Muss ich Krankengeld in meinem Steuerbescheid angeben?
Gefragt von: Marcus Hempelsternezahl: 4.2/5 (38 sternebewertungen)
Das Krankengeld müssen Sie auf Seite 2 im Mantelbogen Ihrer Steuererklärung unter „Einkommensersatzleistungen“ eintragen. In der Regel übermitteln die Krankenkassen den Gesamtbetrag des ausgezahlten Krankengeldes direkt ans Finanzamt.
Muss ich Krankengeld im Steuerbescheid angeben?
Obwohl es sich bei Krankengeld um eine steuerfreie Leistung handelt, unterliegt es dem Progressionsvorbehalt. Das gilt nicht für Krankengeld-Zahlungen, die Sie von einer privaten Krankenversicherung erhalten. Deshalb müssen Sie diese Einkünfte nicht in Ihrer Steuererklärung angeben.
Warum muss ich Krankengeld in meiner Steuererklärung angeben?
Erhalten Sie in einem Kalenderjahr Krankengeld (oder andere Entgeltersatzleistungen von zusammen mehr als 410 Euro) wird dieses auf Ihre steuerpflichtigen Einkünfte angerechnet und so müssen Sie vielleicht mehr Steuern zahlen. Sie sind dann verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben.
Wird Krankengeld dem Finanzamt automatisch gemeldet?
Automatische Übermittlung an das Finanzamt
Jeweils bis zum 28. Februar übermittelt die VIACTIV Ihre Krankengeldbezüge des Vorjahres elektronisch an das für Sie zuständige Finanzamt. Anfang März erhalten Sie dann von uns unaufgefordert eine Bescheinigung über die gemeldeten Daten für Ihre Unterlagen.
Muss ich Krankentage in meiner Steuererklärung angeben?
Ja, du musst Krankengeld in deiner Steuererklärung angeben, da es nachträglich deinen Steuersatz erhöht. Wenn du länger als 6 Wochen krankgeschrieben bist, bekommst du dein Gehalt nicht mehr vom Arbeitgeber, stattdessen springt deine Krankenversicherung ein und zahlt dir Krankengeld als Einkommensersatzleistung.
Krankengeld, Elterngeld & Co. - Lohnersatzleistungen in der Steuererklärung (+ wichtige Frist!)
Muss ich Krankengeld in meiner Steuererklärung angeben, wenn ich ein ganzes Jahr krank war?
Hast du in einem Jahr mehr als 410 Euro Krankengeld bekommen? Dann musst du eine Steuererklärung machen. Das gilt auch für andere Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I . Beispiel: Susi war in 2021 zweieinhalb Monate lang krankgeschrieben.
Kann das Finanzamt meine Krankheitstage sehen?
Lohnsteuer kompakt FAQs
Das Finanzamt nutzt die Anzahl Ihrer Urlaubs-, Krankheits-, Homeoffice- und Dienstreisetage, um die von Ihnen angegebene Anzahl der Arbeitstage und Wege zur Arbeitsstätte auf Plausibilität zu überprüfen.
Warum muss man Steuern nachzahlen, wenn man Krankengeld bekommen hat?
Das bedeutet, dass das Krankengeld die Bemessungsgrundlage für Ihren persönlichen Steuersatz erhöht. Ihr Steuersatz auf das übrige Einkommen steigt also. Das kann zu einer Nachzahlung beim Finanzamt führen.
Wo wird Krankengeld in der Steuererklärung Elster eingetragen?
Die von anderen Leistungsträgern gezahlten Einkommensersatzleistungen (zum Beispiel Arbeitslosengeld I, Elterngeld oder Krankengeld) werden nicht über die Anlage N erfasst. Vielmehr sind diese bei Nutzung von ELSTER auf dem Hauptvordruck unter Sonstige Angaben und Anträge - Einkommensersatzleistungen einzutragen.
Was meldet die Krankenkasse dem Finanzamt?
Die Meldung beinhaltet u. a. Angaben zu den Versicherungsdaten, die Steuer-Identifikationsnummer, kurz: Steuer-ID, sowie die vom Versicherten geleisteten und die von der Krankenkasse erstatteten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung innerhalb des entsprechenden Kalenderjahres.
Welche Nachteile hat der Bezug von Krankengeld?
Der offensichtlichste Nachteil liegt in der Höhe der Leistung. Krankengeld ersetzt in der Regel 70 Prozent des Brutto- bzw. höchstens 90 Prozent des Nettogehalts. Durch die Deckelung greift bei höheren Einkommen eine Beitragsbemessungsgrenze, sodass Besserverdienende spürbare Abschläge hinnehmen müssen.
Muss ich Arbeitslosengeld in meiner Steuererklärung angeben?
Ja, Arbeitslosengeld I gehört zu den sogenannten Lohnersatzleistungen und bleibt somit steuerfrei. Arbeitslosengeld I unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt und erhöht damit trotzdem Ihren persönlichen Steuersatz. Dieser wird herangezogen, um die individuelle Steuerlast zu berechnen.
Welche Steuerklasse bei Krankengeld?
Wechsel Steuerklasse V zu IV-Faktor
Krankengeld bzw. Kurzarbeitergeld beziehen. Die beiden haben derzeit klassisch die Steuerklassenkombination III/V (Ehemann/Ehefrau).
Welche Unterlagen brauche ich für eine Steuererklärung bei Krankengeld?
Krankengeld in der Steuererklärung eintragen
Das Krankengeld können Sie unter dem Punkt „sonstige Angaben“ angeben. Hier tragen Sie einfach die Summe aller Lohnersatzleistungen ein. Zusätzlich sollten Sie dafür von Ihrer Krankenkasse eine entsprechende Bescheinigung als Nachweis für das Finanzamt erhalten.
Wie wird das Krankengeld besteuert?
Krankengeld ist eigentlich steuerfrei
Wenn Sie Krankengeld bekommen, ist das steuerfrei. Einen Haken hat die Sache aber: Entgeltersatzleistungen, wie das Krankengeld, unterliegen bei der Steuer dem Progressionsvorbehalt. Der sorgt dafür, dass Ihr persönlicher Steuersatz steigt.
Wie hoch ist der tägliche Auszahlungsbetrag des Krankengelds?
Das Krankengeld pro Tag beträgt grundsätzlich 70 % Ihres letzten Bruttoeinkommens, maximal jedoch 90 % Ihres letzten Nettogehalts, mit einem gesetzlichen Höchstbetrag von 128,63 € pro Kalendertag (Stand 2025), wobei davon noch Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen werden müssen. Es wird für jeden Kalendertag der Krankschreibung gezahlt, auch an Wochenenden und Feiertagen.
Wird Krankengeld automatisch dem Finanzamt gemeldet?
Ja. Gesetzliches Krankengeld wird von der Krankenkasse automatisch und elektronisch an das Finanzamt übermittelt. Diese Meldung ist aber keine „Versteuerung“ des Krankengeldes, denn die Leistung selbst ist steuerfrei.
Muss ich Krankengeld in meiner Steuererklärung angeben?
Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt
Allerdings unterliegen Lohnersatzleistungen dem Progressionsvorbehalt, weshalb Sie das bezogene Krankengeld in der Steuererklärung angeben müssen. Zumindest dann, wenn Sie mehr als 410 € Krankengeld im Jahr bezogen haben.
Was muss ich in Zeile 9 der Anlage AV angeben?
Zeilen 9 bis 18 – Unmittelbar begünstigte Personen
Wenn Sie im Bezugsjahr unmittelbar begünstigt waren, geben Sie dies in Zeile 9 an. Um die volle Zulage zu erhalten zu können, muss ein Mindesteigenbeitrag eingezahlt werden. Dafür maßgebend sind jeweils Ihre Einkünfte oder Bezüge aus dem Vorjahr.
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Steuererstattung aus?
Leider kann sich der Bezug von Krankengeld negativ auf eine Erstattung aus Deiner Steuererklärung auswirken. Im günstigsten Fall verringert das Krankengeld lediglich die Erstattung. Es kann jedoch auch zu einer Nachforderung des Finanzamts kommen, wenn Du Krankengeld beziehst.
Woher weiß ich, ob ich Steuern nachzahlen muss?
Ob man zu viel gezahlte Steuern zurückbekommt oder nachzahlen muss, geht aus der Festsetzungstabelle hervor. Hier gilt es zu prüfen, ob die gezahlten Beträge für Einkommensteuer, Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag mit Ihren übermittelten Daten übereinstimmen.
Warum wird Krankengeld nicht gleich versteuert?
Gute Nachrichten: Krankengeld ist steuerfrei. Trotzdem bist du verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Grund dafür ist der sogenannte Progressionsvorbehalt. Das Krankengeld wird dabei zu deinem restlichen Einkommen dazugerechnet und für die Gesamtsumme dein persönlicher Steuersatz bestimmt.
Was wird automatisch an das Finanzamt übermittelt?
So liegen dem Finanzamt nicht nur die Informationen über das aktuelle Gehalt vor, sondern auch die Höhe eventueller Kapitalerträge und Einzahlungen in die Riester-Rente. Auch die Daten der Krankenkasse, Arbeitsagentur oder Elterngeldstelle werden dem Finanzamt in regelmäßigen Abständen übermittelt.
Wird die Krankenkasse vom Finanzamt informiert?
Finanzamt darf Ihre Daten an die GKV weitergeben. Für die Berechnung der Beitragshöhe braucht die gesetzliche Krankenkasse Informationen über die Einkünfte des Vertragspartners. Bei freiwillig Versicherten kann sie diese Auskünfte beim Finanzamt einfordern.
Was lohnt sich bei der Steuererklärung anzugeben?
Das sind beispielsweise Fachliteratur, Bewerbungskosten oder Fortbildungskosten. Zu den Sonderausgaben zählen Spenden, Kirchensteuer und bestimmte Versicherungen. Außergewöhnliche Belastungen , wie Krankheitskosten oder Bestattungskosten, sind ebenfalls absetzbar.