Kann ich BAföG bekommen, wenn meine Eltern getrennt sind, aber verheiratet sind?

Gefragt von: Viktor Seifert-Zander
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Ja, du kannst BAföG bekommen, auch wenn deine getrennt lebenden Eltern verheiratet sind, denn der Anspruch hängt vom Einkommen der Eltern ab, nicht von ihrem Beziehungsstatus; ob sie verheiratet oder getrennt leben, beeinflusst lediglich, wie ihre Einkommen und Freibeträge berechnet werden, wobei verheiratete Eltern ein höheres gemeinsames Freibetragseinkommen haben (ca. 2.540 € netto/Monat), während bei Getrennten das Einkommen getrennt betrachtet wird, aber jeder Elternteil seinen eigenen Freibetrag bekommt, um den BAföG-Anspruch zu ermitteln.

Wie wird BAföG bei getrennt lebenden Eltern berechnet?

Auch wenn deine Eltern geschieden sind, kannst du grundsätzlich BAföG im Studium bekommen. Der Unterschied zu verheirateten Paaren besteht lediglich darin, dass die Einkommen der beiden Elternteile getrennt voneinander berechnet werden. Die Freibeträge gelten ebenfalls pro Person.

Ist BAföG elternunabhängig, wenn man verheiratet ist?

Anspruch auf Elternunabhängiges BAföG, wenn ich verheiratet bin? Natürlich kannst Du Elternunabhängiges BAföG bekommen, wenn Du verheiratet bist.

In welchen Fällen wird BAföG abgelehnt?

Man bekommt kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder eigenes Einkommen zu hoch ist, man die Altersgrenze (meist 45 Jahre, mit Ausnahmen) überschreit, die Regelstudienzeit stark überschreitet, bereits einen ersten Hochschulabschluss hat (z.B. Master nach Bachelor), Teilzeit studiert, bestimmte Vermögensgrenzen überschreitet oder die nötigen Leistungsnachweise nicht erbringt. Auch bei Nichtbestehen der Zwischenprüfung ohne anerkannte Gründe kann die Förderung entfallen. 

Wann kriegt man kein BAföG für Eltern?

Einkommensgrenzen der Eltern und Studierenden im Überblick

Verheiratete Elternpaare dürfen bis zu 2.540 Euro im Monat verdienen, damit der volle BAföG-Anspruch bestehen bleibt. Bei Alleinstehenden sind es 1.690 Euro, bei Stiefeltern 850 Euro. Auch Kapitalerträge sind darin eingeschlossen.

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Wann entfällt der Anspruch auf BAföG?

Wann genau endet der BAföG-Anspruch? Normalerweise endet der Anspruch auf BAföG mit dem Ablauf der Regelstudienzeit (+Flexi-Semester). Wenn du das Studium bereits vorher beendest, endet der Anspruch mit der Mitteilung der Hochschule über das Bestehen des Studiengangs.

Wer kann kein BAföG erhalten?

Außerdem gilt: Asylbewerberinnen und Asylbewerber, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, können kein BAföG erhalten. Bei ihnen ist noch nicht ausreichend geklärt, ob sie in Deutschland bleiben können. Für Studierende beträgt der monatliche BAföG-Höchstsatz ab dem Wintersemester 2023/2024 992 Euro.

Welches Einkommen meiner Eltern wird beim BAföG angerechnet?

Beim BAföG wird das Brutto-Jahreseinkommen der Eltern aus dem vorletzten Kalenderjahr (z.B. 2023 für den Bewilligungszeitraum ab 2025) herangezogen, inklusive Lohn, Kapitalerträgen etc., wovon hohe Freibeträge für Ehepartner und Geschwister abgezogen werden, und der verbleibende Betrag mindert dann den Förderungsanspruch, wobei bei niedrigerem aktuellen Einkommen ein Aktualisierungsantrag gestellt werden kann, um die Förderung zu sichern. 

Wann bekommt ein Student kein BAföG mehr?

Studenten bekommen kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder das eigene Einkommen zu hoch ist, sie die Regelstudienzeit oder die Altersgrenze (i.d.R. 45 Jahre) überschreiten, zu viele Leistungsnachweise fehlen, ein Zweitstudium begonnen wird oder die Ausbildung nicht förderungswürdig ist (z.B. duales Studium, Fernstudium, Pflichtpraktika), aber es gibt auch Ausnahmen. 

Wie wirkt sich Heirat auf BAföG aus?

Wie viel Vermögen darf ich beim BAföG haben? Wer unverheiratet und kinderlos ist, dem werden seit Wintersemester 2022/2023 15.000 Euro Freibetrag gewährt (bei einem Alter unter 30, 45.000€ ab einem Alter ab 30). Bist du verheiratet, kommen für deine/n Ehegatten/in bzw. Lebenspartner/in 2.300 Euro Freibetrag hinzu.

Wann sind Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig BAföG?

Eltern sind nicht mehr unterhaltspflichtig und man kann elternunabhängiges BAföG erhalten, wenn man über 30 ist oder vor dem Studium mindestens 5 Jahre erwerbstätig war (oder eine 3-jährige Ausbildung + 3 Jahre Arbeit). Auch wenn der Aufenthalt der Eltern unbekannt ist oder sie im Ausland leben und keinen Unterhalt zahlen können, entfällt die Unterhaltspflicht. Die Unterhaltspflicht endet normalerweise, wenn die erste berufsqualifizierende Ausbildung abgeschlossen ist, aber für BAföG gelten spezifische Kriterien für die Unabhängigkeit. 

Sind 26/30 BAföG?

Die Zahlen 26 und 30 beim BAföG beziehen sich meist auf die Paragraphen § 26 BAföG (Vermögensanrechnung) und die Freibeträge nach § 30 BAföG (z.B. elternunabhängiges BAföG) und Altersgrenzen, wobei das Vermögen des Auszubildenden selbst sowie das Einkommen der Eltern (Freibeträge) über die Förderung entscheiden; bis 29 Jahre gilt ein Vermögensfreibetrag von 15.000 €, ab 30 Jahren steigt dieser auf 45.000 €. Die 26. BAföG-Novelle ist eine wichtige Gesetzesreform, die die Förderung verbessern soll. 

Wer zahlt das Studium bei getrennt lebenden Eltern?

Voneinander getrennt lebende Eltern müssen den Regelsatz anteilig zahlen, und zwar im Verhältnis zu ihrem jeweiligen Einkommen. Einkünfte der Studierenden (beispielsweise aus regelmäßiger Erwerbstätigkeit), ein Erbe oder erspartes Geld der Studierenden können die Unterhaltspflicht der Eltern mindern.

Kann ich BAföG beantragen, wenn meine Eltern im Ausland leben?

Lebensjahres aufgenommen wird. Anspruch auf elternunabhängiges BAföG besteht auch, wenn der Aufenthaltsort der Eltern nicht bekannt ist. Auch wenn die Eltern im Ausland leben und daran gehindert sind, Unterhalt im Inland zu leisten, hat man Anspruch auf elternunabhängige Förderung.

Woher weiß das BAföG-Amt, wie viel ich verdiene?

Das BAföG-Amt führt regelmäßig den sog. Datenabgleich durch. Dabei werden solche Kapitaleinkünfte, von denen keine Steuern abgezogen werden (Sparerfreibetrag) vom Bundeszentralamt für Steuern an das BAföG-Amt übermittelt. Das passiert automatisch immer, wenn Ausbildungsförderung bewilligt wird.

Kann ich BAföG bekommen, wenn meine Eltern getrennt leben?

Durch eine Anhebung der Freibeträge beim Einkommen der Eltern um 5,25 Prozent auf 2.540 Euro (beziehungsweise jeweils 1.650 Euro für dauernd getrennt lebende Eltern) erweitert sich der Kreis der BAföG-Berechtigten. Weitere Infos dazu hier.

Wann bekommt man kein BAföG für Eltern?

Man bekommt weniger oder gar kein BAföG mehr von den Eltern, wenn deren Einkommen (nach Freibeträgen) hoch genug ist, um den eigenen Bedarf zu decken, oder wenn man die Voraussetzungen für elternunabhängiges BAföG erfüllt (z.B. über 30, 5 Jahre erwerbstätig vorher, Vollwaise), wobei letzteres unabhängig von den Eltern fördert. Entscheidend ist die Einkommensgrenze der Eltern, die sich nach dem Einkommen des vorletzten Jahres richtet und Freibeträge (für Ehepartner, Kinder) berücksichtigt. 

Wie viel dürfen meine Eltern verdienen für Auslandsbafög?

Die Freibeträge für das Einkommen der Eltern sind in §25 BAföG geregelt. Verheiratete, bzw. zusammenlebende Eltern haben einen Freibetrag in Höhe von 2.540EUR, für jedes weitere Kind werden weitere 850 EUR gewährt.

Wann wird das BAföG abgelehnt?

BAföG wird abgelehnt, wenn das Einkommen der Eltern/des Ehepartners/des Antragstellers zu hoch ist, eigenes Vermögen die Grenze überschreitet, man zu alt ist (meist über 45 bei Beginn), in Teilzeit studiert, die Regelstudienzeit überschreitet (nach dem 4. Semester), es sich um ein Zweitstudium handelt oder wichtige Unterlagen fehlen/Fehler enthalten sind, wie zu alte Kontoauszüge oder falsche Angaben. Auch Fehler im Antrag oder das Nichterfüllen von Zulassungsvoraussetzungen können zur Ablehnung führen.
 

Wie viel dürfen Eltern verdienen, um BAföG zu bekommen?

Um BAföG zu bekommen, gibt es keine starre Einkommensgrenze für Eltern, aber es gelten Freibeträge: Verheiratete Eltern haben aktuell einen Freibetrag von 2.540 € monatlich (Stand WS 2025/26), Alleinerziehende 1.690 € und für jedes weitere Kind oder Unterhaltsberechtigte gibt es zusätzliche Freibeträge (ca. 770 €). Vom gesamten Elterneinkommen (aus dem vorletzten Kalenderjahr) werden diese Freibeträge und weitere Pauschalen abgezogen, sodass sich der förderfähige Restbetrag ergibt, der den BAföG-Satz mindert. Je höher das Elterneinkommen, desto geringer der BAföG-Betrag oder die Förderung entfällt ganz, wobei auch das eigene Einkommen der Studierenden eine Rolle spielt. 

Wann steht einem kein BAföG zu?

Ihr Einkommen für zwölf Monate (zwei Semester) darf 6.672 € nicht übersteigen. Bis zum Alter von 29 Jahren darf ihr Vermögen 15.000 € nicht übersteigen. Ab 30 Jahren darf es nicht größer sein als 45.000 € (= Vermögensfreibetrag).

Kann ich BAföG bekommen, wenn ich bei meinen Eltern wohne?

Ja, man kann BAföG bekommen, wenn man bei den Eltern wohnt, aber der Bedarfssatz ist niedriger, da die Wohnpauschale entfällt. Die Förderung hängt vom Einkommen der Eltern ab und ist für Studierende und Schüler unterschiedlich geregelt (z.B. Schüler nur ab der 10. Klasse, wenn Auszug nicht möglich ist). Man muss prüfen, ob man die Voraussetzungen für elternunabhängiges BAföG erfüllt, was die Einkommensprüfung der Eltern umgeht. 

Wird beim BAföG das Vermögen der Eltern angerechnet?

eingetragenen Lebenspartners oder der Eltern der Auszubildenden werden nicht auf den Bedarf angerechnet, wohl aber das Einkommen, das diese Personen aus ihrem Vermögen erzielen.

Kann ich BAföG erhalten, wenn ich keinen Kontakt zu meinen Eltern habe?

Wenn Sie keinen Kontakt zu Ihren Eltern haben und diese die BAföG-Unterlagen (Formblatt 3) nicht ausfüllen oder keinen Unterhalt zahlen, können Sie einen Antrag auf Vorausleistung stellen (Formblatt 8). Das BAföG-Amt zahlt dann das Geld vor, fordert die Eltern zur Kooperation auf oder klagt selbst auf Unterhalt, wodurch Ihr Problem gelöst wird, auch wenn Sie elternabhängig gefördert werden müssten. Alternativ prüfen Sie, ob Sie die Kriterien für elternunabhängiges BAföG erfüllen, z.B. durch lange Erwerbstätigkeit oder das Alter (über 30).