Kann ich eine Rente selbst nachverfolgen?
Gefragt von: Herr Prof. Dr. Alwin Nickelsternezahl: 4.4/5 (9 sternebewertungen)
Ja, Sie können Ihre Rente selbst nachverfolgen und verwalten, am besten über die Digitale Rentenübersicht (rentenuebersicht.de) für einen Gesamtüberblick aller Vorsorgeansprüche (gesetzlich, betrieblich, privat) oder direkt über die Online-Services der Deutschen Rentenversicherung (DRV), wo Sie Ihren Rentenversicherungsverlauf einsehen, Renteninformationen anfordern und Ihr Rentenkonto klären können. Dies ist kostenlos und ermöglicht Ihnen einen schnellen Einblick in Ihre Altersvorsorge.
Kann man seinen Rentenverlauf online einsehen?
Ja, Sie können Ihren Rentenverlauf online einsehen, entweder über das Kundenportal der Deutschen Rentenversicherung (DRV) für Ihren Versicherungsverlauf und Renteninformation oder über die zentrale Plattform rentenuebersicht.de für einen Gesamtüberblick Ihrer gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Für beides benötigen Sie die Online-Ausweisfunktion Ihres Personalausweises und die AusweisApp.
Wer kann den Rentenverlauf prüfen?
Gerade von Schule und Studium liegt der DRV nichts vor. Wer keine Nachweise mehr hat, kann beim Landesschulamt oder der Ausbildungsstätte nachfragen. Wer Kinder hat, sollte im Rentenverlauf vor allem den Passus »Kindererziehungszeit« im Blick haben und diese Zeit beantragen.
Was kostet es, einen Rentenbescheid prüfen zu lassen?
Die Kosten für eine Rentenbescheid-Prüfung durch externe Experten variieren stark: Von ca. 20 € für eine Schnellfrage bis zu 250 € - 600 € oder mehr für umfassende Prüfungen oder Widerspruchsverfahren, abhängig von Anbieter und Leistungsumfang (z.B. Erstberatung 60-100 €, Paketlösungen 399 € - 629 €). Die Deutsche Rentenversicherung bietet eine kostenlose Erstberatung an, birgt aber das Risiko, dass eine Rente gekürzt oder Nachzahlungen fällig werden.
Wie kann ich eine detaillierte Rentenauskunft anfordern?
Um eine ausführliche Rentenauskunft zu beantragen, nutzen Sie am besten die Online-Services der Deutschen Rentenversicherung (DRV) auf deren Website (drv.de), wo Sie sich registrieren können, um Unterlagen wie den Versicherungsverlauf anzufordern oder direkt online einzusehen. Alternativ können Sie dies auch formlos schriftlich tun, die Behördennummer 115 anrufen oder eine der kostenfreien Auskunftsstellen aufsuchen, um eine detaillierte Übersicht über Ihre Rentenansprüche zu erhalten.
Freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen?
Wann bekommt man eine Renteninfo?
Sie erhalten die jährliche Renteninformation ab 27 Jahren, wenn Sie mindestens 5 Jahre Beiträge gezahlt haben, während die ausführlichere Renten-Auskunft automatisch ab 55 Jahren alle drei Jahre verschickt wird. Beide Dokumente können auch jederzeit formlos bei der Deutschen Rentenversicherung angefordert werden, um eine Übersicht über Ihre Rentenansprüche zu erhalten.
Warum sind die letzten 5 Jahre vor der Rente so wichtig?
Die letzten 5 Jahre vor der Rente sind wichtig, weil sie das finanzielle Finale darstellen, in dem Sie durch strategische Entscheidungen (z.B. Vollzeit arbeiten, Ausgleichszahlungen) noch Einfluss auf Ihre Rente nehmen können und Ihre Altersvorsorge optimieren, obwohl jedes Beitragsjahr grundsätzlich gleich viel zählt, da Sie in dieser Zeit oft am meisten verdienen und so Extra-Punkte sammeln, was Ihre Gesamtrente positiv beeinflusst, aber nicht überproportional erhöht.
Wo kann man einen Rentenbescheid kostenlos prüfen lassen?
Die Adressen findet man unter www.deutsche-rentenversicherung.de im Internet. Auch telefonisch kann man sich informieren unter 0800 1000 4800, der kostenlosen Servicenummer der Deutschen Rentenversicherung. Für eine persönliche Beratung wenden Sie sich an unsere Auskunfts- und Beratungsstellen in Ihrer Nähe.
Wie viel kostet ein privater Rentenberater?
Eine Erstberatung kostet 60,- bis 100,- € (je nach Zeitaufwand) und wird anschliessend bei Auftragserteilung mit den anfallenden Gesamtkosten verrechnet. Ein Verfahren (z. B. Kontenklärung oder Rentenantrag) kostet zwischen 50,- € und maximal 640,- €.
Ist ein privater Rentenberater sinnvoll?
Ja, ein privater Rentenberater kann sich lohnen, wenn es um die Optimierung Ihrer gesetzlichen Ansprüche, das Schließen von Rentenlücken durch eine individuelle Strategie und die Bewältigung komplexer Anträge geht, besonders wenn die kostenlosen Angebote der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zu lange Wartezeiten haben oder Ihre Situation sehr speziell ist (z.B. Selbstständigkeit, Auslandstätigkeit). Er ist wertvoll, um Fehler zu vermeiden und langfristig eine höhere Rente zu sichern, erfordert aber eine sorgfältige Auswahl des Beraters, da die Kosten variieren können und teure Fehlberatungen möglich sind.
Wie kriege ich einen Rentenversicherungsverlauf?
Die Deutschen Rentenversicherung bietet dafür auf ihrer Webseite eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an. Klicken Sie nach der Anmeldung auf den Menüpunkt „Versicherungsdaten und Rente“. Dort können Sie Ihren aktuellen Rentenversicherungsverlauf einsehen und herunterladen.
Soll man einen Rentenbescheid überprüfen lassen?
Sofern der Rentenbescheid fehlerhaft oder auch „nur“ lückenhaft ist, können sich aufgrund der langen Laufzeiten der Renten schnell hohe finanzielle Nachteile ergeben. Eine Überprüfung der Rentenbescheide durch externe und neutrale Stellen wird daher dringend empfohlen.
Wo sehe ich, wie viele Jahre ich in die Rentenversicherung eingezahlt habe?
Ihre Beitragsjahre sehen Sie im Versicherungsverlauf, den Sie online über das Kundenportal der Deutschen Rentenversicherung (DRV) einsehen oder als "Renteninformation" bzw. "Rentenauskunft" per Post anfordern können, oft direkt über die DRV-Website unter "Online-Dienste". Auch die Digitale Rentenübersicht bietet einen umfassenden Überblick über Ihre Altersvorsorge.
Kann ich mit 63 Jahren und 45 Arbeitsjahren in Rente gehen?
Abschlagsfreie Rente mit 63
Wer 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, gilt als "besonders langjährig versichert" und kann damit abschlagsfrei vor seiner Regelaltersgrenze in Rente gehen. Abschlagsfrei ist die Rente mit 63 allerdings nicht mehr möglich.
Wie erfahre ich, wie viele Rentenpunkte ich habe?
Um Ihre Rentenpunkte zu erfahren, nutzen Sie am besten die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung (DRV), die Sie ab 27 Jahren erhalten, oder fordern Sie Ihren Versicherungsverlauf online/telefonisch an; alternativ bietet die Digitale Rentenübersicht einen schnellen Überblick über alle Vorsorgekonten. Die Punkte stehen in der Renteninformation auf Seite 2 unter "Entgeltpunkte".
Was kostet ein Rentenversicherungsverlauf?
Diese DRV kurz fürDeutsche Rentenversicherung-Online-Services sind immer kostenfrei! Versicherte sowie auch Hinterbliebene können ihren Versicherungsverlauf, ihre Rentenauskunft oder ihre Renteninformation ganz unkompliziert online im Internet anfordern.
Sind ehrenamtliche Rentenberater kostenlos?
Rentenberatung (ehrenamtlich) Information & Beratung
Wenn Sie Fragen zu Ihrer Rente haben, Ihr Rentenkonto geklärt werden muss oder Sie einen Rentenantrag stellen möchten, hilft er gern. Seine Unterstützung ist ehrenamtlich und somit kostenfrei.
Wann sollte man zum Rentenberater gehen?
Zur Rentenberatung sollten Sie idealerweise mit ca. 60 Jahren gehen, um Ihren Versicherungsverlauf zu prüfen und Lücken zu schließen, aber spätestens 3-6 Monate vor dem geplanten Rentenbeginn, um den Antrag rechtzeitig zu stellen und die Rente nahtlos zu starten – frühe Beratung hilft, Altersvorsorge aufzubauen, späte hilft bei der Antragstellung und Klärung offener Punkte.
Kann man Kosten für eine Rentenberatung steuerlich absetzen?
Und noch eine gute Nachricht: Kosten für eine Rentenberatung kannst du glücklicherweise als Werbungskosten steuerlich geltend machen.
Wie kann ich feststellen, ob meine Rente richtig berechnet wurde?
Kann ich den Rentenbescheid online anfordern?
- Online: Über „Meine DRV“ auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.
- Telefonisch: Unter der kostenfreien Servicenummer 0800 1000 4800.
- Schriftlich: Per Post oder E-Mail an die Deutsche Rentenversicherung.
Wie hoch sind die Kosten für eine Rentenberatung?
Die Kosten für einen Rentenberater variieren je nach Aufwand, sind aber oft durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) begrenzt; eine Erstberatung kostet typischerweise 100 bis 300 € (teilweise inklusive MwSt.), während komplexere Fälle (Kontenklärung, Anträge) höhere Gebühren verursachen können, die oft mit dem Stundenlohn (ca. 160-200 €/Std.) verrechnet werden, aber auch Pauschalen oder höhere Beträge bei hohem Aufwand sind möglich. Viele Berater schließen eine Honorarvereinbarung ab und informieren transparent über die Kosten vorab, wobei sich die Investition oft durch bares Geld (z.B. höhere Rente) amortisiert.
Kann man einen Rentenbescheid online einsehen?
Um die eigene Digitale Rentenübersicht abrufen zu können, sind die persönliche Steuer- ID sowie die Bestätigung der eigenen Identität erforderlich. Hierfür benötigen Sie lediglich Ihren Online-Ausweis, die dazugehörige PIN , ein geeignetes Smartphone oder Tablet sowie die installierte AusweisApp.
Welche Jahrgänge sind die Renten verlierer?
Die "Rentenverlierer" sind statistisch gesehen oft die Jahrgänge Ende der 1940er bis Anfang der 1950er Jahre (z.B. 1948, 1949, 1950, 1952) sowie die späteren Jahrgänge ab Mitte der 1950er bis nach 1964, da sie oft niedrigere Rentenniveaus, längere Lebensarbeitszeiten und/oder biografische Brüche (Arbeitslosigkeit, Teilzeit) erleben, während Frauen in der Altersgruppe 1955-1970 ebenfalls besonders stark von Teilzeit und Minijobs betroffen sind.
Was ändert sich 2026 in der Rente?
Wer 2026 in den Ruhestand geht, muss einen höheren Anteil seiner Rente versteuern. Ab Januar 2026 steigt der steuerpflichtige Rentenanteil von 83,5 auf 84 Prozent. Somit bleiben 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Bestandsrenten sind hiervon nicht betroffen.
Welche Jahre zählen nicht zur Rente?
Nicht berücksichtigt werden:
Zeiten aus einem Rentensplitting unter Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern. Anrechnungszeiten: Zeiten, in denen Sie aus persönlichen Gründen keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen können, zum Beispiel wegen Krankheit, Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit, Schulausbildung und Studium.