Kann ich Geld verschenken, wenn ich in einem Pflegeheim bin?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Babette Neuhaus B.Eng.
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Ja, Sie können Geld verschenken, aber es ist dringend davon abzuraten, wenn Sie Pflegebedürftig sind oder absehen können, dass Pflegekosten anfallen, da das Sozialamt geschenktes Vermögen innerhalb der letzten 10 Jahre zurückfordern kann, um die Heimkosten zu decken, wenn Sie selbst verarmen. Kleinere Beträge bleiben oft unberücksichtigt, aber größere Zuwendungen können zu einer Rückforderung führen, was erhebliche finanzielle Konsequenzen für die Beschenkten haben kann.

Wie viel Geld darf man verschenken in einem Pflegeheim?

1. Die 100.000-Euro-Grenze aus dem Sozialhilferecht ist nicht auf die Rückforderung von Schenkungen nach § 529 BGB übertragbar.

Welche Schenkung kann das Sozialamt nicht zurückfordern?

Das Sozialamt kann Schenkungen, die länger als zehn Jahre zurückliegen, nicht mehr zurückfordern. Auch Anstands- und Pflichtschenkungen (z.B. Hochzeitsgeschenke, Ausstattungen), unentgeltliche Zuwendungen unter Ehegatten oder Schenkungen, die der Beschenkte nicht mehr besitzt (Entreicherung), sind vom Rückforderungsanspruch ausgenommen, sofern der Schenker nicht selbst vorsätzlich verarmt ist.
 

Was passiert mit Schenkung bei Pflegefall?

Viele Eltern entscheiden sich aus erbschaftsteuerlichen Gründen, Vermögenswerte schon zu Lebzeiten an ihre Kinder zu übertragen. Doch wenn der Elternteil pflegebedürftig wird und die eigenen Mittel nicht ausreichen, kann das Sozialamt diese Schenkungen zurückfordern, um die Pflegekosten zu decken.

Wie kann ich mein Geld vor dem Pflegeheim schützen?

Um Ihr Geld vor Pflegeheimkosten zu schützen, gibt es Strategien wie frühzeitige Schenkungen (mit 10-Jahres-Frist!), die Nutzung des Schonvermögens (ca. 10.000 € + Altersvorsorge/Immobilie), den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung oder die Errichtung einer Stiftung/Treuhand; entscheidend ist eine proaktive Planung in Abstimmung mit Fachleuten (Anwalt, Steuerberater), um spätere Rückforderungen des Sozialamts zu vermeiden und Vermögen für die Erben zu sichern.
 

Pflegekosten & Schenkung: Wann das Sozialamt DEIN ERBE zurückfordert – und wie du es schützt

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Kann ich mein Schonvermögen verschenken?

Grundsätzlich ist jeder geschäftsfähige Mensch berechtigt, mit seinem Vermögen nach seinen eigenen Vorstellungen zu verfahren. Das beinhaltet auch, dass Geld, Immobilien und andere Vermögenswerte an Verwandte, aber auch andere Personen oder Institutionen verschenkt werden können.

Wie viel Geld darf man auf dem Konto haben, wenn man ins Heim kommt?

Wenn Sie ins Pflegeheim kommen, dürfen Sie ein sogenanntes Schonvermögen behalten, das nicht für die Pflegekosten herangezogen wird: Das sind derzeit 10.000 € pro Person (bei Paaren zusammen 20.000 €) sowie Hausrat, ein angemessenes Auto und eine selbstgenutzte, angemessene Immobilie. Darüber hinaus steht Ihnen ein monatlicher Barbetrag (Taschengeld) für persönliche Ausgaben zu, der derzeit bei etwa 152 € pro Monat liegt. 

Kann ich Geld verschenken, wenn ich in einem Pflegeheim bin?

Die Verschenkung von Vermögenswerten, um Pflegekosten zu vermeiden, wird als „Vermögensentzug“ bezeichnet. Wenn Ihre Gemeinde der Ansicht ist, dass Sie Ihre Vermögenswerte absichtlich verschenkt haben, um Pflegekosten zu umgehen, kann sie diese Vermögenswerte bei der finanziellen Beurteilung dennoch als Ihr Eigentum betrachten.

Woher weiß das Sozialamt von einer Schenkung?

Das Sozialamt erfährt von Schenkungen meist durch die ** Antragstellung auf Sozialleistungen**, da Sie verpflichtet sind, alle Schenkungen der letzten 10 Jahre offenzulegen, was durch die Prüfung von Kontoauszügen aufgedeckt wird. Auch die Finanzämter informieren die Sozialämter, da Schenkungen steuerpflichtig sind und dort gemeldet werden müssen (besonders bei Immobilien) oder Banken große Schenkungen melden. Drittens können Beschenkte oder andere Personen (z.B. Angehörige), die das Sozialamt auf Schenkungen hinweisen, eine Rolle spielen, wenn der Schenker verarmt. 

Wann ist eine Schenkung nicht möglich?

Eine Schenkung ist keine Schenkung im rechtlichen Sinne, wenn sie keinen Vermögensvorteil darstellt (z.B. Verzicht auf einen Anspruch) oder wenn sie eine scheinbar geringe Gegenleistung hat, die aber tatsächlich den Wert des Geschenks fast vollständig ausgleicht (gemischte Schenkung) – auch wenn letztere oft wie eine Schenkung behandelt wird, wenn das Missverhältnis groß ist. Wichtiger noch: Eine Schenkung gilt rechtlich erst mit notarieller Beurkundung als wirksam (außer bei sofortiger Übergabe – Handschenkung) oder wird als gemischte Schenkung steuerlich anders behandelt, wenn der Wertunterschied zwischen Schenkung und Gegenleistung zu groß ist.
 

Was ist eine schwere Verfehlung bei Schenkung?

Eine schwere Verfehlung liegt vor, wenn der Beschenkte durch sein Verhalten den Schenker oder einen nahen Angehörigen des Schenkers in besonderer Weise verletzt oder geschädigt hat oder eine solche Verletzung oder Schädigung unmittelbar bevorsteht.

Welche Schenkungen müssen nicht angezeigt werden?

So sind beispielsweise bei Schenkungen an Kinder bis zu 400.000 Euro innerhalb von zehn Jahren steuerfrei möglich – diese Schenkungen müssen nicht gemeldet werden, sofern der Freibetrag nicht überschritten wird. Auch eine Geldschenkung fällt unter diese Regelung, wenn sie innerhalb der Freibeträge bleibt.

Kann das Sozialamt Schenkungen zurückfordern?

§ 529 Abs. 1 BGB eine 10-Jahres-Frist nach Schenkung. Der Sozialhilfeträger kann die Schenkungen daher nur während der ersten zehn Jahre widerrufen und rückgängig machen. Liegt eine Schenkung länger als zehn Jahre zurück, ist eine Rückforderung nicht mehr möglich.

Wie lange können Schenkungen zurückgefordert werden, wenn der Schenkende pflegebedürftig wird?

3. Sozialamt kann Rückforderung geltend machen: Auch wenn der Schenker selbst keine Rückforderung will, kann das Sozialamt im Pflegefall die Schenkungen der letzten zehn Jahre zurückfordern, um die Pflegekosten zu decken.

Was passiert mit dem gesparten Geld, wenn man ins Pflegeheim kommt?

Reichen deine Rente und die Leistungen der Pflegekasse nicht aus, um das Pflegeheim zu bezahlen, wird dein Vermögen zur Deckung der Pflegekosten herangezogen. Allerdings gelten 10.000 Euro pro Person als Schonvermögen.

Sind 10000 Euro eine Schenkung?

Hierfür gelten großzügige Freibeträge, abhängig vom Verwandtschaftsgrad. Eheleute können sich gegenseitig Vermögen im Wert von 500.000 Euro steuerfrei schenken. Für Geschenke von Eltern an die eigenen Kinder liegt die Grenze bei 400.000 Euro, an Enkelkinder bei 200.000 Euro, an Eltern und Großeltern bei 20.000 Euro.

Wie schütze ich mein Geld vor dem Pflegeheim?

Um Ihr Vermögen vor Pflegeheimkosten zu schützen, sollten Sie frühzeitig planen und können Vermögen durch Schenkungen (mit 10-Jahres-Frist) übertragen, eine private Pflegezusatzversicherung abschließen, um den Eigenanteil zu decken, oder Nutzungsrechte (Wohn-, Nießbrauch) bei Immobilienübertragungen vereinbaren, um das Sozialamt fernzuhalten; professionelle Beratung ist hierbei unerlässlich. 

Wie fordert das Sozialamt eine Schenkung zurück?

Die Rückforderung der Schenkung nimmt das Sozialamt Ihnen üblicherweise ab. Das Sozialamt wird den Schenkungsrückgabeanspruch auf sich überleiten. Damit ist das Sozialamt berechtigt, den An- spruch direkt gegenüber der beschenkten Person geltend zu machen und somit den Wert des Ge- schenks zurückzufordern.

Welche Schenkungen darf das Sozialamt nicht zurückfordern?

Das Sozialamt kann Schenkungen, die älter als 10 Jahre sind, nicht zurückfordern, sowie sogenannte „Anstands-“ oder „Pflichtschenkungen“ (z. B. übliche Geburtstags- oder Hochzeitsgeschenke), wenn der Schenker durch die Schenkung nicht vorsätzlich verarmt ist oder der Beschenkte durch die Rückgabe selbst verarmen würde (Notbedarfseinrede), oder wenn der Schenker durch die Schenkung nicht in eine Notlage geraten wäre. Die Zehnjahresfrist ist dabei der stärkste Schutz. 

Wie viel Geld darf man auf dem Konto haben, wenn man ins Altenheim geht?

Dieses Vermögen wird als sogenanntes „Schonvermögen“ bezeichnet. Der sogenannte „Vermögensschonbetrag“ beträgt pro Person 10.000 €. Das bedeutet, ein Ehepaar darf zusammen 20.000 € behalten. Bis zu diesem Sparvermögen müssen aber die Heimkosten selbst übernommen werden.

Wie überprüft das Sozialamt Schenkungen?

Zeitpunkt der Schenkung: Die 10-Jahresfrist beginnt mit dem Datum der Schenkung. Prüfung durch Sozialämter: Wenn jemand Sozialhilfe beantragt, prüft das Sozialamt in der Regel, ob innerhalb der letzten 10 Jahre Schenkungen erfolgten und ob diese zurückgefordert werden können.

Was darf ein Heimbewohner auf dem Sparbuch haben?

Das Gesetz beschreibt § 90 SGB XII das sogenanntes Schonvermögen. Dazu gehört unter anderem auch ein Schonbetrag von 10.000 Euro. Der gleiche Betrag gilt für den Ehe- oder Lebenspartner. Ein Vermögen von insgesamt 20.000 Euro bleibt somit anrechnungsfrei.

Wie hoch ist die maximale Zuzahlung im Pflegeheim 2025?

Anfang 2025 lag der Eigenanteil bereits bei 2.984 Euro. Seit Mitte 2025 beträgt er nun 3.108 Euro.

Kann das Pflegeheim auf Besitz zurückgreifen?

Seit 1. Jänner 2018 ist ein Zugriff auf Vermögen von in stationären Pflegeeinrichtungen aufgenommenen Personen, deren Angehörigen, Erbinnen und Erben sowie Geschenknehmerinnen und Geschenknehmern zur Abdeckung der Pflegekosten unzulässig.