Wann gibt es Zwangsgeld?

Gefragt von: Herr Prof. Hans-Günther Funk
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Ein Zwangsgeld kommt infrage, wenn Sie als Steuerzahler die Abgabefrist für eine Steuererklärung verstreichen lassen. Das betrifft sämtliche Steuererklärungen wie die Einkommensteuererklärung und die Umsatzsteuererklärung. Die rechtliche Grundlage findet sich in der Abgabenordnung ab § 329.

Wann wird Zwangsgeld eingesetzt?

Zwangsgeld in privatrechtlichen Verfahren

Ein Schuldner kann zur Vornahme einer Handlung, die nur von seinem Willen abhängt und nicht von einem Dritten vorgenommen werden kann, durch Zwangsgeld angehalten werden (§ 888 ZPO). Eine solche nicht vertretbare Handlung kann beispielsweise die Erteilung einer Auskunft sein.

Wann muss das Zwangsgeld gezahlt werden?

Das Zwangsgeld muss final erst mit der Vollstreckung gezahlt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Erfüllung der Verpflichtung (z. B. mit einer geschätzten Abgabe der Steuererklärung) möglich und führt dazu, dass das Zwangsmittelverfahren ohne Folgen beendet wird.

Welche Beispiele gibt es für Zwangsgeld?

Beispiel: Eine Stadtverwaltung ordnet an, dass ein Grundstückseigentümer sein Gelände säubern muss, da es eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt. Kommt der Eigentümer dieser Aufforderung nicht nach, kann ein Zwangsgeld verhängt werden, um ihn zur Handlung zu bewegen.

Wann Zwangsgeld und wann Bußgeld?

Während Bußgelder und Geldstrafen als Reaktion auf begangenes Unrecht verhängt werden können, zielt das Zwangsgeld darauf ab, eine bestimmte Handlung herbeizuführen – etwa die Abgabe einer Erklärung oder das Unterlassen eines bestimmten Verhaltens.

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Welche Beispiele gibt es für Zwangsmittel?

Zwangsmittel sind staatliche Mittel zur Durchsetzung von Pflichten, wenn Freiwilligkeit nicht ausreicht, und umfassen meist Zwangsgeld (Geldstrafe zur Erzwingung), die Ersatzvornahme (Behörde führt Handlung auf Kosten des Pflichtigen aus, z.B. Abriss) und unmittelbaren Zwang (körperliche Gewalt, Fesseln, Schließung von Räumen) als letztes Mittel. Beispiele sind das Eintreiben von Steuern (Zwangsgeld) oder die Durchsetzung von Bauvorschriften (Ersatzvornahme, Zwangsschließung). 

Wie hoch darf ein Zwangsgeld sein?

Wie hoch darf ein Zwangsgeld sein? Die Höhe eines Zwangsgeldes ist gesetzlich geregelt und kann variieren: Das Verwaltungs-Vollstreckungsgesetz des Bundes legt eine maximale Höhe von 25.000 Euro fest. In einigen Bundesländern, wie Bayern, kann ein Zwangsgeld bis zu 50.000 Euro betragen.

Wann entfällt das Zwangsgeld?

Sobald Steuerpflichtige die Steuererklärung abgeben, entfällt der Grund des Zwangsgelds. Auch ein bereits festgesetztes Zwangsgeld müssen Sie dann nicht mehr begleichen. Wenn Sie das Zwangsgeld vor der Abgabe der Steuererklärung bezahlt haben, erfolgt aber keine Erstattung.

Ist Zwangsgeld eine Strafe?

Zwangsgeld ist eine behördlich oder gerichtlich angeordnete Geldstrafe, die verhängt wird, um eine Person oder eine Organisation zur Erfüllung einer bestimmten Handlung zu zwingen oder von einer unerlaubten Handlung abzuhalten.

Was kann man gegen Zwangsgeld machen?

Der Zuwiderhandelnde, gegen den ein Zwangsgeld verhängt wurde, kann eine Stellungnahme abgeben und Einspruch einlegen. Lesen Sie auch Anordnung eines Verwaltungszwangs (In Holländisch). Diese schriftliche Ankündigung der Sanktion ermöglicht dem Zuwiderhandelnden die Abgabe einer Stellungnahme.

Wer bestimmt die Höhe des Zwangsgeldes?

Die Höhe des Zwangsgeldes bestimmt das Finanzamt. Dabei kann es unter anderem die Intensität Ihres Widerstands zur Abgabe von Steuererklärungen, die Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung und Ihre wirtschaftliche Lage berücksichtigen.

Was passiert, wenn man Zwangsgeld nicht bezahlt?

Hat der/die Steuerpflichtige alle Fristen und Erinnerungen verstreichen lassen und ist das festgesetzte Zwangsgeld aus Sicht des Finanzamts „uneinbringlich“, das heißt nicht einzuziehen, droht dem oder der Betroffenen nach Paragraf 334 der Abgabenordnung eine Ersatzzwangshaft.

Wie oft gibt es Zwangsgeld?

(1) Das Zwangsgeld wird auf mindestens zehn und höchstens hunderttausend Euro schriftlich festgesetzt. Bei der Bemessung des Zwangsgeldes ist auch das wirtschaftliche Interesse des Betroffenen an der Nichtbefolgung des Verwaltungsaktes zu berücksichtigen. Das Zwangsmittel kann beliebig oft wiederholt werden.

Wird Zwangsgeld zurückerstattet?

Wenn Sie zunächst das Zwangsgeld zahlen und erst zeitlich danach Ihre Steuererklärung(en) abgeben, wird Ihnen das gezahlte Zwangsgeld nicht wieder zurückerstattet. Wenn Sie "sicherheitshalber" nach der Abgabe der geforderten Steuererklärung(en) das Zwangsgeld zahlen, wird Ihnen dieses automatisch zurückerstattet.

Was bedeutet "zahlung unter Zwang"?

Definition: Was ist eine Zwangsvollstreckung? Unter dem Begriff Zwangsvollstreckung wird ein staatlich angeordnetes Verfahren verstanden, mit dem Schuldner*innen unter Zwang dazu bewegt werden sollen, ihre offenen Rechnungen zu begleichen.

Wie funktioniert Zwangsgeld?

Zwangsgeld kann zur Durchsetzung eines Verwaltungsaktes erhoben werden. So kann die Abgabe von Steuererklärungen, die Erteilung von Auskunft, die Vorlage von Unterlagen und die Duldung einer Betriebsprüfung hiermit erzwungen werden. Das Zwangsgeld ist schriftlich anzudrohen.

Was ist der Unterschied zwischen Ordnungsgeld und Zwangsgeld?

Das Zwangsgeld dient vorrangig der Durchsetzung einer konkreten Verpflichtung und kann wiederholt festgesetzt werden, bis die Pflicht erfüllt ist. Das Ordnungsgeld ist an den Schutz der Verfahrensordnung und die Einhaltung von Anordnungen geknüpft.

Kann man sich gegen eine Zwangsvollstreckung wehren?

Im Zwangsvollstreckungsrecht gibt es verschiedene Rechtsbehelfe, mit denen man sich gegen eine Zwangsvollstreckung wehren kann. Im Rahmen des Rechtsbehelfsverfahrens fallen gegebenenfalls Gerichtskosten und Rechtsanwaltskosten an.

Wer setzt das Zwangsgeld fest?

Zwangsgeld: Festsetzung durch Finanzbehörden / 3 Festsetzung des Zwangsgelds. Führt der Steuerpflichtige die zu erzwingende Handlung innerhalb der in der Androhung bestimmten Frist nicht durch, setzt die Finanzbehörde nach § 333 AO das Zwangsmittel fest.

Wer vollstreckt das Zwangsgeld?

Vollstreckt wird nach den allgemeinen Bestimmungen, also durch den Gerichtsvollzieher nach §§ 803 ff.

Ist Zwangsgeld ein Bußgeld?

Während die Geldbuße zur repressiven Ahndung einer Ordnungswidrigkeit vorgesehen ist, dient das Zwangsgeld allein zur Durchsetzung einer durch vollziehbaren Verwaltungsakt (§ 35 Satz 1 VwVfG, § 31 Satz 1 SGB X) angeordneten Handlung, einer Duldung oder eines Unterlassens (§ 6 Abs.

Wann muss Zwangsgeld bezahlt werden?

Das Zwangsgeld muss final erst mit der Vollstreckung gezahlt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Erfüllung der Verpflichtung (z. B. mit einer geschätzten Abgabe der Steuererklärung) möglich und führt dazu, dass das Zwangsmittelverfahren ohne Folgen beendet wird.

Wann ist eine Zwangsvollstreckung möglich?

Eine Zwangsvollstreckung beginnt, wenn ein Gläubiger einen vollstreckbaren Titel (z.B. ein Gerichtsurteil, Vollstreckungsbescheid) besitzt, die damit verbundene Forderung nicht beglichen wurde und der Schuldner nach Mahnungen nicht zahlt, woraufhin der Gläubiger einen Gerichtsvollzieher beauftragt oder andere Vollstreckungsmaßnahmen beantragt, um z.B. Vermögen zu pfänden oder eine Handlung zu erzwingen. Der Schuldner muss über den Titel informiert werden und erhält meist eine Ankündigung, bevor der Gerichtsvollzieher aktiv wird.
 

Sind Zwangsgelder steuerlich absetzbar?

Das Zwangsgeld teilt als steuerliche Nebenleistung das Schicksal der betreffenden Steuer. Deshalb können nur dann Zwangsgelder als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, wenn sie Betriebssteuern betreffen.