Wann ist eine Untätigkeitsklage sinnvoll?

Gefragt von: Herr Bernhard Schütze
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Eine Untätigkeitsklage ist sinnvoll, wenn eine Behörde trotz vollständiger Unterlagen und wiederholter Nachfragen ohne zureichenden Grund nach Ablauf der gesetzlichen Frist (oft 3 oder 6 Monate) nicht über Ihren Antrag oder Widerspruch entscheidet, um Druck auszuüben und eine Entscheidung zu erzwingen. Sie wird als Druckmittel genutzt, wenn andere Versuche gescheitert sind, besonders bei langwierigen Verfahren wie Einbürgerungen oder Sozialleistungen.

Wann muss man eine Untätigkeitsklage einreichen?

Eine Untätigkeitsklage ist in der Regel nach drei Monaten bei Anträgen und sechs Monaten bei Widersprüchen möglich, wenn die Behörde ohne zureichenden Grund nicht entschieden hat, wobei Ausnahmefälle auch frühere Klagen erlauben und in bestimmten Fachbereichen (z.B. Steuerrecht) längere Fristen gelten können. Wichtig ist, dass die Behörde nicht nur untätig war, sondern auch alle erforderlichen Unterlagen von Ihnen vorliegen müssen. 

Ist eine Untätigkeitsklage sinnvoll?

Wann ist eine Untätigkeitsklage sinnvoll? Eine Untätigkeitsklage kann sehr sinnvoll sein, wenn Sie alle Voraussetzungen für Ihren Antrag auf Einbürgerung oder Niederlassungserlaubnis erfüllt haben und die Behörde nach dem Ablauf von 3 Monaten noch nicht reagiert hat.

Wann ist eine Untätigkeitsklage unbegründet?

Beispiel für eine unbegründete Verzögerung ist, wenn die Behörde personell unterbesetzt ist. Im Gegensatz dazu ist eine Klageeinreichung unzulässig, wenn die Verzögerung begründet ist, wenn beispielsweise Unterlagen fehlen, sodass ein Abschluss der Bearbeitung nicht möglich ist.

In welchen beiden Fällen kommt eine Untätigkeitsklage in Betracht?

Die Untätigkeitsklage ist immer dann statthaft, wenn Sie einen Antrag gestellt oder einen Widerspruch erhoben haben und die Behörde „ohne zureichenden Grund in angemessener Frist sachlich nicht entschieden“ hat.

Einbürgerungsverfahren beschleunigen durch Untätigkeitsklage - Funktioniert das?

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Was ist ein Beispiel für Untätigkeit?

Zu den häufigsten Kontexten, in denen ein Versäumnis rechtliche Schritte nach sich zieht, gehören: Personenschäden und Fahrlässigkeit : Wenn ein Grundstückseigentümer es versäumt, einen gefährlichen Zustand, wie beispielsweise einen nassen Boden, zu beseitigen, und jemand dadurch verletzt wird, kann er haftbar gemacht werden.

Wer trägt die Kosten einer Untätigkeitsklage?

Kosten der Untätigkeitsklage

Die Untätigkeitsklage vor dem Sozialgericht ist grundsätzlich kostenfrei. In der Regel muss die Behörde die Kosten des Klägers tragen, wenn nicht innerhalb der Fristen entschieden wird.

Kann man eine Untätigkeitsklage ohne Anwalt machen?

Ja, eine Untätigkeitsklage kann in Deutschland grundsätzlich ohne Anwalt eingereicht werden, da es vor Sozialgerichten, Verwaltungsgerichten und Arbeitsgerichten keinen generellen Anwaltszwang gibt (§ 67 VwGO); es ist aber oft ratsam, sich anwaltlich beraten zu lassen, da spezialisierte Juristen die Erfolgsaussichten prüfen, Fristen überwachen und den Prozessablauf besser steuern können, was auch die Chancen auf eine zügigere Entscheidung erhöht, besonders bei komplexen Fällen wie Einbürgerungen oder Sozialleistungen. 

Kann man eine Behörde wegen Untätigkeit anzeigen?

Rechtliche Grundlagen einer Beschwerde wegen Untätigkeit

Nach Ablauf der sechs Monate ist eine Untätigkeitsklage einzureichen. Ausnahmen bilden unter anderem Bescheide für einen Widerspruch. Dazu zählt zum Beispiel das Statusfeststellungsverfahren.

Wie muss ich eine Untätigkeitsklage formulieren?

ich nehme Bezug auf meinen Antrag vom (Datum), mit welchem ich für meinen Betreuten Leistungen in Form von (konkrete Bezeichnung des Antrags) beantragte. Seither ist bereits erhebliche Zeit verstrichen, ohne dass eine Bescheidung erfolgte.

Welche Folgen hat eine Untätigkeitsklage?

Mit der erfolgreichen Untätigkeitsklage wird die Behörde zum Erlass des unterlassenen Verwaltungsaktes verurteilt. Stellt sich heraus, dass die Behörde einen zureichenden Grund für die Nichtbescheidung hatte, setzt das Gericht das Verfahren aus bis zum Ablauf einer von dem Gericht gesetzten Frist.

Wie hoch ist der Streitwert einer Untätigkeitsklage?

Der Streitwert einer Untätigkeitsklage ist nicht pauschal festgelegt, sondern orientiert sich an der wirtschaftlichen Bedeutung der Verzögerung und der Hauptsache; er wird oft als Prozentsatz (z.B. 10–25 %) des Hauptsachewerts angesetzt, kann aber auch fixiert werden, wie z.B. 2.500 € bei reinen Asylverfahren oder pauschal 5.000 € bei ausländerrechtlichen Fällen, wobei Gerichte je nach Fall und Dauer der Untätigkeit einen höheren oder niedrigeren Wert festlegen können. 

Wie lange dauert die Bearbeitung einer Untätigkeitsklage?

Eine Untätigkeitsklage dauert meist mehrere Monate, oft 3 bis 6 Monate, bis eine gerichtliche Entscheidung fällt, wobei die Dauer stark vom Gericht, Fallkomplexität und Arbeitsbelastung abhängt; nach der Klageerhebung kann es noch weitere Wochen bis Monate dauern, bis die Behörde endlich entscheidet, nachdem das Gericht sie dazu verpflichtet hat, aber in dringenden Fällen kann die Klage beschleunigt werden. 

Wie lange darf sich eine Behörde Zeit lassen?

Wenn einer Behörde alle notwendigen Unterlagen vorliegen, so hat sie eine maximale Bearbeitungszeit von sechs Monaten für Ihren Antrag – auch für den Überprüfungsantrag. Für einen Widerspruch hat Sie eine maximale Bearbeitungszeit von 3 Monaten.

Welches Gericht ist für eine Untätigkeitsklage zuständig?

Liegt eine öffentlich-rechtliche Angelegenheit der Sozialversicherung zugrunde, die den Weg zur Sozialgerichtsbarkeit eröffnet, ist in der 1. Instanz das Sozialgericht örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Kläger zur Zeit der Klageerhebung seinen Sitz oder Wohnsitz hat.

Was kann ich tun, wenn die Behörde nicht reagiert?

Konkret: Hat eine Behörde ohne ausreichenden Grund mehr als drei Monate keine Reaktion gezeigt, dürfen Sie beim Verwaltungsgericht eine Untätigkeitsklage erheben. Das Gericht kann die Behörde damit zwingen, endlich zu entscheiden.

Wann liegt Untätigkeit vor?

Die Untätigkeitsklage ist statthaft, wenn die Verwaltung über einen Antrag auf Erlass eines Verwaltungsaktes oder einen Widerspruch bzw. Einspruch ohne zureichenden Grund in angemessener Frist sachlich nicht entschieden hat.

Was tun, wenn die Behörde den Antrag nicht bearbeitet?

Reagiert die Behörde nicht bzw. erlässt sie keinen Bescheid, können Sie vor dem Sozialgericht Untätigkeitsklage erheben. Bitte beachten Sie: Die Klage sollte stets das letzte Mittel sein. Meist gibt es gute Gründe, weswegen innerhalb der Frist von sechs Monaten eine abschließende Entscheidung über den Antrag bzw.

Wann darf man eine Untätigkeitsklage einreichen?

Eine Untätigkeitsklage ist in der Regel nach drei Monaten bei Anträgen und sechs Monaten bei Widersprüchen möglich, wenn die Behörde ohne zureichenden Grund nicht entschieden hat, wobei Ausnahmefälle auch frühere Klagen erlauben und in bestimmten Fachbereichen (z.B. Steuerrecht) längere Fristen gelten können. Wichtig ist, dass die Behörde nicht nur untätig war, sondern auch alle erforderlichen Unterlagen von Ihnen vorliegen müssen. 

Was kostet es, eine Klage einzureichen?

Die Kosten für eine Klage hängen vom Streitwert ab und bestehen hauptsächlich aus Gerichtsgebühren und bei Beauftragung eines Anwalts aus dessen Anwaltskosten, wobei es für bestimmte Verfahren (z.B. Sozialrecht) Ausnahmen gibt; niedrige Streitwerte (z.B. bis 500 €) kosten nur wenige Euro (ca. 35-40 €), während höhere Beträge schnell in die Hunderte oder Tausende gehen können (z.B. 10.000 € Streitwert kosten ca. 241 € Gerichtskosten), und man bei finanzieller Not Prozesskostenhilfe beantragen kann. 

Kann ich meinen Anwalt bei Untätigkeit verklagen?

Wenn ein Anwalt untätig bleibt, müssen Sie zunächst schriftlich eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund (andauernde Untätigkeit) aussprechen und die Herausgabe der Handakte verlangen, dann einen neuen, spezialisierten Anwalt einschalten, der Ihren Fall prüft und ggf. Schadensersatzansprüche prüft und durchsetzt, da der Anwalt seine Pflichten verletzt hat. Gegen den Anwalt selbst kann man auch eine Beschwerde bei der Rechtsanwaltskammer einreichen oder Schadensersatz geltend machen, falls ein finanzieller Schaden entstanden ist. 

Kann ich ohne Rechtsanwalt eine Klage einreichen?

Weder vor dem Amtsgericht noch vor dem Verwaltungsgericht oder Sozialgericht herrscht Anwaltszwang. Auch arbeitsgerichtlich können Sie in der ersten Instanz ohne Anwalt auftreten. Anwaltszwang herrscht hingegen vor den Landgerichten – auch in der ersten Instanz – oder wenn Sie Berufung oder Revision einlegen wollen.

Was passiert nach einer Untätigkeitsklage?

Durch die Untätigkeitsklage geht die Zuständigkeit für die rechtliche Angelegenheit auf das Gericht über, sodass die beklagte Behörde die rechtliche Herrschaft über das Verfahren verliert. Die Entscheidung des Gerichts ist somit für die beklagte Behörde rechtlich bindend und muss durch diese dann umgesetzt werden.

Wie viel kostet eine Klage beim Verwaltungsgericht?

Die Kosten einer Klage vor dem Verwaltungsgericht hängen vom Streitwert ab und berechnen sich nach dem Gerichtskostengesetz (GKG), wobei in der ersten Instanz in der Regel eine 3,0-fache Gebühr anfällt, die aus einer Grundgebühr (laut Tabelle) multipliziert wird (z.B. 3x die Grundgebühr für 5.000 € Streitwert). Zuzüglich können Anwaltskosten (RVG) anfallen, sowie ggf. Auslagen. Wer den Prozess verliert, trägt meist die Kosten, auch die des Gegners. 

Was sind Untätigkeitsklagen?

Eine Untätigkeitsklage ist ein rechtliches Mittel, um eine Behörde zu verklagen, wenn sie über einen Antrag oder Widerspruch nicht innerhalb einer angemessenen Frist (oft 3-6 Monate) entscheidet. Sie zwingt das Gericht, die Behörde zur Entscheidung zu verpflichten, um lange Wartezeiten bei Ämtern (z.B. Jobcenter, Finanzamt, Ausländerbehörde) zu beenden. Wichtig ist, dass vorher meist eine Mahnung an die Behörde erfolgen sollte und die Klage erst bei begründeter Untätigkeit eingereicht wird, also ohne „zureichenden Grund“ für die Verzögerung (z.B. fehlende Unterlagen).