Kann man selber eine Räumungsklage ohne Anwalt machen?

Gefragt von: Edwin Rausch
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Für Klagen, die die Räumung von Wohnraum betreffen, sind ausschließlich die Amtsgerichte zuständig (bitte beachten Sie, dass das nicht zwingend auch für Gewerberäume gilt). Für Räumungsverfahren vor den Amtsgerichten besteht kein Anwaltszwang.

Wer trägt die Kosten für eine Räumungsklage?

War die Klage erfolgreich, muss der Mieter die Gerichtskosten und die Anwaltskosten des Vermieters übernehmen. Achtung! Wenn der Mieter nicht in der Lage war, seine Miete pünktlich zu zahlen, wird er aller Voraussicht nach auch bei den Prozesskosten Probleme mit der Tilgung haben.

Wie hoch sind die Kosten für eine Räumungsklage?

Kosten einer Räumungsklage

Gehen wir von 400 Euro Nettokaltmiete aus, beträgt der Vorschuss etwa 360 Euro. Dazu kommen Kosten für den Anwalt, die noch einmal gut 1.000 Euro betragen können. Für eine durchschnittliche Zweizimmer-Wohnung solltest du also mit Kosten von 1.500-2.500 Euro rechnen.

Was brauche ich für eine Räumungsklage?

Welche Voraussetzungen müssen für eine Räumungsklage erfüllt sein? Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Räumungsklage ist eine rechtsgültige Kündigung der Wohnung. Diese muss schriftlich erfolgen und einen Grund für die Kündigung nennen. Zudem müssen die gesetzlichen Kündigungsfristen eingehalten werden.

Was kostet eine Räumungsklage bei Gericht?

Kosten der Räumungsklage

Je höher der Streitwert, desto teurer werden die Kosten, die vorgestreckt werden müssen. Wer eine einfache Zwei-Zimmer-Wohnung vermietet hat und nun eine Räumungsklage anstrebt, muss mit Kosten im Bereich von 1.500 bis 2.500 Euro rechnen.

Räumungsklage - Das muss man wissen! So läuft das Gerichtsverfahren ab

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Kann man eine Räumungsklage selbst einreichen?

Für Räumungsverfahren vor den Amtsgerichten besteht kein Anwaltszwang. Mit anderen Worten, Sie können die Klage selbst einreichen und auch selbst den Gerichtstermin – wenn ein solcher stattfindet – wahrnehmen. Es empfiehlt sich jedoch, eine Räumungsklage nicht ohne anwaltliche Unterstützung in die Wege zu leiten.

Wie lange dauert im Durchschnitt eine Räumungsklage?

Eine Räumungsklage dauert zwischen zwei Monaten und zwei Jahren.

Wie geht eine Räumungsklage vor sich?

In Kurzform läuft eine Räumungsklage meist wie folgt ab:
  • Der Vermieter kündigt dem Mieter rechtens.
  • Der Mieter weigert sich auszuziehen.
  • Der Vermieter reicht die Räumungsklage beim Amtsgericht ein.
  • Der Mieter erhält die Mitteilung über die Räumungsklage.
  • Anhörung von Mieter und Vermieter.

Wann ist eine Räumungsklage unwirksam?

Eine Räumungsklage ist von vornherein aussichtslos, wenn bereits die Kündigung unwirksam ist, erforderliche Abmahnungen nicht erfolgt sind oder aber Abmahnung und/oder Kündigung dem Mieter nicht zugegangen sind. All diese Aspekte werden im Rahmen eines Räumungsrechtsstreits geprüft.

Wie lange dauert eine Räumungsklage bei mietschulden?

Im bestmöglichen Fall kann eine Räumungsklage also schon nach etwa zwei Monaten vollstreckt werden. Kommt es hingegen zur Verhandlung ist mit einer erheblich längeren Dauer zu rechnen. Dies hängt vor allem von der Zahl der Beweise für die Räumungsklage ab. Muss z.

Was kostet eine Räumungsklage beim Anwalt?

„Insgesamt können sich die Kosten einer Räumungsklage mit Gerichtskostenvorschuss, den anwaltlichen Kosten des Vermieters und des Mieters und eventuellen Gutachterkosten sowie den Kosten für eine Zwangsräumung schnell auf 4.000 bis 6.000 Euro oder sogar mehr belaufen“, so Rechtsanwalt Björn Bachirt.

Warum dauert eine Räumungsklage so lange?

Gerade in Verfahren, in denen der Vermieter Räumungsklage wegen Eigenbedarf erhoben hat, bedeutet dies, dass das Gericht Zeugen hören muss. Nicht selten dauert ein solcher Rechtsstreit vor dem Amtsgericht daher ein halbes Jahr oder noch länger. Das hängt von der Terminslage des Amtsrichters ab.

Was ist ein Härtefall bei wohnungskündigung?

Folgende Gründe können unter Umständen als Härtefall anerkannt werden: Die von der Eigenbedarfskündigung betroffenen Mieter haben bereits ein hohes Alter erreicht und sind krank bzw. pflegebedürftig. Die Mieter oder deren Kinder befinden sich mitten im Schulabschluss oder dem Abschluss einer Ausbildung bzw.

Was passiert wenn der Mieter trotz Räumungsklage nicht auszieht?

3. Mieter zieht nicht aus – gerichtliches Vorgehen. Wenn der Mieter auf Widerspruch und erneute Aufforderung zur Räumung nicht reagiert und nicht auszieht, bleibt dem Vermieter nur noch ein gerichtliches Vorgehen, um dessen Auszug zu erwirken.

Was kann ich machen wenn der Mieter nicht auszieht?

Dafür muss der Vermieter zunächst einen Räumungstitel einholen. War er damit erfolgreich, ist ein Gerichtsvollzieher die ausführende Gewalt der Räumungsklage. In der Regel ist dies die einzige legale Lösung für das Problem: „Fristlose Kündigung erteilt, der Mieter zieht jedoch nicht aus“.

Was kann man bei einer Räumungsklage noch tun?

Haben Sie eine Räumungsklage erhalten, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie jetzt einen Anwalt über die Anwaltshotline. Obsiegt der Vermieter vor Gericht, wird dem Mieter meist noch eine – den Einzelfall entsprechende, aber höchstens einjährige – Räumungsfrist gewährt, § 721 ZPO.

Wann hat eine Räumungsklage Erfolg?

Die Räumungsklage hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die gesetzlichen Kündigungsfristen abgelaufen sind. Diese betrifft in der Regel drei Monate. Durfte der Vermieter aufgrund besonderer Gründe fristlos kündigen, hat der Mieter in der Regel 14 Tage Zeit zum Ausziehen.

Wie lange kann man eine Räumungsklage hinauszögern?

Bei Mietschulden lässt sich die Kündigung und die Räumungsklage beispielsweise abwenden durch die Zahlung der Rückstände. Dadurch wird die Räumungsklage gegenstandslos. Dazu haben Mieter in der Regel bis zu zwei Monate Zeit. Innerhalb von zwei Jahren ist dies aber nur einmal möglich.

Wann macht sich ein Mieter strafbar?

Einmietbetrug begeht jemand, wenn er einen Mietvertrag unterschreibt, dann aber keine Mietzahlungen leistet. Dass er nicht bezahlen wird, ist ihm schon beim Unterzeichnen des Vertrages bewusst. Dadurch entstehen dem Vermieter Schäden.

Wie kann man eine Räumungsklage beschleunigen?

Wenn die Räumungsfrist verstrichen ist, ist eine Räumungsklage zeitnah zu erheben. Die Räumungsklage bietet dem Vermieter die Möglichkeit, seinen Räumungs- und Herausgabeanspruch zügig durchzusetzen, da diese nach § 272 Abs. 4 ZPO durch die Gerichte vorrangig und beschleunigt durchzuführen ist.

Kann mich mein Vermieter auf die Straße setzen?

Auf die Straße setzen darf er Dich nicht; er muss dazu erst eine Räumungsklage vor Gericht gewinnen.

Welche Gründe für eine Räumungsklage?

Eine Räumungsklage mit anschließender Zwangsräumung läuft dabei meist so ab:
  • Kündigungsgrund liegt vor.
  • Vermieter spricht die Kündigung aus.
  • Mieter zieht nach Ablauf der Kündigungsfrist nicht aus.
  • Vermieter untersagt Weiternutzung.
  • Weitere Bemühungen zur einvernehmlichen Räumung bleiben erfolglos.

Was kostet die Zwangsräumung einer Wohnung?

Wie hoch sind die Kosten für eine Zwangsräumung, wer bezahlt? Der Vermieter muss in Vorleistung gehen und dem Gerichtsvollzieher einen Kostenvorschuss in Höhe der zu erwartenden Räumungskosten zahlen, damit dieser mit der Arbeit beginnt. Bei einer 3 Zimmer Wohnung beträgt der Vorschuss etwa 2.000 – 3.000 €.

Wo reiche ich eine Räumungsklage ein?

Für die Räumungsklage zuständige Gerichte

Bei einem Streitwert unter 5.000 Euro wird die Räumungsklage beim Amtsgericht der Stadt oder des Bezirks eingereicht, wo sich die Gewerberäume befinden. Ab einem Streitwert von 5.001 Euro muss die Klage beim Landgericht eingereicht werden.

Was passiert wenn der Mieter keine Wohnung findet?

Was passiert wenn der Mieter keine Wohnung findet? Eigenbedarfskündigung – keine Ersatzwohnung zu finden ist ein Härtegrund – Durch die gesetzliche Sozialklausel kann der Mieter einer Kündigung des Vermieters, z.B. einer Eigenbedarfskündigung widersprechen, wenn die Kündigung eine persönliche Härte bedeutet.