Kann die Krankenkasse mein Einkommen prüfen?

Gefragt von: Lena Hartmann
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Ja, die Krankenkasse darf Ihr Einkommen prüfen, insbesondere bei freiwillig Versicherten oder zur Überprüfung von Zuzahlungsbefreiungen, um Beiträge korrekt zu berechnen; sie kann dafür Nachweise wie Steuerbescheide oder unter bestimmten Umständen auch Kontoauszüge verlangen, um alle beitragspflichtigen Einnahmen (nicht nur das Gehalt) zu ermitteln, da dies gesetzlich so vorgeschrieben ist.

Kann die Krankenkasse beim Finanzamt nachfragen?

Für die Berechnung der Beitragshöhe braucht die gesetzliche Krankenkasse Informationen über die Einkünfte des Vertragspartners. Bei freiwillig Versicherten kann sie diese Auskünfte beim Finanzamt einfordern.

Kann die Krankenkasse sehen, wie viel ich verdiene?

Je nachdem, ob du pflichtversichert oder freiwillig versichert bist, will die gesetzliche Krankenkasse eine ganze Menge mehr von dir wissen. Gerade freiwillig Versicherte müssen praktisch jedes Einkommen offenlegen, das irgendwie auf dem Konto landet.

Welche Einnahmen müssen der Krankenkasse gemeldet werden?

Pflichtmitglieder in der GKV sind insbesondere alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (im Jahr 2025: 73.800 Euro) und über der Geringfügigkeitsgrenze (2025: 556 Euro monatlich) liegt.

Was erfährt die Krankenkasse?

Das Gesetz schreibt die Übermittlung folgender Daten vor: Erbrachte Leistung inklusive (verschlüsselter) Diagnose, Arztnummer, Versichertenstammdaten der elektronischen Gesundheitskarte.

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Kann man sehen, was die Krankenkasse alles bezahlt hat?

Kann ich eine Übersicht über die Leistungen erhalten, die ich in Anspruch genommen habe? Ja, Sie können von uns Übersichten über die von Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und von weiteren Therapeutinnen und Therapeuten abgerechneten Leistungen anfordern.

Was meldet die Krankenkasse dem Finanzamt?

Die Meldung beinhaltet u. a. Angaben zu den Versicherungsdaten, die Steuer-Identifikationsnummer, kurz: Steuer-ID, sowie die vom Versicherten geleisteten und die von der Krankenkasse erstatteten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung innerhalb des entsprechenden Kalenderjahres.

Wie weist man kein Einkommen nach?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Alternativ können Sie den kostenlosen Vordruck „Einkommensbescheinigung “ der Bundesagentur für Arbeit von Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Arbeitgeberin ausfüllen lassen. Manchmal wird als Nachweis eine aktuelle Verdienstbescheinigung verlangt.

Was wird der Krankenkasse gemeldet?

Die Krankenkassen melden die Höhe der durch ihre Mitglieder selbst gezahlten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an das Finanzamt. Die Meldung umfasst vor allem Beitragszahlungen zur freiwilligen Krankenversicherung, als Student oder aus Versorgungsbezügen.

Welche Einnahmen zählen als Einkommen?

Was zählt zu Einkommen und wie wird mein Einkommen angerechnet? Zum Einkommen (§ 11 SGB II) zählen sämtliche Einnahmen in Geld oder Geldwert, die Ihnen oder den Mitgliedern Ihrer Bedarfsgemeinschaft während des Bezugs von Leistungen zufließen.

Sind Finanzamt und Krankenkasse vernetzt?

Unbemerkt vernetzt: Diese Behörden liefern dem Finanzamt Ihre Daten. Arbeitgeber melden Lohnsteuerabzugsdaten elektronisch an das Finanzamt. Die Sozialversicherungsträger (Rentenversicherung, Krankenkassen) übermitteln Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung.

Was weiß meine Krankenkasse über mich?

Die gesetzlichen Krankenkassen erheben und speichern eine große Anzahl an Sozialdaten ihrer Versicherten. Dazu gehören nicht nur Angaben wie der Name und die Anschrift, sondern auch Krankheitsdiagnosen und Abrechnungsbelege aus Heilbehandlungen.

Wer überprüft die Krankenkassen?

Rund 90 Prozent der Bevölkerung ist in ihr versichert. Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) führt die Aufsicht über die bundesunmittelbaren Krankenkassen und berät diese in Fragen rund um Haushalt, Satzung, Vermögen und Versichertenleistungen.

Kann man bei der Krankenkasse meine Akte einsehen?

Versicherte können ihre elektronische Patientenakte (ePA) über eine App der Krankenkasse mit ihrem Smartphone einsehen und verwalten, benötigen dafür aber eine aufwendige Identitätsprüfung; Personen ohne Smartphone oder App-Kenntnisse sind bisher stark eingeschränkt.

Welche Daten kann die Krankenkasse einsehen?

Medizinische Daten zur Behandlung, zum Beispiel Befunde, Diagnosen und Therapiemaßnahmen. Arztbriefe, die im Zuge einer (zahn-)ärztlichen Behandlung erstellt wurden. Elektronischer Medikationsplan und Notfalldatensatz, falls Sie diese bereits auf Ihrer elektronischen Gesundheitskarte nutzen.

Kann die Krankenkasse sehen, welche Medikamente ich nehme?

Die Krankenkassen haben keinen Zugriff auf Daten in der ePA. Sie können also weder auf abgelegte Befundberichte noch auf die Medikationsliste zugreifen. Sie sind allerdings verpflichtet, auf Wunsch der Versicherten Dokumente einzupflegen, zum Beispiel ältere Papierbefunde.

Hat der Arzt gegenüber der Krankenkasse Schweigepflicht?

Grundsätzlich sind sie auch gegenüber Krankenkassen, dem MDK und anderen Behörden zur Verschwiegenheit verpflichtet.