Sind Rezepte für über 60-Jährige noch kostenlos?

Gefragt von: Frau Dr. Jaqueline Schiller
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Nein, Rezepte sind für über 60-Jährige nicht pauschal kostenlos, aber Sie können sich von den gesetzlichen Zuzahlungen befreien lassen, wenn Ihr Einkommen niedrig ist und die Belastungsgrenze (2 % des Bruttoeinkommens, 1 % bei chronischer Krankheit) erreicht ist – das gilt auch für Rentner. Es gibt zudem spezielle kostenlose Impfungen, wie z. B. gegen Gürtelrose und Pneumokokken ab Ende 2025 in Österreich, und für bestimmte nicht verschreibungspflichtige Medikamente gibt es grüne Rezepte (Empfehlungen).

Ist man als Rentner von der Rezeptgebühr befreit?

Ja, Rentner müssen grundsätzlich Rezeptgebühren (Zuzahlungen) bezahlen, aber sie können sich bei Überschreiten einer jährlichen Belastungsgrenze befreien lassen; diese Grenze liegt bei 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen oder 1 % bei chronisch Kranken, und der Antrag muss jährlich bei der Krankenkasse gestellt werden, wofür Belege gesammelt werden müssen. 

Bis wann sind Rezepte kostenlos?

Wer gesetzlich krankenversichert ist, bekommt für Medikamente ein rosafarbenes Rezept, wenn die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Es gilt für 28 Tage. Das rosa Papierrezept wird ab Januar 2024 durch das elektronische Rezept ersetzt.

Wann ist man Rezept gebührenfrei?

Gesetzlich Versicherte können sich von der Zuzahlungspflicht befreien lassen, wenn die individuelle Belastungsgrenze erreicht ist. Die persönliche Belastungsgrenze beträgt 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Für chronisch Kranke gilt: 1 Prozent der Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt.

Wann kann man von der Rezeptgebühr befreit werden?

Voraussetzungen zur Befreiung per Antrag: Wenn Ihr monatliches Nettoeinkommen folgende Richtsätze nicht übersteigt, können Sie einen Antrag auf Befreiung von der Rezeptgebühr stellen: Alleinstehende: EUR 1.273,99. Ehepaare: EUR 2.009,85.

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Wer ist 2025 von der Rezeptgebühr befreit?

Befreiung mit Antrag: Personen, deren monatliches Nettoeinkommen folgende Richtwerte nicht übersteigt (Werte für das Jahr 2025): Alleinstehende: 1.273,99 Euro. Alleinstehende mit erhöhtem Medikamentenbedarf: 1.465,09 Euro.

Wer muss keine Rezeptgebühren bezahlen?

Sie haben Anspruch auf kostenlose NHS-Rezepte, wenn Sie: unter 16 Jahre alt sind; zwischen 16 und 18 Jahre alt sind und eine Vollzeitausbildung absolvieren; oder 60 Jahre oder älter sind.

Wie kann ich von der Rezeptgebühr befreit werden?

Um eine Befreiung von Rezeptgebühren (Zuzahlungen) zu bekommen, müssen Sie einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse stellen, sobald Sie Ihre persönliche Belastungsgrenze erreicht haben (2 % des Brutto-Haushalts-Einkommens, bei chronischer Krankheit 1 %). Dazu reichen Sie Nachweise über Ihre Einkommen und die bereits geleisteten Zuzahlungen ein; bei chronischer Erkrankung sind zusätzliche Nachweise (z.B. GdB von mind. 60 %) nötig. Kinder unter 18 Jahren sind grundsätzlich befreit, außer bei Fahrkosten. 

Wann gilt man als chronisch krank?

Man ist chronisch krank, wenn eine lang andauernde, oft schwer heilbare Krankheit besteht, die mindestens ein Jahr andauert und eine kontinuierliche ärztliche Behandlung (mindestens einmal pro Quartal) notwendig macht, oft verbunden mit Einschränkungen der Lebensqualität und speziellen Bedürfnissen für die Zuzahlungsbefreiung bei Krankenkassen. Es gibt keine einzelne, starre Definition, aber die Regeln der Deutschen Rentenversicherung oder der Krankenkassen sind hier maßgeblich. 

Welches Rezept ist gebührenfrei?

Kostenfreie medizinische Rezepte gibt es in Form des Grünen Rezepts, das Ärzte für rezeptfreie Medikamente (OTC) ausstellen und bei dem Krankenkassen oft die Kosten erstatten (Satzungsleistung), und des E-Rezepts (ehemals rosa), das verschreibungspflichtige Medikamente abdeckt und bei Zuzahlungsbefreiung oder bestimmten Leistungen (z.B. Kinder unter 12) kostenfrei sein kann. Für Rezepte aus dem Internet gibt es viele kostenlose Kochrezept-Websites mit günstigen Rezepten für den Alltag. 

Wann muss ich für Rezepte zuzahlen?

Gesetzliche Zuzahlungen

Der Eigenanteil beträgt zehn Prozent des Arzneimittelpreises, mindestens fünf und maximal zehn Euro. Kostet das Medikament weniger als fünf Euro, müssen Sie die Kosten allein tragen. Die Zuzahlung gilt pro Medikament und nicht pro Rezept.

Ist es schlimm, wenn man ein Rezept nicht eingelöst hat?

Wenn Sie ein Rezept nicht einlösen, verliert es nach Ablauf der Gültigkeit (meist 28 Tage für Kassenrezepte) seinen Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse, bleibt aber oft noch bis zu drei Monate gültig, wird dann aber als Privatrezept behandelt. Ein nicht eingelöstes E-Rezept wird nach ca. 100 Tagen aus dem System gelöscht. Das Wichtigste ist: Sie müssen den Arzt aufsuchen, um ein neues Rezept zu bekommen, wenn die Frist verstrichen ist oder Sie die Medikamente doch brauchen. 

Wie lange bleibt ein Rezept auf der Versichertenkarte?

Ein Rezept auf der elektronischen Gesundheitskarte (E-Rezept) bleibt 28 Tage lang gültig, um es zulasten der gesetzlichen Krankenkasse einzulösen – genau wie früher das rosa Papierrezept. Nach Ablauf dieser 28 Tage erlischt der Anspruch auf Kostenerstattung durch die Kasse, aber das Rezept kann oft noch bis zu drei Monate als Privatrezept eingelöst werden, was bedeutet, dass Sie es selbst bezahlen müssen. 

Welche Patienten müssen keine Zuzahlung zahlen?

Nach Erreichen der Belastungsgrenze von zwei Prozent des Jahresbruttoeinkommens können sich Versicherte aber von den Zuzahlungen befreien lassen. Bei chronisch Kranken liegt die Schwelle bei einem Prozent des Einkommens. Sie müssen dazu einen entsprechenden Antrag bei ihrer jeweiligen Krankenkasse stellen.

Was ist für Rentner frei?

Versorgungsfreibetrag für Beamte und Werksrentner

Der Freibetrag gilt für Pensionen und Betriebsrenten. Für Pensionäre im Jahr 2025 beträgt der Freibetrag 13,2 % der Bezüge, maximal 990 Euro, plus ein Zuschlag von 297 Euro. Mitsamt dem Werbungskosten-Pauschbetrag bleiben bis zu 1.389 Euro steuerfrei.

Wie hoch ist der Eigenanteil für die Krankenversicherung von Rentnern?

Als Rentner oder Rentnerin müssen Sie aus der Rente nur die Hälfte Ihres Beitrags zur Krankenversicherung selbst tragen. Der zuständige Rentenversicherungsträger übernimmt die andere Hälfte. Sie zahlen also 9,5 Prozent aus eigener Tasche.

Wann werde ich von der Medikamentenzuzahlung befreit?

Eine Befreiung von Zuzahlungen für Medikamente gibt es, sobald Ihre jährlichen Zuzahlungen die persönliche Belastungsgrenze überschreiten, die bei 2 % Ihres jährlichen Bruttoeinkommens liegt, bei chronisch Kranken sogar nur bei 1 %. Sie müssen die Befreiung bei Ihrer Krankenkasse beantragen, sobald diese Grenze erreicht ist, und sie gilt dann für den Rest des Jahres.
 

Welche Krankheiten gehören zu chronisch krank?

Zu chronischen Krankheiten zählen lange andauernde, oft nicht heilbare Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit), Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus), Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD), Muskel-Skelett-Erkrankungen (Arthritis, Arthrose, Rheuma) und viele psychische Erkrankungen (Depressionen), die eine wiederholte Behandlung und dauerhafte Betreuung erfordern. Auch Krebs, Demenz und chronische Darmerkrankungen gehören dazu, wobei die Definition oft auf die Notwendigkeit einer mindestens einjährigen, regelmäßigen ärztlichen Behandlung abzielt.
 

Wer bescheinigt mir, dass ich chronisch krank bin?

Die schwerwiegende chronische Krankheit und die notwendige Dauerbehandlung müssen die Versicherten gegenüber der Krankenkasse durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen.

Sind Rentner von der Rezeptgebühr befreit?

Ja, Rentner müssen grundsätzlich Rezeptgebühren (Zuzahlungen) bezahlen, aber sie können sich bei Überschreiten einer jährlichen Belastungsgrenze befreien lassen; diese Grenze liegt bei 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen oder 1 % bei chronisch Kranken, und der Antrag muss jährlich bei der Krankenkasse gestellt werden, wofür Belege gesammelt werden müssen. 

Wann ist man als Pensionist von der Rezeptgebühr befreit?

Diese Richtsätze werden für jedes unterhaltsberechtigte Kind erhöht (2025: 196,57). Personen, die in einem Altersheim etc gepflegt werden, erhalten die Rezeptgebührenbefreiung, wenn die Pension 2025 € 3.057,58 (240 % des Ausgleichszulagenrichtsatzes für Einzelpersonen) nicht übersteigt.

Warum musste ich keine Rezeptgebühr bezahlen?

Der GKV-Spitzenverband kann unter bestimmten Bedingungen beschließen, Medikamente von der Zuzahlung zu befreien. Das ist dann der Fall, wenn der Preis eines Arzneimittels mindestens 20 Prozent niedriger ist als der gesetzlich festgelegte Festbetrag.

Wann ist man von Rezeptgebühren befreit?

Wenn Sie krankenversichert sind, müssen Sie so lange Rezeptgebühren zahlen, bis dadurch im laufenden Kalenderjahr ein Betrag von 2 Prozent Ihres Jahresnettoeinkommens erreicht wird. Ab diesem Wert sind Sie von der Rezeptgebühr befreit.

Wer muss die Rezeptgebühren bezahlen?

Die Rezeptgebühr (Zuzahlung) erhalten die gesetzlichen Krankenkassen selbst, die Apotheke zieht das Geld nur ein und leitet es an die Kasse weiter. Patienten zahlen 10 % der Arzneimittelkosten (mindestens 5 €, maximal 10 € pro Packung) direkt in der Apotheke, aber auch bei Heil-/Hilfsmitteln, wenn es sich um einen Kassenrezept handelt, wobei es Befreiungsmöglichkeiten bei Überschreitung der persönlichen Belastungsgrenze gibt (z.B. für chronisch Kranke).
 

Wie hoch ist der Selbstbehalt für Rezepte im Jahr 2025?

Für Heilbehelfe und Hilfsmittel bezahlen Sie 10 Prozent der Kosten selbst, mindestens aber EUR 43,00 (Wert 2025).