Wann verjährt eine Aufforderung zur Zahlung?

Gefragt von: Herr Dr. Konstantin Dorn B.A.
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Eine Aufforderung zur Zahlung (Mahnung) allein stoppt die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren nach deutschem Recht (§ 195 BGB) nicht; sie beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist (z.B. Rechnung vom Mai 2023 verjährt Ende 2026). Eine Mahnung stoppt die Verjährung erst, wenn rechtliche Schritte wie ein gerichtliches Mahnverfahren (Mahnantrag) eingeleitet werden, wodurch die Frist gehemmt wird, aber auch Sonderfälle wie tituierte Forderungen (30 Jahre) oder spezielle Fristen (z.B. Steuern, Notarkosten) existieren.

Können Zahlungsaufforderungen verjähren?

Jährlich gehen Gläubigern Millionenbeträge verloren, weil die eigentlich bekannten Verjährungsfristen nicht beachtet werden. Seit 2002 beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist (Paragraf 195 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)) drei Jahre.

Wann ist eine Forderung erloschen?

Die regelmäßige Verjährungsfrist für Schulden beträgt in Deutschland gemäß § 195 BGB drei Jahre. Die Frist beginnt am Ende des Jahres,unter der Bedingung, dass die Forderung im Laufe des Jahres fällig geworden ist, in dem die Leistung erbracht wurde.

Wie lange kann man Zahlungen einfordern?

Geld kann man in Deutschland meistens drei Jahre lang einfordern, wobei die Frist am Ende des Jahres beginnt, in dem der Anspruch entstanden ist (z.B. eine Rechnung von 2022 verjährt am 31.12.2025). Es gibt aber Ausnahmen wie 30 Jahre bei gerichtlichen Titeln (Urteile), 2 Jahre bei Mängeln (Bau, Gewährleistung) und kürzere Fristen bei Lastschriften (8 Wochen) oder Kreditkarten (90 Tage). Wichtig ist, die Verjährung durch Mahnungen oder Mahnverfahren zu hemmen. 

Wie lange ist die Frist bei Zahlungsaufforderung?

Bei einer Zahlungsaufforderung gibt es verschiedene Fristen: Der Schuldner gerät gesetzlich spätestens 30 Tage nach Zugang einer Rechnung in Verzug, wenn kein spezifisches Zahlungsziel genannt wird (§ 286 Abs. 3 BGB). Legen Sie eine eigene Frist fest (z.B. "Zahlbar sofort"), können Sie direkt danach mahnen; üblich sind dann 6-8 Tage. Mahnungen sollten angemessene Fristen setzen (z.B. 6-8 Tage bei der 1. Mahnung, kürzer bei weiteren), um angemessen zu reagieren. 

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Welche Zahlungsfristen sind zulässig?

Grundsätzlich sind Zahlungsziele erlaubt, die dem Schuldner eine angemessene Frist geben, meist 30 Tage gesetzlich (§ 286 BGB). Längere Fristen, etwa 60 Tage, sind in B2B-Geschäften möglich, müssen aber oft ausdrücklich vereinbart werden und dürfen den Gläubiger nicht grob benachteiligen (§ 271a BGB). Kürzere Fristen sind ebenfalls zulässig, sollten aber praktikabel sein, und es können Skonti für frühere Zahlungen angeboten werden. 

Wie viel Zeit zwischen Zahlungserinnerung und Mahnung?

§286 Abs. 3 BGB spätestens 30 Tage nach Rechnungszugang ein. Nach 30 Tagen kann eine Mahnung verfasst werden. Bei ausbleibender Zahlung können Mahngebühren und Verzugszinsen geltend gemacht werden.

Kann man nach 2 Jahren noch eine Rechnung stellen?

Ja, man kann auch nach zwei Jahren noch eine Rechnung stellen, denn es gibt keine absolute Frist für die Ausstellung, aber die Zahlungspflicht verjährt nach drei Jahren, beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem die Leistung erbracht wurde (z.B. eine Leistung aus 2023 verjährt Ende 2026), was bedeutet, dass der Kunde dann die Zahlung verweigern kann, wenn er sich auf die Verjährung beruft. Die nachträgliche Rechnungsstellung ist also möglich, aber die rechtliche Durchsetzbarkeit der Zahlung nimmt ab. 

Kann ich nach 3 Jahren noch Ansprüche geltend machen?

Zeitlimits

Wenn Sie Schadensersatzansprüche geltend machen möchten, sollten Sie sich dringend rechtlich beraten lassen. Der häufigste Anspruch bei Personenschäden beruht auf Fahrlässigkeit, und die Verjährungsfrist hierfür beträgt drei Jahre. Das bedeutet, dass die Klage innerhalb von drei Jahren erhoben werden muss, nachdem Sie erstmals von der Verletzung Kenntnis erlangt haben .

Was hemmt die Verjährung von Forderungen?

§ 203 Hemmung der Verjährung bei Verhandlungen. Schweben zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger Verhandlungen über den Anspruch oder die den Anspruch begründenden Umstände, so ist die Verjährung gehemmt, bis der eine oder der andere Teil die Fortsetzung der Verhandlungen verweigert.

Wie lange darf ein Gläubiger Geld einfordern?

Gläubiger können Forderungen meist 3 Jahre geltend machen (Regelverjährung nach § 195 BGB), beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstand. Sonderfälle wie Kauf- und Werkvertragsgewährleistung verjähren oft schon nach 2 Jahren, während titulierter Forderungen (z.B. durch Gerichtsurteil) sogar 30 Jahre Zeit haben, aber auch Sonderfälle mit 5 Jahren (Baumängel) oder kürzeren Fristen (Mietrecht) existieren. Die Verjährung kann durch Klageerhebung, Mahnbescheid oder Anerkenntnis durch den Schuldner gehemmt oder neu gestartet werden. 

Wann ist eine Forderung ungültig?

Die regelmäßige Verjährungsfrist nach § 195 BGB beträgt drei Jahre und gilt für die meisten geschäftlichen Forderungen. Entscheidend für die Berechnung ist nicht das Datum der Rechnungsstellung, sondern der Zeitpunkt der Leistungserbringung.

Wann tritt Verjährung nicht ein?

Die Verjährung einer Forderung tritt nicht ein, wenn sie gehemmt ist oder neu beginnt (siehe unten). Hemmung der Verjährung bedeutet, dass mit Eintritt des Hemmungs- grundes die Verjährung zum Stillstand kommt und nach dessen Wegfall weiterläuft.

Wann verjährt eine Geldbuße?

Ein Bußgeldbescheid unterliegt verschiedenen Verjährungsfristen, wobei für Verkehrsverstöße meist drei Monate gelten (ab Tat-Ende) und die Behörde innerhalb dieser Zeit den Bescheid zustellen muss; wird der Bescheid rechtskräftig, greift die Vollstreckungsverjährung, die je nach Höhe des Bußgeldes drei bis fünf Jahre (oder länger bei Straftaten) betragen kann und die Eintreibung regelt. Wichtig: Die Verjährung kann durch Maßnahmen wie den Versand eines Anhörungsbogens unterbrochen werden und beginnt dann neu. 

Wie reagiert man auf eine verjährte Forderung?

Wenn Sie wegen einer einfachen Vertragsschuld kontaktiert werden und der Ansicht sind, dass diese verjährt ist, können Sie das Musterschreiben „Verjährung der Forderung“ verwenden. Schreiben Sie dem Gläubiger und weisen Sie ihn auf die Verjährungsfrist hin . Bewahren Sie Kopien aller versendeten Schreiben auf.

Wann verjährt eine Forderung ohne Mahnung?

Eine Rechnung ohne Mahnung verjährt wie alle anderen Rechnungen auch nach drei Jahren. Aber auch eine von dir verschickte Mahnung hat keine Auswirkung auf die Verjährungsfrist. Ein gerichtliches Mahnverfahren und der dazugehörige korrekt ausgefüllte Mahnbescheid sind eine Möglichkeit, die Verjährung zu stoppen.

Wann verjähren Ansprüche auf Zahlung?

Die Regelverjährungsfrist beträgt 3 Jahre (§ 195 BGB), sofern keine Sonderverjährungsregeln anzuwenden sind. Vertragliche Ansprüche unterliegen der Regelverjährung, beispielsweise solche aus Kaufverträgen, Werkverträgen oder Mietverträgen.

Ist es jemals zu spät, einen Anspruch geltend zu machen?

Die Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche wegen Körperverletzung beträgt drei Jahre ab dem Datum der Verletzung . Das bedeutet in der Regel, dass Sie ein Gerichtsverfahren bis zum dritten Jahrestag Ihres Unfalls einleiten müssen. In bestimmten Fällen ist die Verjährungsfrist länger.

Wann verjähren Ansprüche ohne Rechnung?

Wann verjähren Leistungen, wenn der Handwerker keine Rechnung schickt? Bei Privatkunden verjährt Ihr Anspruch auch ohne Rechnungsstellung drei Jahre nach der ausdrücklichen oder stillschweigenden Werkabnahme.

Wann muss eine Rechnung nicht mehr bezahlt werden?

Eine Rechnung muss nicht mehr bezahlt werden, wenn die gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren (§ 195 BGB) abgelaufen ist; diese Frist beginnt erst am Ende des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist (z.B. eine Rechnung von Mai 2023 verjährt erst am 31.12.2026). Die Zahlungspflicht erlischt jedoch nicht automatisch, der Schuldner muss die sogenannte „Einrede der Verjährung“ geltend machen. Die Verjährung kann durch rechtliche Schritte (z.B. Mahnbescheid) gestoppt oder gehemmt werden. 

Wie weit rückwirkend kann man jemandem eine Rechnung stellen?

Gemäß dem Verjährungsgesetz von 1980 können Rechnungen bis zu sechs Jahre nach Abschluss der Arbeiten oder Lieferung der Waren ausgestellt werden. Obwohl es innerhalb dieses Zeitraums keine gesetzliche Beschränkung gibt, ist es ratsam, Rechnungen zeitnah auszustellen, um Streitigkeiten oder Komplikationen zu vermeiden.

Wie lange kann ich eine Rechnung hinauszögern?

Grundsätzlich gilt es aber, die gesetzliche Frist zur Rechnungsstellung zu beachten. Diese beträgt sechs Monate nach Leistungserbringung. Beachten Sie unbedingt: Auch die Forderungen aus rückwirkend gestellten Rechnungen verjähren nach drei Jahren.

Welche Frist bei Zahlungsaufforderung?

Bei einer Zahlungsaufforderung gibt es verschiedene Fristen: Der Schuldner gerät gesetzlich spätestens 30 Tage nach Zugang einer Rechnung in Verzug, wenn kein spezifisches Zahlungsziel genannt wird (§ 286 Abs. 3 BGB). Legen Sie eine eigene Frist fest (z.B. "Zahlbar sofort"), können Sie direkt danach mahnen; üblich sind dann 6-8 Tage. Mahnungen sollten angemessene Fristen setzen (z.B. 6-8 Tage bei der 1. Mahnung, kürzer bei weiteren), um angemessen zu reagieren. 

Wie lange sollte eine Zahlung ausstehend bleiben?

Ausstehende Transaktionen sind Zahlungen, die normalerweise innerhalb von 7 Tagen auf Ihrem Konto eingehen oder von diesem abgebucht werden. Wenn Sie mit einer Debitkarte bezahlen, verringert sich Ihr verfügbarer Kontostand. Umgekehrt erhöht sich Ihr verfügbarer Kontostand, wenn Sie mit einer Kreditkarte bezahlen.

Wie lange sollte man warten, bis ein Kunde bezahlt?

Im Idealfall wird eine Rechnung ausgestellt, vom Kunden erhalten und innerhalb von 30 Tagen bezahlt. Geschieht dies nicht, löst es einen mitunter langwierigen Prozess aus, der für Ihr Unternehmen auf verschiedene Weise kostspielig sein kann: Er stört den Cashflow.