Kann man Pflege von Angehörigen steuerlich absetzen?

Gefragt von: Klaus-Jürgen Voigt MBA.
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Ja, die Pflege von Angehörigen kann in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden. Es gibt zwei Hauptmöglichkeiten: den Pflege-Pauschbetrag und die Geltendmachung der tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen.

Kann ich die Pflege meiner Eltern von der Steuer absetzen?

Der Pflegepauschbetrag ist eine Steuervergünstigung für unentgeltlich pflegende Angehörige, die bei der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht wird. Er liegt bei 600 bis 1.800 Euro pro Kalenderjahr, je nach Pflegegrad oder Hilflosigkeit der Person. Die Pflege muss zuhause stattfinden.

Wer hat Anspruch auf den Pflegepauschbetrag?

Den Pauschbetrag bekommen Sie für die Pflege einer pflegebedürftigen Person ab dem Pflegegrad 2. Sie können ihn auch bekommen, wenn Sie eine Person mit dem Merkzeichen H für „hilflos“ im Schwerbehindertenausweis pflegen.

Welche Nachweise müssen bei Unterstützung von Angehörigen gemacht werden?

Diese Unterlagen müssen vorliegen:

  • Einkommensteuererklärung: Eine Anlage Unterhalt für jeden unterstützten Haushalt (vollständig ausgefüllt),
  • Nachweise für die Unterhaltszahlungen, z.B. Kontoauszüge (Nachweise für Unterhaltszahlungen sind nicht nötig, wenn die unterstützte Person in Ihrem Haushalt lebt).

Welche Pflegekosten kann ich steuerlich absetzen?

Krankheitsbedingte Pflegekosten werden als außergewöhnliche Belastungen steuerlich berücksichtigt. Neben Kosten für ärztlich verordnete Medikamente, Hilfsmittel, Kranken- und Heilgymnastik sind auch Kosten für eine ambulante Pflegekraft abziehbar.

Caring for relatives: Can I deduct care costs?

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Wie kann ich die Pflege von Angehörigen in meiner Steuererklärung geltend machen?

Wenn Sie pflegebedürftige Angehörige persönlich in Ihrem Haushalt oder im Haushalt der pflegebedürftigen Person pflegen, dann können Sie einen Pflege-Pauschbetrag bei der Einkommensteuer geltend machen. Der Pflege-Pauschbetrag mindert Ihr zu versteuerndes Einkommen. bei Pflegegrad 4 oder 5 1.800 Euro.

Kann ich die Heimkosten meiner Mutter steuerlich absetzen?

Ja, Investitionskosten sind als Teil der Heimkosten prinzipiell steuerlich absetzbar. In vielen Fällen können Sie die Heimkosten als „außergewöhnliche Belastungen“ geltend machen.

Kann man finanzielle Unterstützung für Verwandte von der Steuer absetzen?

Maximal können Sie pro Kalenderjahr 9.408 Euro an Unterhalt von der Steuer absetzen. Wenn die Person, an die Sie Unterhalt bezahlen, eigene Einkünfte oder Bezüge von mehr als 624 Euro pro Kalenderjahr hat, dann verringert sich der Betrag, den Sie von der Steuer absetzen können, entsprechend.

Welcher Nachweis für Pflegepauschbetrag?

Voraussetzungen für den Pflegepauschbetrag

Zum Nachweis muss die Pflegeperson beim ersten Antrag auf den Pflegepauschbetrag dem Finanzamt den Bescheid der Pflegekasse über den festgestellten Pflegegrad der von ihr gepflegten Person vorlegen oder eine Kopie des Schwerbehindertenausweises mit dem Merkzeichen H.

Kann ich die Kosten für Familienhilfe in meiner Steuererklärung geltend machen?

Wer seinen Angehörigen finanziell hilft, kann Unterhaltsleistungen bis zu 8 004 Euro pro Jahr als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend machen. Hierzu zählen Ausgaben für Wohnung, Kleidung, Ernährung oder Ausbildung.

Kann ich den Pflegepauschbetrag für meine eigene Person in Anspruch nehmen?

Wer eine Person selbst pflegt, kann unter bestimmten, engen Voraussetzungen den Pflege-Pauschbetrag in Anspruch nehmen. Der Pflege-Pauschbetrag beträgt pro Jahr 924 EUR (§ 33b Abs. 6 Satz 1 EStG).

Wer bekommt den Bonus für pflegende Angehörige?

Wenn Sie seit mind. 1 Jahr überwiegend in häuslicher Umgebung pflegen und Ihr durchschnittliches monatliches Netto-Einkommen im letzten Kalenderjahr nicht mehr als € 1.594,50 betrug, müssen Sie den Angehörigenbonus bei dem Pensionsversicherungsträger beantragen, der das Pflegegeld auszahlt.

Hat Pflegegrad Einfluss auf die Steuererklärung?

Der Pflegegrad bzw. die ehemalige Pflegestufe kann (und sollte) jedoch in der Steuererklärung angegeben werden. Das Pflegegeld wird in diesem Fall als Einnahme betrachtet, muss also in der Einkommensteuererklärung vermerkt werden.

Welche Pflegeaufwendungen kann ich für Angehörige von der Steuer absetzen?

Die Höhe des Pflegepauschbetrages richtet sich nach der vorliegenden Ausprägung der Pflegebedürftigkeit. Kümmern sich Angehörige um einen Menschen mit Pflegegrad 2, können Sie 600 Euro geltend machen, bei Pflegegrad 3 sind es 1.100 Euro. Für Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5 sind 1.800 Euro vorgesehen.

Wie wirkt sich der Pflegepauschbetrag auf die Steuer aus?

Der Pflegepauschbetrag entspricht einer Steuervergünstigung. Sie können diese bei Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Der Gesetzgeber ermöglicht den steuerlichen Vorteil für Personen, die nahe stehende, schwer eingeschränkte Menschen pflegen. Die Höhe des Pflegepauschbetrags richtet sich nach dem Pflegegrad.

Was steht mir zu, wenn ich meine Mutter Pflege?

Wenn Sie Ihre Mutter pflegen, stehen Ihnen je nach Pflegegrad Ihrer Mutter Pflegegeld (monatlich bis zu 990 €) oder Pflegesachleistungen (bis zu ca. 2.299 €) zu, außerdem haben Sie Anspruch auf Rentenversicherungsbeiträge (für spätere Rente), einen Entlastungsbetrag (125 € monatlich) sowie Verhinderungs-/Kurzzeitpflege und können Pflegeunterstützungsgeld für akute Ausfälle beantragen, wobei die genauen Beträge vom Pflegegrad abhängen und durch die Pflegekasse abgerechnet werden. 

Was kann ich als pflegender Angehöriger von der Steuer absetzen?

Pflegepauschbeträge für häusliche Pflege: Pflegegrad 1 = kein Betrag, Pflegegrad 2 = 600 €, Pflegegrad 3 = 1.100 €, Pflegegrad 4 und 5 jeweils 1.800 € jährlich. Der Pauschbetrag kann steuerlich geltend gemacht werden.

Was meldet die Pflegekasse an das Finanzamt?

Die Krankenkassen melden die Höhe der durch ihre Mitglieder selbst gezahlten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an das Finanzamt. Die Meldung umfasst vor allem Beitragszahlungen zur freiwilligen Krankenversicherung, als Student oder aus Versorgungsbezügen.

Werden Pflegepersonen überprüft?

Die Anwesenheit der privaten Pflegeperson ist von der Krankenkasse vorgeschrieben. Bei den Pflegegraden 1, 2, 3 isst eine halbjährliche Überprüfung vorgeschrieben, bei den Pflegegraden 4 und 5 eine vierteljährliche Überprüfung.

Was kann ich alles von der Steuer absetzen als Familie?

Steuervorteile für Eltern

  • Kinderfreibetrag.
  • Kinderbetreuungskosten.
  • Schulgeld.
  • Ausbildungsfreibetrag.
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.
  • Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherungen.
  • Kinderzulage bei Riester-Altersvorsorge.
  • Unterhalt für erwachsene Kinder.

Kann ich Bestattungskosten für meinen Bruder von der Steuer absetzen?

Die Erben können die Beerdigungskosten, die sie für einen verstorbenen Angehörigen übernehmen, als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Diese Kosten können die zu entrichtende Steuer mindern.

Wie hoch ist die Grenze für außergewöhnliche Belastungen?

Abziehbar sind Aufwendungen bis zu 12.096 Euro im Jahr 2025 (11.604 Euro im Jahr 2024 und 10.908 Euro im Jahr 2023). Der Höchstbetrag erhöht sich um den Betrag, den Sie für die Basiskranken- und Pflegeversicherung der unterstützten Person aufwenden.

Kann man eigene Pflegekosten steuerlich absetzen?

Eigene Pflegekosten in der Steuererklärung

Menschen, die in einen der Pflegegrade 1 bis 5 eingestuft sind, dürfen ihre kompletten Pflegekosten absetzen. Alle anderen dürfen nur in Ausnahmefällen Pflegekosten bei der Steuer absetzen.

Wo Pflegegeld in Steuererklärung angeben?

Nein, in der Regel muss Pflegegeld nicht versteuert werden und auch nicht angegeben werden. Das ist nur bei Pflegepersonen erforderlich, die nicht aus sittlicher Pflicht, sondern für den Einkommenserwerb pflegen.

Wann sind Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen abziehbar?

Außergewöhnliche Belastung: So werden die Pflegekosten berechnet. Die Pflegekosten können dann in der Steuererklärung geltend gemacht werden, wenn diese aufgrund einer Krankheit oder durch eine Pflegebedürftigkeit entstehen. Letzteres ist dann gegeben, wenn einem ein Pflegegrad zugewiesen wurde.