Sind Geschäftsentwicklungskosten steuerlich absetzbar?

Gefragt von: Jaqueline Thiel MBA.
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Ja, Entwicklungskosten können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden, oft durch Aktivierung als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände (Wahlrecht) in der Handelsbilanz, wobei aber Forschungskosten nicht aktiviert werden dürfen und steuerrechtlich oft ein Aktivierungsverbot besteht (es sei denn, es greift die neue Forschungszulage), was zu latenten Steuern führen kann.

Sind Produktentwicklungskosten steuerlich absetzbar?

Kürzlich wurde die Gesetzeslage jedoch wieder geändert – zumindest für inländische Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Für Steuerjahre, die nach dem 31. Dezember 2024 beginnen, können Steuerzahler inländische Forschungs- und Entwicklungsausgaben wieder sofort und vollständig in ihrer Steuererklärung geltend machen.

Kann man Entwicklungskosten abschreiben?

Seit dem Jahr 2020 verfügt auch Deutschland über eine steuerliche Förderung für Forschung und Entwicklung (FuE). Das Gesetz wurde im Dezember 2019 unter dem Namen Forschungszulagengesetz im Bundesanzeiger veröffentlicht und im März 2024 im sogenannten Wachstumschancengesetz ausgeweitet.

Welche Entwicklungskosten kann man aktivieren?

Aufwendungen für die Gründung eines Unternehmens, Aufwendungen für die Beschaffung des Eigenkapitals, Aufwendungen für den Abschluss von Versicherungsverträgen und. Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

Was fällt unter Entwicklungskosten?

Rechnungswesen. Kosten der Zweckforschung (Entwicklung), bes. Kosten für Konstruktions-, Versuchs- und Forschungsarbeiten. Erfassung in der Kostenrechnung: Laufende Entwicklungskosten für ein Produkt sind diesem als Sondereinzelkosten zuzurechnen.

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Was sind Beispiele für Entwicklungskosten?

Beispiele für Entwicklungskosten

Beispiele hierfür sind: Arbeitskosten für Wissenschaftler, Ingenieure und Designer . Materialien und Ausrüstung zur Herstellung von Prototypen. Tests und Versuche, einschließlich Produktsicherheit und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Was sind Entwicklungskosten?

Kostenentwicklung beschreibt die Veränderung von Kosten über die Zeit und wird durch Faktoren wie Inflation (zuletzt stabil bei ca. 2,3 % in DE), steigende Energie- und Lebensmittelpreise, Arbeitskräftemangel, aber auch technologischen Fortschritt beeinflusst, wie die fallenden Preise bei Photovoltaik zeigen, während Baupreise moderat steigen und Krankenhäuser mit hohen Sach- und Personalkosten konfrontiert sind. Man kann sie als progressiv (steigend), regressiv (fallend) oder konstant betrachten, je nach Produktionsmenge, erklärt eine YouTube-Erklärung.
 

Wohin bucht man Entwicklungskosten?

Entwicklungskosten können in der Handelsbilanz als Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines immateriellen Vermögensgegenstands ausgewiesen werden.

Welche Kosten dürfen nicht aktiviert werden?

In einigen Fällen wird dies vom Standardsetter konkretisiert: IAS 38 verbietet die Aktivierung selbst erbrachter Forschungsleistungen (38.53); der originäre Firmenwert (IAS 38.40) darf nicht aktiviert werden, ebenso wenig Vertriebskosten, selbst erstellte Marken, Drucktitel, Verlagsrechte und Kundenlisten (IAS 38.10, ...

Was gehört zu immateriellen Vermögensgegenständen?

Immaterielle Vermögensgegenstände sind nicht-physische Werte eines Unternehmens, wie Patente, Lizenzen, Marken, Software, Urheberrechte, Kundenlisten oder der Firmenwert (Goodwill), die einen wirtschaftlichen Nutzen versprechen, aber nicht anfassbar sind. Beispiele sind auch Nutzungsrechte, Rezepte und Designs, die langfristig im Unternehmen eingesetzt werden und sich auf der Aktivseite der Bilanz finden.
 

Was darf nicht in die Steuerbilanz?

Nicht in die steuerliche Bilanz hineingenommen werden dürfen Rückstellungen für zu erwartende Verluste aus nicht abgeschlossenen Geschäften. Zudem dürfen keine Rückstellungen für Aufwendungen gebildet werden, die in der Zukunft zur Aktivierung von Wirtschaftsgütern führen.

Kann ich eine selbstgeschaffene Marke aktivieren?

Selbstgeschaffene Marke

Wurden die Arbeiten für die Konzeption und die rechtliche Sicherung einer Marke vom Unternehmen durch eigene Mitarbeiter selbst erbracht, so ist eine Aktivierung nach § 248 Abs. 2 HGB nicht zulässig.

Wie viel kann man auf einmal abschreiben?

Wirtschaftsgüter bis 250 Euro (ohne Umsatzsteuer) werden sofort abgeschrieben. Bei Wirtschaftsgütern, der Anschaffungskosten oder Herstellungskosten zwischen 251 Euro und 800 Euro liegen, kann zwischen Sofortabschreibung und Sammelposten gewählt werden.

Welche Kosten kann ich als Betriebsausgaben absetzen?

Zu den absetzbaren Betriebsausgaben gehören:

  • Bewirtungskosten.
  • Geschäftsreisen.
  • Lohn- und Gehaltskosten für Mitarbeiter:innen.
  • Kosten für dein Büro oder Homeoffice.
  • Telefon- und Internetkosten.
  • Geschenke für Kund:innen.
  • Dienstleistungen.
  • Kfz- und Fahrtkosten.

Welche Ausgaben sind steuerlich nicht absetzbar?

Inhaltsverzeichnis

  • Nicht abzugsfähige Ausgaben in der Einkommensteuer.
  • Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben.
  • Geschenke.
  • Bewirtungs- und Unterhaltungsaufwendungen.
  • Aufwendungen für die Verpflegung, Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.
  • Unangemessene Aufwendungen.
  • Aufwendungen für Steuern, Strafen und Bestechungsgelder.

Welche Kosten kann ich nicht steuerlich absetzen?

Gut zu wissen Nicht steuerlich absetzbar: 9 Beispiele

  1. Der dunkle Anzug. ...
  2. Kosten für Friseur- und Kosmetikbesuche. ...
  3. Sachversicherungen. ...
  4. Das Material für den Handwerker. ...
  5. Führerschein. ...
  6. Scheidungskosten. ...
  7. Haushaltsnahe Dienstleistung hinterm Gartenzaun. ...
  8. Vereinsbeiträge.

Wann darf man Entwicklungskosten aktivieren?

Für Forschungskosten gilt ein explizites Aktivierungsverbot, die angefallenen Kosten sind im Jahr ihrer Entstehung sofort als Aufwand zu erfassen. Entwicklungskosten liegen nur dann vor, wenn die Forschungsergebnisse auch genutzt werden können.

Welche Anschaffungskosten sind absetzbar?

Anschaffungskosten steuerlich abschreiben

  • Gebäude und bauliche Anlagen.
  • Außenanlagen.
  • Technische Anlagen.
  • Maschinen und Geräte, Betriebsausstattung.
  • Büro- und Geschäftsausstattung (einschließlich Software)
  • Fahrzeuge.
  • Sonstige Anlagegüter.
  • Musikinstrumente, -zubehör.

Welche Beispiele gibt es für Betriebsausstattung?

Betriebsausstattung (BGA) umfasst alle beweglichen Wirtschaftsgüter, die ein Unternehmen dauerhaft nutzt, aber nicht direkt zur Produktion gehören, wie Büromöbel, Computer, Werkzeuge (keine Maschinen), Lagereinrichtungen (Regale), Fahrzeuge (Gabelstapler, Transporter) und sogar Kantineneinrichtungen. Beispiele sind Schreibtische, Laptops, Bohrmaschinen (nicht-Maschinen-Bohrer), Regale, Firmenwagen, Klimaanlagen, Küchengeräte und Ladeneinrichtungen. Sie sind wichtig für den Betrieb, dienen aber meist indirekt der Leistungserstellung. 

Was sind Forschungs- und Entwicklungskosten?

Forschungs -und Entwicklungskosten werden in der Gewinn -und Verlustrechnung ausgewiesen und umfassen die Aufwendungen für die Entwicklung neuer Produkte.

Welche Kosten sind aktivierungspflichtig?

Zu den aktivierungspflichtigen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen alle Kosten, die ein Unternehmen aufwendet, um ein erworbenes Wirtschaftsgut in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen (§ 255 Abs. 1 S. 1 HGB).

Sind Entwicklungskosten Sondereinzelkosten der Fertigung?

Auftragsgebundene Entwicklungs-, Versuchs- und Konstruktionskosten, die nicht entgeltlich veräußert werden, gehören als Sondereinzelkosten der Fertigung zu den Herstellungskosten der späteren Serienerzeugnisse.

Was gehört zur Produktentwicklung?

Unter Produktentwicklung versteht man die Erschaffung und Einführung von Produkten, die den Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Der Produktentwicklungsprozess umfasst Phasen wie die Ideenfindung, die Marketingstrategie und die Kommerzialisierung.

Wie viel kostet die Entwicklung eines Produkts?

Eine Komplettentwicklung einer Baugruppe ohne Gehäuse, von Spezifikation bis Serienüberleitung kann zwischen 6.000€ und 500.000€ kosten. Eine typische Entwicklung in der Datenübertragung liegt jedoch zwischen 150.000€ und 200.000€.

Was versteht man buchhalterisch unter Inventar?

Im Rechnungswesen ist das Inventar ein detailliertes, stichtagsbezogenes Verzeichnis aller Vermögensgegenstände (Anlage- und Umlaufvermögen) und Schulden eines Unternehmens, das als Ergebnis der Inventur](https://www.firma.de/rechnungswesen/inventur-inventar-und-bilanz-das-sind-die-unterschiede/) (körperliche Bestandsaufnahme) erstellt wird und die Grundlage für die Bilanz bildet. Es listet Art, Menge und Wert auf und dient der Ermittlung des Eigenkapitals (Reinvermögen).