Kann ich meine pflegebedürftige Mutter nach Deutschland holen?

Gefragt von: Ansgar Funke-Bachmann
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Ja, es ist möglich, Ihre pflegebedürftige Mutter nach Deutschland zu holen, aber es ist ein komplexer Prozess, der spezielle Voraussetzungen erfüllt, insbesondere wenn sie aus einem Drittstaat kommt (außerhalb der EU/EWR) – meistens über den "Familiennachzug" unter Berufung auf außergewöhnliche Härte nach § 36 Abs. 1 Aufenthaltsgesetz (AufenthG). Sie müssen nachweisen, dass Ihre Mutter ohne Sie nicht leben kann und Sie die einzige Person sind, die diese Pflege leisten kann, wobei Alter, Einsamkeit oder allgemeine schlechte Verhältnisse allein nicht reichen; es braucht ärztliche Nachweise über die Notwendigkeit einer Betreuung in Deutschland. Die Voraussetzungen hängen stark von Ihrem eigenen Aufenthaltsstatus ab (ob Sie Deutscher, EU-Bürger oder Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis sind).

Kann ich meine alte Mutter nach Deutschland holen?

Deutsche Staatsbürgerinnen oder Staatsbürger und Bürgerinnen oder Bürger von Nicht-EU-Staaten, die eine Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis besitzen, dürfen ihre Familienangehörigen zu sich nach Deutschland holen. Das nennt man „Familiennachzug“.

Was brauche ich, um meine Mutter nach Deutschland einzuladen?

Um Ihre Mutter nach Deutschland zu holen, muss sie ein spezielles Visum beantragen, wofür Sie in Deutschland bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen (z.B. gesicherter Lebensunterhalt, ausreichender Wohnraum) und Ihre Mutter bestimmte Dokumente vorlegen muss, inklusive Sprachkenntnissen (meist A1). Seit dem 1. März 2024 können auch Eltern von anerkannten Fachkräften unter bestimmten Bedingungen (wenn das Kind seinen Titel nach diesem Datum erhalten hat) ein Visum beantragen, wobei hier oft ein Härtefall (Krankheit/Pflegebedürftigkeit) eine Rolle spielt. Der Prozess beginnt mit der Antragsstellung bei der deutschen Botschaft im Heimatland, gefolgt von der Einreise und der Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. 

Was für ein Einkommen braucht man für eine Familienzusammenführung?

Das Gehalt zur Familienzusammenführung ist entscheidend, damit Ihre Verpflichtungserklärung nach § 68 AufenthG anerkannt wird. Als Orientierung benötigen Sie mindestens 2.050 € Mindesteinkommen, wenn Sie eine alleinstehende Person sind und Ihren Ehepartner nach Deutschland holen möchten.

Welche Härtefälle gibt es beim Familiennachzug?

Der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten ist seit Juli 2025 für zwei Jahre ausgesetzt, aber in Härtefällen (§§ 22, 23 AufenthG) weiterhin möglich, wobei die Anforderungen extrem hoch sind (z.B. drohender Tod, schwere Krankheit, die nur in Deutschland behandelbar ist, dringende Gefahr für Leib und Leben im Herkunftsland) und die meisten Anträge abgelehnt werden, da es sich um Einzelfälle handelt, die deutlich von anderen abweichen müssen, ohne dass ein Rechtsanspruch besteht. Das Auswärtige Amt hat hierzu eine sehr strenge Weisung erlassen, weshalb die Härtefallregelung in der Praxis kaum greift.
 

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Welche Voraussetzungen müssen für den Familiennachzug erfüllt sein?

Ehe- und Lebenspartner

  • Beide Ehepartner müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben.
  • In der Regel müssen Sie sich als nachziehende Person auf einfache Art und Weise im Alltag auf Deutsch verständigen können. ...
  • Es muss genügend Wohnraum vorhanden sein.
  • Der Lebensunterhalt für die Familie muss gesichert sein.

Welche Beispiele gibt es für außergewöhnliche Härtefälle?

Beispiele für Härtefälle

körperliche Behinderung; die Behinderung steht jeder anderen zumutbaren Tätigkeit bis zur Zuweisung eines Studienplatzes im Wege, Spätaussiedler sowie die Bestätigung über die Aufnahme eines Studiums im Herkunftsland.

Wann wird Familienzusammenführung abgelehnt?

Ein Familiennachzug wird nicht zugelassen, wenn fest- steht, dass es sich um eine Schein- oder Zwangsehe bzw. Schein- oder Zwangspartnerschaft handelt. Ein Familien- nachzug kann zudem versagt werden, wenn die Person, zu der der Nachzug erfolgen soll, bestimmte Voraussetzun- gen nicht erfüllt.

Wie viel m2 braucht man für eine Familienzusammenführung?

Der Wohnraum gilt als ausreichend, wenn für jedes Familienmitglied (ab 2 Jahren) etwa 12 Quadratmeter zur Verfügung stehen und Küche, Bad und WC vorhanden sind. In manchen Bundesländern kann es auch ausreichen, wenn mindestens 9 Quadratmeter für eine erwachsene Person zur Verfügung stehen.

Was braucht man für ein Familienzusammenführungsvisum?

Für die Beantragung eines Visums zum Zweck des Ehegattennachzugs müssen in der Regel der Reisepass sowie die Nachweise der Eheschließung oder der Verpartnerung erbracht werden. Informieren Sie sich bei der deutschen Botschaft vor Ort, welche weiteren Unterlagen vorgelegt werden müssen.

Was muss ich tun, um jemanden nach Deutschland einzuladen?

Für eine Einladung nach Deutschland benötigt der Besucher ein Schengen-Visum (Typ C) für bis zu 90 Tage, wofür ein formloser Einladungsbrief mit allen persönlichen Daten von Gast und Gastgeber, Aufenthaltszweck und Dauer sowie der Nachweis der Reisekosten erforderlich sind. Oft wird eine offizielle Verpflichtungserklärung bei der Ausländerbehörde nötig, die den Gastgeber verpflichtet, für alle Kosten aufzukommen, was Bonitätsprüfungen und Einkommensnachweise erfordert. Der Besucher selbst braucht zudem Reisepass, biometrische Fotos und eine Reisekrankenversicherung.
 

Welche Ausnahmen gibt es vom Nachweis von Deutschkenntnissen beim Familiennachzug?

Bei Anträgen auf Familiennachzug müssen in der Regel vor der Einreise Deutschkenntnisse nachgewiesen werden. Damit soll sichergestellt werden, dass Sie sich in Deutschland von Anfang an in einfachen Alltagssituationen auf Deutsch verständigen können.

Kann ich meine Mutter nach Deutschland einladen?

Sie möchten Freunde oder Verwandte aus dem Ausland zu einem Besuchsaufenthalt (Touristenaufenthalt bis zu 90 Tagen) einladen? Sind Ihre Gäste visumspflichtig, ist hierfür zur Antragstellung bei einer deutschen Auslandsvertretung in der Regel die Vorlage einer Verpflichtungserklärung notwendig.

Was ist der Unterschied zwischen Familiennachzug und Familienzusammenführung?

Rechtlich steht bei der Migration aus familiären Gründen der Familiennachzug im Fokus, manchmal auch als Familienzusammenführung bezeichnet. Familiennachzug bedeutet, dass ausländische Familienmitglieder zu einer bereits in Deutschland lebenden Person nachziehen.

Wie viel muss man verdienen für eine Einladung?

Mindestens eines Ihrer Einkommen muss jedoch einen netto Betrag von 1470,00 Euro monatlich übersteigen.

Was prüft die Ausländerbehörde bei Familiennachzug?

"Die Ausländerbehörde und die Botschaft in Ihrem Herkunftsland prüfen, ob Ihr Antrag auf Familienzusammenführung vollständig ist und Sie die Berechtigung für den Familiennachzug erhalten.

Wie kann ich meine Eltern nach Deutschland holen?

Der Familiennachzug zu Drittstaatsangehörigen ist möglich, wenn der bereits in Deutschland lebende Familienangehörige im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis , Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU oder Niederlassungserlaubnis ist, über ausreichenden Wohnraum verfügt und der Lebensunterhalt gesichert ist.

Welche Menschen dürfen nicht abgeschoben werden?

Erkrankte Menschen dürfen nicht abgeschoben werden, wenn dadurch ihr Leben gefährdet wird oder ihr Gesundheitszustand sich schwerwiegend zu verschlechtern droht.

Was sind Härtefälle beim Familiennachzug?

Umstände, die einen Härtefall begründen, müssen sich stets aus individuellen Besonderheiten des Einzelfalls ergeben ( z.B. Krankheit, Behinderung, Pflegebedürftigkeit, psychische Not). Keinen Härtefall begründen z.B. ungünstige schulische, wirtschaftliche, soziale und sonstige Verhältnisse im Heimatstaat.

Wie groß muss die Wohnung für einen Familiennachzug sein?

Für den Familiennachzug muss die Wohnung ausreichend groß sein, meist nach dem Standard von 12 qm pro Person über 6 Jahren und 10 qm pro Person unter 6 Jahren, wobei Nebenräume wie Bad und Küche mitbenutzt werden können. Eine geringfügige Unterschreitung (ca. 10%) ist oft akzeptabel. Es gibt jedoch Ausnahmen, etwa für Inhaber bestimmter Aufenthaltstitel (z. B. Blaue Karte EU, Fachkräfte), die diesen Nachweis oft nicht erbringen müssen.
 

Wann bin ich ein Härtefall?

Als Härtefall gilt, wer die monatliche Einkommensgrenze von 1.358 Euro brutto nicht überschreitet (alle Werte Stand 2023). Wer mit Angehörigen wie Ehegatten, eingetragenem gleichgeschlechtlichem Lebenspartner oder familienversichertem Kind zusammenlebt, hat eine höhere Bemessungsgrenze von 1.867,25 Euro.

Was sind Härtefallgründe?

Gründe für einen Härtefallantrag sind meist außergewöhnliche, schwerwiegende und nicht selbst verschuldete Notsituationen, die eine sofortige Zulassung zum Studium oder eine Prüfungswiederholung zwingend erforderlich machen, wie z.B. schwere Krankheiten oder Behinderungen, Pflichten in der Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen, familiäre Schicksalsschläge (Tod eines nahen Verwandten), drohende Obdachlosigkeit oder die Unmöglichkeit, die Wartezeit zu überbrücken. Wichtig ist, dass die Umstände die Erfolgschancen erheblich beeinträchtigen und nicht nur allgemeine Nachteile darstellen, wobei eine genaue Belegung durch Atteste oder offizielle Dokumente erforderlich ist.
 

Was ist eine unzumutbare Härte?

Unzumutbare Härte ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der eine Situation beschreibt, in der eine rechtliche Konsequenz (z.B. eine Scheidung, Kündigung) für eine Partei aufgrund außergewöhnlicher, schwerer Umstände unverhältnismäßig belastend wäre, sodass das Festhalten am Normalfall unzumutbar ist, was eine Ausnahme rechtfertigt, wie z.B. bei Gewalt, schwerem Missbrauch oder medizinisch begründeten Notlagen. Entscheidend ist immer die Abwägung aller Umstände im Einzelfall, wobei die Härte deutlich über das hinausgehen muss, was bei "normalen" Schwierigkeiten zu erwarten wäre.