Sind Gutschriften steuerpflichtig?

Gefragt von: Sigmund Maier
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Die Abrechnungsgutschrift ist aus steuerrechtlicher Sicht zwar eine Ausnahme, jedoch einer Rechnung gleichgestellt. Daher müssen Gutschriften nach § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) die gleichen Pflichtangaben enthalten, die der Gesetzgeber für Rechnungen vorsieht.

Ist eine Gutschrift steuerpflichtig?

Eine Gutschrift wird mit Umsatzsteuer ausgestellt, wenn ihr Empfänger umsatzsteuerpflichtig ist. Ist er Kleinunternehmer oder handelt es sich um eine umsatzsteuerfreie Lieferung oder Leistung, darf die Gutschrift keine Mehrwertsteuer ausweisen.

Sind Gutschriften Einnahmen?

Auch der Begriff „Gutschrift“ muss eindeutig genannt sein. Die Gutschrift gehört zu deinen Einnahmen und muss wie eine normale Rechnung in deiner Buchhaltung erfasst werden.

Warum darf Gutschrift nicht mehr Gutschrift heißen?

Gesetzesänderung: Gutschrift ist nicht mehr gleich Gutschrift. Mit Wirkung vom 30. Juni 2013 ist das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz in Kraft getreten, das zu einer Änderung bei der Erstellung von Gutschriften geführt hat. Das Wort Gutschrift verliert damit an Bedeutung.

Was ist bei einer Gutschrift zu beachten?

Pflichtangaben einer Gutschrift

  • Name und Anschrift des Leistenden und des Leistungsempfängers.
  • Datum der Ausstellung.
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID des Leistenden.
  • Bezeichnung der Leistungen oder Produkte.
  • Fortlaufende Rechnungsnummer.
  • Zeitpunkt der Leistung oder Lieferung.
  • Aufgeschlüsseltes Entgelt nach Steuersätzen.

Gutschriften im Umsatzsteuerrecht

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Wann entsteht die Umsatzsteuer bei Gutschriften?

Hat der Gutschriftsempfänger der Abrechnung durch Gutschrift zugestimmt und erhält er eine Gutschrift über eine nicht steuerbare Leistung, schuldet er die in der Gutschrift ausgewiesene Umsatzsteuer nach § 14c Abs. 1 UStG.

Wie buche ich Gutschriften richtig?

Gutschriften werden in der Buchhaltung ähnlich wie normale Rechnungen behandelt, aber mit umgekehrter Vorzeichenlogik: Als Leistungserbringer buchst du die Gutschrift auf Erlöse (Haben) und Umsatzsteuer (Haben), um deine Einnahmen zu mindern. Als Leistungsempfänger buchst du auf Fremdleistungen (Soll) und Vorsteuer (Soll), um deine Ausgaben zu reduzieren. Entscheidend ist, dass eine Gutschrift alle Pflichtangaben einer Rechnung enthält und als "Gutschrift" gekennzeichnet ist, um den Vorsteuerabzug zu gewährleisten.
 

Ist eine Gutschrift eine Auszahlung?

Eine Gutschrift muss nicht immer eine direkte Auszahlung bedeuten. Oft erfolgt sie als Verrechnung, z. B. mit einer offenen Rechnung.

Welche Steuernummer muss auf einer Gutschrift angegeben werden?

Bei einer Abrechnung durch Gutschrift ist nicht die Steuernummer des gutschreibenden Unternehmers (Leistungsempfänger), sondern die des Leistungserbringers anzugeben. Gemäß § 14 UStG a.F. musste auf der Rechnung die durch das Finanzamt erteilte Steuernummer angegeben werden.

Ist der Betrag einer Gutschrift negativ oder positiv?

Bei der Gutschrift handelt es sich um eine besondere Form der Rechnungsstellung bzw. Abrechnung von Lieferungen und Leistungen. Anders als bei einer normalen Rechnung stellt hier der Kunde seinem Lieferanten eine Rechnung aus – und zwar mit einem positiven Betrag.

Sind Gutschriften noch erlaubt?

Gesetzlich wird die Gutschrift im Umsatzsteuergesetz § 14 Abs. 2 Satz 3 UStG geregelt. Was Gutschrift bedeutet ist auch, dass das Ausstellen einer Gutschrift nur erlaubt ist, wenn es vorher vereinbart wurde. Dem Ausstellen einer Gutschrift kann ohne weiteres widersprochen werden.

Welcher Steuersatz gilt für Gutschriften?

so gilt Folgendes, wenn der Leistende nach den allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes versteuert: Die Gutschrift gilt als Rechnung, da eine umsatzsteuerpflichtige Lieferung oder sonstige Leistung eines Regelversteuerers abgerechnet wird. Der Leistende schuldet den vollen ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrag.

Kann man Gutschriften steuerlich absetzen?

Die gute Nachricht ist, dass die Gutschrift, sofern sie von einem deutschen Unternehmer ausgestellt wurde, zum Vorsteuerabzug berechtigt. Das bedeutet, dass Sie als Dienstleistungsnehmer die in der Gutschrift ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen können, sofern Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.

Wann kann ich eine Gutschrift ohne Umsatzsteuer verlangen?

Solange man im Vorjahr die Umsatzgrenze von momentan 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im jeweilig aktuellen Jahr die Umsatzgrenze von momentan 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigt, gilt man als „Kleinunternehmer“ und muss keine Umsatzsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen.

Was bedeutet Gutschrift beim Finanzamt?

Auch Personen, die so wenig verdienen, dass sie keine Lohnsteuer bezahlen, können in vielen Fällen eine Gutschrift vom Finanzamt erhalten. Als Negativsteuer können ein Teil der Sozialversicherungsbeiträge, der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag oder der Kindermehrbetrag ausbezahlt werden.

Sind Gutschriften auch Rechnungen?

Danach kann eine Rechnung vom Leistungsempfänger für eine Lieferung oder sonstige Leistung als Gutschrift ausgestellt werden, wenn dies vorher vereinbart wurde. Laut UStG werden Gutschriften also zwar als Ausnahme angesehen, in der rechtlichen Wirkung sind sie jedoch Rechnungen gleichgestellt.

Was muss bei einer Gutschrift beachtet werden?

Es gelten folgende Regeln:

  • Das Gutschriftsverfahren muss zwischen den Geschäftspartnern vereinbart sein.
  • Das Gutschrift-Dokument benötigt die Bezeichnung „Gutschrift“
  • Die Abrechnungsgutschrift benötigt sämtliche Pflichtangaben einer ordentlichen Rechnung.

Kann ich eine Gutschrift ohne Mehrwertsteuer ausstellen?

§ 19 UStG, darf er keine Umsatzsteuer ausweisen. In diesem Fall muss er einer Gutschrift mit Umsatzsteuerausweis widersprechen, damit er die ausgewiesene Umsatzsteuer nicht nach § 14c UStG (unberechtigter Steuerausweis) schuldet.

Ist eine Gutschrift mehrwertsteuerpflichtig?

Wird in einem solchem Dokument der Begriff „Gutschrift” verwendet, ist dies umsatz- steuerlich unbeachtlich und führt insbesondere allein nicht zur Anwendung des § 14c UStG. Die Vereinbarung zur Abrechnung mit Gutschrift ist an keine besondere Form gebunden.

Ist eine Gutschrift positiv oder negativ?

Ist eine Gutschrift positiv oder negativ? Bei einer Gutschriftrechnung erhält der Leistungserbringer die Gutschrift als Einnahme vom Leistungsempfänger. Daher wird eine Gutschrift in der Rechnungsbilanz als positiv ausgewiesen.

Ist eine Gutschrift eine Rückerstattung?

Ganz allgemein ist eine Kundengutschrift eine Rückerstattung der Kaufsumme eines Händlers an seinen Käufer. Rechtlich gesehen versteht man unter dem Begriff Kundengutschrift auch eine Abrechnung von Lieferungen bzw. Leistungen. Hingegen landläufig damit oft eine Storno-Rechnung gemeint ist.

Was passiert mit einer Gutschrift?

Die Sparkasse oder Bank führt die Gutschrift auf das Konto durch, sobald die Überweisung angekommen ist. Wenn es dauert, bis Geld auf einem Konto eines Kunden ankommt, liegt es zumeist daran, dass die Überweisung noch nicht abgeschlossen ist.

Wie kontiert man Gutschriften in der Buchhaltung?

Eine Gutschrift wird in der Buchhaltung wie eine umgekehrte Rechnung kontiert: Sie mindert Erlöse oder Aufwände und korrigiert die Umsatzsteuer. Der Buchungssatz kehrt die ursprüngliche Rechnung um, indem Erlöskonten (Haben) im Soll und Aufwandskonten (Soll) im Haben bebucht werden, während Forderungen/Verbindlichkeiten reduziert und die Umsatzsteuer berichtigt wird (z.B. Vorsteuer im Soll, Umsatzsteuer-Zahllast im Soll). 

Ist eine Gutschrift ein Soll oder ein Haben?

Eine Gutschrift wird im Haben gebucht, wenn sie auf dem eigenen Konto als Guthaben erscheint (z.B. ein Geldeingang), da Haben die rechte Seite des Kontos und Zunahmen bei Aktivkonten (wie dem Bankkonto) darstellt. Im umgekehrten Fall, wenn Sie eine Gutschrift erstellen, buchen Sie den entsprechenden Betrag im Soll des Kundenkontos, um die Forderung zu mindern, während das eigene Bankkonto im Haben steigt, da es sich um einen Ertrag handelt.
 

Was ist ein Beispiel für eine Gutschrift?

Gutschriften werden beispielsweise erstellt, wenn ein Kunde für ein Produkt oder eine Leistung zu viel bezahlt hat. Ein Beispiel: Eine Webdesign-Agentur erhält einen Auftrag von Herrn Meier, der seine Website auf Vordermann bringen möchte.