Kann der Unterhalt gekürzt werden, wenn ein Kind vorübergehend zum anderen Elternteil zieht?

Gefragt von: Tim Raab-Rohde
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Ja, der Kindesunterhalt kann gekürzt werden, wenn ein Kind vorübergehend (z.B. in Ferien oder bei erweitertem Umgang) beim barunterhaltspflichtigen Elternteil lebt, da hierdurch beim betreuenden Elternteil Kosten (wie Lebensmittel) eingespart werden, was eine Herabstufung in der Düsseldorfer Tabelle oder eine konkrete Kürzung rechtfertigt; allerdings müssen Absprachen getroffen werden, besonders bei Ausgaben wie Kleidung, sonst sind Abzüge freiwillig. Eine vollständige Einstellung ist nicht zulässig, aber eine Anpassung ist möglich, wenn die Betreuung den Bedarf des Kindes ändert und beim anderen Elternteil Einsparungen entstehen.

Wann darf der Vater den Unterhalt kürzen?

Ein Vater darf Kindesunterhalt nicht einfach eigenmächtig kürzen, sondern nur unter strengen Voraussetzungen und meist nur nach gerichtlicher Anpassung eines Titels, z.B. wenn sich das Kind für längere Zeit (mehr als ca. 10 Tage/Monat) beim umgangsberechtigten Elternteil aufhält (reduzierter Barunterhalt), das eigene Einkommen unter den Selbstbehalt fällt, das Kind eigene Einkünfte hat oder sich ein sittliches Verschulden des Kindes ergibt (z.B. Sucht). Ohne gerichtliche Abänderung drohen Zwangsvollstreckungen, auch wenn der Unterhaltspflichtige weniger verdient.
 

Wann kann der Kindesunterhalt reduziert werden?

Für ein Kind zwischen 12 und 17 Jahren liegt der Satz beispielsweise bei 649 € in der ersten Stufe und bei 812 € in der sechsten Stufe. Ab 18 Jahren gelten höhere Beträge, da der Bedarf volljähriger Kinder in der Regel steigt. Die tatsächliche Zahlung reduziert sich durch die Anrechnung des hälftigen Kindergeldes.

Was tun, wenn das Kind zum anderen Elternteil will?

Wenn ein Kind zum anderen Elternteil ziehen möchte, müssen sich beide Elternteile einigen, da das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei beiden liegt, aber der Kindeswille wichtig ist, besonders ab 12 Jahren. Das Kind kann nicht eigenständig entscheiden, aber sein Wunsch wird vom Familiengericht berücksichtigt, wenn es keine Einigung gibt, um das Kindeswohl zu klären, was oft durch das Jugendamt oder eine Beratungsstelle unterstützt wird. 

Kann der Kindesunterhalt gekürzt werden, wenn das Kind Urlaub macht?

So wie der Kindesunterhalt geregelt ist, beteiligen sich im Endeffekt beide Elternteile an den Kosten. Denn es gibt in der Regel keine zusätzliche Unterhaltszahlung für Urlaub, sei es in den Oster-, Sommer-, Herbst- oder Weihnachtsferien.

Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht - wo soll das Kind nach der Trennung leben.

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Welche Auswirkungen hat ein Auslandsaufenthalt auf den Kindesunterhalt?

Der Beginn eines Auslandsaufenthaltes muss der Familienkasse in jedem Fall angezeigt werden. Befindet sich das Kind nicht in einer Ausbildung, besteht auch keine Unterhaltspflicht der Eltern. Beginnt das Kind jedoch nach dem Auslandsjahr eine Ausbildung oder ein Studium, setzt die Unterhaltspflicht wieder ein.

Kann mir der Kindsvater Urlaub mit Kind verbieten?

Wenn das Familiengericht zum Ergebnis kommt, dass es dem Kindeswohl nicht widerspricht, mit einem der Elternteile allein in den Urlaub zu fahren, kann es einen entsprechenden Beschluss erlassen. Andersherum ist jedoch ein ohne Einverständnis eines der Berechtigten angetretener Urlaub nicht im Sinne des Gesetzes.

In welchem Alter kann ein Kind entscheiden, bei welchem Elternteil es leben will?

Mitspracherecht ab dem 12.

Lebensjahres dürfen Kinder nämlich mitentscheiden, ob sie den Umgang mit dem familienfernen Elternteil aufrechterhalten wollen. Kommt es im Streit über das Umgangsrecht zu einer Gerichtsverhandlung, ist das Kind ab dem 14. Lebensjahr selbst Beteiligter in einem solchen Verfahren.

Ist der Vater beim Wechselmodell unterhaltspflichtig?

Ja, auch beim Wechselmodell müssen beide Elternteile Unterhalt zahlen, da beide Naturalunterhalt (Betreuung) leisten und der Bedarf des Kindes anteilig gedeckt werden muss; der besser verdienende Elternteil zahlt in der Regel einen Ausgleich an den anderen, bis die Einkommensverhältnisse der Eltern den Bedarf des Kindes gerecht aufteilen, wobei ein häufiger Irrtum ist, dass gar kein Unterhalt gezahlt werden muss. 

Welche Möglichkeiten gibt es, das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu verlieren?

Die erste Möglichkeit ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht entziehen zu lassen, indem es von der Kindesschutzbehörde angeordnet wird. Damit die Behörde den Entzug rechtswirksam aussprechen darf, muss: das Kindeswohl gefährdet sein sowie kein milderes Mittel in Frage kommen, um dem Problem entgegenzuwirken.

Wann braucht Vater keinen Unterhalt mehr zahlen?

Ein Vater muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind volljährig und selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium), wenn es eigene ausreichende Einkünfte hat, eine Weltreise oder ein FSJ macht statt Ausbildung, wenn der Unterhaltspflichtige nicht leistungsfähig ist (unterhalb des Selbstbehalts liegt) oder wenn das Kind schwere Verfehlungen begeht oder die Vaterschaft angefochten wurde. Bei Minderjährigen entfällt der Unterhalt, wenn das Kind genug eigene Mittel hat oder der Vater nicht zahlen kann.
 

Wie viel Kindesunterhalt bei 3000 € netto?

Bei 3.000 € Nettoeinkommen liegt der Unterhaltsbedarf je nach Alter des Kindes laut Düsseldorfer Tabelle 2025 zwischen ca. 555 € (0-5 Jahre) und 797 € (ab 18) vor Abzug des Kindergeldes; nach Abzug des Kindergeldes (255 €) sind das grob 300 € bis über 500 €, wobei die genaue Höhe vom Alter abhängt und oft der Zahlbetrag (bedarf minus Kindergeld) maßgeblich ist, der sich nach den konkreten Einkommensgruppen und der Kinderzahl richtet.
 

Kann der Unterhalt gekürzt werden, wenn das Kind arbeitet?

Die Unterhaltspflicht beruht dabei darauf, dass das Kind finanziell bedürftig ist. Verfügt das Kind über ein eigenes Einkommen, ist das Einkommen im Regelfall auf den Unterhalt anzurechnen und reduziert seine Bedürftigkeit.

Was reduziert die Unterhaltszahlung?

Unterhalt wird durch berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), eigene Einkünfte der unterhaltsberechtigten Person (bes. bei volljährigen Kindern/Partnern) sowie durch abzugsfähige Verbindlichkeiten (Kredite) und Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gemindert, wobei auch erweiterter Umgang mit dem Kind oder ein Wohnvorteil (mietfreies Eigenheim) eine Rolle spielen können, was das bereinigte Nettoeinkommen senkt. 

Wann muss der Vater weniger Unterhalt bezahlen?

Elternteile, die sich mehr als 29 und weniger als 50 Prozent an der Betreuung beteiligen, sollen finanziell entlastet werden. Derzeit müssen diese Elternteile dem Ministerium zufolge den vollen Unterhalt mit nur sehr geringen Abschlägen zahlen.

Wann fällt die Unterhaltszahlung für die Kinder weg?

Eltern müssen Unterhalt für ihre Kinder zahlen, bis diese eine erste berufliche Ausbildung (Lehre, Studium) abgeschlossen haben, was oft weit über das 18. Lebensjahr hinausgeht, ohne feste Altersgrenze, solange das Kind zielstrebig ist und die Ausbildung den Begabungen entspricht. Bei volljährigen Kindern sind beide Elternteile zur Zahlung verpflichtet (Barunterhalt), und das Kind muss den Anspruch selbst geltend machen. Der Anspruch endet mit der wirtschaftlichen Selbstständigkeit, aber nicht durch bloßen Altersablauf oder Schulabschluss, wenn eine Ausbildung folgt.
 

In welchen Fällen entfällt die Unterhaltspflicht?

Man muss keinen Unterhalt zahlen, wenn man leistungsunfähig ist (Eigenbedarf gedeckt), das Kind selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium und mit eigenem Einkommen), das Kind schwere Verfehlungen begeht, eine Ausbildung abbricht (ohne triftigen Grund), sich „auf Weltreise“ begibt oder eine verfestigte Partnerschaft mit eigenem Einkommen eingeht, sowie bei bestimmten Einkommensgrenzen für den Elternunterhalt (z.B. 100.000 € brutto bei den Sozialhilfeträgern). 

Welches Kind steht beim Unterhalt an erster Stelle?

Wie Sie sehen, stehen die minderjährigen Kinder an erster Stelle. Volljährige Kinder stehen in Ziffer 4 (mit Ausnahme der den Minderjährigen gleichgestellten) recht weit hinten an, gehen aber den Eltern des Unterhaltsschuldners noch vor, die unter Ziffer 6 erfasst sind.

Wann kann ich Unterhalt kürzen?

Grundsätzlich gilt: Unterhaltszahlungen dürfen nicht einfach eingestellt werden, wenn das Einkommen und damit das Geld nicht reicht. Erst wenn man den Unterhalt aus tatsächlichen Gründen (zum Beispiel eine Änderung der Einkommensverhältnisse) nicht mehr zahlen kann, ist man von der Unterhaltspflicht befreit.

Wer gewinnt häufiger das Sorgerecht?

Mütter gewinnen in Deutschland häufiger Sorgerechtsprozesse

Im Jahr 2018 übertrugen deutsche Richter und Richterinnen das Sorgerecht in Scheidungsverfahren in 914 Fällen auf die Mutter, in 251 Fällen auf beide Eltern gemeinsam und nur in 102 Fällen auf den Vater.

Wer hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht, wenn beide das Sorgerecht haben?

Bei geteiltem Sorgerecht haben beide Elternteile das Aufenthaltsbestimmungsrecht gemeinsam, was bedeutet, sie müssen sich bei grundlegenden Entscheidungen über den Wohnort des Kindes einigen. Leben die Kinder primär bei einem Elternteil (betreuender Elternteil), trifft dieser die alltäglichen Entscheidungen, größere Entscheidungen (z. B. Umzug, Internat) erfordern aber weiterhin die Zustimmung beider. Können sich die Eltern nicht einigen, kann das Familiengericht das Aufenthaltsbestimmungsrecht einem Elternteil allein übertragen, um das Kindeswohl zu sichern.
 

Welche Sätze sollte man nie zu seinem Kind sagen?

Man sollte niemals Sätze sagen, die das Kind abwerten ("Du bist so dumm/böse/faul"), seine Gefühle unterdrücken ("Hör auf zu weinen"), es mit anderen vergleichen, seine Fähigkeiten herabsetzen ("Das schaffst du nie"), oder es mit Liebesentzug drohen ("Ich hab dich nicht mehr lieb!"), da dies das Selbstwertgefühl zerstört; stattdessen ist es besser, Gefühle zu validieren und konkrete Verhaltensweisen zu benennen, anstatt die Persönlichkeit des Kindes anzugreifen.
 

Kann Mutter ohne Zustimmung des Vaters verreisen?

Dazu zählt eine Urlaubsreise ins Ausland, unabhängig davon, ob das Kind beim reisenden Elternteil lebt. Das heißt, für die Reise ist die ausdrückliche Zustimmung des anderen Elternteils notwendig. Fehlt diese, kann das einen eigenmächtiger Eingriff in das gemeinsame Sorgerecht darstellen.

Kann der Vater meines Kindes mich am Wegzug hindern?

Die grundlegende Regel für einen Umzug lautet wie folgt: Wenn ein Elternteil eines minderjährigen Kindes in ein anderes Bundesland oder an einen Ort umziehen möchte, an dem die Entfernung die Möglichkeit des anderen Elternteils, das Sorgerecht für das Kind auszuüben, erheblich beeinträchtigen würde, muss dieser Elternteil die Zustimmung des anderen Elternteils oder eines anderen Erziehungsberechtigten einholen.

Was darf ich als Mutter alleine entscheiden?

Welche Entscheidungen darf ein Elternteil beim gemeinsamen Sorgerecht alleine treffen?

  • Entscheidung über das Essen des Kindes, Ernährung, Kleidung.
  • Schlafenszeiten des Kindes.
  • Täglicher Medienkonsum bzw. ...
  • Angelegenheiten des Schulalltags.
  • Teilnahme an Klassenfahrten.
  • Annahme und Umgang mit kleinen Geschenken.