Wann muss der Vater keinen Unterhalt zahlen?

Gefragt von: Manfred Petersen
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Ein Vater muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind selbstständig für seinen Lebensunterhalt sorgen kann (z.B. nach Abschluss von Ausbildung/Studium) oder wenn der Vater weniger verdient als sein notwendiger Selbstbehalt (ca. 1.370 € für Erwerbstätige, Stand 2025), wobei in diesem Fall oft der Staat (Unterhaltsvorschuss) einspringt. Auch bei schweren Verfehlungen des Kindes oder wenn das Kind heiratet, kann die Pflicht entfallen. Wichtig: Unterhalt darf nicht einfach eingestellt werden, sondern muss rechtlich geklärt werden.

Wann ist der Vater vom Unterhalt befreit?

Wenn das Kind seine Ausbildung oder sein Studium abgeschlossen hat und in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten, endet die Unterhaltspflicht der Eltern. Auch mit der Heirat eines volljährigen Kindes endet die Unterhaltspflicht der Eltern.

Wann kann man von der Unterhaltspflicht befreit werden?

Eine Befreiung von der Unterhaltspflicht ist möglich, wenn Ihr Einkommen unter dem notwendigen Selbstbehalt liegt (ca. 1.450 € für Berufstätige, 1.200 € für Nicht-Berufstätige, Stand 2025) oder wenn das Kind selbst für seinen Unterhalt sorgen kann (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung) oder schwere Verfehlungen begeht; auch eine vertragliche Freistellung (nur im Innenverhältnis) oder Insolvenz können Gründe sein, wobei Unterhaltsschulden oft ausgenommen sind. 

Wann kann man Unterhalt verweigern?

Man kann den Unterhalt nicht einfach verweigern, aber es gibt Gründe, warum die Pflicht entfällt oder reduziert wird: Hauptgründe sind die Nicht-Leistungsfähigkeit (zu geringes eigenes Einkommen unterhalb des Selbstbehalts), das Erreichen der Selbstversorgung durch das Kind, eine schwere Verfehlung des Kindes (z. B. Missachtung des Elternteils) oder wenn man nicht der leibliche Elternteil ist (nach erfolgreicher Anfechtung der Vaterschaft). Wichtig ist, dass Unterhalt nicht willkürlich eingestellt werden darf, sondern eine rechtliche Prüfung notwendig ist, um die Pflicht anzupassen oder aufzuheben. 

Wann muss man Unterhalt zahlen und wann nicht?

Muss ich Unterhalt zahlen, auch wenn keinerlei Kontakt besteht? Ihre Unterhaltspflicht besteht unabhängig davon, ob Sie Kontakt zu dem Kind haben. Selbst wenn das Kind den Kontakt zu Ihnen partout verweigert, ändert dies nichts an Ihrer Unterhaltspflicht.

Volljährigenunterhalt - Was ist das? Und worum geht`s? | Andreas Mauritz Rechtsanwälte

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Wann entfällt der Kindesunterhalt?

Der Kindesunterhalt entfällt, wenn das Kind volljährig wird und selbstständig seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, was in der Regel mit dem Abschluss der ersten Ausbildung (Schule, Lehre, Studium) der Fall ist, oder wenn das volljährige Kind heiratet, sofern es dann selbst für seinen Unterhalt sorgen kann; wichtig ist, dass die Zahlungen nicht einfach eingestellt werden, sondern ein neuer Status eintritt. Bei ** Behinderung** kann der Anspruch auch über das Erwachsenenalter hinaus bestehen. 

Wie viel muss ein Kind verdienen, damit der Vater keinen Unterhalt mehr zahlen muss?

Wenn die Mutter des Kindes, bei der das Kind lebt, ein anrechenbares Nettoeinkommen von 3.000,- Euro oder mehr hat, muss sie sich deshalb am Barunterhalt beteiligen. In einem solchen Fall muss der barunterhaltspflichtige Elternteil insoweit Unterhalt zahlen, als sein Einkommen über 1.750,- Euro liegt.

In welchen Fällen muss man keinen Unterhalt zahlen?

Man muss keinen Unterhalt zahlen, wenn man leistungsunfähig ist (Eigenbedarf gedeckt), das Kind selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium und mit eigenem Einkommen), das Kind schwere Verfehlungen begeht, eine Ausbildung abbricht (ohne triftigen Grund), sich „auf Weltreise“ begibt oder eine verfestigte Partnerschaft mit eigenem Einkommen eingeht, sowie bei bestimmten Einkommensgrenzen für den Elternunterhalt (z.B. 100.000 € brutto bei den Sozialhilfeträgern). 

Was reduziert den Unterhalt?

Unterhalt wird durch berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), eigene Einkünfte der unterhaltsberechtigten Person (bes. bei volljährigen Kindern/Partnern) sowie durch abzugsfähige Verbindlichkeiten (Kredite) und Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gemindert, wobei auch erweiterter Umgang mit dem Kind oder ein Wohnvorteil (mietfreies Eigenheim) eine Rolle spielen können, was das bereinigte Nettoeinkommen senkt. 

Kann ich Unterhalt vom Vater ablehnen?

Kindesunterhalt: Ein Anspruch des Kindes, nicht der Eltern

Auch wenn ein Elternteil den Unterhalt verwaltet, etwa weil das Kind bei ihm lebt, darf er nicht einfach darauf verzichten. Ein solcher Verzicht wäre rechtlich unwirksam – selbst wenn beide Eltern ihn einvernehmlich vereinbaren.

Welche Ausnahmen gibt es von der Unterhaltspflicht?

Man muss keinen Unterhalt zahlen, wenn man leistungsunfähig ist (Eigenbedarf gedeckt), das Kind selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium und mit eigenem Einkommen), das Kind schwere Verfehlungen begeht, eine Ausbildung abbricht (ohne triftigen Grund), sich „auf Weltreise“ begibt oder eine verfestigte Partnerschaft mit eigenem Einkommen eingeht, sowie bei bestimmten Einkommensgrenzen für den Elternunterhalt (z.B. 100.000 € brutto bei den Sozialhilfeträgern). 

Wann haben Eltern keine Unterhaltspflicht mehr?

Wenn das Kind nach Abschluss seiner Ausbildung oder seines Studiums erwerbsfähig ist und eine angemessene Stelle finden kann, endet die Unterhaltspflicht der Eltern in der Regel.

Wann muss man keine Alimente zahlen?

Man muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind selbst für sich sorgen kann (nach der ersten Ausbildung/Studium, bei eigenem Einkommen), wenn man selbst durch den Unterhalt unter den Selbstbehalt fällt (staatliche Unterstützung möglich), oder wenn das Kind die Orientierungsphase nach der Schule ohne triftigen Grund (z.B. Weltreise statt Ausbildung) für die eigene Bedürftigkeit verantwortlich ist, aber auch bei Elternunterhalt ab 100.000 € Jahreseinkommen. 

Wie viel Unterhalt muss ich bei 2000 € netto bezahlen?

Bei 2.000 € Nettoeinkommen hängt der Unterhalt vom Alter des Kindes ab (Düsseldorfer Tabelle), liegt aber oft bei ca. 400-500 € für jüngere Kinder (nach Kindergeldabzug), während für den Ehegattenunterhalt der Selbstbehalt von ca. 1.600 € (bei Erwerbstätigkeit) berücksichtigt wird, sodass dann nur ein Restbetrag (ca. 400 €) gezahlt werden müsste, wenn der Unterhaltspflichtige arbeitet. 

Wann muss der Vater weniger Unterhalt bezahlen?

Elternteile, die sich mehr als 29 und weniger als 50 Prozent an der Betreuung beteiligen, sollen finanziell entlastet werden. Derzeit müssen diese Elternteile dem Ministerium zufolge den vollen Unterhalt mit nur sehr geringen Abschlägen zahlen.

Kann ich die Beurkundung des Unterhalts verweigern?

Man kann die Beurkundung des Unterhalts nicht einfach verweigern, ohne Konsequenzen zu riskieren; das Jugendamt wird ihn dann gerichtlich einfordern, was zu Anwalts- und Gerichtskosten führt, selbst wenn man die Zahlung später anerkennt, wobei die Verweigerung bei Kindesunterhalt sogar strafbar sein kann (§ 170 StGB), wenn der Lebensbedarf des Kindes gefährdet ist. Eine Verweigerung ist nur bei bestimmten Ausnahmen möglich (z.B. Verwirkung), ansonsten sollte man sich rechtlich beraten lassen, um eine individuelle, faire Berechnung zu erreichen oder eine unwirksame Vereinbarung zu vermeiden. 

Wann darf der Vater den Unterhalt kürzen?

Ein Vater darf Kindesunterhalt nicht einfach eigenmächtig kürzen, sondern nur unter strengen Voraussetzungen und meist nur nach gerichtlicher Anpassung eines Titels, z.B. wenn sich das Kind für längere Zeit (mehr als ca. 10 Tage/Monat) beim umgangsberechtigten Elternteil aufhält (reduzierter Barunterhalt), das eigene Einkommen unter den Selbstbehalt fällt, das Kind eigene Einkünfte hat oder sich ein sittliches Verschulden des Kindes ergibt (z.B. Sucht). Ohne gerichtliche Abänderung drohen Zwangsvollstreckungen, auch wenn der Unterhaltspflichtige weniger verdient.
 

Wann entfällt Kindesunterhalt?

Kindesunterhalt entfällt, wenn das Kind seine erste Ausbildung abgeschlossen hat, volljährig ist und nicht mehr bedürftig ist, aber auch bei grobem Fehlverhalten, Abbruch einer Ausbildung/Studiums ohne triftigen Grund, oder wenn das Kind eine Weltreise oder FSJ macht, statt eine Ausbildung zu beginnen. Die Pflicht endet nicht automatisch mit 18, sondern solange das Kind sich in einer ersten, zielstrebigen Ausbildung oder Studium befindet.
 

Wie komme ich aus Unterhaltszahlungen raus?

Unterhaltsschulden loswerden ist schwierig, da sie oft von der Restschuldbefreiung bei Privatinsolvenz ausgenommen sind (§ 302 InsO), besonders wenn sie vorsätzlich und pflichtwidrig nicht gezahlt wurden. Ein Weg ist die Insolvenz für andere Schulden, wobei Unterhaltsschulden bestehen bleiben, aber oft durch Verhandlungen mit Gläubigern (Jugendamt, Ex-Partner) und Schuldnerberatung reduziert oder in Ratenpläne umgewandelt werden können, um die Last zu mindern. Wichtig ist, die laufende Unterhaltspflicht zu erfüllen, den Unterhaltstitel überprüfen zu lassen und professionelle Hilfe (Schuldnerberatung, Anwalt) zu suchen, um die Situation zu klären und weitere Schulden zu vermeiden. 

Wann ist man von der Unterhaltspflicht befreit?

Man muss keinen Unterhalt zahlen, wenn man leistungsunfähig ist (Eigenbedarf gedeckt), das Kind selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium und mit eigenem Einkommen), das Kind schwere Verfehlungen begeht, eine Ausbildung abbricht (ohne triftigen Grund), sich „auf Weltreise“ begibt oder eine verfestigte Partnerschaft mit eigenem Einkommen eingeht, sowie bei bestimmten Einkommensgrenzen für den Elternunterhalt (z.B. 100.000 € brutto bei den Sozialhilfeträgern). 

Was kann ich tun, damit ich weniger Unterhalt zahlen muss?

Anrechenbares Nettoeinkommen reduzieren

Je geringer dieses Einkommen ist, desto geringer fällt regelmäßig die Unterhaltslast aus. Um den Unterhalt zu kürzen, müssen Sie monatliche Ausgaben haben, die als unterhaltsrechtlich zu berücksichtigende Ausgaben angerechnet werden und Ihnen dadurch materielle Vorteile bieten.

Für was muss der Vater außer Unterhalt noch zahlen?

Über den regulären Unterhaltsbedarf hinaus besteht die Möglichkeit Sonderbedarf von dem Unterhaltsschuldner zu verlangen. Dies beinhaltet beispielsweise Zahlungen für Arztrechnungen, allergiebedingte Einrichtung oder Klassenfahrten.

Wann muss ein Vater keinen Unterhalt mehr zahlen?

Ein Vater muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind selbst für seinen Unterhalt sorgen kann (z.B. durch eigenes Einkommen aus Ausbildung/Job), oder wenn der Vater selbst nicht leistungsfähig ist (sein Einkommen unter dem Selbstbehalt liegt). Bei volljährigen Kindern endet die Pflicht oft nach erster Ausbildung/Studium, aber auch bei Abbruch ohne triftigen Grund, Weltreisen oder freiwilligen sozialen Jahren, wenn das Kind untätig bleibt. 

Wann endet die Unterhaltspflicht des Vaters?

Ein Vater muss in Deutschland Unterhalt zahlen, solange das Kind bedürftig ist, was in der Regel bis zum Abschluss der ersten berufsqualifizierenden Ausbildung oder des ersten Studiums der Fall ist, unabhängig vom Alter, auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind zielstrebig darauf hinarbeitet und sich in der Erstausbildung befindet (z.B. bis ca. 25 Jahre), aber nicht bei Zweitausbildungen oder bei mangelnder Anstrengung.