Kann der Arbeitgeber Flexirente ablehnen?

Gefragt von: Simona Vollmer
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Nein, der Arbeitgeber kann den Antrag auf Flexirente (also den Rentenbezug neben der Arbeit) an sich nicht ablehnen, da das Recht, eine Rente zu beantragen, ein individuelles Recht ist, das nicht durch Arbeits- oder Tarifverträge eingeschränkt werden kann. Was der Arbeitgeber ablehnen kann, ist die Weiterbeschäftigung oder eine gewünschte Reduzierung der Arbeitszeit, insbesondere wenn vertraglich ein fixes Renteneintrittsalter vereinbart wurde, oder wenn dringende betriebliche Gründe bestehen, wie bei Altersteilzeitmodellen.

Kann mein Arbeitgeber Altersteilzeit ablehnen?

(3) Der Arbeitgeber kann die Vereinbarung eines Altersteilzeitarbeitsverhältnisses ablehnen, soweit dringende dienstliche beziehungsweise betriebliche Gründe entgegenstehen.

Was bedeutet Flexirente für Arbeitgeber?

Worum handelt es sich? Der Gesetzgeber hat mit dem Flexirentengesetz Anreize für Arbeitnehmer geschaffen, neben dem Bezug einer Altersrente weiter zu arbeiten. Es entstehen dabei keine finanziellen Mehrbelastungen für Sie als Arbeitgeber, da sich Ihr Beitragsanteil für die Rentenversicherung nicht erhöht.

Was muss ich bei der Flexirente beachten?

Flexirente: Die wichtigsten Regelungen auf einen Blick

  • Frührentner/innen dürfen seit 2023 neben der Rente unbegrenzt hinzuverdienen. ...
  • Altersrentner/innen dürfen neben der Rente unbegrenzt hinzuverdienen.
  • Wer weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung zahlt, erhöht die Altersrente.

Welche Nachteile hat die Flexirente?

Die Nachteile der Flexirente liegen primär in den dauerhaften Rentenabschlägen bei Frühverrentung (0,3 % pro vorgezogenem Monat), der Komplexität der Regelungen, potenziellen Steuerlasten und Sozialabgaben bei Hinzuverdienst sowie dem Risiko, den Anspruch auf eine Betriebsrente zu verlieren; zudem löst sie nicht die grundsätzliche Versorgungslücke, die durch die gesetzliche Rente allein entsteht. 

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Für wen lohnt sich die Flexirente?

Die Flexirente lohnt sich für Menschen, die früher in Rente gehen wollen, aber Abschläge vermeiden oder ausgleichen möchten, sowie für diejenigen, die nach Renteneintritt weiterarbeiten wollen, um ihr Einkommen aufzubessern oder aktiv zu bleiben, besonders für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre) mit abschlagsfreier Rente, die dann eine "doppelte" Einkommensquelle haben. Auch wer Abschläge durch freiwillige Beiträge kompensieren will oder eine Teilrente bezieht, profitiert, da es die individuelle Situation flexibel anpasst. 

Welche Auswirkungen hat die Flexi-Rente auf mein Krankengeld?

Wer neben der Rente arbeitet, verliert nach sechs Wochen Lohnfortzahlung in der Regel seinen Anspruch auf Krankengeld bei einer Altersvollrente, aber durch die Beantragung einer Alters-Teilrente (z.B. 99,99%) kann der Anspruch auf Krankengeld gesichert werden. Das Flexirentengesetz ermöglicht diesen Übergang, aber Achtung: Bei Bezug einer Vollrente gibt es kein Krankengeld mehr, was zu Einkommenslücken führt. Die Teilrente ist der Schlüssel, um Krankengeld zu erhalten, da die Rentenversicherung die Teilrente vorerst nicht auf das Krankengeld anrechnet, solange Sie arbeitsunfähig sind. 

Kann der Arbeitgeber vorzeitige Rente ablehnen?

Ihr Arbeitgeber muss dem zusätzlichen Bezug einer Frührente nicht zustimmen und kann Sie deswegen auch nicht kündigen. Wenn Sie an Ihren Arbeitszeiten oder anderen Rahmenbedingungen nichts verändern wollen, ist eine vorgezogene Altersrente Ihre Privatsache.

Wie funktioniert die neue Flexirente?

Seit dem 1. Januar 2023 dürfen Altersrentner, die vorzeitig in Rente gegangen sind, unbegrenzt hinzuverdienen. Die zuvor geltende Hinzuverdienstgrenze wurde aufgehoben. Das bedeutet, dass Sie neben Ihrer Altersrente ohne Einschränkungen dazuverdienen können, ohne dass Ihre Rente gekürzt wird.

Kann ich einfach weiter arbeiten und trotzdem Rente beziehen?

Ja, Sie bekommen Rente, auch wenn Sie weiterarbeiten, und seit 2023 gibt es keine generelle Hinzuverdienstgrenze mehr bei Altersrenten – Sie können also so viel verdienen wie Sie wollen, ohne Kürzungen befürchten zu müssen. Ihr Arbeitgeber zahlt weiter Beiträge, und Sie erwerben neue Rentenpunkte, was Ihre zukünftige Rente erhöht, auch wenn Sie bereits Altersrente beziehen. 

Kann der Arbeitgeber eine Teilrente ablehnen?

Der Arbeitgeber muss zustimmen, kann aber auch ablehnen. Der Wechsel auf eine Teilzeitbeschäftigung ist insofern immer mit dem Risiko der Abstufung und Dequalifikation verbunden. Außerdem ist fraglich, ob die erst ab dem 63. Lebensjahr bestehende Möglichkeit, eine Teilrente zu beziehen, nicht zu spät ansetzt.

Wer zahlt die Krankenversicherung bei Flexirente?

Ihre Beiträge müssen Sie selbst an Ihren Krankenversicherer überweisen. Allerdings können Sie bei Rentenantragstellung einen Beitragszuschuss beantragen. Diesen zahlen wir Ihnen gemeinsam mit Ihrer Rente aus.

Kann man Rente beziehen und Vollzeit arbeiten?

Ja, man kann Rente beziehen und Vollzeit arbeiten, seit 2023 gibt es bei Altersrenten (auch vorgezogenen) keine Hinzuverdienstgrenzen mehr, das bedeutet, die Rente wird nicht gekürzt, egal wie viel Sie verdienen. Es ist sogar möglich, durch die weiter gezahlten Rentenversicherungsbeiträge die spätere Rente zu erhöhen, was den Übergang ins Rentenalter flexibel gestaltet. Allerdings sollten Sie Steuerpflicht und Sozialversicherungsbeiträge beachten – ab Erreichen der Regelaltersgrenze sind Sie in der Rentenversicherung versicherungsfrei, aber der Arbeitgeber zahlt weiterhin Beiträge.
 

Ist es möglich, mit 58 Jahren in den Vorruhestand zu gehen?

Eine Vorruhestandsregelung mit 58 ist in Deutschland nicht gesetzlich verankert, aber in größeren Unternehmen oder tarifgebundenen Branchen möglich, oft als freiwillige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, um Mitarbeiter durch Vorruhestandsgeld oder Altersteilzeit bis zum Renteneintritt (ggf. mit Abschlägen) zu überbrücken, besonders bei Personalabbau. Es gibt auch Wege über die Agentur für Arbeit (ALG I Überbrückung), erfordert aber oft 35 Versicherungsjahre, um Sperrfristen zu vermeiden. 

Kann mir in der Altersteilzeit gekündigt werden?

Ja, man kann in Altersteilzeit gekündigt werden, da es keinen absoluten Kündigungsschutz gibt, aber die Kündigung ist an die allgemeinen Regeln des Arbeitsrechts gebunden und kann angefochten werden, besonders wenn sie wegen der Altersteilzeit selbst ausgesprochen wird (Motivkündigung) oder es sich um eine betriebsbedingte Kündigung handelt; im Blockmodell ist eine Kündigung während der Freistellungsphase schwieriger, aber nicht unmöglich, besonders bei schweren Verfehlungen. 

Wann ist Flexirente sinnvoll?

Mit der Regelung zur Flexirente haben ältere Arbeitnehmende die Möglichkeit Sonderzahlungen an die Rentenkasse leisten. Dies ist besonders dann hilfreich, wenn sie planen früher in Rente zu gehen und ihre Rente aufstocken möchten. Denn, wer früher in Rente geht, muss Rentenabschläge in Kauf nehmen.

Wer hat Anspruch auf Flexirente?

Wer kann die Flexirente in Anspruch nehmen? Die Flexirente gilt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 63 und 67 Jahren mit ei- ner vorgezogenen Altersrente.

Was ist der Unterschied zwischen Teilrente und Flexirente?

Was ist die Flexi-Rente ? Mit der Flexi-Rente konnten Teilrente und Hinzuverdienst ab 2017 flexibler und einfacher als vorher miteinander kombiniert werden. Dies sollte das längere und flexiblere Weiterarbeiten fördern. Seit 2023 sind die Hinzuverdienstgrenzen für Altersrenten entfallen.

Wann muss ich dem Arbeitgeber Bescheid geben wegen Rente?

Sie müssen Ihren Arbeitgeber über den Renteneintritt informieren, sobald der Rentenbescheid vorliegt, idealerweise aber schon ca. 3 Monate vorher, wenn Sie den Rentenantrag stellen, damit der Arbeitgeber die Sozialversicherung korrekt anpassen kann (insbesondere bei der Krankenversicherung) und ggf. eine korrekte letzte Lohnabrechnung erstellen kann. Es gibt keine allgemeingültige gesetzliche Frist, aber eine rechtzeitige Mitteilung ("ohne schuldhaftes Zögern") ist ratsam, da sich Beiträge ändern und Klauseln im Arbeits- oder Tarifvertrag eine Rolle spielen können.
 

Kann der Arbeitgeber die Weiterbeschäftigung verweigern?

Hat ein Arbeitnehmer die Weiterbeschäftigung erfolgreich eingeklagt, kann der Arbeitgeber diese nicht deshalb ablehnen, weil der Arbeitsplatz weggefallen ist. Vielmehr muss er dem Arbeitnehmer eine andere vertragsgemäße Tätigkeit geben.

Kann ich mit 63 Jahren eine Flexirente beantragen?

Die Flexirente mit 63 ermöglicht es langjährig Versicherten (mind. 35 Jahre), mit 63 Jahren in Rente zu gehen, aber meist nur mit Abschlägen von 0,3 % pro vorbezogenem Monat (maximal 14,4 %), es sei denn, man erfüllt die Voraussetzungen für die Rente mit 63 abschlagsfrei (oft nur für ältere Jahrgänge). Das Flexirentengesetz von 2017 erlaubt flexibleren Übergang: Man kann weiterarbeiten, Abschläge durch Zuzahlungen ausgleichen und seit 2023 gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr, wodurch sich Weiterarbeit und Rentenbezug lohnen können. 

Kann man gleichzeitig Rente und Gehalt beziehen?

Ja, man kann gleichzeitig Rente und Gehalt beziehen, besonders bei der Altersrente, wo es seit 2023 keine Hinzuverdienstgrenzen mehr gibt – man darf unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird, was den Übergang in den Ruhestand flexibler macht. Bei Erwerbsminderungsrenten oder Hinterbliebenenrenten gelten jedoch weiterhin spezifische, dynamische Hinzuverdienstgrenzen, deren Überschreitung zu Rentenkürzungen führen kann. Wichtig ist auch, dass auf das zusätzliche Einkommen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge anfallen können und eine Steuererklärung oft verpflichtend ist. 

Wie wirkt sich 1 Jahr Krankengeld auf die Rente aus?

Ein Jahr Krankengeld wirkt sich leicht mindernd auf die spätere Rente aus, da die Beiträge auf Basis von 80 % des letzten Gehalts gezahlt werden und so weniger Rentenpunkte (Entgeltpunkte) gesammelt werden als bei voller Erwerbstätigkeit; dennoch gelten Krankengeldzeiten als hochwertige Pflichtbeitragszeiten, die die Wartezeiten für eine spätere Rente erfüllen und somit keine Nachteile bringen, sondern nur die Rente leicht reduzieren können, ohne den Renteneintritt zu verzögern. 

Wie lange darf man vor dem Renteneintritt krank sein?

Sie können vor der Rente lange krank sein, zunächst 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, dann bis zu 72 Wochen Krankengeld von der Krankenkasse, was zusammen etwa 18 Monate sind; danach kann eine Erwerbsminderungsrente greifen, wenn Sie dauerhaft nicht arbeiten können, oder Sie müssen Arbeitslosengeld beantragen, wobei der Übergang von Krankengeld zu Arbeitslosengeld finanziell besser ist als umgekehrt, um Abzüge zu vermeiden. Es ist wichtig, Fristen einzuhalten und eine ärztliche Reha-Maßnahme (die zur Rente führen kann) ernst zu nehmen, um nahtlos abgesichert zu bleiben.