Kann ich BAföG bekommen, wenn meine Eltern geschieden sind?

Gefragt von: Frau Prof. Evelyne Kessler MBA.
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Ja, du kannst BAföG bekommen, wenn deine Eltern geschieden sind; der Anspruch hängt vom Einkommen beider Elternteile ab, wobei deren Einkommen getrennt voneinander berechnet wird und bei der Berechnung Freibeträge für Geschwister abgezogen werden, auch wenn du Unterhalt von einem Elternteil erhältst, was deinen BAföG-Satz nicht mindert. Der Anspruch besteht, wenn das relevante Einkommen der Eltern (nach Abzug der Freibeträge) unter bestimmten Grenzen liegt.

Ist BAföG möglich, wenn die Eltern geschieden sind?

Grundsätzlich ist eine teilweise BAföG-Förderung möglich, wenn das relevante Einkommen der Eltern unter 40.000 € jährlich liegt. Eine volle Förderung wird ab 25.000 € realistisch – abhängig von individuellen Freibeträgen. Bei geschiedenen Eltern werden beide Einkommen berücksichtigt, sofern Unterhaltspflicht besteht.

Wer zahlt Studiengebühren bei geschiedenen Eltern?

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Studierenden und eventuelle Studiengebühren sind im Regelsatz nicht enthalten. Sie müssen von den Eltern zusätzlich gezahlt werden. Voneinander getrennt lebende Eltern müssen den Regelsatz anteilig zahlen, und zwar im Verhältnis zu ihrem jeweiligen Einkommen.

Wie wird BAföG bei getrennten Eltern berechnet?

- Erfolgt die Einkommensanrechnung für beide Eltern getrennt und haben sie weitere gemeinsame Kinder, so wird bei jedem Elternteil der Freibetrag für die Kinder nur je zur Hälfte berücksichtigt. Habt ihr dagegen Halbgeschwister, so wird der Freibetrag für diese beim jeweiligen Elternteil in voller Höhe abgezogen.

Wann verliert man den Anspruch auf BAföG?

Man bekommt kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder eigenes Einkommen zu hoch ist, man die Altersgrenze (in der Regel 45 bei Studienbeginn) überschreitet (es gibt Ausnahmen), zu viel Vermögen besitzt, in Teilzeit studiert, die Förderungshöchstdauer überschritten ist oder man bereits einen vollen Studienabschluss hat, sowie bei bestimmten Aufenthaltsstatus. Auch ein Studiengangwechsel nach der Zwischenprüfung kann zu Problemen führen, wenn keine ausreichenden Leistungen nachgewiesen werden. 

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Wann besteht kein Anspruch auf BAföG?

Man bekommt kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder eigenes Einkommen zu hoch ist, man die Altersgrenze (in der Regel 45 bei Studienbeginn) überschreitet (es gibt Ausnahmen), zu viel Vermögen besitzt, in Teilzeit studiert, die Förderungshöchstdauer überschritten ist oder man bereits einen vollen Studienabschluss hat, sowie bei bestimmten Aufenthaltsstatus. Auch ein Studiengangwechsel nach der Zwischenprüfung kann zu Problemen führen, wenn keine ausreichenden Leistungen nachgewiesen werden. 

Kann ich BAföG trotz Unterhalt erhalten?

BAföG zählt unterhaltsrechtlich als Einkommen und reduziert den Anspruch von Kindern und Ex-Ehepartnern auf Unterhalt. Dies gilt auch, soweit BAföG als Darlehen gewährt wird. Besteht die Aussicht, BAföG zu erhalten, sind Studenten zur Entlastung der Eltern oder des Ex-Partners verpflichtet, BAföG zu beantragen.

Was müssen geschiedene Eltern zahlen?

Die Düsseldorfer Tabelle zeigt Dir, wie viel Unterhalt Eltern nach einer Trennung oder Scheidung für die Kinder zahlen müssen. Seit 1. Januar 2025 muss der Elternteil, bei dem das Kind nicht wohnt, mindestens 482 Euro im Monat zahlen, wenn es unter sechs Jahre alt ist (2026: 486 Euro). Für ältere Kinder mehr.

Wie viel Geld müssen die Eltern verdienen, damit man BAföG bekommt?

Was dürfen Deine Eltern verdienen, damit Du Bafög bekommst? Sind Deine Eltern verheiratet, dürfen sie nach der Finanztip-Berechnung etwa 41.500 Euro brutto im Jahr verdienen, damit Du den Bafög-Höchstsatz bekommen kannst. Liegt das Einkommen Deiner Eltern über dieser Grenze, kannst Du noch Bafög bekommen, aber weniger.

Wann sind Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig BAföG?

Eine elternunabhängige Förderung, also eine solche, bei der das elterliche Einkommen nicht berücksichtigt wird, erfolgt, wenn der Aufenthaltsort der Eltern nicht bekannt ist oder sie im Ausland leben und dort rechtlich oder tatsächlich gehindert sind, Unterhalt im Inland zu leisten.

Wann sind Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig?

Unterhalt für den anderen Elternteil

Wenn ein Elternteil von der Familie getrennt lebt, kann zusätzlich ein weiterer Unterhaltsanspruch entstehen. Unterhaltsansprüche untereinander von betreuenden Eltern bestehen in der Regel drei Jahre nach Geburt des Kindes und längstens bis zum Erreichen des 12. Lebensjahres.

Wie lange müssen Eltern ihre Kinder im Studium finanziell unterstützen?

Eltern müssen in Deutschland grundsätzlich Unterhalt für ihre Kinder zahlen, bis diese das erste berufsqualifizierende Studium abgeschlossen haben, was oft dem Bachelor- oder Masterabschluss entspricht; eine feste Altersgrenze gibt es nicht, aber die Zahlungspflicht endet, wenn das Studium über die Regelstudienzeit hinaus unverhältnismäßig verlängert wird oder das Kind die sogenannte Ausbildungsobliegenheit verletzt, also nicht zügig und zielstrebig studiert. Auch ein Zweitstudium kann unter bestimmten Umständen (inhaltlicher Zusammenhang, zeitnaher Beginn) unterhaltspflichtig sein, ein Erststudium nach einer abgeschlossenen Lehre wird ebenfalls oft finanziert.
 

Wer zahlt Unterhalt bei geschiedenen Eltern?

Grundsätzlich ist derjenige Elternteil für die Zahlung der Alimente zuständig, der nicht im gemeinsamen Haushalt lebt. Er muss den Geldbetrag an das betreuende Elternteil zahlen, der das minderjährige Kind im Haushalt betreut.

In welchen Fällen wird BAföG abgelehnt?

Man bekommt kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder eigenes Einkommen zu hoch ist, man die Altersgrenze (in der Regel 45 bei Studienbeginn) überschreitet (es gibt Ausnahmen), zu viel Vermögen besitzt, in Teilzeit studiert, die Förderungshöchstdauer überschritten ist oder man bereits einen vollen Studienabschluss hat, sowie bei bestimmten Aufenthaltsstatus. Auch ein Studiengangwechsel nach der Zwischenprüfung kann zu Problemen führen, wenn keine ausreichenden Leistungen nachgewiesen werden. 

Wann kriegt man kein BAföG für Eltern?

Einkommensgrenzen der Eltern und Studierenden im Überblick

Verheiratete Elternpaare dürfen bis zu 2.540 Euro im Monat verdienen, damit der volle BAföG-Anspruch bestehen bleibt. Bei Alleinstehenden sind es 1.690 Euro, bei Stiefeltern 850 Euro. Auch Kapitalerträge sind darin eingeschlossen.

Wie ist die Regelung bei getrennt lebenden Eltern?

Getrennt erziehend sind Sie, wenn Sie als Eltern getrennt voneinander leben und sich die Betreuung Ihres Kindes aufteilen. In diesem Fall ist entscheidend, dass Sie beide eine häusliche Gemeinschaft mit dem Kind haben. Dazu muss das Kind mindestens ein Drittel der Zeit bei beiden Eltern wohnen.

Wie hoch darf das Einkommen der Eltern sein, um Studienbeihilfe zu bekommen?

Die zusätzlichen Einkünfte dürfen die Grenze von 16.455 Euro im Jahr nicht überschreiten, da man sonst den Anspruch auf Studienbeihilfe verliert. Diese Grenze erhöht sich pro Kind, für welches Unterhalt geleistet wird, um jeweils 2.988 Euro jährlich. Die Zuverdienstgrenze wurde im Oktober 2020 rückwirkend bis 01.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um BAföG zu bekommen?

Bafög kann beantragt werden, wenn du:

  • ein duales Studium absolvierst.
  • in deiner ersten schulischen Ausbildung bist.
  • bei Beginn der Ausbildung jünger als 30 Jahre bist.
  • Nach der 10. Klasse weiterhin auf eine gemeinbildende Schule gehst, wie Fachschule, Berufsfachschule, Hochschulen und Akademien. Weiterbildung nachgehst.

Wird das Vermögen der Eltern beim BAföG angerechnet?

Nein, das Vermögen der Eltern wird grundsätzlich nicht direkt auf das BAföG angerechnet, aber die Einkünfte, die sie aus ihrem Vermögen erzielen (Zinsen, Mieten etc.), zählen zum elterlichen Einkommen, das die Förderungshöhe beeinflusst. Das eigene Vermögen des Studierenden (Geld, Aktien) wird hingegen sehr wohl angerechnet, allerdings gibt es hohe Freibeträge (z.B. 45.000 € für über 30-Jährige), und nur der Betrag über dem Freibetrag wird auf den monatlichen Bedarf verteilt.
 

Wer zahlt den Führerschein, wenn die Eltern geschieden sind?

Für gewöhnlich bezahlen Eltern ihren Kindern den Führerschein, wenn sie das können. Teilhabe an Mobilität und Lebenserfahrung sollten den "Lappen" wert sein. Spart das minderjährige Kind den Unterhalt an, sind die Zahlen der Düsseldorfer Tabelle maßgeblich für die Unterhaltshöhe.

Wie hoch ist der maximale Elternunterhalt?

Die Grenze für den Elternunterhalt liegt seit 2020 bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von über 100.000 Euro pro Kind; wer darunter liegt, muss grundsätzlich nicht zahlen, aber es gibt Ausnahmen und eine zweistufige Prüfung, die auch Vermögen und individuelle Umstände berücksichtigt, wobei das Sozialamt die Prüfung übernimmt und das Einkommen des Schwiegerkindes indirekt einfließt. 

Wer bekommt das Kindergeld bei geschiedenen Eltern?

Kindergeld wird für ein Kind immer nur einem Elternteil gezahlt. Wenn die Eltern getrennt leben, dann bekommt das Elternteil das Kindergeld, bei dem das Kind die meiste Zeit lebt. Wenn der andere Elternteil Unterhalt zahlen muss, dann verringert sich der Unterhalt um die Hälfte des Kindergeldes.

Wie wird BAföG bei getrennt lebenden Eltern berechnet?

Auch wenn deine Eltern geschieden sind, kannst du grundsätzlich BAföG im Studium bekommen. Der Unterschied zu verheirateten Paaren besteht lediglich darin, dass die Einkommen der beiden Elternteile getrennt voneinander berechnet werden. Die Freibeträge gelten ebenfalls pro Person.

Was hat Vorrang, BAföG oder Unterhalt?

Ob ein Antrag auf BAföG-Leistungen zweckmäßig ist oder aller Wahrscheinlichkeit nach vom BAföG-Amt bewilligt wird, ändert daran nichts. Soweit das Kind verpflichtet ist, BAföG zu beantragen, kann man davon sprechen, dass BAföG gegenüber dem Unterhalt vorrangig ist.

Welches Einkommen zählt für das BAföG?

Beim BAföG zählt zu deinem Einkommen fast alles, was du an Geld einnimmst, wie Löhne aus Jobs, Gewinne aus Selbstständigkeit, Kapitalerträge oder Waisenrenten, abzüglich Freibeträgen und Werbungskosten. Kindergeld wird nicht angerechnet, aber Einkommen der Eltern zählt für deren Freibeträge, wobei deren Einkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr maßgeblich ist.