Kann ich ein geerbtes Grundstück sofort verkaufen?

Gefragt von: Heidemarie Bayer
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Ja, Sie können ein geerbtes Grundstück grundsätzlich sofort verkaufen, müssen aber Ihre Eigentümerstellung nachweisen (z. B. mit Erbschein/Testament) und sich mit Miterben einigen, falls vorhanden; wichtig ist auch, die Spekulationsfrist (10 Jahre seit Erwerb durch Erblasser) zu prüfen, um Spekulationssteuer zu vermeiden, und eventuelle Belastungen im Grundbuch klären.

Wann darf man ein geerbtes Grundstück verkaufen?

Wenn Sie ein geerbtes Grundstück verkaufen möchten, dann ist es auch wichtig, wie lange sich das Grundstück bereits im Besitz des Erblassers befand. Das Grundstück muss insgesamt min. 10 Jahre lang im Besitz des Erblassers und Ihrem Besitz gewesen sein – dann können Sie das Grundstück ohne Spekulationssteuer verkaufen.

Kann eine geerbte Immobilie sofort verkauft werden?

Theoretisch steht dem sofortigen Verkauf der Immobilie nichts mehr im Wege, sobald diese Eintragung erfolgt ist. Es ist jedoch ratsam, sich auch mit weiteren rechtlichen Aspekten, wie etwa der Klärung eventueller bestehender Hypotheken oder anderer Belastungen im Grundbuch, auseinanderzusetzen.

Wie schnell darf man ein Grundstück wieder verkaufen?

Für den Verkauf von Immobilien und Grundstücken hat der Staat eine Spekulationsfrist festgelegt: Wenn Sie innerhalb von zehn Jahren ein Objekt kaufen und wieder verkaufen, müssen Sie auf den dabei erzielten Gewinn Spekulationssteuer zahlen. Sie entfällt jedoch, wenn Sie in der Immobilie gewohnt haben oder noch wohnen.

Wann gilt eine Erbschaft nicht als Eigentümerwechsel?

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Handelt es sich um eine Wohnung oder ein Ein- oder Zweifamilienhaus, in dem der oder die Erben schon vor dem 1. Februar 2002 selbst gewohnt haben, gilt die Erbschaft nicht als Eigentümerwechsel. Die Sanierungspflicht entfällt dann. Bei Mehrfamilienhäusern gilt diese Ausnahme nicht.

Geerbtes Grundstück verkaufen: Das sollten Sie beachten!

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Wie lange dauert ein Grundbucheintrag nach der Erbschaft?

Die Änderung eines Grundbucheintrags wird von einem Notar vorgenommen und kann bis zu mehreren Wochen dauern. Liegen dem Notar bereits alle für die Änderung benötigten und beglaubigten Urkunden oder Dokumente vor, können diese zeitnah auf Echtheit überprüft werden.

Wann endet das Gewohnheitsrecht?

Ein Gewohnheitsrecht entfällt, wenn entgegenstehendes Recht in Kraft tritt. Das ist beispielsweise beim Wegerecht der Fall. Bei diesem können sich Grundstückseigentümer heute nicht mehr auf ein Gewohnheitsrecht berufen. Das bekräftigte der Bundesgerichtshof im Januar 2020 mit einem Urteil (Az.: V ZR 155/18).

Wann fällt bei Erbe Spekulationssteuer an?

Liegen zwischen Erwerb der geerbten Immobilie und dem Verkauf weniger als zehn Jahre (ab dem ursprünglichen Kaufdatum des Erblassers), fällt unter Umständen Spekulationssteuer auf den Gewinn an. Hinzu kommt oft die Erbschaftsteuer, wenn die geerbte Immobilie nicht als Familienheim genutzt wird/wurde.

Was muss ich beachten, wenn ich ein Grundstück verkaufen möchte?

Verkaufen Sie das Grundstück privat, müssen Sie die Immobilienbewertung und -vermarktung zahlen. Darüber hinaus kann es sein, dass Sie die Löschung einer Grundschuld oder eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen müssen, wenn Sie ein Grundstück verkaufen. Welche Kosten genau anfallen, ist individuell unterschiedlich.

Wie hoch ist die Spekulationssteuer für ein Grundstück?

Wie hoch die Spekulationssteuer ist, hängt deshalb nicht nur von der erzielten Kaufsumme, sondern auch von deiner Steuerklasse und deinem anderen Einkommen ab. Je nach deiner Steuerklasse und deinem Jahresgehalt liegt der Steuersatz zwischen 14 und maximal 45 %.

Kann ich ein geerbtes Haus verkaufen, wenn ich nicht im Grundbuch stehe?

Der Verkauf einer geerbten Immobilie ist grundsätzlich auch ohne vorherige Grundbuchberichtigung möglich.

Was ist das Erste, was man tun sollte, wenn man Geld erbt?

Beurteilen Sie Ihre finanzielle Situation

Es ist wichtig, Ihr Gesamtvermögen zu ermitteln, sobald Sie eine Erbschaft erhalten. Bevor Sie Geld oder Vermögenswerte ausgeben oder verschenken, umziehen oder Ihren Job kündigen, sollte Ihr Vermögensberater Ihnen helfen, zu entscheiden, was Sie mit der Erbschaft tun möchten.

Was ist die Dreijahresfrist für die Spekulationssteuer bei geerbten Immobilien?

Beläuft sich die private Nutzung von Dezember 2021 bis Januar 2023, ist die Dreijahresfrist erfüllt. Es müssen also keine vollen drei Jahre sein. Die Wohnung oder das Haus können in diesen drei Kalenderjahren auch als Zweitwohnung oder Ferienwohnung genutzt werden.

Wie viel Steuern muss ich bezahlen, wenn ich ein Grundstück verkaufe?

Liegt der Grundstückswert unter 75.000 Euro, fallen im günstigsten Fall 7 Prozent Steuern für Steuerklasse I an. Bei gleichem Verkehrswert zahlen nicht verwandte Erben 30 Prozent Steuern. Bei Grundstücke bis zu einem Wert von 600.000 Euro, fallen Steuern zwischen 15 und 30 Prozent an.

Was muss ich tun, wenn ich ein Grundstück geerbt habe?

Wenn eine Erbengemeinschaft ein Grundstück erbt ist zu entscheiden, ob ein Mitglied der Erbengemeinschaft das Objekt bewohnen bzw. beim leeren Grundstück bebauen will. Dieses Mitglied muss dann die anderen Erben auszahlen. Diese wiederum müssen dem Verfahren einheitlich zustimmen.

Kann ich ein Grundstück ohne Erbschein verkaufen?

Voraussetzung für den Verkauf einer Immobilie ohne Erbschein ist dabei die richtige Form des Testaments. Makler benötigen üblicherweise als Nachweis ein Testament mit Eröffnungsprotokoll. Liegt ein privates Testament vor, kann das Grundbuchamt gemäß § 35 Abs. 1 der Grundbuchordnung einen Erbschein verlangen.

Welche Unterlagen benötigt der Notar für den Grundstücksverkauf?

Für den Grundstücksverkauf braucht der Notar Ihre persönlichen Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID), Grundbuchauszug, Flurkarte und Grundrisse, um den Kaufvertrag vorzubereiten, sowie Ausweisdokumente und oft die Grundschuldbescheinigung bei Ablösung von Krediten, um die Identität zu prüfen und alle nötigen Informationen für die rechtssichere Abwicklung zu haben. 

Wie verkaufe ich ein Grundstück einfach ohne Makler?

Verkaufen Sie ohne Makler, müssen Sie den Notar briefen. Werden wichtige Aspekte vergessen, zum Beispiel Mängel an der Immobilie, kann das für Sie teuer werden. Für den Notartermin müssen Sie auch diverse Dokumente besorgen – zum Beispiel den aktuellen Grundbuchauszug und die aktuelle Flurkarte.

Was ist der größte Fehler beim Hausverkauf?

1. Fehler: Ein unüberlegener Anfang. Viele Eigentümer fassen den Entschluss, die eigene Immobilie zu verkaufen. Dabei gehen sie oftmals vollkommen unvorbereitet ans Werk, ohne genau zu wissen, was man für den Verkauf der Immobilie alles benötigt und welche Erledigungen gemacht werden müssen.

Wann kann man ein geerbtes Grundstück steuerfrei verkaufen?

Ein geerbtes Grundstück kann steuerfrei verkauft werden, wenn es sich mindestens zehn Jahre im Besitz des Erblassers und anschließend auch in Ihrem Besitz befindet. In diesem Fall entfällt die Spekulationssteuer auf den Verkaufserlös.

Kann ich ein geerbtes Haus sofort verkaufen?

Ja, ein geerbtes Haus können Sie grundsätzlich sofort verkaufen, sobald Sie als Eigentümer im Grundbuch eingetragen sind, was einen Erbschein oder ein notarielles Testament erfordert, aber bei einer Erbengemeinschaft müssen alle Miterben zustimmen; der Prozess kann durch fehlende Unterlagen oder Uneinigkeiten verzögert werden, aber steuerliche Aspekte (z.B. Spekulationssteuer, ErbSt) und die Klärung bestehender Belastungen sind ebenfalls wichtig. 

Wann muss ich keine Spekulationssteuer zahlen?

Keine Spekulationssteuer fällig wird, wenn Du im Jahr des Verkaufs und in den beiden vorangegangenen Jahren selbst in der Immobilie gewohnt hast (§ 23 EStG). Weil das keine kompletten Kalenderjahre sein müssen, reichen schon ein Jahr und zwei Tage der Selbstnutzung, um Spekulationssteuer zu vermeiden.

Gibt es ein Gewohnheitsrecht für die Gartennutzung?

Für die Gartennutzung durch Mieter gibt es grundsätzlich kein Gewohnheitsrecht; eine jahrelang geduldete Nutzung berechtigt Mieter nicht automatisch zur Fortsetzung, da der Vermieter diese jederzeit widerrufen kann, wenn sie nicht vertraglich verankert ist (z.B. in der Hausordnung oder als Teil des Mietvertrags). Während Mieter einen mitgemieteten Garten normal nutzen dürfen (Beete anlegen, Spielgeräte aufstellen), sind dauerhafte Veränderungen oder die Umwandlung in eine Gemüsefarm genehmigungspflichtig und müssen beim Auszug oft in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, wobei die genaue Ausgestaltung der Nutzung im Mietvertrag oder der Hausordnung geregelt wird.
 

Was ist ein Überfahrtsrecht auf einem Grundstück?

Ein Überfahrtsrecht (auch Wegerecht oder Grunddienstbarkeit) erlaubt das Befahren oder Betreten eines fremden Grundstücks, um das eigene zu erreichen, oft weil es keinen direkten Zugang zur Straße gibt (Hinterliegergrundstück). Es entsteht durch Vertrag, Grundbucheintrag (Grunddienstbarkeit) oder gesetzlich (§ 917 BGB als Notwegerecht). Die sicherste Form ist der Eintrag im Grundbuch, der bei Eigentümerwechsel bestehen bleibt und zwischen Geh- und Fahrrecht unterscheidet.
 

Was bedeutet Gewohnheitsrecht bei Grundstücken?

Das Gewohnheitsrecht entstehen, in denen keine eindeutigen gesetzlichen Regelungen bestehen. Dies gilt insbesondere für Immobilien und Grundstücke, wo Gewohnheitsrechte häufig bei Fragen des Wegerechts, Überbaus, oder der Nutzung von Gemeinschaftsflächen auftreten.