Kann ich meinen Kindesunterhalt reduzieren, wenn ich meine Arbeitszeit reduziere?

Gefragt von: Herr Waldemar Krug B.Eng.
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Eine Reduzierung der Arbeitszeit führt nicht automatisch zu weniger Kindesunterhalt. Bei minderjährigen Kindern besteht eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit, was bedeutet, dass Gerichte bei freiwilliger Arbeitszeitverkürzung oft ein fiktives Einkommen anrechnen, das dem früheren Niveau entspricht. Eine Anpassung ist nur möglich, wenn die Reduzierung nicht mutwillig ist, sondern auf triftigen, nicht vorwerfbaren Gründen beruht, und erfordert meist eine Abänderungsklage.

Kann ich Unterhalt zahlen, wenn ich weniger arbeite?

Antwort: Kurzarbeit, Freistellung oder sogar eine Kündigung können schnell Ebbe im Geldbeutel verursachen. Ändert sich das Einkommen des Unterhaltsschuldners, kann die Höhe des zu zahlenden Kindesunterhalts angepasst werden. Einfach so weniger oder gar nichts mehr zahlen, sollten Sie aber lieber nicht.

Wie kann man den Kindesunterhalt verringern?

Um den Kindesunterhalt zu verringern, müssen Sie eine Abänderungsklage beim Familiengericht einreichen, wenn sich Ihre Einkommensverhältnisse wesentlich geändert haben, und können Ihr unterhaltsrelevantes Einkommen durch bestimmte berufsbedingte Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel) oder Altersvorsorge (Riester, BU-Versicherung) mindern, die von der Einkommensberechnung abgezogen werden können. Auch das Wechselmodell (hälftige Betreuung) kann die Zahlungspflicht reduzieren.
 

Kann ich meinen Unterhalt reduzieren, wenn mein Kind arbeitet?

Eltern sind gegenüber ihren Kindern unterhaltspflichtig. Die Unterhaltspflicht beruht dabei darauf, dass das Kind finanziell bedürftig ist. Verfügt das Kind über ein eigenes Einkommen, ist das Einkommen im Regelfall auf den Unterhalt anzurechnen und reduziert seine Bedürftigkeit.

Wann kann der Kindesunterhalt reduziert werden?

Für ein Kind zwischen 12 und 17 Jahren liegt der Satz beispielsweise bei 649 € in der ersten Stufe und bei 812 € in der sechsten Stufe. Ab 18 Jahren gelten höhere Beträge, da der Bedarf volljähriger Kinder in der Regel steigt. Die tatsächliche Zahlung reduziert sich durch die Anrechnung des hälftigen Kindergeldes.

Reducing maintenance payments with special expenses – Hasselbach Law Firm

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Wann muss der Vater weniger Unterhalt zahlen?

Elternteile, die sich mehr als 29 und weniger als 50 Prozent an der Betreuung beteiligen, sollen finanziell entlastet werden. Derzeit müssen diese Elternteile dem Ministerium zufolge den vollen Unterhalt mit nur sehr geringen Abschlägen zahlen.

Wie kann ich meinen Unterhalt herabsetzen lassen?

Um den Unterhalt herabzusetzen, muss meist ein gerichtlicher Antrag auf Abänderung eines bestehenden Unterhaltstitels gestellt werden, da sich Ihre Einkommens- oder Lebensverhältnisse (z.B. Arbeitslosigkeit, Krankheit) wesentlich geändert haben. Spezifische Ausgaben wie berufsbedingte Kosten, Fahrtkosten und Schulden können das unterhaltsrelevante Einkommen reduzieren, um die Last zu senken, aber eine Herabsetzung des Ehegattenunterhalts (Nachehelicher Unterhalt) kann auch nach § 1578b BGB wegen Unbilligkeit (ungerechter Härte) erfolgen, wenn die Ehepartner ihre Karriere für die Familie zurückgestellt haben. 

Ist man verpflichtet, Vollzeit zu arbeiten?

Ihr Arbeitnehmer ist grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, Gründe zu nennen, weshalb er nicht mehr in Vollzeit beschäftigt sein möchte. Nach Ihrer Zustimmung, sollte dann auch der Arbeitsvertrag entsprechend angepasst werden.

Wie viel Geld muss mir übrig bleiben, wenn ich Unterhalt zahlen muss?

Wenn Sie Unterhalt zahlen müssen, bleibt Ihnen ein fester Betrag übrig, der sogenannte Selbstbehalt, der je nach Empfänger (Kind, Ehepartner, Eltern) und Ihrer Erwerbstätigkeit variiert; dieser Betrag liegt oft zwischen 1.450 € (erwerbstätig) und 1.750 € (für volljährige Kinder), wobei die genaue Höhe von der Düsseldorfer Tabelle 2025 und Ihrem Nettoeinkommen abhängt. 

Wird Kindergeld gekürzt, wenn das Kind arbeitet?

Ja, Kindergeld kann gekürzt oder gestrichen werden, wenn ein Kind arbeitet, aber das hängt stark vom Alter, der Art der Tätigkeit und der Ausbildungsphase ab: Für Kinder unter 18 Jahren gibt es keine Einkommensgrenze, solange das Jugendarbeitsschutzgesetz beachtet wird, aber nach der ersten Ausbildung (ab ca. 21/25 Jahren) wird Kindergeld gestrichen, wenn das Kind mehr als 20 Wochenstunden arbeitet – unabhängig vom Verdienst. 

Was kann der Vater vom Kindesunterhalt abziehen?

Einkommensberechnung beim Unterhalt: Was kann abgezogen werden?

  • Abschreibungen. Grundsätzlich ja. ...
  • Altersversorgung. Ja. ...
  • Arbeitskleidung. Siehe unter “berufsbedingte Aufwendungen”.
  • Arbeitsmittel. ...
  • Arbeitslosen-Versicherung. ...
  • Berufsbedingte Aufwendungen. ...
  • Berufsunfähigkeits-Versicherung. ...
  • Beiträge zu Berufsverbänden.

Wann darf der Vater den Unterhalt kürzen?

Ein Vater darf Kindesunterhalt nicht einfach eigenmächtig kürzen, sondern nur unter strengen Voraussetzungen und meist nur nach gerichtlicher Anpassung eines Titels, z.B. wenn sich das Kind für längere Zeit (mehr als ca. 10 Tage/Monat) beim umgangsberechtigten Elternteil aufhält (reduzierter Barunterhalt), das eigene Einkommen unter den Selbstbehalt fällt, das Kind eigene Einkünfte hat oder sich ein sittliches Verschulden des Kindes ergibt (z.B. Sucht). Ohne gerichtliche Abänderung drohen Zwangsvollstreckungen, auch wenn der Unterhaltspflichtige weniger verdient.
 

Kann man den Kindesunterhalt privat regeln?

Kann man Unterhalt privat regeln? Selbstverständlich dürfen Sie nach Ihrer Trennung oder Scheidung den Unterhalt auch privat regeln. Sie können im gegenseitigen Einvernehmen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin vereinbaren, dass und in welcher Höhe Sie Unterhalt fordern bzw. was Sie an Unterhalt zahlen.

Hat man ein Recht auf Reduktion der Arbeitszeit?

Ja, Sie können Ihre Arbeitszeit reduzieren, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen (mind. 6 Monate im Betrieb, Arbeitgeber mit >15 Mitarbeitern), indem Sie einen formellen Antrag stellen, der den gewünschten Zeitraum (mind. 1 Jahr) und Umfang nennt; der Arbeitgeber muss zustimmen, kann aber betriebliche Gründe anführen, um abzulehnen, was oft eine Einigung oder rechtliche Klärung erfordert, besonders bei "Brückenteilzeit" in größeren Firmen. 

Wird ein Nebenjob beim Kindesunterhalt angerechnet?

Ja, Nebeneinkünfte aus einem Nebenjob werden beim Kindesunterhalt grundsätzlich angerechnet, mindern also den Unterhaltsanspruch, aber die Details hängen vom Alter des Kindes, der Art der Tätigkeit und dem Einzelfall ab, wobei bei Schülern oft nur geringfügige Einkommen berücksichtigt werden, während bei volljährigen Kindern (z.B. Studenten, Auszubildenden) ein größerer Teil des Verdienstes zur Deckung des eigenen Bedarfs herangezogen wird. Es gibt Freibeträge und Pauschalen, und bei überobligatorischen (freiwilligen) Jobs des Unterhaltspflichtigen wird oft nur ein Teil angerechnet. 

Wie hoch ist der Kindesunterhalt bei einem Nettoeinkommen von 2000 €?

Bei 2.000 € Nettoeinkommen hängt der Unterhalt vom Alter des Kindes ab (Düsseldorfer Tabelle), liegt aber oft bei ca. 400-500 € für jüngere Kinder (nach Kindergeldabzug), während für den Ehegattenunterhalt der Selbstbehalt von ca. 1.600 € (bei Erwerbstätigkeit) berücksichtigt wird, sodass dann nur ein Restbetrag (ca. 400 €) gezahlt werden müsste, wenn der Unterhaltspflichtige arbeitet. 

Was ist, wenn der Vater nicht genug Unterhalt zahlen kann?

Wenn der Unterhaltspflichtige zunächst nicht zahlen will oder kann, besteht die Möglichkeit einen Unterhaltsvorschuss bei der jeweiligen Unterhaltsvorschusskasse zu beantragen. Diese ist in der Regel beim Jugendamt, zuweilen aber auch beim Sozialamt angegliedert.

Wird die Miete beim Unterhalt berücksichtigt?

Ja, Miete wird beim Unterhalt berücksichtigt, aber unterschiedlich je nach Situation: Beim Unterhaltspflichtigen ist ein Teil der Miete (Warmmiete bis ca. 520 €) bereits im Selbstbehalt enthalten, während mietfreies Wohnen (z.B. in einer eigenen Immobilie) als Einkommen (Wohnvorteil) hinzugerechnet wird, was den Unterhaltsbedarf erhöht, wenn es günstiger ist als Mieten. Zahlt ein getrennt Lebender weiter Miete für die alte Wohnung, können diese Kosten geltend gemacht werden. 

In welchen Fällen entfällt die Unterhaltspflicht?

Man muss keinen Unterhalt zahlen, wenn man leistungsunfähig ist (Eigenbedarf gedeckt), das Kind selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium und mit eigenem Einkommen), das Kind schwere Verfehlungen begeht, eine Ausbildung abbricht (ohne triftigen Grund), sich „auf Weltreise“ begibt oder eine verfestigte Partnerschaft mit eigenem Einkommen eingeht, sowie bei bestimmten Einkommensgrenzen für den Elternunterhalt (z.B. 100.000 € brutto bei den Sozialhilfeträgern). 

Sind 35 Stunden Vollzeit oder Teilzeit?

35 Stunden sind in Deutschland oft eine Vollzeit-Äquivalenz oder vollzeitnahe Teilzeit, abhängig von der Branche und dem Unternehmen (meist 35-40 Std. Vollzeit), aber gesetzlich gilt jede Stundenzahl unter der betriebsüblichen Vollzeit als Teilzeit, also können 35 Stunden auch Teilzeit sein, wenn die Vollzeit 40 Stunden beträgt, während es in der Metallindustrie als Standard-Vollzeit zählt. Es gibt keine feste gesetzliche Definition für Vollzeit oder Teilzeit, die Grenze ist variabel. 

Kann ich gezwungen werden, mehr zu arbeiten, um Unterhalt zu zahlen?

Unterhaltspflichtige können die Zahlung von Unterhalt nicht mit der Begründung vermeiden, dass sie nichts oder zu wenig zu verdienen. Sie müssen vielmehr ihre Arbeitskraft aktiv und in zumutbarem Umfang einsetzen, um den geschuldeten Unterhalt für ihre Kinder und ggf. weiterer Berechtigter sicherzustellen.

Wann zahlt Vater weniger Unterhalt?

Trotzdem kann der umgangsberechtigte Elternteil den Barunterhalt u.U. teilweise kürzen, soweit durch den ausgedehnten Unterhallt beim betreuenden Elternteil eine Ersparnis ergibt. Ein solcher Fall kann vorliegen, wenn sich das Kind an mehr als 10 Tagen im Monat beim anderen Elternteil aufhält.

Was kostet eine Abänderungsklage Kindesunterhalt?

Die zu zahlenden Anwalts- und Gerichtsgebühren richten sich bei einer Abänderungsklage nach dem Jahresbetrag der mit der Klage geltend gemachten Unterhaltsdifferenz. Bei einer monatlichen Veränderung von 250,00 € ergibt sich somit ein Streitwert von 3.000,00 €.

Was ist alles abzugsfähig bei Kindesunterhalt?

Kindesunterhalt kann als sogenannte „außergewöhnliche Belastung“ in der Steuererklärung abgesetzt werden, wobei der Höchstbetrag für 2024 bei 11.784 € und für 2025 bei 12.096 € liegt – dies gilt aber nur, wenn das Kind eigenes Einkommen über 624 € pro Jahr hat, was zu einer Verrechnung führt. Beim Berechnen des unterhaltsrelevanten Einkommens gibt es abzugsfähige Kosten wie berufsbedingte Aufwendungen (z.B. Fahrtkosten über die Kilometerpauschale), notwendige Kredite, Beiträge zur Altersvorsorge (z.B. Riester-Rente) und Kosten für eine angemessene Ausbildung.