Sind Wertpapiere pfändbar?

Gefragt von: Frau Prof. Krystyna Ziegler
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Ja, Wertpapiere sind grundsätzlich pfändbar, da sie rechtlich wie bewegliche Sachen behandelt werden und der Gerichtsvollzieher sie in Besitz nehmen kann, entweder physisch (z. B. Aktienzertifikate) oder durch Pfändung des Herausgabeanspruchs bzw. Miteigentumsanteils bei Depotverwahrung, wobei der Gläubiger das Recht auf die Wertpapiere und auch auf Erträge wie Dividenden erhält, die dann verwertet werden.

Kann Wertpapier gepfändet werden?

§ 104 GVGA - Pfändung von Wertpapieren

(1) 1Bei der Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen werden Wertpapiere wie bewegliche körperliche Sachen behandelt. Sie werden dadurch gepfändet, dass der Gerichtsvollzieher sie in Besitz nimmt.

Welches Vermögen darf nicht gepfändet werden?

Derzeit gelten Einkünfte von bis zu 1.559,99 Euro als unpfändbares Einkommen. Im Falle einer Unterhaltspflicht gegenüber einer Person sind bis zu 2.149,99 Euro Nettoeinkommen unpfändbar. Bei einer Unterhaltspflicht gegenüber zwei Personen dürfen 2.469,99 Euro nicht gepfändet werden.

Sind Wertpapiere Geldvermögen?

Wertpapiere. Wertpapiere sind Urkunden, die dem Besitzer des Wertpapiers Rechte an einem Vermögen bescheinigen. Das muss kein großes Vermögen sein. Die zehn Euro oder der Scheck in der Brieftasche sind danach ebenso Wertpapiere wie die Briefmarke, die einen gewissen Wert hat.

Sind Aktien pfändbar?

Dividenden unterliegen nicht dem Pfändungsschutz. Dividendenauszahlungen stellen kein Arbeitseinkommen dar. Damit unterliegen sie auch nicht dem in der Zivilprozessordnung (§§ 850 ff ZPO) festgelegten Pfändungsschutz für Arbeitseinkommen, sondern sind in voller Höhe pfändbar.

Was darf gepfändet werden? 💰🚗🏠💍

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Kann mein Aktiendepot gepfändet werden?

Depots können nicht verpfändet werden.

Was passiert mit Aktien bei Privatinsolvenz?

Das heißt: Aktionäre sind in der Insolvenz einer AG keine Gläubiger – auch wenn sie der Gesellschaft mit der Zeichnung der Aktien Kapital gegeben haben. Sie erhalten deshalb erst eine Auszahlung, wenn die Forderungen aller Gläubiger und die Verfahrenskosten bezahlt worden sind.

Was ist der Unterschied zwischen Wertpapieren und Aktien?

Der Hauptunterschied ist, dass Wertpapier der Oberbegriff für alle verbrieften Rechte ist, während eine Aktie eine spezifische Art von Wertpapier darstellt, die einen Anteil an einem Unternehmen verbrieft. Alle Aktien sind Wertpapiere, aber nicht alle Wertpapiere sind Aktien; andere Wertpapiere sind beispielsweise Anleihen, Fonds, ETFs, Schuldverschreibungen oder Zertifikate, die andere Rechte verbriefen (z.B. Zinszahlungen oder Beteiligungen an einem Fonds).
 

Gelten Wertpapiere als Vermögenswerte?

Ein Wertpapier ist ein Finanzinstrument , das an einem Finanzmarkt gehandelt werden kann. Der Begriff Wertpapiere bezeichnet Anlagen, die getauscht und zur Kapitalbeschaffung eingesetzt werden können.

Werden Aktien als Vermögen angerechnet?

Ja, Aktien zählen ganz klar zum Vermögen, genauer gesagt zum Geldvermögen (Wertpapiere) und werden bei der Vermögensberechnung (z.B. für Sozialleistungen oder in der Steuererklärung) berücksichtigt. Sie repräsentieren einen Anteil an einem Unternehmen und sind somit ein finanzieller Vermögenswert, der bei der Berechnung des Gesamtvermögens (Sachwerte wie Immobilien + Geldvermögen) abgezogen wird von den Schulden. 

Welche Beträge sind ab Juli 2025 nicht pfändbar?

Der nicht pfändbare Betrag (Grundfreibetrag) liegt seit dem 1. Juli 2025 bei 1.559,99 € netto pro Monat für eine Einzelperson ohne Unterhaltspflichten und erhöht sich je nach Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen, beispielsweise auf 2.149,99 € für eine Person mit einem Kind und 2.469,99 € mit zwei Kindern, wobei diese Werte immer auf volle 10 Euro abgerundet werden. Dieser Betrag wird jährlich zum 1. Juli angepasst und ist der Betrag, der auf einem Konto oder Lohn geschützt ist.
 

Welche Geldleistungen sind unpfändbar?

Nicht pfändbar sind: Sozialhilfe, Erziehungsgeld, Mutterschaftsgeld und Sozialleistungen zum Ausgleich von Mehraufwendungen durch Körper- und Gesundheitsschäden, z. B. Pflegegeldanspruch des häuslich Pflegebedürftigen. Elterngeld, Wohngeld und Kindergeld sind nur unter besonderen Umständen pfändbar.

Welche Einmalzahlungen sind nicht pfändbar?

Nicht pfändbar sind unter anderem bestimmte Zulagen (Gefahren-, Schmutz-, Erschwerniszulagen), Spesen, Kindergeld, Schmerzensgeld, Sozialleistungen, Studienbeihilfen und ein Teil von Weihnachtsgeld sowie Urlaubsgeld (bis zu einem gewissen Freibetrag), während Mehrarbeitsvergütung zur Hälfte geschützt ist, aber andere Sonderzahlungen oft voll pfändbar sind, wenn sie die allgemeinen Freigrenzen überschreiten oder nicht spezifisch geschützt sind. 

Welche Vermögenswerte können nicht gepfändet werden?

Daher sieht das Gesetz verschiedene Gegenstände vor, die nicht gepfändet werden dürfen. Dazu gehören Gegenstände für den persönlichen Gebrauch und Haushalt, die einen einfachen Lebensstil ermöglichen. Beispielsweise sind das unter anderem Bekleidung, Möbel, Fernseher und Küchengeräte.

Was bedeutet Verpfändung von Wertpapieren?

Die Verpfändung kommt in der Praxis insbesondere im Rahmen der Absicherung von Krediten vor. Es handelt sich bei der Verpfändung um einen Akt, bei dem der Eigentümer ein bestimmtes Gut oder einen Wert einer anderen Person überlässt, jedoch dennoch mittelbarer Besitzer und Eigentümer des Wertes bleibt.

Können Gläubiger Ihre Aktien beschlagnahmen?

Vermögenswerte, die von einem Gläubiger gepfändet werden können

Hier einige Beispiele für persönliches Eigentum, das in einem Urteil geltend gemacht werden kann: Bargeld, Wertpapierdepots, Aktien und Anleihen .

Sind Wertpapiere Vermögen?

Gewinne aus Wertpapieren gelten als Einkünfte aus Kapitalvermögen und werden abgesehen vom Sparerpauschbetrag mit 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag (und gegebenenfalls Kirchensteuer) belegt.

Werden Aktien auch als Wertpapiere bezeichnet?

Was sind Aktien? Aktien sind Wertpapiere, die Aktionären einen Anteil am Eigentum eines Unternehmens verleihen. Aktien werden auch als „Eigenkapital“ bezeichnet. Anleger kaufen Aktien aus verschiedenen Gründen.

Sind Wertpapiere Barvermögen?

Barvermögen = auch unbares Geld, das sofort verfügbar ist

Wertpapiere fallen nicht unter den Begriff des Barvermögens. Vielmehr werden Wertpapiere durch den erweiterten Begriff des Kapitalvermögens mit abgedeckt, der das Barvermögen einschließlich weiterer Kapitalwerte in Geld beschreibt.

Ist es möglich, Wertpapiere auszahlen zu lassen?

Du kannst den Geldbetrag aus dem Verkauf sofort in ein anderes Wertpapier reinvestieren. Du kannst die Gelder jedoch erst auszahlen lassen, wenn sie abgerechnet wurden. Dies dauert in der Regel 1 Handelstag für US-Wertpapiere und 2 Handelstage für alle anderen Wertpapiere.

Wie verdopple ich 5000 Euro?

Um 5.000 € zu verdoppeln, müssen Sie entweder Zeit (z.B. mit ETFs in ca. 10-12 Jahren bei 6-8 % Rendite) oder höheres Risiko (Einzelaktien, Krypto, P2P) eingehen, wobei das Risiko mit der Geschwindigkeit der Verdopplung steigt. Langfristig sind breit gestreute ETFs auf Weltindizes wie den MSCI World eine gute Mischung aus Sicherheit und Rendite, während Tagesgeld/Festgeld sicherer, aber langsamer ist und Einzelaktien schneller sein können, aber auch schneller Geld verlieren lassen. Nutzen Sie die 72er-Regel (72 / Rendite = Jahre zur Verdopplung), um den Zeitaufwand abzuschätzen.
 

Was zählt alles zu Wertpapieren?

Zu Wertpapieren zählen Aktien, Anleihen, Fonds (inkl. ETFs), Zertifikate, Optionsscheine und andere Finanzinstrumente, die ein Vermögensrecht (z.B. Anteil an einem Unternehmen, eine Forderung) verbriefen und den Handel damit erleichtern. Sie sind elektronisch erfasst und dienen der Geldanlage, wobei sie unterschiedliche Rechte und Risiken mit sich bringen, von Anteilen an Unternehmen bis zu Schuldverhältnissen.
 

Welche Schulden werden bei Privatinsolvenz nicht erlassen?

Bei einer Privatinsolvenz werden hauptsächlich Schulden aus vorsätzlichen unerlaubten Handlungen (wie Betrug), Geldstrafen und Bußgelder, vorsätzlich nicht gezahlter Unterhalt sowie alle neuen Schulden, die nach der Insolvenzeröffnung entstehen, nicht erlassen. Auch bestimmte Steuerschulden, wenn sie aus Steuerstraftaten resultieren, bleiben bestehen. 

Sind Aktien vor Insolvenzen geschützt?

Der Grund dafür: Aktien und ETFs fallen unter das sogenannte Sondervermögen. Das bedeutet, dass sie im Falle einer Insolvenz der Bank nicht in die Insolvenzmasse einfließen und somit getrennt vom Vermögen der Bank verwahrt werden. Dadurch sind sie grundsätzlich vor dem Zugriff der Gläubiger der Bank geschützt.

Was darf bei einer Privatinsolvenz nicht gepfändet werden?

Bei der Privatinsolvenz werden Schulden aus vorsätzlichen Straftaten (z.B. Betrug, Steuerhinterziehung), Geldstrafen und Bußgeldern (z.B. aus Strafverfahren), sowie vorsätzlich nicht gezahlte Unterhaltsschulden nicht erlassen und müssen auch nach dem Verfahren weiter bezahlt werden, ebenso wie Kosten aus Strafprozessen und Darlehen aus sittenwidriger Schädigung oder arglistiger Täuschung.