Kann man Anwaltskosten für eine Scheidung von der Steuer absetzen?

Gefragt von: Ilka Petersen
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Seit 2013 sind Scheidungskosten grundsätzlich nicht mehr steuerlich absetzbar. Zu den nicht abziehbaren Kosten zählen unter anderem Anwalts-, Gerichts-, Gutachter- und Fahrtkosten. Eine Ausnahme besteht nur, wenn ohne die Aufwendungen die Existenzgrundlage gefährdet wäre – was in der Praxis äußerst selten ist.

Kann man Anwaltskosten von der Steuer absetzen bei Scheidung?

Scheidungskosten nicht von der Steuer absetzbar

Die Finanzgerichte der einzelnen Länder waren sich deswegen zunächst uneinig, doch der Bundesfinanzhof (BFH), Deutschlands höchstes Gericht für Steuern, fällte 2017 ein endgültiges Urteil: Scheidungskosten lassen sich nicht absetzen (Urteil vom 18.05.2017, VI R 9/16).

Welche Anwaltskosten sind steuerlich absetzbar?

Beruflich bedingte Anwaltskosten im Arbeitnehmerverhältnis

  • Rechtsstreit wegen einer Kündigung.
  • Verhandlung über eine Abfindung.
  • Durchsetzung von Gehaltsansprüchen oder Bonuszahlungen.
  • Streit mit dem Arbeitgeber über ein Arbeitszeugnis.
  • Beratung bei der Durchsetzung von Elternzeit, Teilzeit oder Mutterschutzrechten.

Kann ich Scheidungskosten von der Steuer absetzen?

Das Wichtigste in Kürze: Kann ich die Scheidungskosten absetzen? Seit dem 01. Januar 2013 gilt: Scheidungskosten können nicht von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Ausnahme: Prozesskosten können dann abgesetzt werden, wenn die Aufwendungen die Existenzgrundlage des Steuerpflichtigen gefährden würden.

Kann man Anwaltskosten von der Steuer absetzen im Familienrecht?

Rechtsanwaltskosten im Familienrecht sind für die Steuererklärung in den meisten Fällen nicht absetzbar. Das liegt daran, dass solche Kosten in der Regel der privaten Lebensführung zugeordnet werden.

Einvernehmliche Scheidung - So geht´s

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Sind Anwaltskosten für Unterhalt steuerlich absetzbar?

Kosten für einen Unterhaltsrechtsstreits kann der Unterhaltsempfänger als Werbungskosten steuermindernd geltend machen. Voraussetzung ist, dass der Unterhaltsschuldner den Unterhalt als Sonderausgabe abziehen darf und der Unterhaltsempfänger den Unterhalt als Einnahme versteuert (sogenanntes Realsplitting).

Was sind nicht abzugsfähige Anwaltskosten?

Anwaltskosten, die einer der Parteien im Rahmen der Aushandlung einer Trennungsvereinbarung oder der Durchführung eines Scheidungsverfahrens entstehen, sind nicht abzugsfähig. Ebenso sind Kosten, die zur Festlegung des Sorgerechts oder des Umgangsrechts gezahlt werden, von keinem Elternteil abzugsfähig.

Welche Steuererstattungen gibt es nach einer Scheidung?

Steuererstattungen: Wer hat Anspruch? Erhält ein Ehegatte eine Steuererstattung nach einer Trennung, bleibt diese Auszahlung wirksam, auch wenn sie beide Ehepartner betrifft (§ 36 Abs. 4 Satz 3 EStG). Die Ehegatten müssen sich dann im Innenverhältnis selbst über die Verteilung der Steuererstattung einigen.

Welche Gelder sind bei einer Scheidung unantastbar?

Vermögen, das Sie nicht selbst erwirtschaftet haben, wie beispielsweise eine Schenkung oder Erbschaft, die einer von Ihnen während der Ehe erhalten hat, zählt nicht zum gemeinschaftlichen Vermögen . Ein Darlehen zur Finanzierung der Ausbildung eines Ehepartners (Studienschulden) wird in der Regel wie dessen persönliches Vermögen behandelt. Nach der Scheidung ist dieser Ehepartner für die Rückzahlung seiner Studienschulden verantwortlich.

Welche Unterhaltszahlungen sind steuerlich absetzbar?

Wenn Sie gesetzlich verpflichtet sind, jemandem Unterhalt zu zahlen, dann können Sie diesen Unterhalt von der Einkommensteuer absetzen als "außergewöhnliche Belastung". Das kann zum Beispiel der Unterhalt sein für Ihre Eltern, Ihre älteren Kinder sowie geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehepartner.

Sind Anwaltskosten als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar?

Private Anwaltskosten sind grundsätzlich nicht steuerlich absetzbar, es sei denn, sie werden als außergewöhnliche Belastungen anerkannt. Das bedeutet, dass du ohne die rechtliche Auseinandersetzung in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten würdest.

Welche privaten Kosten kann man von der Steuer absetzen?

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du einige private Kosten steuerlich absetzen. Dazu zählen zum Beispiel: Krankheitskosten, Unterhaltsleistungen, Spenden, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, Kinderbetreuungskosten, Schulgeld, Kirchensteuer und Beiträge zu einem Riester-Vertrag.

Wann kann ich Anwaltskosten geltend machen?

Ein Anwalt kann sofort nach Mandatserteilung einen Vorschuss für seine zu erwartenden Gebühren und Auslagen verlangen, auch wenn die eigentliche Vergütung erst mit Abschluss der Sache fällig wird (§ 8, 9 RVG). Für eine Erstberatung bei Verbrauchern gilt eine Obergrenze von 190 € (zzgl. USt.), sofern keine niedrigere Vereinbarung getroffen wird. Bei Bedürftigkeit können Beratungs- oder Prozesskostenhilfe beantragt werden, um Kosten zu vermeiden oder zu reduzieren. 

Wann sind Anwaltskosten steuerlich absetzbar?

Paragraph 33 EStG legt fest, dass private Anwaltskosten nur dann absetzbar sind, wenn sie eine zumutbare Belastung überschreiten und unvermeidbar sind. Paragraph 9 EStG beschreibt, dass beruflich bedingte Anwaltskosten als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Wie viel kostet eine Scheidung, wenn beide einverstanden sind?

Eine einvernehmliche Scheidung ist günstiger und kostet oft nur wenige hundert bis etwa 2.000 - 2.500 Euro für beide Partner zusammen, da nur ein Anwalt benötigt wird, der die Kosten teilt, und die Gerichtskosten ebenfalls geteilt werden. Die genauen Kosten hängen vom monatlichen Nettoeinkommen beider Eheleute ab, da diese den sogenannten „Streitwert“ bestimmen, der die Gebühren für Anwalt und Gericht festlegt. Mit nur einem Anwalt können die Gesamtkosten auf ca. 1.600 € (Anwalt: ca. 1.200 €, Gericht: ca. 400 €) sinken, wenn beide Partner die Kosten teilen. 

Sind Scheidungskosten außergewöhnliche Belastungen?

Scheidungskosten nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen abziehbar - Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt.

Wie viel Geld bekommt eine Ehefrau nach einer Scheidung?

Bei einer Scheidung bekommt die Frau je nach Situation Unterhalt (Trennungs- und nachehelicher Unterhalt, oft ca. 45% des bereinigten Nettoeinkommens des Ex-Partners), einen Ausgleich des während der Ehe erwirtschafteten Vermögens (Zugewinnausgleich) und eine hälftige Teilung der während der Ehe erworbenen Rentenansprüche (Versorgungsausgleich) – falls kein Ehevertrag etwas anderes regelt. Der konkrete Anspruch hängt von Einkommen, Ehedauer, Kinderbetreuung und Vermögensentwicklung ab.
 

Was zählt zum Vermögen bei Scheidung?

Bei einer Scheidung zählt zum Vermögen grundsätzlich alles, was Ihr Anfangsvermögen (bei der Heirat) und Ihr Endvermögen (am Tag der Zustellung des Scheidungsantrags) ausmacht, also Immobilien, Geld, Wertpapiere, Unternehmensanteile, aber auch Schulden; entscheidend für den Zugewinnausgleich ist die Differenz zwischen den beiden Werten, wobei Erbschaften und Schenkungen (in der Regel) ausgenommen sind, aber Wertsteigerungen von Immobilien (mit eigenem Geld angeschafft) mit einberechnet werden können. 

Was zählt alles als Einkommen bei der Scheidung?

Dabei wird das Einkommen jedes Ehepartners um die gesetzlichen Abgaben wie etwa Steuern, größere Schulden und den Kindesunterhalt bereinigt. Zusätzlich werden von den Erwerbseinkünften 10 % als sog. Erwerbstätigenbonus abgezogen. Anschließend werden beide Einkommen zusammengerechnet und die Summe halbiert.

Kann ich die Kosten für meine Scheidung steuerlich absetzen?

Seit 2013 sind Scheidungskosten grundsätzlich nicht mehr steuerlich absetzbar. Zu den nicht abziehbaren Kosten zählen unter anderem Anwalts-, Gerichts-, Gutachter- und Fahrtkosten. Eine Ausnahme besteht nur, wenn ohne die Aufwendungen die Existenzgrundlage gefährdet wäre – was in der Praxis äußerst selten ist.

Wird das Finanzamt bei Scheidung automatisch informiert?

Das Finanzamt muss nicht explizit über Ihre Trennung informiert werden. Eine separate Meldung über die Trennung oder Scheidung ist nicht erforderlich. Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre Steuerklassen entsprechend anpassen. Diese Anpassung der Steuerklassen signalisiert dem Finanzamt automatisch Ihre Trennung.

Was kann ich im Trennungsjahr von der Steuer absetzen?

Es erlaubt es dem Unterhaltspflichtigen, bis zu 13.805 Euro pro Jahr als Sonderausgaben abzusetzen (§ 10 Abs. 1a EStG). Zusätzlich können auch gezahlte Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung des Empfängers steuerlich berücksichtigt werden.

Können Anwaltskosten von den Steuern abgezogen werden?

Die Steuergesetze sehen keinen allgemeinen Abzug von Anwaltskosten vor.

Welche Anwaltskosten sind nicht erstattungsfähig?

Geldbußen, Strafen, Schadensersatz und die damit verbundenen Rechtskosten können nicht als Abzugsposten geltend gemacht werden, wenn die Strafen für Gesetzesverstöße verhängt wurden.

Kann man Beratungsgebühren von der Steuer absetzen?

Obwohl die Gebühren für Finanzberater nicht mehr absetzbar sind, gibt es Möglichkeiten, Ihre Steuerlast so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört beispielsweise die Nutzung steuerbegünstigter Konten wie eines 401(k)-Plans oder eines IRA für Investitionen.