Sind Freelancer umsatzsteuerpflichtig?

Gefragt von: Herr Prof. Dr. Bruno Karl
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Grundsätzlich sind Freiberufler:innen umsatzsteuerpflichtig, sobald sie regelmäßig Leistungen gegen Bezahlung erbringen. Eine Ausnahme gilt jedoch, wenn du die Kleinunternehmerregelung nutzt. In diesem Fall weist du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und führst sie auch nicht an das Finanzamt ab.

Wann ist man als Freiberufler umsatzsteuerpflichtig?

Freiberufler und Steuern: die Umsatzsteuer

Sofern Ihre Umsätze unter 22.000 Euro pro Jahr bleiben, können Sie die Kleinunternehmerreglung gemäß § 19 UStG (Umsatzsteuergesetz) wählen. Dann weisen Sie auf Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und sind auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Sind Freelancer steuerpflichtig?

Freiberuflerinnen und Freiberufler müssen keine Gewerbesteuer zahlen, wohl aber Einkommen- und ggf. Umsatzsteuer, die elektronisch über Elster gemeldet werden. Umsatzsteuerpflicht besteht, wenn die Kleinunternehmerregelung nicht genutzt wird; diese wird per Voranmeldung ans Finanzamt gemeldet.

Bin ich als Freelancer mehrwertsteuerpflichtig?

Du bist grundsätzlich mehrwertsteuerpflichtig, wenn du selbstständig einer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit nachgehst, bei der du unter dem eigenem Namen nach aussen auftrittst (eigener Name oder ein Firmenname). Dies gilt auch, wenn du nicht im Handelsregister eingetragen bist.

Welche freiberuflichen Tätigkeiten sind von der Umsatzsteuer befreit?

Befreit sind z.B. die Seeschifffahrt und die Luftfahrt, alle möglichen Finanzdienstleistungen und der Grundstückshandel, Rennwetten und Lotterien, Versicherungsleistungen einschließlich der gesetzlichen Sozialversicherung, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie weitere Leistungen der allgemeinen Wohlfahrtspflege, ...

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Wie viel darf man freiberuflich steuerfrei verdienen?

Freibetrag für Einkommen

Erst wenn Ihr erwirtschaftetes Einkommen 2025 als Freiberufler den sogenannten Grundfreibetrag von jährlich 12.096 Euro übersteigt, wird für die darüber liegende Summe Ihrer freiberuflichen Tätigkeit Einkommensteuer fällig.

Ist eine Beratertätigkeit umsatzsteuerpflichtig?

Für Beratungshonorare gilt in der Regel die reguläre Umsatzsteuerpflicht, sofern die Kleinunternehmerregelung nicht anwendbar ist. Eine genaue Buchhaltung und die korrekte Ausstellung von Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer sind für Berater unerlässlich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Freelancer und einem Freiberufler?

zum Freiberufler. Bei der Bezeichnung Freiberufler:in handelt es sich um ganz bestimmte Berufe (Art der Tätigkeit) und nicht um ein Beschäftigungsverhältnis. Freelancer:innen sind hingegen freiberuflich tätige Personen, die auf Grundlage von verschiedenen Verträgen in einer Art Dienstverhältnis stehen.

Muss ich als Freiberufler umsatzsteuerlich registriert sein?

Die Registrierung ist erst ab einem bestimmten Schwellenwert Ihres umsatzsteuerpflichtigen Umsatzes verpflichtend . Als Freiberufler müssen Sie nur dann Umsatzsteuer berechnen, wenn Sie umsatzsteuerlich registriert sind. Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind, müssen Sie die Umsatzsteuer auf die Rechnungen Ihrer Kunden ausweisen und Umsatzsteuererklärungen an das Finanzamt (HMRC) übermitteln.

Wie lange darf ein Freelancer maximal pro Tag beschäftigt werden?

maximale Arbeitszeit pro Tag: 8 Stunden. erlaubte Überstunden pro Tag: 2 Stunden, entspricht bis zu 10 Arbeitsstunden. Mehrarbeit muss innerhalb von sechs Monaten ausgeglichen werden. durchschnittlich erlaubte Arbeitszeit in sechs Monaten: 8 Stunden pro Tag.

Was muss ich beachten, wenn ich als Freelancer arbeiten möchte?

Sie müssen sich selbst um Krankenversicherung und Steuern kümmern. Im Gegensatz zu Freiberuflern, die in § 18 EstG definiert sind und keine Gewerbesteuer zahlen, können Freelancer in jedem Bereich arbeiten, sind aber oft gewerbesteuerpflichtig. Für den Start ist die Anmeldung beim Gewerbe- oder Finanzamt erforderlich.

Wie viel darf man steuerfrei nebenverdienen?

Monatlich sind das durchschnittlich 1.008 Euro. Wer zusätzliches Einkommen durch eine geringfügige Beschäftigung, wie einen Minijob, erzielt, ist 2025 bis zu einem monatlichen Verdienst von 556 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (2024 waren es noch 538 Euro).

Wie prüft das Finanzamt Freiberufler?

Das Finanzamt prüft, ob Ihre freiberufliche Tätigkeit kammerpflichtig ist. Ist sie das, müssen Sie die entsprechenden Qualifikationsnachweise bei der Standeskammer vorzeigen. Freiberuflerinnen und Freiberufler ohne kammerpflichtige Tätigkeit müssen ihre Qualifikationsnachweise beim Finanzamt erbringen.

Welche Steuern muss ich als Freelancer zahlen?

Freelancer sind einkommensteuerpflichtig und müssen jährlich ihre Steuererklärung abgeben. Grundlage dafür ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, die alle Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Die Erklärung muss digital über ELSTER eingereicht werden. Wer einen Steuerberater nutzt, erhält oft längere Abgabefristen.

Woher weiß ich, ob ich umsatzsteuerpflichtig bin?

Wenn im laufendem Jahr dein Umsatz über 25.000 € steigt, bist du im nächsten Jahr umsatzsteuerpflichtig. Dann bist du selbst in der Pflicht, entsprechend zu handeln. Das Finanzamt muss dich nicht explizit darauf hinweisen.

Wie kann man als Einzelunternehmer die Mehrwertsteuer vermeiden?

Umwandlung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Wenn ein Einzelunternehmer in eine GmbH umgewandelt wird (oder umgekehrt), wird der Umsatz für die Umsatzsteuerregistrierung auf null zurückgesetzt. Dadurch gewinnen Sie Zeit, bevor Sie sich registrieren müssen.

Welche Freiberufler müssen keine Umsatzsteuer zahlen?

Wer von der sogenannten „Kleinunternehmerregelung“ Gebrauch macht, ist als Freiberufler nicht zur Abgabe von USt-Voranmeldungen verpflichtet (UStG § 19). Voraussetzung dafür: Die erzielten Umsätze dürfen im Vorjahr 22.000 Euro nicht übersteigen. Für das laufende Jahr liegt die (geschätzte) Obergrenze bei 50.000 Euro.

Was muss auf Rechnung stehen für Freiberufler?

Korrekte Rechnungsstellung für Freiberufler

  • Name, Adresse des Rechnungsstellers.
  • Name und Adressdaten des Empfängers.
  • Eine fortlaufende Rechnungsnummer.
  • Das Rechnungsdatum.
  • Ggf. die gesonderte Ausweisung der Umsatzsteuer.
  • Die Steuernummer des Freiberuflers.
  • Art und Umfang der erbrachten Leistungen inklusive Honorar.

Wann muss ich als Freiberufler keine Steuern zahlen?

Bei einer Steuerschuld von weniger als 2.000 Euro im vorangegangenen Kalenderjahr kann der Freiberufler von der Voranmeldung befreit werden. So zahlt der Freiberufler seine Steuern reguläre einmal im Jahr.

Bin ich als Freelancer selbstständig?

Ob ein Freelancer auch Freiberufler ist, hängt von der genauen Tätigkeit ab. Übt ein Freelancer keine freiberufliche Tätigkeit aus, erfolgt die Anmeldung beim Gewerbeamt. Freelancer müssen aufpassen, dass keine Scheinselbstständigkeit bei ihrem Auftraggeber besteht.

Wann muss ich als Freelancer ein Gewerbe anmelden?

Wenn Sie eine selbständige Tätigkeit regelmäßig ausüben möchten, ist diese anzumelden. Das gilt auch für eine Tätigkeit als „freier Mitarbeiter“ bzw. „Freelancer“, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird.

Wie viel Geld darf ich als Freiberufler verdienen?

Hier gilt in 2025 der normale Grundfreibetrag von 12.096 € für Alleinstehende und 24.192 € für Verheiratete. Wichtig: Auch aus versicherungstechnischen Gründen sollte deine nebenberufliche Selbstständigkeit nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen und dir nicht mehr Geld einbringen als deine Hauptbeschäftigung.

Wann ist man umsatzsteuerpflichtig und wann nicht?

Wer also selbstständig tätig ist und für seine Leistungen oder Lieferungen Geld verlangt, muss dafür Umsatzsteuer berechnen. Eine Ausnahme ergibt sich aus § 19 UStG: Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Als Kleinunternehmer gelten Selbstständige mit einem Vorjahresumsatz nicht über 17.500 Euro.

Sind psychologische Berater umsatzsteuerpflichtig?

Der Bundesfinanzhof bestätigte, dass die von der psychologischen Beraterin ausgeführten Umsätze steuerfrei sind (Urteil vom 13.06.2018, XI R 20/16). Grund dafür ist, dass der Sozialhilfeträger die Kosten mittelbar trägt.

Wie hoch ist die Umsatzsteuer für Freiberufler?

Bei der Rechnungserstellung berechnet der Freiberufler für seinen Leistungen zusätzliche 19 Prozent auf den Rechnungsbeitrag. Diesen Betrag führt er als ausgewiesene Umsatzsteuer an das Finanzamt ab. Bei der Abführung unterscheidet man die Soll- und die Ist-Versteuerung.