Kann eine KG eine EÜR machen?

Gefragt von: Hartmut Gross
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Steuerlich soll eine EÜR erstellt werden. Bei Kommanditgesellschaften geht das - bei GbR und Einzelunternehmen geht das nicht.

Kann ein Einzelunternehmer die EÜR erstellen?

Kleingewerbetreibende, also gewerbliche Einzelunternehmer oder GbRs, können ebenfalls die EÜR für die Gewinnermittlung nutzen. Allerdings nur bis zu bestimmten Grenzwerten: Liegen der Umsatz unter 800.000 Euro und der Gewinn unter 80.000 Euro im Jahr ist die EÜR möglich. Danach besteht die Pflicht zur Bilanzierung.

Hat eine KG einen Jahresabschluss?

Buchführung und Jahresabschluss

Die Prüfung des Jahresabschlusses ist nicht vorgeschrieben. Die Offenlegung oder Publizität des Jahresabschlusses ist nicht vorgesehen, außer bei Kreditinstituten oder Gesellschaften, die dem Gesetz über die Rechnungslegung von bestimmten Unternehmen und Konzernen unterfallen.

Wer darf eine EÜR machen?

Es gilt der Grundsatz: Sind Unternehmer nicht zur Bilanzierung verpflichtet, dürfen sie eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen. Nach § 4 Abs. 3 EStG sind dazu folgende Unternehmer berechtigt: Gewerbetreibende mit einem jährlichen Umsatz kleiner als 800.000 Euro und jährlichem Gewinn von weniger als 80.000 Euro.

Ist eine KG bilanzierungspflichtig?

Ja, eine Kommanditgesellschaft (KG) ist grundsätzlich bilanzierungspflichtig, da sie als Personenhandelsgesellschaft kraft Gesetzes als Vollkaufmann gilt und somit dem Handelsgesetzbuch (HGB) unterliegt, was die Erstellung einer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung am Jahresende vorschreibt, unabhängig von Größe oder Umsatz, jedoch ohne Veröffentlichungspflicht wie bei Kapitalgesellschaften. 

Gewinne am Jahresende drücken, um Steuern zu sparen? Das sind deine Optionen (EÜR & Bilanz)

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Wer unterzeichnet den Jahresabschluss einer KG?

KG müssen sämtliche Geschäftsführer der Komplementär-GmbH unterschreiben. Bei der Aktiengesellschaft müssen alle (einschließlich der stellvertretenden, § 94 AktG) Vorstandsmitglieder unterzeichnen, die im Zeitpunkt der Feststellung berufen sind.

Wann muss ich als Einzelunternehmer*in eine Bilanz aufstellen?

Man bilanziert, wenn man eine Kapitalgesellschaft ist (z.B. GmbH, UG), da diese immer bilanzpflichtig sind, oder wenn man als Einzelunternehmer oder Personengesellschaft die steuerlichen Grenzen von 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren überschreitet (nach dem Wachstumschancengesetz seit 2024), ansonsten reicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). 

Wann Bilanz und wann EÜR?

Die Umstellung von EÜR auf Bilanz

Sobald ein Unternehmen die Umsatz- oder Gewinngrenzen für die EÜR überschreitet, erhält dieses eine Benachrichtigung vom Finanzamt, dass es ab sofort buchführungspflichtig ist. Ab dem darauffolgenden Geschäftsjahr muss das Unternehmen dann den Jahresabschluss mit Bilanz und GuV machen.

Was kostet eine Einnahmenüberschussrechnung beim Steuerberater?

60.000 € Jahresumsatz zahlen für die Einkommensteuererklärung meist zwischen 155 € und 620 €, je nach Komplexität. – Wird zusätzlich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellt, kommen rund 100 € bis 600 € dazu.

Wann keine EÜR?

Muss ich das amtliche Formular EÜR zur Gewinnermittlung benutzen? Das amtliche Formular zur Einnahmen-Überschussrechnung mit der Bezeichnung "EÜR" müssen inzwischen alle ausfüllen. Die bisherige Regelung, nach der bei Betriebseinnahmen unter 22.000 EUR eine formlose Einnahmenüberschussrechnung reichte, gilt nicht mehr.

Was ist der Vorteil einer KG?

Die Vorteile einer Kommanditgesellschaft (KG) sind die flexible Kapitalbeschaffung durch Kommanditisten, die Trennung von Haftung und Geschäftsführung, die geringe Gründungsinvestition (kein Mindestkapital), die hohe Kreditwürdigkeit durch die Haftung des Komplementärs, sowie steuerliche Vorteile wie der Gewerbesteuerfreibetrag und die Durchgriffsbesteuerung. Die KG kombiniert die Vorteile einer Personengesellschaft (Flexibilität, Steuern) mit der beschränkten Haftung für die Kommanditisten. 

Ist Bilanzsumme Gewinn oder Umsatz?

Ist Bilanzsumme gleich Gewinn? Nein, die Bilanzsumme ist nicht gleich Gewinn. Die Bilanzsumme gibt den Gesamtwert der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt an, während der Gewinn den Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben in einem bestimmten Zeitraum darstellt.

Was passiert mit dem Gewinn einer KG?

Nach deutschem Handelsrecht müssen die Gesellschafter einer KG in der Regel ihren Gewinn anteilig nach ihrer Einlage oder in einer anderen, vertraglich festgelegten Weise verteilen. Wenn im Vertrag keine spezielle Regelung getroffen wurde, erfolgt die Gewinnverteilung nach dem Anteil der Einlagen der Gesellschafter.

Kann ich meine EÜR selber machen?

Das Finanzamt erkennt die Gewinnermittlung nach EÜR an, wenn es keine Buchführungspflicht für den Steuerpflichtigen gibt. Die EÜR können Selbstständige selbst erstellen oder diese Aufgabe von einer Steuerkanzlei erledigen lassen.

Was ist besser, Bilanz oder Einnahmenüberschussrechnung?

Details: EÜR ist einfacher und leichter zu verwalten, aber Bilanz bietet einen umfassenderen Überblick über die finanzielle Situation Ihres Unternehmens. Überlegen Sie, was den Bedürfnissen Ihres Unternehmens besser entspricht, sowohl heute als auch in Zukunft.

Was passiert, wenn man keine EÜR abgibt?

Gibt der Steuerpflichtige keine Steuererklärung und keine Einnahmen-Überschussrechnung ab, wird die Anlage EÜR zusammen mit den fehlenden Unterlagen angefordert. Als letztes Mittel droht ein Zwangsgeld, dessen Höhe im Ermessen des Finanzamts liegt, aber mindestens 100 € beträgt.

Was gilt als Überschusseinkommen?

Das Nettoeinkommen ist der Betrag, der nach Abzug der üblichen Ausgaben einer Person von ihrem jährlichen Nettoeinkommen verbleibt . Die üblichen Ausgaben hängen stark von den individuellen Lebensumständen ab; „üblich“ bedeutet, was für eine bestimmte Person üblich und gewohnheitsmäßig ist.

Was kostet ein Steuerberater im Monat für Selbstständige?

Sie betragen durchschnittlich zwischen 500 und 1000 Euro. Bei sehr niedrigeren oder sehr hohen Einkommen verändern sich diese Angaben. Da Selbstständige häufig kein regelmäßiges Einkommen haben, fällt es schwer, die Kosten für Steuerberater:innen einzuschätzen.

Sind Jahresüberschuss und Gewinn das Gleiche?

Ja, der Jahresüberschuss ist der Gewinn eines Unternehmens nach Steuern für ein Geschäftsjahr, der nach Abzug aller Aufwendungen von den Erträgen übrig bleibt; er ist das Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Während "Gewinn" ein allgemeinerer Begriff ist, wird der Jahresüberschuss spezifisch für Kapitalgesellschaften verwendet (bei Personengesellschaften spricht man vom Gewinn der Gesellschafter) und ist die Basis für den späteren Bilanzgewinn, der durch Rücklagen und Vorträge modifiziert wird. Ein negatives Ergebnis wird als Jahresfehlbetrag bezeichnet.
 

Wann wird ich vom Finanzamt zur Bilanzierung aufgefordert?

Wer als Gewerbetreibender seinen Gewinn im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt und die Umsatz- bzw. Gewinngrenze von 800.000 Euro bzw. 80.000 Euro überschreitet, wird vom Finanzamt aufgefordert, eine Bilanz zu erstellen.

Was gehört nicht in die EÜR?

Die EÜR erfasst nur Einnahmen und Ausgaben des Betriebs. Bei der EÜR gibt es lediglich bei den Anschaffungskosten für langlebige Wirtschaftsgüter eine Ausnahme, dabei werden die Kosten auf den gesamten Zeitraum der Nutzung geltend gemacht.

Ab welchem Umsatz muss man bilanzieren?

Man muss bilanzieren, wenn man Gewerbetreibender ist und der Jahresumsatz über 800.000 € oder der Gewinn über 80.000 € liegt (Grenzwerte seit 2024). Freiberufler dürfen grundsätzlich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) nutzen, während bestimmte Rechtsformen wie Kapitalgesellschaften (GmbH) immer bilanzieren müssen. Auch als e.K. (eingetragener Kaufmann) besteht eine generelle Bilanzierungspflicht unabhängig von Umsatz und Gewinn. 

Ist es möglich, die Bilanz meines Unternehmens selbst zu erstellen?

Ja, Sie dürfen Ihre Bilanz grundsätzlich selbst erstellen, da es keine gesetzliche Pflicht gibt, einen Steuerberater zu beauftragen, aber es erfordert fundierte Kenntnisse in Buchführung und Bilanzierung. Die Erstellung wird oft durch Buchhaltungssoftware erleichtert und ist besonders für Einzelunternehmer und Freiberufler mit überschaubarem Aufwand machbar; bei komplexeren Fällen oder Unsicherheiten ist ein Steuerberater jedoch empfehlenswert, um Fehler zu vermeiden und Zeit zu sparen.