Kann ich zur Rente Bürgergeld beantragen?
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Nein, wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und eine Altersrente bezieht, kann kein Bürgergeld beantragen, da Bürgergeld für erwerbsfähige Personen gedacht ist, die die Rente noch nicht erreichen. Stattdessen müssen bedürftige Rentner bei zu geringer Rente die Grundsicherung im Alter beim Sozialamt beantragen, was eine separate Leistung ist, die den Lebensunterhalt sichern soll.
Welcher Rentner hat Anspruch auf Bürgergeld?
Sie können Bürgergeld erhalten, wenn Sie erwerbsfähig und leistungsberechtigt sind und damit mindestens folgende Bedingungen erfüllen: Sie sind mindestens 15 Jahre alt und Sie haben die Altersgrenze für Ihre Rente noch nicht erreicht. Sie wohnen in Deutschland und haben hier Ihren Lebensmittelpunkt.
Wie niedrig muss die Rente sein, um Grundsicherung zu bekommen?
Um Grundsicherung zu bekommen, muss Ihr gesamtes monatliches Einkommen unter dem Grundsicherungsbedarf liegen – als Faustregel empfiehlt die Deutsche Rentenversicherung, dass Sie Ihren Anspruch prüfen lassen sollten, wenn Ihr Einkommen als Alleinstehender unter ca. 1.062 Euro (Stand: Ende 2024) liegt, da dies knapp über dem Existenzminimum (aktuell ca. 995 €) und dem notwendigen Bedarf ist. Entscheidend ist, dass Ihre Rente plus weitere Einkünfte (z.B. aus Vermietung, aber auch Freibeträge von der Grundrente) Ihren tatsächlichen Bedarf nicht decken und Ihr Vermögen unter dem Schonvermögen von 10.000 € (Alleinstehende) liegt.
Kann ich meine Rente durch Bürgergeld aufstocken?
Bedürfte können mit Bürgergeld nicht Ihre Rente aufstocken. Allerdings haben Sie eventuell Anspruch auf Grundsicherung. Personen, die Altersrente beziehen, können ihre Rente nicht durch eine Bürgergeld-Aufstockung ergänzen, weil diese gemäß § 7 SGB II ausschließlich für Erwerbsfähige vorgesehen ist.
Welche Leistungen kann ich beantragen, wenn meine Rente zu wenig ist?
Wenn Ihre Rente zu niedrig ist, können Sie vor allem die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beim Sozialamt beantragen, um Ihren Lebensunterhalt zu sichern. Zusätzlich gibt es das Wohngeld für Mietzuschüsse, den Grundrentenzuschlag direkt von der Rentenversicherung, falls Sie lange eingezahlt, aber wenig verdient haben, und weitere Hilfen wie den Wohnberechtigungsschein (WBS) oder lokale Unterstützung.
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Welche Gelder kann man beantragen, wenn die Rente nicht reicht?
Leistungen zum Thema Alter & Ruhestand
- Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Wenn Sie Rente beziehen oder dauerhaft erwerbsgemindert sind und ihr Geld nicht zum Lebensunterhalt ausreicht, können Sie diese Art der Grundsicherung beantragen. ...
- Wohngeld. ...
- Wohnberechtigungsschein (WBS) ...
- Bestattungskostenhilfe.
Wie niedrig muss die Rente sein, um Wohngeld zu bekommen?
Faustregel: Wer als alleinstehende Person lediglich als Einkommen eine Rente von unter 1000 Euro netto vorweisen kann, wird vom Sozialamt in der Regel kein Wohngeld bekommen, sondern an die staatliche Grundsicherung für Rentner verwiesen.
Kann ich Bürgergeld beantragen, wenn meine Rente zu wenig ist?
Falls Sie über zu wenig Geld für Ihren Lebensunterhalt verfügen, können Sie möglicherweise einen Anspruch auf Bürgergeld haben. Um es zu erhalten, müssen Sie entweder mit einem Bürgergeldbezieher in einer Bedarfsgemeinschaft leben oder generell erwerbsfähig sein.
Wie hoch darf die Rente sein, um Aufstockung zu bekommen?
Grundsicherung beantragen, um eine kleine Rente aufzustocken
Auch Kosten für Wohnung und Heizung sowie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge können unter Umständen übernommen werden. Ein Richtwert besagt, dass Sie den Antrag auf Grundsicherung stellen sollten, wenn Ihr gesamtes Einkommen unter 1.062 Euro liegt.
Wie hoch ist die Armutsgrenze bei Rentnern?
Die Armutsgrenze für Rentner in Deutschland liegt bei etwa 60 % des Medianeinkommens der Gesamtbevölkerung, was für Alleinstehende um die 1.378 € Netto (Stand 2024) liegt, wobei neuere Zahlen um die 1.314 € (2025) genannt werden, und ein wachsender Anteil der Senioren, besonders Frauen, von Armut bedroht ist und zunehmend Grundsicherung benötigt wird, da viele Renten unter dieser Schwelle liegen.
Habe 1000 Euro Rente, bekomme ich Grundrente?
Mit 1000 € Rente könnten Sie Grundrente bekommen, wenn Sie lange gearbeitet haben (mind. 33 Jahre), aber nur wenig verdient haben, da die Grundrente ein Zuschlag ist – sie wird automatisch geprüft von der Deutschen Rentenversicherung, Sie müssen sie nicht beantragen. Wenn Ihr Einkommen (inkl. eigener Rente) unter den Freibeträgen liegt, erhalten Sie den Zuschlag (Alleinstehende bis ca. 1375 €), bei höherem Einkommen wird er teilweise angerechnet, aber Sie können auch Anspruch auf Grundsicherung haben, wenn Ihre Rente zum Leben nicht reicht (oft bei unter 1062 €).
Wie hoch ist das Existenzminimum für Rentner?
Das Existenzminimum für Rentner in Deutschland wird durch die Grundsicherung im Alter abgedeckt und setzt sich zusammen aus einem Regelsatz für den laufenden Bedarf (für Alleinstehende ca. 563 € monatlich für 2024/2025) und den angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung (Warmmiete), die zusätzlich übernommen werden; hinzu können Mehrbedarfe kommen, sodass sich der Gesamtbetrag individuell ergibt und deutlich über dem Regelsatz liegt, um Armut zu vermeiden.
Wer hilft, wenn die Rente nicht reicht?
Altersarmut: Antrag auf Grundsicherung im Alter
Zuständig ist das Amt für Soziales (auch: Sozialamt). Tipp: Wer sich nicht sicher ist, ob die eigene Rente zum Leben reicht, kann sich kostenfrei bei der Deutschen Rentenversicherung ( DRV ) beraten lassen.
Wie hoch darf die Rente sein, um Grundsicherung zu beantragen?
Um Grundsicherung zu bekommen, darf Ihr monatliches Gesamteinkommen (inkl. Rente) als Faustregel unter etwa 1.062 € (Stand 2024/2025) liegen, wobei das Sozialamt genau prüft, ob Ihr Einkommen unter dem maßgeblichen Existenzminimum liegt und ob Sie Vermögen haben; bei Verheirateten gilt der Wert für beide Partner. Das Existenzminimum 2025 beträgt 995 € pro Monat für eine Person, aber Freibeträge und Abzüge (z.B. für die Grundrente) müssen berücksichtigt werden.
Wer hat keinen Anspruch auf Bürgergeld?
Keinen Anspruch auf Bürgergeld haben in der Regel Personen, die das Rentenalter erreicht haben, nicht in Deutschland leben, nicht erwerbsfähig sind (weniger als 3 Stunden täglich arbeiten können), über ausreichend verwertbares Vermögen verfügen, Studierende (vorrangig BAföG), Asylsuchende (vorrangig Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz) oder Personen, deren Bedarf durch Einkommen der Bedarfsgemeinschaft gedeckt wird, sowie Auszubildende in Wohnheimen.
Wie wird die Rente auf das Bürgergeld angerechnet?
Renten und andere Einkommen
Einige Einkommen werden dagegen nicht auf das Bürgergeld angerechnet. Dazu zählen beispielsweise die Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz, das Blindengeld oder das Pflegegeld bei Vollzeitpflege.
Was kann man zusätzlich zur Rente beantragen?
Zusätzlich zur Rente können Sie staatliche Leistungen wie die Grundsicherung im Alter (bei geringem Einkommen) oder Wohngeld beantragen, um Ihren Lebensunterhalt zu sichern, sowie den Grundrentenzuschlag (automatisch geprüft), wenn Sie lange gearbeitet, aber wenig verdient haben; zudem gibt es Möglichkeiten zur betrieblichen Altersvorsorge (z.B. über den Arbeitgeber), Riester- oder Rürup-Rente (private Aufstockung), und eventuell Zuschüsse zur Krankenversicherung, sowie kommunale Angebote wie den Seniorenpass.
Welche Leistungen zahlt das Sozialamt, wenn die Rente nicht reicht?
Wenn die Rente nicht reicht, zahlt das Sozialamt die sogenannte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, die den Regelsatz (z.B. 563 € für Alleinstehende 2025) sowie angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung übernimmt, um den Lebensunterhalt zu sichern. Zusätzlich können Mehrbedarfe (z.B. bei Krankheit) und in Härtefällen auch einmalige Beihilfen oder Leistungen für Pflegekosten gezahlt werden.
Wie kann ich als Rentner meine Rente aufstocken?
Um als Rentner die Rente aufzustocken, gibt es mehrere Wege: Arbeiten bei vollen Rentenbezügen (unbegrenzt), Beantragung von Grundsicherung im Alter bei Bedürftigkeit, Nutzung des Grundrentenzuschlags (falls erfüllt), oder freiwillige Beiträge nachzahlen/vorausbezahlen (wenn noch möglich), um Rentenlücken zu schließen. Auch Wohngeld kann eine Option sein, wenn die Rente nicht ausreicht.
Bei welcher Rente bekommt man Bürgergeld?
Das Bürgergeld können alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen erhalten, die das 15. Lebensjahr vollendet und die Altersgrenze der Regelaltersrente. noch nicht erreicht haben. Das Bürgergeld kommt in Frage, wenn kein Anspruch auf das Arbeitslosengeld I (ALG I) besteht oder wenn der ALG-I-Anspruch erschöpft ist.
Wie niedrig darf die Rente sein, um Wohngeld zu bekommen?
Um die Sache zu vereinfachen, hier eine Faustformel: RentnerInnen haben in der Regel Anspruch auf Wohngeld, die eine Rente in Höhe des Mindestlohns beziehen. Dieser beträgt derzeit 12,41 Euro und steigt 2025 auf 12,82 Euro. Für 2024 wären das Pi mal Daumen laut Hanseatic Bank 2.151 Euro brutto monatlich.
Wie lange kann man von 100.000 Euro im Ruhestand leben?
Von 100.000 € können Sie je nach Ausgaben, Anlagestrategie und ob Sie das Kapital verbrauchen oder nur die Zinsen nutzen, unterschiedlich lange leben; bei hohem Konsum reichen die 100.000 € nur für wenige Jahre, während Sie bei moderater Entnahme (z.B. 4 % Regel) mit 4.000 €/Jahr auskommen, was für ca. 30 Jahre reichen kann, oder bei reiner Zinsnutzung (z.B. 3 % Rendite) eine lebenslange, aber geringe monatliche Rente erhalten können, die durch Inflation gemindert wird.
Welche Gelder stehen mir als Rentner zu?
Rentner können verschiedene Zuschüsse beantragen, darunter Wohngeld (für Mieter) oder Lastenzuschuss (für Eigentümer) bei geringem Einkommen, einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung, das neue Pflegeentlastungsbudget (bis 3.539 €/Jahr) und gegebenenfalls Mütterrente. Auch eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag oder Hilfen über lokale Angebote wie die Tafeln sind möglich, wenn Bedürftigkeit besteht. Bei sehr geringer Rente kann auch eine Grundsicherung in Frage kommen.
Welche Leistungen stehen Rentnern zu?
Ermäßigung der Gemeindesteuer. Kostenlose Fernsehgebühren für Personen ab 75 Jahren. Unterstützung bei zahnärztlichen Behandlungen im Rahmen des staatlichen Gesundheitsdienstes (NHS), Brillen und Fahrtkosten zu Krankenhausbesuchen, wenn Sie den Garantiezuschuss (Teil der Rentengutschrift) erhalten. Unterstützung bei Ihren Heizkosten durch das Programm „Warm Home Discount“.