Kann man Riester-Verträge übertragen?
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Ja, ein Riester-Vertrag kann nicht auf eine andere Person übertragen werden (außer im Todesfall des Partners), aber das angesparte Guthaben kann prämienunschädlich zu einem anderen Anbieter wechseln, um bessere Konditionen zu erhalten. Dieser „Anbieterwechsel“ ist eine gängige Praxis, die staatliche Förderung und Steuervorteile sichert, da der neue Vertrag die bisherigen Zulagen übernimmt.
Ist es möglich, einen Riester-Vertrag zu übertragen?
Das Wichtigste in Kürze. Bei einem Riester-Vertrag ist es möglich, den Versicherer zu wechseln und das Guthaben übertragen zu lassen. Ein Wechsel verursacht Kosten von meist 50 bis 150 Euro beim bisherigen Vertragspartner. Dazu kommen mögliche Abschlusskosten beim neuen Anbieter.
Kann man Riester-Verträge zusammenlegen?
Mehrere Riester-Verträge möglich
Staatliche Riester-Förderung gibt es jedoch nur maximal für zwei. Dementsprechend ist es möglich, einen Wohn-Riester und einen Riester-Rente-Vertrag zu haben, auf die sich die staatlichen Zulagen oder Steuervorteile aufteilen.
Kann man einen Riester-Vertrag verkaufen?
Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung können Riester-Sparer ihre Riester-Rente nicht direkt verkaufen. Bei einer Kündigung der Riester-Rente muss der Sparer alle bereits erhaltenen Zulagen zurückerstatten.
Können Riester Verträge während der Ansparphase übertragen werden?
Entscheidend ist der Zeitpunkt des Todesfalls.
Befand sich der Versicherte noch in der Ansparphase, kann das Geld aus seiner Riester-Rente auf den Riester-Vertrag des Ehepartners übertragen werden. Besitzt der Hinterbliebene keinen eigenen Riester-Vertrag, hat er zwölf Monate Zeit, um einen abzuschließen.
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Kann ich meine Riester-Rente auf meine Kinder übertragen?
Das Riester-Kapital des Verstorbenen kann nur auf den Vertrag eines Ehepartners bzw. eingetragenen Lebenspartners übertragen werden, der als Begünstigter im Vertrag genannt ist. Für Kinder oder andere Verwandte gilt diese Möglichkeit nicht. Daher können Sie Ihre Riester-Rente nicht an Ihre Kinder vererben.
Kann ich mir die Riester-Rente komplett auszahlen lassen?
Nein, eine vollständige Auszahlung der Riester-Rente ist grundsätzlich nicht möglich, da sie als lebenslange Rente konzipiert ist; Sie können sich aber bis zu 30 % als Einmalzahlung auszahlen lassen und der Rest wird verrentet, es sei denn, die monatliche Rente wäre eine Kleinbetragsrente (unter 1 % der Bezugsgröße), dann geht auch eine vollständige Auszahlung. Eine vorzeitige Kündigung vor Rentenbeginn ist möglich, aber förderschädlich, da alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen, was oft zu Verlusten führt.
Ist es sinnvoll, die Riester-Rente zu kündigen?
Nein, eine Kündigung der Riester-Rente ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll, da Sie staatliche Zulagen und Steuervorteile komplett zurückzahlen müssen und oft sogar weniger Geld herausbekommen, als eingezahlt wurde – ein sogenannter "förderschädlicher" Vorgang. Bessere Alternativen sind meist die Beitragsfreistellung (Vertrag ruhen lassen), eine Beitragsreduzierung oder ein Anbieterwechsel, um Kosten zu senken, ohne die Förderung zu verlieren.
Wird vom Rückkaufswert noch was abgezogen?
Der Rückkaufswert errechnet sich, indem von Ihren eingezahlten Prämien sowie den Zinsen die Abschlusskosten und die Stornokosten der Versicherung abgezogen werden. Am Ende bleibt der Rückkaufswert übrig.
Wie kann ich meinen Riester-Vertrag umwandeln?
Eine Riester-Rente kann man umwandeln, meist in einen Wohn-Riester für selbstgenutztes Wohneigentum (Kauf, Bau, Umbau) oder durch einen Anbieterwechsel zu einem anderen Riester-Vertrag, um bessere Konditionen oder Produkte (z.B. Fondssparplan) zu erhalten, wobei Kosten anfallen können. Alternativ geht die Umwandlung zum Wohn-Riester durch eine zweckgebundene Entnahme des Guthabens für die Immobilie, ohne einen vollen Anbieterwechsel durchführen zu müssen. Wichtig ist die steuerliche Behandlung: Bei Wohn-Riester wird das geförderte Kapital später versteuert, bei Kündigung droht die Rückzahlung aller Zulagen und Steuervorteile.
Warum macht Riester-Rente keinen Sinn?
Kritikpunkte: Niedrige Zinsen, hohe Kosten und komplizierte Vertragsbedingungen machen die Riester-Rente für viele unattraktiv. Die Rendite ist oft gering. Alternativen: ETFs, Fonds oder andere flexible Anlageformen bieten oft höhere Renditen und geringere Kosten als die Riester-Rente.
Wie viel Geld bekomme ich zurück, wenn ich meine Riester-Rente kündige?
Eine Auszahlung der Riester-Rente bei Kündigung ist möglich, aber mit hohen Verlusten verbunden, da alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen und der sogenannte Rückkaufswert meist deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Sie erhalten nur den Restbetrag nach Abzug von Kosten und der Rückforderung von Förderung, was oft zu finanziellen Einbußen führt und in manchen Fällen sogar dazu, dass Sie mehr zurückzahlen müssen, als Sie erhalten.
Kann man zwei Riester-Verträge haben?
Ja, man kann mehrere Riester-Verträge haben, aber die staatlichen Zulagen (Grund- und Kinderzulagen) können nur auf maximal zwei Verträge verteilt werden, was sich lohnt, da die Förderung ohne diese Zulagen oft unwirtschaftlich ist; man kann also z.B. einen Riester-Rente- und einen Wohn-Riester-Vertrag kombinieren, aber nicht mehr als zwei, um die volle staatliche Förderung zu bekommen, da sonst die Zulagen gekürzt werden oder nur für die zwei Verträge mit den höchsten Beiträgen gezahlt werden.
Was passiert mit Riester bei Selbständigkeit?
Ist die Riester-Rente für Selbstständiger steuerlich absetzbar? Ja, auch für Selbstständige ist die Riester–Rente steuerlich absetzbar. Jährlich können bis zu 2.100 € abgesetzt werden. Entscheiden Sie sich für die Rürup–Rente, können Sie sogar bis zu 29.344 € im Jahr absetzen (Stand: 2025).
Wann wird Riester abgeschafft?
Ab 2027 können allerdings keine Verträge mehr nach altem Riester-Modell abgeschlossen werden.
Wie komme ich aus Riester raus?
Man kann einen Riester-Vertrag kündigen, aber das ist oft finanziell nachteilig, da staatliche Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen und Kosten entstehen; besser sind oft Alternativen wie die Beitragsfreistellung, das Ruhenlassen des Vertrags oder ein Wechsel, aber wenn man kündigen will, schickt man ein formloses Schreiben mit Vertragsnummer, widerruft die Einzugsermächtigung und gibt eine Bankverbindung an, wobei meist eine Kündigungsfrist von etwa sechs Wochen zum Monatsende gilt.
Warum ist der Rückkaufswert so niedrig?
Und wie berechnet sich der Rückkaufswert? Die meisten Lebensversicherungen haben kurz nach dem Abschluss nur einen geringen Rückkaufswert. Das liegt daran, dass die Kosten zuerst amortisiert werden müssen. Der Rückkaufswert beträgt aber mindestens 2/3 des angesparten Deckungskapitals.
Wie viel Steuern bei Kündigung Riester?
Wenn Sie Ihre Riester-Rente kündigen, müssen Sie alle staatlichen Zulagen und die gesamten Steuervorteile (die Sie durch den Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung erhalten haben) komplett an den Staat zurückzahlen, was zu erheblichen Verlusten führen kann. Die Höhe der zurückzuzahlenden Steuern hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz und der Summe Ihrer bisherigen Steuerersparnisse ab, da der Fiskus die "nachgelagerte Versteuerung" vorzieht; nur Ihre eigenen Beiträge sind meist steuerfrei, aber Erträge müssen versteuert werden.
Ist der Rückkaufswert steuerpflichtig?
Der Rückkaufswert einer Versicherung wird versteuert, wobei die Besteuerung stark vom Abschlussdatum und der Vertragslaufzeit abhängt: Bei Altverträgen (vor 2005) kann die Auszahlung oft komplett steuerfrei sein, wenn Mindestbedingungen erfüllt sind; bei neueren Verträgen wird meist nur die Hälfte des Ertrags besteuert (Halbeinkünfteverfahren), oft nach Ablauf von 12 Jahren und ab dem 60./62. Lebensjahr, meist mit Abgeltungssteuer oder persönlichem Steuersatz, je nach Fall.
Wann sollte man sich die Riester-Rente auszahlen lassen?
Die Riester-Rente wird normalerweise mit dem gesetzlichen Renteneintrittsalter ausgezahlt, aber frühestens ab 62 Jahren (bei Verträgen vor 2012 ab 60 Jahren) und kann flexibel als lebenslange Rente oder teilweise als Einmalbetrag (bis 30%) erfolgen, wobei der genaue Zeitpunkt vertraglich festgelegt ist und oft mit dem Bezug der gesetzlichen Rente zusammenfällt, aber unabhängig davon starten kann, um das angesparte Kapital zu nutzen.
Wann lohnt es sich, Riester beitragsfrei zu stellen?
Wann ist es sinnvoll, Deine Riester-Rente beitragsfrei zu stellen? Wenn Du mit Deinem Riestervertrag unzufrieden bist, ist es sinnvoll, ihn beitragsfrei zu stellen. Zum Beispiel, wenn die Kosten zu hoch oder die Zinsen beziehungsweise die Rendite zu gering sind.
Wie kann ich meine Riester-Rente auszahlen lassen, wenn man kündigt?
Hast du deine Riester-Rente gekündigt und willst du dein Geld zurück, musst du dich unter Umständen bis zu 2 Monate gedulden, bis deine Kündigung bearbeitet, der Rückkaufswert berechnet und schließlich die Auszahlung veranlasst wird. Erst dann erhältst du das Geld auf dein Konto.
Kann ich Riester-Rente ab 62 Jahren auszahlen lassen?
Das angesparte Guthaben in einem Riester-Vertrag wird ab Rentenbeginn als lebenslange, monatliche Rente ausgezahlt. Der frühestmögliche Rentenbeginn liegt bei Verträgen, die seit 2012 abgeschlossen wurden, bei einem Alter von 62 Jahren. Bei älteren Verträgen lässt sich die Rente bereits ab dem 60. Lebensjahr auszahlen.
Was passiert mit meiner Riester-Rente, wenn ich sterbe?
Wenn Sie sterben, geht Ihr Riester-Guthaben entweder als Kapital an Erben (oft mit Rückzahlung der Zulagen) oder wird steuerbegünstigt an Ehepartner/kinder übertragen; bei Rentenbeginn kann eine Rentengarantiezeit (oft 10 Jahre) eine Rente an Partner sichern. Das Wichtigste: Nur Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder können das Guthaben oft ohne Abzug der Zulagen in einen eigenen Riester-Vertrag überführen; andere Erben müssen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.
Welche Abzüge gibt es bei der Auszahlung der Riester-Rente?
Wie alle Renteneinkünfte wird auch die Riesterrente bei Auszahlung besteuert. Der Umfang der Besteuerung richtet sich danach, ob Ihre eingezahlten Beiträge durch die Altersvorsorgezulage und/oder den zusätzlichen Sonderausgabenabzug gefördert oder nicht gefördert waren.