zinsberechnung für Verzinsungszeiträume ab dem 1. Januar 2014 ein Zinssatz von 0,5 % pro Monat zugrunde gelegt wird (Beschluss vom 8. Juli 2021 (BGBl.

Wann ist ein Zins sittenwidrig?

In der Praxis wird oft auf den Vergleich mit marktüblichen Konditionen abgestellt. Übersteigt der vereinbarte Zinssatz den marktüblichen Zinssatz um mehr als 100 Prozent oder liegt er absolut mehr als 12 Prozentpunkte darüber, kann dies ein Indiz für Sittenwidrigkeit sein.

Wie hoch ist der Zinssatz für ein Konsumentendarlehen?

Konsumentenkredit-Zinssätze variieren stark, liegen aber aktuell (Ende 2025) oft zwischen ca. 3,5 % und über 10 % effektivem Jahreszins, abhängig von Bonität, Kreditlaufzeit und Anbieter; repräsentative Beispiele zeigen oft Zinsen um 6-7 %, während Spitzenkonditionen unter 4 % möglich sind. Der Zwei-Drittel-Zins (der Zinssatz, den mindestens zwei Drittel der Kunden erhalten) ist ein wichtiger Indikator, da er realistische Konditionen widerspiegelt und oft günstiger ist als die beworbenen Top-Zinsen. 

Ist Privatdarlehen erlaubt?

Gesetzlich gibt es keine Obergrenze für private Darlehen. Allerdings kann ab einem bestimmten Betrag eine Schenkungssteuer anfallen, wenn das Darlehen zinslos oder zinsgünstig gewährt wird.

Welcher Zinssatz gilt als Wucher?

a. wucherisch ist. Demgemäß ist ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung regelmäßig zu bejahen, wenn der effektive Vertragszins den effektiven Vergleichszins relativ um rund 100 % oder absolut um 12 Prozentpunkte übersteigt.

Wie viel Mahngebühr kann man verlangen?

Mahngebühren dürfen in Deutschland die tatsächlich entstandenen Kosten des Gläubigers decken, sind aber nicht gesetzlich festgelegt; die Rechtsprechung akzeptiert oft nur ca. 2,50 € bis 5,00 € pro Mahnung, da höhere Beträge (wie 9 € bei Vodafone) oft als überhöht und unzulässig eingestuft wurden, wenn sie nicht nachgewiesen werden können. Personalkosten dürfen meist nicht eingerechnet werden, nur Portokosten und Material. Bei zu hohen Gebühren können Verbraucher widersprechen, da der Gläubiger den Aufwand beweisen muss.
 

Kann man mit Banken über Zinsen verhandeln?

Ja, man kann mit der Bank über Zinsen verhandeln, sowohl bei Krediten (Baufinanzierung, Ratenkredit) als auch bei Geldanlagen (Tagesgeld), besonders bei Filialbanken, da oft interne Spielräume bestehen, um gute Kunden zu halten oder neue zu gewinnen. Gute Bonität, Verhandlungsgeschick, Vergleichsangebote und eine gute Vorbereitung (Unterlagen, Eigenkapital, Modernisierungspläne) sind dabei entscheidend, um bessere Konditionen herauszuholen, da Zinsen oft nicht fest, sondern verhandelbar sind. 

Wie viel Zinsen kann man verlangen?

Der Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. (2) Bei Rechtsgeschäften, an denen ein Verbraucher nicht beteiligt ist, beträgt der Zinssatz für Entgeltforderungen neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. (3) Der Gläubiger kann aus einem anderen Rechtsgrund höhere Zinsen verlangen.

Sind Verzugsgebühren rechtens?

Ja, grundsätzlich darf ein Gläubiger Gebühren verlangen, wenn eine Rechnung nicht pünktlich beglichen wurde. Allerdings müssen diese Gebühren in einem angemessenen Rahmen bleiben. Laut Rechtsprechung dürfen Mahnkosten nur den tatsächlichen Aufwand des Gläubigers widerspiegeln.

Was besagt Paragraph 286 BGB?

§ 286 BGB regelt den Schuldnerverzug: Ein Schuldner gerät in Verzug, wenn er auf eine fällige und durchsetzbare Forderung trotz Mahnung des Gläubigers nicht leistet, wobei Mahnung, Klageerhebung oder Mahnbescheid den Verzug auslösen können, und führt zu Rechten für den Gläubiger wie Verzugszinsen oder Schadensersatz. Verzug tritt auch ohne Mahnung ein, wenn z. B. eine Kalenderzeit bestimmt ist oder der Schuldner die Leistung ernsthaft verweigert (§ 286 Abs. 2 BGB). 

Was sagt der 242 BGB aus?

§ 242 BGB, der Grundsatz von Treu und Glauben, ist eine zentrale Generalklausel im deutschen Zivilrecht, die besagt, dass Schuldner ihre Leistungen so bewirken müssen, wie Treu und Glauben es mit Rücksicht auf die Verkehrssitte erfordern, was Fairness und Redlichkeit im Rechtsverkehr gebietet und Missbrauch schützt. Er dient der richterlichen Korrektur, der Auslegung von Pflichten (z.B. Nebenpflichten, Auskunftsansprüche) und dem Schutz vor unzulässiger Rechtsausübung, wie z.B. bei der Verwirkung von Rechten. 

Wann darf ich Verzugszinsen verlangen?

Verzugszinsen beginnen ab dem Eintritt des Zahlungsverzugs, was in der Regel einen Tag nach Fälligkeit einer Rechnung ist, wenn eine klare Zahlungsfrist (z.B. 30 Tage nach Rechnungserhalt) vereinbart wurde; bei Verbrauchern muss darauf hingewiesen werden, ansonsten tritt der Verzug erst nach einer Mahnung ein, die den Schuldner in Verzug setzt. Der erste Verzugstag ist der Tag, an dem die Zahlung überfällig ist, also der erste Tag, an dem Zinsen fällig werden.
 

Was besagt Paragraph 249 BGB?

§ 249 BGB regelt die Grundform des Schadensersatzes: Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, muss den Zustand wiederherstellen, der ohne das schädigende Ereignis bestünde (Naturalrestitution). Kann man den ursprünglichen Zustand nicht wiederherstellen, ist der erforderliche Geldbetrag zu zahlen, wobei bei Sachbeschädigung und Personenschäden der geforderte Betrag die tatsächlich angefallene Mehrwertsteuer einschließt. Dieser Grundsatz basiert auf der Differenzhypothese, die den Schaden durch den Vergleich der tatsächlichen und der hypothetischen Situation (ohne Schaden) ermittelt, um das Integritätsinteresse des Geschädigten zu wahren.
 

Ist es rechtens, 30% Zinsen zu verlangen?

Es gibt keine bundesweite Regelung für den maximalen Zinssatz, den Ihr Kreditkartenanbieter berechnen darf. Jedes Bundesland hat jedoch seine eigenen Richtlinien zur Begrenzung von Zinssätzen. Landesgesetze gegen Wucher legen oft den höchsten zulässigen Zinssatz für Kredite fest, diese gelten aber häufig nicht für Kreditkarten.

Wie fordere ich Verzugszinsen ein?

Um Verzugszinsen geltend zu machen, müssen Sie den Schuldner in Verzug setzen (meist durch Mahnung oder kalendarischen Fälligkeitstermin), den korrekten Zinssatz (§ 288 BGB) ermitteln (5 % über Basiszinssatz bei Verbrauchern, 9 % bei Unternehmen) und die Zinsen mit der Formel (Betrag x Zinssatz x Tage / 100 x 360/365) berechnen, was Sie dann in einer Mahnung oder Rechnung fordern.
 

Wie hoch dürfen die Zinsen für eine Schuld sein?

Die Zinsen, die Sie bei Zahlungsverzug eines anderen Unternehmens für Waren oder Dienstleistungen berechnen können, sind gesetzliche Zinsen. Diese betragen 8 % zuzüglich des Basiszinssatzes der Bank von England für Transaktionen zwischen Unternehmen . Gesetzliche Zinsen können nicht geltend gemacht werden, wenn im Vertrag ein anderer Zinssatz vereinbart ist.