Wann schreibt man eine Gutschrift und wann eine Stornorechnung?

Gefragt von: Herr Prof. Dr. Meinhard Behrendt B.A.
sternezahl: 5/5 (50 sternebewertungen)

Man schreibt eine Stornorechnung (auch Korrekturrechnung), um eine fehlerhafte, bereits ausgestellte Rechnung zu korrigieren oder zu annullieren – sie enthält einen negativen Betrag und negiert die ursprüngliche Rechnung. Eine Gutschrift wird vom Leistungsempfänger ausgestellt, wenn er dem Leistenden einen Betrag gutschreibt (z. B. bei Retouren oder Vergütungen), oft als umgekehrte Rechnung, die einen positiven Betrag ausweist und eine vorherige Vereinbarung erfordert. Rechtssicher ist seit 2013 die Stornorechnung zur Korrektur einer Rechnung, während die Gutschrift eine eigenständige Form der umgekehrten Abrechnung ist.

Wann wird eine Stornorechnung und wann eine Gutschrift ausgestellt?

Eine Stornorechnung (oder Korrekturrechnung) dient der rechtssicheren Rückgängigmachung einer fehlerhaften, bereits ausgestellten Rechnung durch den Aussteller. Eine Gutschrift ist hingegen eine eigenständige Abrechnung für Leistungen (z.B. Retouren, Rabatte), die vom Leistungsempfänger (Kunden) ausgestellt wird und die Verbindlichkeiten des Rechnungsstellers mindert. Seit 2013 ist die Stornorechnung der offizielle Weg für Rechnungsfehler, während die Gutschrift für eigenständige Abrechnungen genutzt wird, wobei der Begriff "Gutschrift" umgangssprachlich oft für beides genutzt wird, aber rechtlich zu Verwirrung führen kann. 

Ist es besser, eine Rechnung zu stornieren oder eine Gutschrift vorzunehmen?

Eine Rechnung dient der Dokumentation der Schulden eines Käufers und sollte nach dem Versand an den Kunden niemals gelöscht werden. Stattdessen sollte eine Gutschrift ausgestellt werden, um die Rechnung ganz oder teilweise zu stornieren oder eine Rückerstattung zu gewähren .

Wann wird eine Stornorechnung benötigt?

Eine Stornorechnung wird benötigt, wenn eine bereits bezahlte Rechnung fehlerhaft ist und korrigiert werden muss. Sie neutralisiert die ursprüngliche Rechnung, indem der Betrag mit einem Minus versehen wird, und dient als Grundlage für eine neue, korrekte Rechnung mit eigener Rechnungsnummer.

Wann muss eine Gutschrift erstellt werden?

Der Begriff „Gutschrift“ wird in doppelter Bedeutung verwendet. Eine Gutschrift wird zur Rechnungskorrektur ausgestellt, wenn einem Kunden etwas zu viel oder fehlerhaft berechnet wurde. Sie dient dann als Beleg für die verringerte Forderung, oder falls bereits gezahlt wurde, für die Rücküberweisung.

Gutschrift, Rechnungskorrektur oder Storno? | Wann und wie erstellt man die?

23 verwandte Fragen gefunden

Warum Gutschrift statt Rechnung?

Vorteile des Gutschriftverfahrens. Für den Lieferanten: Beim Gutschriftverfahren liegt die Abrechnungslast auf Seiten des Kunden. Das bedeutet: weniger Arbeit und Aufwand für den Lieferanten! Er spart sich den Versand von Rechnungen und unter Umständen auch von lästigen Mahnungen.

Wann erfolgt die Gutschrift?

Die Sparkasse oder Bank führt die Gutschrift auf das Konto durch, sobald die Überweisung angekommen ist. Wenn es dauert, bis Geld auf einem Konto eines Kunden ankommt, liegt es zumeist daran, dass die Überweisung noch nicht abgeschlossen ist.

Ist eine Stornierungsrechnung eine Gutschrift?

Da Rechnungen rechtsverbindliche Dokumente sind, muss ihre Stornierung korrekt durch die Ausstellung einer Gutschrift erfolgen . Eine Gutschrift, auch Gutschriftsanzeige genannt, ist ein Dokument, das ein Unternehmen an einen Kunden ausstellt, um einen Kauf ganz oder teilweise zu stornieren. Sie dient auch zur Dokumentation einer Rückerstattung.

Wann sagt man Storno?

Es leitet sich vom italienischen Wort „stornare“ (etwas abwenden) ab. Storno bezeichnet im ursprünglichen Sinne das Rückgängigmachen einer bereits getätigten Buchung also stornieren, z. B. einer Fehlbuchung in der allgemeinen Buchhaltung eines Unternehmens oder einer Fehlbuchung auf dem Girokonto einer Bank.

Worin besteht der Unterschied zwischen Rückerstattung und Stornierung?

Der entscheidende Unterschied liegt im Zeitpunkt und den Auswirkungen auf Ihre Transaktionshistorie. Eine Rückerstattung macht eine bereits abgeschlossene Zahlung rückgängig und hinterlässt einen Eintrag sowohl der ursprünglichen Transaktion als auch der Rückerstattung. Im Gegensatz dazu verhindert eine Zahlungsstornierung den Abschluss einer Transaktion und hinterlässt keine Spuren in Ihrer Kontohistorie.

Wie lautet eine andere Bezeichnung für eine Gutschrift?

Eine Gutschrift, auch Gutschriftsanzeige genannt, ist ein Buchhaltungsdokument, das ein Verkäufer dem Käufer ausstellt, um eine Rechnung zu korrigieren. Sie dient dazu, eine Rechnung aufgrund von Rücksendungen, Überzahlungen, nicht gewährten Rabatten oder Abrechnungsfehlern anzupassen oder zu berichtigen.

Wie sagt man „eine Rechnung stornieren“?

Die Berichtigungsrechnung muss sich ausdrücklich auf die zu stornierende Rechnung beziehen. Daher müssen die Nummer und das Datum der Originalrechnung im Dokumenttext angegeben werden, beispielsweise durch die folgende Formulierung: „Storniert und ersetzt Rechnung Nr. [Nummer der ersetzten Rechnung]“ .

Wann Rechnung stornieren, wann Rechnungskorrektur?

Entscheidend ist, ob die Rechnung bereits verbucht wurde: Wurde sie noch nicht erfasst, reicht eine Berichtigung oder eine neue Rechnung mit derselben Nummer aus. Ist die Rechnung jedoch bereits verbucht, muss eine Stornorechnung erstellt und eine neue Rechnung mit eigener Nummer ausgestellt werden.

Was bedeutet Gutschrift aus Storno?

Eine Stornorechnung (aus kaufmännischer Sicht auch Gutschrift oder Korrekturrechnung genannt), ist ein Dokument, das Verkäufer:innen ihren Kunden ausstellen, um den Betrag zu reduzieren, den die Käuferin oder der Käufer für ein Produkt oder eine Dienstleistung schuldet.

Warum arbeiten Unternehmen mit Gutschriften und nicht Rechnungen?

Wenn Unternehmen das Gutschriftverfahren wählen, sparen sie sich die Rechnungsprüfung. Auch der Leistungserbringer hat weniger Aufwand, da er keine Rechnung erstellen muss. Gutschriften bedeuten also weniger Aufwand und Zeitersparnis. Das Gutschriftverfahren muss allerdings immer vertraglich vereinbart worden sein.

Ist es möglich, eine Stornorechnung ohne negativen Betrag zu erstellen?

Keine negativen Beträge nötig: Es ist nicht zwingend erforderlich, die Beträge negativ darzustellen. Die Kennzeichnung als Stornorechnung reicht aus, um die Buchung rückgängig zu machen.

Ist Storno gleich Gutschrift?

Die Rechnungskorrektur, auch Storno- oder Korrekturrechnung genannt, ist ausschließlich eine Gutschrift im kaufmännischen Sinn. Dabei korrigiert das leistende Unternehmen eine bestehende Rechnung und erstattet den Rechnungsbetrag (oder einen Teil davon) zurück.

Wann muss eine Stornorechnung geschrieben werden?

Für Rückerstattungen wegen fehlerhafter Leistung oder falschen Angaben in einer Rechnung muss eine Stornorechnung geschrieben werden. Die Stornorechnung wird häufig auch als Korrekturrechnung oder Rechnungskorrektur bezeichnet. Diese Begriffe dürfen auch im Rechnungsdokument verwendet werden.

Wie kann ich eine Rechnung rechtssicher korrigieren?

Um eine Rechnung zu korrigieren, genügt es grundsätzlich, wenn du den Empfänger über die fehlenden oder geänderten Angaben in einem separaten Dokument informierst. Spezielle Formvorschriften gibt es dafür nicht: So darfst du zum Beispiel eine elektronisch verschickte PDF-Rechnung durch ein Papier-Dokument korrigieren.

Kann man eine Stornorechnung rückgängig machen?

Obwohl die Stornorechnung ähnliche Angaben wie eine reguläre Rechnung enthält, ist der wesentliche Unterschied, dass sie negative Beträge ausweist und die ursprüngliche Rechnung rückgängig macht. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Korrektur nur durch den Rechnungssteller vorgenommen werden darf.

Was ist der Unterschied zwischen einer Rechnungskorrektur und einer Gutschrift?

Eine Rechnungskorrektur (Stornorechnung) korrigiert Fehler in einer bereits gestellten Rechnung durch den Leistenden (z.B. falscher Betrag, Steuersatz), während eine Gutschrift (im umsatzsteuerrechtlichen Sinne) vom Leistungsempfänger ausgestellt wird, um Leistungen abzurechnen (z.B. bei Rückgabe, Nichtleistung), wobei der Leistende dann eine korrigierte Rechnung erhält; wichtig: Statt des umgangssprachlichen "Gutschrift" für eine Stornierung sollte man "Rechnungskorrektur" oder "Stornorechnung" nutzen, um Klarheit zu schaffen. 

Was ist der Unterschied zwischen Gutschrift und Rückerstattung?

Wird ein Rechnungsbetrag ganz oder teilweise rückerstattet, erteilt der Unternehmer im Regelfall eine „Gutschrift“. Folgerichtig wird der die ganze oder teilweise Rückerstattung dokumentierende Beleg mit der Bezeichnung „Gutschrift“ versehen. Dagegen war bislang nichts einzuwenden.

Wie formuliert man eine Gutschrift?

Eine Gutschrift schreiben bedeutet, eine Art Rechnung zu erstellen, die der Leistungsempfänger für sich selbst ausstellt, um Leistungen oder Erstattungen abzurechnen, wobei sie exakt die gleichen Pflichtangaben wie eine normale Rechnung enthalten muss, insbesondere die deutliche Kennzeichnung als „Gutschrift“, Namen und Adressen von Leistendem und Empfänger, Steuernummer/USt-ID, Rechnungsnummer, Datum, Leistungsbeschreibung, Leistungszeitpunkt sowie die Aufschlüsselung von Entgelt, Steuersatz und Steuerbetrag. 

Was ist das Gegenteil von Gutschrift?

Belastung (Zahlungsverkehr) Unter Belastung (englisch debit) versteht man im Rechnungs- und Bankwesen eine Buchung, durch die auf einem Konto der Sollsaldo erhöht oder ein bestehender Habensaldo gemindert oder in einen Sollsaldo verwandelt wird. Gegensatz ist die Gutschrift.

Was bedeutet "Gutschrift zur Rechnung"?

Eine Gutschrift ist eine umgekehrte Rechnung, bei der der Leistungsempfänger (Kunde) eine Art Rechnung an den Leistungserbringer (Lieferant) ausstellt, um eine Leistung abzurechnen (z.B. Provisionen, Stornierungen), oft mit vorheriger Vereinbarung und Pflichtangaben nach § 14 UStG, und sie korrigiert fehlerhafte Rechnungen oder dient der Abrechnung im Voraus (Self-Billing). Man unterscheidet sie von einer normalen Rechnung (die der Anbieter schreibt) und einer Bankgutschrift (Zahlungseingang).