Lohnt es sich, Lücken in der staatlichen Rentenversicherung zu schließen?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Ria Martens B.Sc.
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Ja, das Schließen von Lücken in der staatlichen Rentenversicherung lohnt sich fast immer, da es die spätere Rente erhöht, den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente sichert, die Mindestversicherungszeit erfüllen hilft und den Lebensstandard im Alter sichern kann, um die erwartete Versorgungslücke zu schließen; dies ist besonders wichtig für Selbstständige, Hausfrauen, Wiedereinsteiger und alle, die ihren gewohnten Lebensstandard halten wollen, idealerweise durch freiwillige Beiträge oder andere private Vorsorgeformen.

Was passiert bei Lücken in der Rentenversicherung?

Lücken in der Rentenversicherung führen zu weniger Rente und können den Rentenbeginn verzögern, da für diese Zeiten keine Rentenpunkte gesammelt werden; sie entstehen durch fehlende Beiträge, z.B. bei Arbeitslosigkeit, Kindererziehung oder Ausbildungszeiten, können aber durch das Einreichen von Nachweisen (Schulzeugnisse, Arbeitsunterlagen) und manchmal durch freiwillige Nachzahlungen für Zeiten bis 45 Jahre oder Ausgleichszahlungen für Abschläge geschlossen werden, um die spätere Rente zu sichern.
 

Wie viel Geld braucht man, um eine Rentenlücke zu schließen?

Zugleich heißt es: Für den Lebensunterhalt als Rentner sollten Sie mindestens 75 % (manche empfehlen sogar 80 %) des letzten Nettogehalts einplanen. Also könnte man meinen: Die Differenz zwischen 75 % und 48 % (27 % des Nettogehalts) reichen, wenn man die Rentenlücke schließen will.

Ist es sinnvoll, sich von der Rentenversicherung befreien zu lassen?

Ob Sie auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten ("Ja") oder nicht ("Nein"), hängt stark von Ihrer persönlichen Situation ab; ein Verzicht ("Ja") erhöht Ihre spätere Rente durch weitere Entgeltpunkte und sichert Ansprüche (z.B. Reha), während die Befreiung ("Nein") kurzfristig Beiträge spart, aber zu Rentenlücken führt und nur sinnvoll ist, wenn Sie anderweitig vollständig abgesichert sind (z.B. durch einen Hauptjob). Der Verzicht ist meist vorteilhaft, um die Rente zu steigern, muss aber schriftlich erklärt werden und ist bindend.
 

Was bedeutet eine Lücke in der Rentenversicherung?

Die gesetzliche Rente alleine wird sehr wahrscheinlich nicht für einen finanziell sorgenfreien Ruhestand reichen. Das Geld, das Dir im Alter fehlt, wird Rentenlücke genannt. Den Betrag Deiner Rentenlücke herauszufinden, ist der erste Schritt zu Deiner zusätzlichen Altersvorsorge.

Rentenversicherung durchgerechnet: Warum sie sich (nicht) lohnt

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Lohnt es sich, Lücken in der NI-Versicherung zu schließen?

Auch wenn freiwillige Beiträge zur National Insurance (NI) sehr wertvoll sein können, hängt es von Ihren persönlichen Umständen ab, ob sie für Sie geeignet sind. Prüfen Sie, ob Sie eventuelle Beitragslücken kostenlos mit NI-Gutschriften schließen können . Diese Gutschriften können oft rückwirkend für viele Jahre geltend gemacht werden.

Kann man eine Rentenlücke schließen?

Frühzeitiges Sparen und Investieren, eine betriebliche Altersvorsorge, staatlich geförderte Altersvorsorgemodelle wie die Riester- oder Rürup-Rente, private Rentenversicherungen und Immobilieninvestitionen sind alles effektive Möglichkeiten, um für den Ruhestand vorzusorgen und die Rentenlücke zu schließen.

Ist es möglich, nach 18 Jahren von der Rentenversicherung befreit zu werden?

Ein Antrag auf Befreiung der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht ist möglich, allerdings erst, nachdem mindestens 18 Jahre Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt wurden. Eine Ausnahme: Wird eine die Selbständigkeit vorübergehend ausgeübt, kann die Pflichtversicherung gemäß § 6 Abs. 5 SGB VI ausgesetzt werden.

Lohnt es sich wirklich, in eine Rentenversicherung einzuzahlen?

Das Geld hat mehr Zeit, sich zu vermehren. Selbst kleine Beträge, die man frühzeitig zurücklegt, können sich im Laufe der Zeit ansparen. Solange der Ruhestand nicht unmittelbar bevorsteht, bleibt noch Zeit, für den späteren Lebensabend vorzusorgen. Die Beibehaltung einer betrieblichen Altersvorsorge ist eine Überlegung wert .

Ist es besser, eine monatliche Rente oder eine Einmalzahlung zu beziehen?

Wenn Ihr vorhersehbares Renteneinkommen (einschließlich Ihrer Einkünfte aus der Rentenversicherung) und Ihre wesentlichen Ausgaben (wie z. B. für Lebensmittel, Wohnen und Krankenversicherung) in etwa gleich hoch sind, ist es möglicherweise am besten, die monatlichen Zahlungen beizubehalten , da diese eine entscheidende Rolle bei der Deckung Ihres wesentlichen Renteneinkommensbedarfs spielen.

Wie viele Rentenpunkte bekomme ich für 10.000 €?

Mit 10.000 € Jahreseinkommen erhalten Sie abhängig vom Jahr und dem Durchschnittsentgelt rund 0,2 Rentenpunkte pro Jahr; beispielsweise 2025 sind es mit dem Durchschnitt von 50.493 € genau 0,198 Rentenpunkte (10.000 € / 50.493 €). Diese Zahl wird berechnet, indem Ihr Bruttojahreseinkommen durch das aktuelle Durchschnittsentgelt aller Versicherten geteilt wird.
 

Warum sind die letzten 5 Jahre vor der Rente so wichtig?

Die letzten 5 Jahre vor der Rente sind wichtig, weil sie das finanzielle Finale darstellen, in dem Sie durch strategische Entscheidungen (z.B. Vollzeit arbeiten, Ausgleichszahlungen) noch Einfluss auf Ihre Rente nehmen können und Ihre Altersvorsorge optimieren, obwohl jedes Beitragsjahr grundsätzlich gleich viel zählt, da Sie in dieser Zeit oft am meisten verdienen und so Extra-Punkte sammeln, was Ihre Gesamtrente positiv beeinflusst, aber nicht überproportional erhöht. 

Wie viel muss ich für 1000 Euro Rente einzahlen?

Hier jedoch ein grober Richtwert: Um ab einem Alter von 40 Jahren bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren eine monatliche Rente von 1.000 EUR zu erhalten, müsste man ungefähr 500 EUR monatlich bei einer angenommenen Rendite von 3 Prozent jährlich einzahlen.

Was kostet es, ein Jahr Rente nachzahlen?

Wie viel Beitrag Du pro Monat nachzahlen möchtest, ist Dir innerhalb bestimmter Grenzen selbst überlassen. Minimal kostet Dich die Nachzahlung in diesem Jahr 103,42 Euro pro Monat und maximal 1.497,30 Euro pro Monat. Je mehr Du zahlst, desto stärker erhöht sich dadurch Deine Rente.

Was tun, wenn Versicherungszeiten fehlen?

Fehlende Beitragszeiten lassen sich teilweise wett machen. Für bestimmte Personen ist es möglich, Beiträge nachzuzahlen, um etwaige Verluste bei der Rente auszugleichen. Diese Chance sollten Sie nutzen.

Kann man fehlende Rentenjahre kaufen?

Ja, man kann fehlende Rentenjahre bzw. Rentenpunkte durch freiwillige Sonderzahlungen kaufen, um die Rente zu erhöhen oder Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt auszugleichen; dies muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden, wobei die Höhe des Beitrags abhängig von der Beitragsbemessungsgrenze ist, aber auch für Ausbildungszeiten möglich ist, um Mindestversicherungszeiten zu erfüllen, und steuerlich absetzbar sein kann. Wichtig: Beantragen Sie eine Rentenauskunft, bevor Sie zahlen, und beachten Sie Altersgrenzen (oft ab 50, bis 45 für manche Lücken). 

Kann ich 50000 Euro in die Rentenkasse einzahlen?

Ja, Sie können 50.000 Euro in die Rentenkasse einzahlen, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Meistens ist dies als Sonderzahlung zum Ausgleich von Rentenminderungen möglich, wenn Sie vor der Regelaltersgrenze in Rente gehen wollen, wobei ein Teilbetrag von 50.000 € sehr hoch ist, aber prinzipiell geht. Alternativ können Sie auch freiwillige Beiträge zahlen, aber hier gibt es jährliche Höchstgrenzen (ca. 1.500 € monatlich). Eine große Einmalzahlung wie 50.000 € ist vor allem für den Ausgleich von Abschlägen relevant, um die Rente zu erhöhen. 

Wie viel Geld sollte ich für meine private Rentenversicherung einzahlen?

Wie viel Sie in eine private Rentenversicherung einzahlen, hängt von Ihren persönlichen Zielen ab, aber eine allgemeine Empfehlung ist, 10-15 % Ihres Nettoeinkommens zu sparen. Viele Produkte ermöglichen schon mit ab 25 € monatlich den Einstieg, während bei geförderten Modellen wie der Riester-Rente schon 60 € pro Jahr gefördert werden und höhere Beiträge (bis 1.800 €/Jahr) steuerliche Vorteile bringen. Die Höhe der Beiträge sollte Ihre Rentenlücke schließen, um später Ihren gewohnten Lebensstandard zu halten, was eine individuelle Berechnung erfordert, oft mit Hilfe eines Beraters. 

Sind Rentenversicherungen noch sinnvoll?

Ja, eine Rentenversicherung lohnt sich oft noch, um die Rentenlücke zur gesetzlichen Rente zu schließen, besonders wenn früh gestartet wird (Zinseszins), aber es kommt auf die Art an: Während klassische private Rentenversicherungen wegen niedriger Zinsen kritisch gesehen werden, können staatlich geförderte Modelle (Riester, bAV) und fondsgebundene Varianten mit niedrigen Kosten attraktiv sein. Sie bietet lebenslange Zahlungen und Absicherung, was sie sicherer macht als reine Kapitalanlagen, wenn man den Lebensstandard halten will.
 

Wann ist eine Befreiung von der Rentenversicherung sinnvoll?

Wann die Befreiung sinnvoll ist

Die Befreiung von der Rentenversicherung steht allen Minijobbern offen. Sinnvoll ist diese aus Gründen der Altersvorsorge jedoch nur, wenn zusätzlich ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis besteht, wenn also bspw. neben dem Hauptjob noch ein Minijob ausgeübt wird.

Was passiert, wenn ich keine 45 Arbeitsjahre voll habe?

Werden 45 Beitragsjahre nicht erreicht, können sie mit 67 Jahren abschlagfrei in den Ruhestand eintreten.

Was ändert sich 2026 bei der Rente?

2026 steigt der Steuergrundfreibetrag auf 12.348 Euro. Für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente ebenfalls: Menschen, die 2026 in Rente gehen, müssen diese zu einem Anteil von 84 Prozent versteuern. Die übrigen 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente sind steuerfrei.

Was tun bei Lücken in der Rentenversicherung?

Um Lücken in der Rentenversicherung zu schließen, sollten Sie zuerst Ihren Versicherungsverlauf bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern und prüfen, um die Lücken genau zu identifizieren. Anschließend können Sie fehlende Zeiten wie Kindererziehung, Pflege, Schule/Studium oder Arbeitslosigkeit nachweisen. Zusätzlich können Sie durch freiwillige Beiträge oder Nachzahlungen für bestimmte Zeiträume (z.B. bei vorzeitiger Rente) die Lücken aktiv füllen und Ihren Rentenanspruch erhöhen. Vereinbaren Sie bei Unklarheiten eine kostenlose Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung. 

Wie viel Geld braucht man, um eine Rentenlücke zu schließen?

Zugleich heißt es: Für den Lebensunterhalt als Rentner sollten Sie mindestens 75 % (manche empfehlen sogar 80 %) des letzten Nettogehalts einplanen. Also könnte man meinen: Die Differenz zwischen 75 % und 48 % (27 % des Nettogehalts) reichen, wenn man die Rentenlücke schließen will.

Kann man einen Einmalbetrag in die Rentenkasse einzahlen?

Ist auch eine Teil- oder Ratenzahlung möglich? Sonderzahlungen können in Form einer Einmalzahlung oder als Teilzahlungen geleistet werden. Bei Zahlung eines Teilbetrages wird die voraussichtliche Rentenminderung entsprechend nur zum Teil ausgeglichen. Eine regelmäßige Ratenzahlung ist grundsätzlich nicht vorgesehen.