Kann ich ein geschenktes Haus sofort verkaufen?

Gefragt von: Siegmund Weidner-Merkel
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Ja, Sie können ein geschenktes Haus grundsätzlich sofort verkaufen, aber es gibt wichtige steuerliche Aspekte (Spekulationssteuer) zu beachten, die von der Original-Kaufzeit durch den Schenker und der Eigennutzung abhängen; oft werden die Fristen des Schenkers „mitgenommen“, aber auch rechtliche Einschränkungen (z.B. Veräußerungsverbote) können eine Rolle spielen, weshalb eine steuerliche Erstberatung ratsam ist.

Wann darf eine geschenkte Immobilie verkauft werden?

Wann ist ein Immobilienverkauf nach einer Schenkung steuerfrei? Vermietete oder verpachtete Immobilien können zehn Jahre nach Unterzeichnung des Kaufvertrags steuerfrei verkauft werden. Nach Eigennutzung beträgt die Spekulationsfrist sogar nur drei Jahre.

Wann beginnt die Spekulationsfrist bei geschenkten Immobilien?

Wann beginnt die Spekulationsfrist bei geschenkten Immobilien? Die Spekulationsfrist beginnt mit dem Kaufdatum der Immobilie, nicht mit der Schenkung. Wenn du die Immobilie innerhalb von 10 Jahren nach Erwerb verkaufen möchtest, fällt Spekulationssteuer an. Wie kann man die 10-Jahresfrist bei Schenkung umgehen?

Wie kann man die 10. Jahresfrist bei Schenkung umgehen?

Die 10-Jahres-Frist können Sie umgehen, indem Sie sich für eine Kettenschenkung entscheiden. Dabei agieren mehrere Familienmitglieder als schenkende Personen – diese können alle ihre Freibeträge voll ausnutzen und dem Beschenkten damit eine Immobilie unabhängig von der 10-Jahres-Frist schenken.

Wie lange muss ich ein Haus besitzen, um es steuerfrei zu verkaufen?

Häufige Fragen zum Hausverkauf

In Deutschland kann der Gewinn aus dem Verkauf einer Immobilie nach einer zehnjährigen Haltefrist steuerfrei sein.

Immobilie verkaufen: Tipps vom Experten zum Immobilienverkauf und zur Immobilienbewertung

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Welche Immobilien kannst du sofort steuerfrei verkaufen?

Hast du die Immobilie durchgehend selbst zu Wohnzwecken genutzt, kannst du deine Wohnung oder dein Haus steuerfrei verkaufen. Im Fall einer Erbschaft oder Schenkung gilt das gleiche. Der Erblasser oder du müssen das Objekt entsprechend der Frist selbst genutzt haben.

Kann eine geerbte Immobilie sofort verkauft werden?

Theoretisch steht dem sofortigen Verkauf der Immobilie nichts mehr im Wege, sobald diese Eintragung erfolgt ist. Es ist jedoch ratsam, sich auch mit weiteren rechtlichen Aspekten, wie etwa der Klärung eventueller bestehender Hypotheken oder anderer Belastungen im Grundbuch, auseinanderzusetzen.

Was passiert, wenn Schenker vor 10 Jahren stirbt?

Stirbt der Schenker vor Ablauf der 10-Jahres-Frist, wird die Schenkung dem Nachlass für die Berechnung des Pflichtteils hinzugerechnet (§ 2325 BGB) und kann die Erbschaftsteuerlast erhöhen, da die Freibeträge zurückgesetzt werden und die Schenkung steuerlich zu berücksichtigen ist. Der Wert der Schenkung wird anteilig addiert, wobei in jedem Jahr nach der Schenkung 10 % des Wertes abgezogen werden, bis nach 10 Jahren nichts mehr angerechnet wird (außer bei speziellen Fällen wie Nießbrauch oder Ehegattenschenkungen). 

Welche Möglichkeiten gibt es, die Schenkungsteuer zu umgehen?

Die Schenkungsteuer legal umgehen kann man beispielsweise mit Kettenschenkungen. Bei Kettenschenkungen darf die Pflicht zur Weiterverschenkung nicht vertraglich festgehalten werden. Alle zehn Jahre kann der Freibetrag bei Schenkungen voll ausgeschöpft werden. Die Schenkungsteuer umgehen mit Bargeld ist nicht erlaubt.

Wie erfährt das Finanzamt von einer Schenkung?

Wie erfährt das Finanzamt von einer Schenkung? Das Finanzamt weiß von einer Schenkung entweder durch die Meldepflicht der beteiligten Personen oder dadurch, dass es Nachforschungen anstellt – zum Beispiel dann, wenn eine Wohnung oder ein Haus gekauft wird, aber unklar ist, woher das Geld dafür stammt.

Wann gilt die 10-Jahresfrist bei Schenkung nicht?

Die 10-Jahresfrist kann aber nur bei einem vollständigen Eigentumsübergang zur Anwendung kommen, das bedeutet: Für Schenkungen mit Nießbrauch gibt es die 10-Jahresfrist nicht.

Was passiert, wenn man ein Haus vor 10 Jahren verkauft?

Wer ein Haus oder eine Wohnung innerhalb von zehn Jahren mit Gewinn verkauft, muss den Veräußerungsgewinn versteuern und Spekulationssteuer zahlen. Liegt der Gewinn unter der Freigrenze von 600 Euro, bleibt er allerdings steuerfrei.

Was ist ein Verkaufsverbot bei einer Schenkung?

Belastungs- oder Veräußerungsverbot: Dieses untersagt dem Beschenkten, die Immobilie ohne Zustimmung des Schenkers zu belasten oder zu veräußern. Ausgedingsrecht: Hier muss der Beschenkte gewissen Verpflichtungen gegenüber dem Schenker nachkommen (bspw. Altenpflege, Versorgung, etc.).

Was ist besser, Haus an Kind verschenken oder verkaufen?

Ein Haus an Kinder zu verschenken oder zu verkaufen, hängt von steuerlichen Vorteilen und familiären Zielen ab; ein Verkauf unter Wert kann steuerlich oft günstiger sein, da Kinder die Grunderwerbsteuer sparen und eine erneute Abschreibung nutzen können, während Schenkungen die Freibeträge (400.000 € alle 10 Jahre) nutzen, um Schenkungssteuer zu vermeiden. Eine Entscheidung hängt stark von der individuellen Situation ab, wobei ein Verkauf mehr Liquidität und Rechtssicherheit für die Eltern bedeuten kann, während Schenkungen das Vermögen im Familienbesitz halten sollen.
 

Wie hoch ist die Spekulationssteuer bei Schenkung?

Für Schenkungen fällt nämlich keine Spekulationssteuer an.

Was ist bei einer Schenkung eines Hauses zu beachten?

Wenn Sie eine Immobilie geschenkt bekommen, müssen Sie grundsätzlich Schenkungssteuer zahlen. Falls der Wert der Immobilie unter dem jeweiligen Freibetrag liegt, muss jedoch keine Schenkungssteuer gezahlt werden. Bei Kindern liegt der Freibetrag beispielsweise bei 400.00 €. Erfahren Sie mehr über die Schenkungssteuer.

Welche Alternativen gibt es, um die Schenkungsteuer zu umgehen?

Im Gegensatz zu einer Schenkung wird beim Verkauf der Freibetrag für Schenkungen nicht beansprucht. Das bedeutet, dass dieser Freibetrag für zukünftige Vermögensübertragungen innerhalb der Familie erhalten bleibt.

Was ist eine schwere Verfehlung bei Schenkung?

Eine schwere Verfehlung liegt vor, wenn der Beschenkte durch sein Verhalten den Schenker oder einen nahen Angehörigen des Schenkers in besonderer Weise verletzt oder geschädigt hat oder eine solche Verletzung oder Schädigung unmittelbar bevorsteht.

Was ist der Nachteil einer Schenkung?

Das bedeutet: Schenkungen können den Freibetrag der Erbschaftsteuer belasten. Ein weiterer Nachteil einer Schenkung ist, dass dem Schenkenden das einmal übertragene Vermögen nicht mehr zur Verfügung steht. Die R+V-Vermögensübertragung stellt eine flexible Alternative zur Schenkung dar.

Ist es besser, eine Immobilie zu schenken oder zu überschreiben?

"Schenkung" und "Überschreibung" sind bei Immobilien eng verbunden: Eine Überschreibung (Übertragung des Eigentums zu Lebzeiten, oft eines Hauses) ist rechtlich eine Schenkung, wenn sie unentgeltlich erfolgt, und muss zwingend notariell beurkundet werden, um gültig zu sein, wobei Steuern (Schenkungssteuer) und Grundbuchänderungen anfallen können. Der Hauptunterschied liegt im Prozess: Schenkung ist der juristische Akt (oft unentgeltlich), während die Überschreibung die praktische Übertragung ist, die durch den Schenkungsvertrag beim Notar vollzogen wird und steuerliche Freibeträge nutzt, um Erbschaftssteuern zu sparen. 

Wie hoch sind die Notarkosten bei einer Schenkung einer Immobilie?

Notarkosten bei einer Immobilienschenkung hängen vom Immobilienwert ab und setzen sich zusammen aus den Notargebühren (Beurkundung und Abwicklung), Grundbuchkosten für die Eigentumsumschreibung und ggf. zusätzlichen Kosten für die Eintragung von Belastungen wie Nießbrauch, wobei grob mit 1,5 bis 2 % des Immobilienwerts für alles gerechnet werden kann (ca. 1 % Notar, 0,5 % Grundbuch). Bei 100.000 € Wert sind es ca. 1.000 € - 1.300 €, bei 300.000 € sind es ca. 1.123,50 € zzgl. weiterer Kosten. 

Wann darf ich ein überschriebenes Haus verkaufen?

Sie dürfen ein überschriebenes Haus verkaufen, sofort, wenn es steuerliche Ausnahmen gibt (z.B. Eigennutzung seit 3 Jahren), aber ansonsten gilt die 10-jährige Spekulationsfrist nach dem ursprünglichen Kauf durch den Schenkenden, um Spekulationssteuer zu vermeiden; bei Schenkung zählt der Erwerbszeitpunkt des Schenkenden, bei Erbschaft der des Erblassers, wobei Sie bei Eigennutzung (im Jahr des Verkaufs und den zwei Vorjahren) die Frist verkürzen können. Wichtig: Auch Auflagen im Schenkungsvertrag können den Verkauf einschränken. 

Wie lange darf ein geerbtes Haus leer stehen?

Wie lange ein geerbtes Haus leer stehen darf, ist nicht einheitlich geregelt. In der Regel liegt die Frist zwischen 60 und 90 Tagen.

Wann gilt eine Erbschaft nicht als Eigentümerwechsel?

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Handelt es sich um eine Wohnung oder ein Ein- oder Zweifamilienhaus, in dem der oder die Erben schon vor dem 1. Februar 2002 selbst gewohnt haben, gilt die Erbschaft nicht als Eigentümerwechsel. Die Sanierungspflicht entfällt dann. Bei Mehrfamilienhäusern gilt diese Ausnahme nicht.