Können Ärzte sehen, was andere Ärzte gemacht haben?

Gefragt von: Herr Fabian Steiner
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Ja, Ärzte können oft sehen, was andere Ärzte getan haben, aber nur mit Ihrer Zustimmung und meist über die elektronische Patientenakte (ePA) oder die e-Medikationsliste, wobei Sie die volle Kontrolle darüber haben, welche Daten geteilt werden und welche nicht, dank strikter Datenschutzregeln und Protokollierung. Ohne Ihre Einwilligung sind die Informationen geschützt und unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.

Können Ärzte sehen, bei welchem Arzt man war?

Nein, ein Arzt kann nicht ohne Ihre Erlaubnis sehen, bei welchen anderen Ärzten Sie waren, da die ärztliche Schweigepflicht und der Datenschutz dies verhindern. Mit der Einführung der Elektronischen Patientenakte (ePA) können Sie aber die Sichtbarkeit Ihrer Daten steuern und bestimmten Ärzten den Zugriff auf Befunde und Diagnosen erlauben, damit diese besser informiert sind. Ohne Ihre Einwilligung bleibt der Zugriff auf sensible Gesundheitsdaten beschränkt. 

Kann ein Arzt sehen, was ein anderer mit verschrieben hat?

Ärztinnen und Ärzte können auf die e-Medikationsliste ihrer Patientinnen und Patienten zugreifen und sehen sofort, was andere Ärztinnen und Ärzte bereits verordnet und welche Medikamente sich die Patientinnen und Patienten in der Apotheke abgeholt haben.

Können Ärzte alles einsehen?

Nein. Nur Patientinnen und Patienten sowie das von ihnen berechtigte medizinische Personal haben Zugriff auf die Daten. Selbst Krankenkassen und ihre Ombudsstellen können die Daten in der ePA nicht einsehen.

Was sehen Arzt beim Einlesen der Karte?

Was sieht der Arzt auf der elektronischen Gesundheitskarte? Standardmäßig sieht der Arzt auf der elektronischen Gesundheitskarte nur administrative Daten: Name, Geburtsdatum, Adresse, Versichertenstatus. Medizinische Inhalte wie Diagnosen oder Befunde sind nicht auf der Karte gespeichert.

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Was sieht ein Arzt auf einem E-Card?

Auf der e-card sind keine Gesundheitsdaten gespeichert, sondern nur die Personendaten der Karteninhaber*innen, wie z.B. Titel, Name, Versicherungsnummer und Foto. Ob Patient*innen einen Versicherungsschutz haben, wird mittels Online-Anspruchsprüfung beim Stecken oder Kontakt der Karte mit dem Kartenlesegerät überprüft.

Was wird beim Einlesen der Karte überprüft?

Informationen über den Versicherungsstatus — das heißt, ob und bei welcher Krankenkasse ein Patient versichert ist - oder eine eventuelle Rezeptgebührenbefreiung werden durch die Anspruchsprüfung beim Einlesen der e‑card überprüft. Diese Daten sind nicht auf der Karte selbst, sondern im e-card System gespeichert.

Kann ein anderer Arzt meine Krankenakte sehen?

Nein, ein anderer Arzt kann Ihre Patientenakte nicht ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung einsehen, da die Schweigepflicht gilt, aber Ärzte dürfen sich bei der Behandlung untereinander austauschen, wenn sie annehmen, dass Sie einverstanden sind; bei einem Arztwechsel müssen Sie die Unterlagen aber nicht zwingend herausgeben, der bisherige Arzt darf sie aber bei Ihrem Einverständnis an den neuen Arzt weiterleiten, da es auch eine Dokumentationspflicht gibt, oft mit Kopien gearbeitet wird, aber der Original-Facharztbericht für die Überweisung zum Spezialisten wichtig ist. 

Was kann der Arzt nicht herausfinden?

Bestimmte Krankheitsbilder wie Schwindel oder Bauchschmerzen können vom Arzt nur schwer eingeschätzt werden. Auch Depressionen oder Migräne lassen sich von außen oft nicht eindeutig diagnostizieren.

Was sieht der Ärztin der Patientenakte?

Auf einen Blick. Die Patientenakte enthält alle relevanten medizinischen Informationen, die im Zusammenhang mit der Behandlung stehen. Auch Befunde und Diagnosen sind in der Patientenakte dokumentiert. Patientinnen und Patienten dürfen ihre Behandlungsunterlagen lesen und Kopien davon anfordern.

Können andere Ärzte E-Rezepte sehen?

Das E-Rezept wird von der Arztpraxis, die es ausgestellt hat, elektronisch signiert. Zugriff haben nur Sie selbst oder eine Person, die Sie dafür bevollmächtigt haben, sowie die Apotheke.

Kann der Arzt sehen, ob eine Überweisung eingelöst wurde?

Nein, der überweisende Arzt kann nicht automatisch sehen, ob Sie eine Überweisung bei einem Facharzt eingelöst haben – weder bei klassischen Papieren noch beim E-Rezept, da die Schweigepflicht und technische Limits dem entgegenstehen. Zukünftig können Sie aber in Ihrer elektronischen Patientenakte (ePA) selbst die Verordnungs- und Abholdaten einsehen und entscheiden, ob Sie Ärzten (z. B. Ihrem Hausarzt) Zugriff darauf gewähren. 

Kann man zu zwei Ärzten gleichzeitig gehen?

Da gesetzlich Versicherte ihren Arzt oder ihre Ärztin frei wählen können, ist es unproblematisch, bei Behandlungen einen weiteren Mediziner oder eine weitere Medizinerin zu Rate zu ziehen. Die Zweitgutachter:innen können ihre Beratungsleistungen mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen.

Welche Sätze sollte ein guter Arzt niemals sagen?

Alles wird gut? Gute Ärzte sagen nie DIESE fünf Sätze

  1. „Warum haben Sie so lange gewartet, bevor Sie zu uns gekommen sind? “ Dieser Satz sollte tabu sein. ...
  2. „Alles wird gut! “ ...
  3. „Sollen wir alles versuchen? “ ...
  4. „Wir können nichts anderes tun. “ ...
  5. „Was haben die anderen Ärzte getan oder gesagt? “

Was passiert bei Ärztehopping?

Ärztehopping führt zu unnötigen Doppeluntersuchungen, höheren Kosten für Krankenkassen und Privatversicherungen sowie überfüllten Wartezimmern, da die Koordination fehlt. Patienten riskieren mangelnde Behandlungskontinuität und Diagnosefehler, während Ärzte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei Missbrauch durch Sonderzahlungskürzungen oder Ausschlussverfahren sanktioniert werden können, auch wenn die elektronische Patientenakte (ePA) zukünftig mehr Transparenz schafft. 

Kann ein Arzt sehen, ob ich ein Rezept eingelöst habe?

Nein, ein Arzt kann aktuell nicht direkt sehen, ob und wann Sie ein elektronisches Rezept (E-Rezept) in der Apotheke eingelöst haben, da die Apotheke nur das abgerufene und abgegebene Medikament an die zentrale Stelle meldet, nicht die Praxis. Zukünftig werden diese Einlösedaten aber automatisch in Ihre elektronische Patientenakte (ePA) übernommen, und Sie können dann entscheiden, ob Sie dem Arzt Zugriff gewähren. 

Können Ärzte sehen, bei welchem Arzt ich war?

Nein, ein Arzt kann nicht ohne Ihre Erlaubnis sehen, bei welchen anderen Ärzten Sie waren, da die ärztliche Schweigepflicht und der Datenschutz dies verhindern. Mit der Einführung der Elektronischen Patientenakte (ePA) können Sie aber die Sichtbarkeit Ihrer Daten steuern und bestimmten Ärzten den Zugriff auf Befunde und Diagnosen erlauben, damit diese besser informiert sind. Ohne Ihre Einwilligung bleibt der Zugriff auf sensible Gesundheitsdaten beschränkt. 

Warum schreiben Ärzte in Ungern krank?

Ärzte schreiben Patienten krank, weil diese über Beschwerden klagen, die ihre Arbeitsfähigkeit einschränken, wobei sie sich auf ihr fachliches Ermessen verlassen. Sie müssen jedoch nicht krankschreiben, wenn sie eine Arbeitsfähigkeit sehen. Gründe können akute Krankheiten (Infektionen, Schmerzen), psychische Belastungen (Burnout, Depressionen) oder auch chronische Leiden (Migräne, Rückenschmerzen) sein, die eine Tätigkeit unmöglich machen. 

Sind Fehldiagnosen strafbar?

Ja, eine falsche Diagnose kann strafbar sein, aber nur unter bestimmten, strengen Voraussetzungen, wie einem groben Diagnosefehler, der zu einem Schaden führt (z. B. Körperverletzung, § 223 StGB, oder fahrlässige Tötung, § 222 StGB) und der ursächlich für den Schaden war. Oft sind die Folgen eher zivilrechtlicher Natur (Schadensersatz, Schmerzensgeld). Eine Strafbarkeit liegt vor, wenn der Arzt den Standard grob verletzt hat und eine „an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“ (ca. 99 %) besteht, dass der Schaden bei korrekter Diagnose vermieden worden wäre. 

Haben Ärzte Schweigepflicht gegenüber anderen Ärzten?

Ja, Ärzte unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht, auch gegenüber anderen Ärzten, da sie über alle Patientendaten Stillschweigen bewahren müssen (§ 203 StGB & Berufsordnungen). Ausnahmen bestehen bei mutmaßlicher oder ausdrücklicher Entbindung durch den Patienten, bei gesetzlichen Meldepflichten (z.B. meldepflichtige Krankheiten) oder zur Abwehr einer erheblichen Gefahr für andere. Für die Behandlung innerhalb einer Praxis oder für notwendige Weiterbehandlungen wird oft eine stillschweigende Einwilligung des Patienten angenommen.
 

Haben Krankenhäuser Zugriff auf die Patientenakten von Hausärzten?

Wenn das auf Sie zutrifft, fragen Sie sich vielleicht, ob Ihre Patientenakte vom Hausarzt für andere medizinische Fachkräfte zugänglich ist. Sollten Sie Bedenken haben, dass Krankenhäuser und andere medizinische Fachkräfte auf Ihre Patientenakte zugreifen können, besteht kein Grund zur Sorge. Diese Gesundheitsdaten sind nicht für Dritte einsehbar .

Kann ich meinen Arzt verlangen, meine Unterlagen herauszugeben?

§ 10

Der Arzt hat dem Patienten auf sein Verlangen in die ihn betreffende Dokumentation Einsicht zu gewähren, soweit der Einsichtnahme nicht erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter entgegenstehen. Auf Verlangen sind dem Patienten Kopien der Unterlagen herauszugeben.

Was können Ärzte auf der Krankenkassenkarte sehen?

Ärzte sehen auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zunächst administrative Stammdaten wie Name, Geburtsdatum, Adresse und Versichertenstatus, um die Identität und den Versicherungsschutz zu prüfen. Medizinische Daten wie Diagnosen, Befunde oder Medikationen sind nicht direkt auf der Karte gespeichert, sondern werden über die elektronische Patientenakte (ePA) abgerufen – hierfür ist die Zustimmung des Patienten erforderlich, die oft bei der ersten Nutzung im Quartal erteilt wird. 

Was sieht der Arzt, wenn er meine Krankenkassenkarte einliest?

Der Arzt sieht auf der Gesundheitskarte standardmäßig administrative Daten (Name, Geburtsdatum, Adresse), aber durch die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) kann er mit Ihrer Zustimmung auch medizinische Informationen einsehen, wie Diagnosen, Medikationspläne, Arztbriefe und Laborergebnisse, was eine umfassendere Behandlung ermöglicht, aber immer Ihre ausdrückliche Freigabe erfordert. 

Kann die Krankenkasse sehen, wann ich beim Arzt war?

Ja, Ihre Krankenkasse erfährt durch Arztbesuche und Behandlungen, da Ärzte und Krankenhäuser Daten zur Abrechnung übermitteln, aber Sie haben das Recht auf eine elektronische Patientenquittung (ePQ) mit Details zu Behandlungen und Diagnosen, um Transparenz zu haben und Ihre Daten selbst einzusehen. Sie können über die Online-Geschäftsstelle oder App Ihrer Kasse eine Übersicht anfordern, die zeigt, wann welche Leistungen abgerechnet wurden.