Kann der Vater einfach weniger Unterhalt zahlen?

Gefragt von: Thekla Reich
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Nein, ein Vater darf nicht einfach so weniger Unterhalt zahlen, weil sich sein Einkommen ändert; er muss den Unterhaltstitel gerichtlich ändern lassen oder eine Einigung mit dem Empfänger suchen, sonst drohen Zwangsvollstreckung und rechtliche Konsequenzen. Nur bei dauerhafter, erheblicher Einkommensminderung (z. B. Arbeitslosigkeit, Insolvenz) oder bestimmten Betreuungsfällen (mehr als 50 % der Betreuung) kann eine Herabsetzung durch eine Abänderungsklage beim Familiengericht beantragt werden. Wichtig: Vorab den Empfänger informieren, um außergerichtliche Lösungen zu finden, und unbedingt einen Anwalt für Familienrecht konsultieren, um Fehler zu vermeiden.

Wann kann Vater Unterhalt kürzen?

Ein Vater darf Kindesunterhalt nicht einfach eigenmächtig kürzen, sondern nur unter strengen Voraussetzungen und meist nur nach gerichtlicher Anpassung eines Titels, z.B. wenn sich das Kind für längere Zeit (mehr als ca. 10 Tage/Monat) beim umgangsberechtigten Elternteil aufhält (reduzierter Barunterhalt), das eigene Einkommen unter den Selbstbehalt fällt, das Kind eigene Einkünfte hat oder sich ein sittliches Verschulden des Kindes ergibt (z.B. Sucht). Ohne gerichtliche Abänderung drohen Zwangsvollstreckungen, auch wenn der Unterhaltspflichtige weniger verdient.
 

Kann man Kindesunterhalt reduzieren?

Anrechenbares Nettoeinkommen reduzieren

Je geringer dieses Einkommen ist, desto geringer fällt regelmäßig die Unterhaltslast aus. Um den Unterhalt zu kürzen, müssen Sie monatliche Ausgaben haben, die als unterhaltsrechtlich zu berücksichtigende Ausgaben angerechnet werden und Ihnen dadurch materielle Vorteile bieten.

Wann muss der Vater weniger Unterhalt zahlen?

Der Unterhaltsanspruch bei minderjährigen Kindern entfällt dann, wenn entweder das Kind ausreichend eigene Einkünfte hat, um sich selbst zu versorgen oder wenn der den Unterhalt zahlende Elternteil nicht in der Lage ist, Unterhalt zu zahlen, weil er selbst nicht genügend zum Leben hat.

Was reduziert die Unterhaltszahlung?

Unterhalt wird durch berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), eigene Einkünfte der unterhaltsberechtigten Person (bes. bei volljährigen Kindern/Partnern) sowie durch abzugsfähige Verbindlichkeiten (Kredite) und Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gemindert, wobei auch erweiterter Umgang mit dem Kind oder ein Wohnvorteil (mietfreies Eigenheim) eine Rolle spielen können, was das bereinigte Nettoeinkommen senkt. 

Volljährigenunterhalt - Was ist das? Und worum geht`s? | Andreas Mauritz Rechtsanwälte

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Welche Gründe gibt es, den Unterhalt zu kürzen?

10 Gründe, warum Sie zu viel Unterhalt zahlen könnten

  • 1 Sie sind mehreren Personen unterhaltspflichtig.
  • 2 Der betreuende Elternteil verdient mehr als Sie selbst.
  • 3 Ihr Einkommen hat sich verringert.
  • 4 Ihr unterhaltsberechtigter Partner ignoriert die Arbeitspflicht.
  • 5 Ihr Kind wurde inzwischen volljährig.

Was darf der Vater vom Unterhalt abziehen?

Abzugsfähig sind z.B.: Arbeitskleidung, Arbeitsmittel, Beiträge zu Berufsverbänden, vom Arbeitgeber nicht erstattete Fahrtkosten (0,42 Euro pro gefahrenem Kilometer hin und zurück, bei mehr als 30 Kilometern einfache Strecke 0,28 Euro für die Mehrkilometer), Gewerkschaftsbeiträge.

Wie kann ich meinen Unterhalt herabsetzen lassen?

Um den Unterhalt herabzusetzen, muss meist ein gerichtlicher Antrag auf Abänderung eines bestehenden Unterhaltstitels gestellt werden, da sich Ihre Einkommens- oder Lebensverhältnisse (z.B. Arbeitslosigkeit, Krankheit) wesentlich geändert haben. Spezifische Ausgaben wie berufsbedingte Kosten, Fahrtkosten und Schulden können das unterhaltsrelevante Einkommen reduzieren, um die Last zu senken, aber eine Herabsetzung des Ehegattenunterhalts (Nachehelicher Unterhalt) kann auch nach § 1578b BGB wegen Unbilligkeit (ungerechter Härte) erfolgen, wenn die Ehepartner ihre Karriere für die Familie zurückgestellt haben. 

Wie viel Unterhalt bei 2000 € netto?

Bei 2.000 € Nettoeinkommen hängt der Unterhalt vom Alter des Kindes ab (Düsseldorfer Tabelle), liegt aber oft bei ca. 400-500 € für jüngere Kinder (nach Kindergeldabzug), während für den Ehegattenunterhalt der Selbstbehalt von ca. 1.600 € (bei Erwerbstätigkeit) berücksichtigt wird, sodass dann nur ein Restbetrag (ca. 400 €) gezahlt werden müsste, wenn der Unterhaltspflichtige arbeitet. 

Kann zu wenig gezahlter Kindesunterhalt nachgefordert werden?

Ja, Sie können zu wenig gezahlten Kindesunterhalt nachfordern, aber nur für die letzten 12 Monate rückwirkend, wenn Sie den Unterhaltspflichtigen fristgerecht in Verzug gesetzt haben (z.B. durch Mahnung oder Auskunftsverlangen), andernfalls können Sie den Anspruch verlieren. Wichtig ist ein schriftlicher, nachweisbarer Nachweis und eine zeitnahe Geltendmachung des Anspruchs, idealerweise über das Jugendamt (Beistandschaft) oder einen Anwalt, um den Verzug zu begründen und den Anspruch zu sichern. 

Kann mein Ex-Mann einfach den Unterhalt kürzen?

Grundsätzlich gilt: Unterhaltszahlungen dürfen nicht einfach eingestellt werden, wenn das Einkommen und damit das Geld nicht reicht. Erst wenn man den Unterhalt aus tatsächlichen Gründen (zum Beispiel eine Änderung der Einkommensverhältnisse) nicht mehr zahlen kann, ist man von der Unterhaltspflicht befreit.

Was passiert, wenn ich zu wenig verdiene, um Kindesunterhalt zu zahlen?

Kindesunterhalt – Zahlungsverpflichtung trotz fehlenden Einkommens. Wer zum Kindesunterhalt verpflichtet ist, kann auch dann zur Zahlung verurteilt werden, wenn er nichts verdient. Anmerkung Maes zum Beschluss des OLG Hamm vom 10.04.2018, Az.

Kann man sich auf weniger Kindesunterhalt einigen?

Kommt es zur Trennung von Kindeseltern oder Ehegatten, so bestehen zumeist verschiedene Unterhaltsansprüche. Grundsätzlich muss zur Vereinbarung über solche kein Familiengericht herangezogen werden. Sind sich die Eheleute oder Kindeseltern einig, können Sie sich auch untereinander einigen.

Was kann ich tun, damit ich weniger Unterhalt zahlen muss?

Sie können sich beim Jugendamt beraten lassen, ob und in welcher Höhe für Ihr minderjähriges Kind ein Unterhaltsanspruch besteht. Haben Sie als Eltern eine Einigung über die Regelungen zum Unterhalt erzielt, kann der unterhaltspflichtige Elternteil freiwillig eine vollstreckbare Zahlungsverpflichtung abgeben.

Wann braucht Vater keinen Unterhalt mehr zahlen?

Ein Vater muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind volljährig und selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium), wenn es eigene ausreichende Einkünfte hat, eine Weltreise oder ein FSJ macht statt Ausbildung, wenn der Unterhaltspflichtige nicht leistungsfähig ist (unterhalb des Selbstbehalts liegt) oder wenn das Kind schwere Verfehlungen begeht oder die Vaterschaft angefochten wurde. Bei Minderjährigen entfällt der Unterhalt, wenn das Kind genug eigene Mittel hat oder der Vater nicht zahlen kann.
 

Kann ich gekaufte Sachen vom Unterhalt abziehen?

Kleidungsstücke für das Kind kauft, Freizeitaktivitäten oder Reisen mit dem Kind bezahlt und dann die dafür aufgewendeten Kosten vom monatlich zu entrichtenden Unterhaltsbetrag abziehen will.

Wie viel Geld muss mir übrig bleiben, wenn ich Kindesunterhalt zahlen muss?

Beim Kindesunterhalt haben Sie einen Eigenbehalt von 1.450 Euro, wenn Sie berufstätig sind und die Kinder minderjährig oder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs in der Ausbildung sind, dabei unverheiratet sind und noch im Haushalt der Eltern leben. Sind Sie nicht berufstätig, sind es bei solchen Kindern 1.200 Euro.

Wird meine Miete beim Unterhalt berücksichtigt?

Ja, Miete wird beim Unterhalt berücksichtigt, aber unterschiedlich je nach Situation: Beim Unterhaltspflichtigen ist ein Teil der Miete (Warmmiete bis ca. 520 €) bereits im Selbstbehalt enthalten, während mietfreies Wohnen (z.B. in einer eigenen Immobilie) als Einkommen (Wohnvorteil) hinzugerechnet wird, was den Unterhaltsbedarf erhöht, wenn es günstiger ist als Mieten. Zahlt ein getrennt Lebender weiter Miete für die alte Wohnung, können diese Kosten geltend gemacht werden. 

Wann zahlt Vater weniger Unterhalt?

Elternteile, die sich mehr als 29 und weniger als 50 Prozent an der Betreuung beteiligen, sollen finanziell entlastet werden. Derzeit müssen diese Elternteile dem Ministerium zufolge den vollen Unterhalt mit nur sehr geringen Abschlägen zahlen.

Was kostet eine Abänderungsklage Kindesunterhalt?

Die zu zahlenden Anwalts- und Gerichtsgebühren richten sich bei einer Abänderungsklage nach dem Jahresbetrag der mit der Klage geltend gemachten Unterhaltsdifferenz. Bei einer monatlichen Veränderung von 250,00 € ergibt sich somit ein Streitwert von 3.000,00 €.

Ist es möglich, Unterhalt rückgängig zu machen?

Ja, unter bestimmten Bedingungen ist eine rückwirkende Geltendmachung des Kindesunterhalts möglich. Dies kann in Fällen von Sonderbedarf oder wenn der unterhaltsberechtigte Elternteil an der Geltendmachung gehindert war, geschehen. Es ist jedoch wichtig, zeitnah zu handeln, um den Anspruch nicht zu verwirken.

Was reduziert den Kindesunterhalt?

Kindesunterhalt wird reduziert, wenn das Kind eigenes Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung) hat, der Unterhaltspflichtige hohe berufsbedingte Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel) hat, er sich erheblich an der Betreuung beteiligt (nur bei Minderjährigen), oder wenn das Einkommen des Zahlenden grundsätzlich zu niedrig ist, um den vollen Betrag zu decken (nach Abzug von Selbstbehalt und Einkommensminderungen). Wichtig sind auch Abzüge für berufsbedingte Aufwendungen (Pauschale oder Einzelnachweis) und anrechenbare Schulden.
 

Was muss der Vater außer Unterhalt noch zahlen?

Über den regulären Unterhaltsbedarf hinaus besteht die Möglichkeit Sonderbedarf von dem Unterhaltsschuldner zu verlangen. Dies beinhaltet beispielsweise Zahlungen für Arztrechnungen, allergiebedingte Einrichtung oder Klassenfahrten.

Was mindert Unterhaltszahlungen?

Unterhalt wird durch berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), eigene Einkünfte der unterhaltsberechtigten Person (bes. bei volljährigen Kindern/Partnern) sowie durch abzugsfähige Verbindlichkeiten (Kredite) und Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gemindert, wobei auch erweiterter Umgang mit dem Kind oder ein Wohnvorteil (mietfreies Eigenheim) eine Rolle spielen können, was das bereinigte Nettoeinkommen senkt.