Wann wendet man die lineare Abschreibung und die degressive Abschreibung an?

Gefragt von: Nikolaos Jakob
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Unternehmen, die in einem bestimmten Jahr einen ungewöhnlich hohen Gewinn erwarten, können also durch die degressive Abschreibung bei der Anschaffung von Wirtschaftsgütern dafür sorgen, dass sich der Gewinn mehr mindert und damit auch die Steuerlast mehr sinkt, als wenn die lineare Abschreibung gewählt wird.

Wann wird lineare und wann degressive AfA verwendet?

Während sich bei der linearen AfA der jährliche Betrag aus dem Quotienten aus Anschaffungskosten dividiert durch Nutzungsdauer errechnet und während der AfA-Periode gleich bleibt, bemisst sich der jährliche AfA-Betrag bei der degressiven AfA nach dem Restwert und der Rest-Nutzungsdauer.

Wann wendet man die lineare Abschreibung und die degressive Abschreibung an?

Die degressive Abschreibungsmethode bildet dies genauer ab als andere Abschreibungsmethoden. Die lineare Abschreibung hingegen führt zu gleichbleibenden Abschreibungsaufwendungen und kann daher höhere Produktivitäts- und Funktionalitätsniveaus zu Beginn der Nutzungsdauer eines Vermögenswerts nicht berücksichtigen.

Wann benutzt man lineare Abschreibung?

In welchen Fällen sich die lineare Abschreibung lohnt

Ebenso bietet sich die lineare Abschreibung an, wenn du zunächst degressiv abgeschrieben hast. Du wechselst dann zur linearen Abschreibung, sobald der degressive Abschreibungsbetrag niedriger wäre als der der linearen Methode.

Wann ist degressive Abschreibung sinnvoll?

Die degressive Abschreibung ist besonders geeignet für Kapitalanlagen in Immobilien und langlebige Wirtschaftsgüter. Sie bietet die Möglichkeit, in den ersten Jahren höhere Abschreibungsbeträge anzusetzen, was eine schnellere Refinanzierung der Investitionskosten ermöglicht.

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Wann sollte man von degressiver zu linearer Abschreibung wechseln?

Wechsel zur linearen Abschreibung

Unterschreitet der degressive Abschreibungsbetrag erstmals den linearen AfA-Satz, sollte zur linearen AfA gewechselt werden. Dieser Zeitpunkt kann mit der Formel: x = ND +1-(100/p) bestimmt werden: X ist das Jahr, in dem von degressiv auf linear gewechselt wird.

Worin besteht der Unterschied zwischen der linearen Abschreibungsmethode und der degressiven Abschreibungsmethode?

Die einfachste Abschreibungsmethode ist die lineare Abschreibung, bei der die Anschaffungskosten eines Vermögenswerts gleichmäßig über dessen Nutzungsdauer verteilt werden . Andere Abschreibungsmethoden, wie beispielsweise die degressive Abschreibung, führen hingegen in den ersten Jahren der Nutzungsdauer zu höheren Aufwendungen.

Was ist besser, linear oder degressiv?

Fazit: Die richtige Abschreibungsmethode wählen

Die lineare AfA bietet Dir Einfachheit und konstante Beträge, während die degressive AfA einen steuerlichen Boost in den ersten Jahren ermöglicht. Deutschland hat die degressive Abschreibung 2025–2027 erneut zugelassen, um Investitionen zu stimulieren.

Was ist ein Nachteil der linearen Abschreibung?

Ein Nachteil der linearen Abschreibung ist, dass sie nicht unbedingt den tatsächlichen Wertverlust eines Vermögenswerts widerspiegelt. Ein Vermögenswert kann am Anfang seiner Nutzungsdauer schnell an Wert verlieren, während er später langsamer abnimmt.

Welche Beispiele gibt es für lineare Abschreibung?

Ein Beispiel für lineare Abschreibung: Eine Maschine für 24.000 € wird über 12 Jahre genutzt. Die jährliche Abschreibung beträgt konstant 2.000 € (24.000 € / 12 Jahre). Bei unterjährigem Erwerb wird der Betrag zeitanteilig berechnet, z.B. 400 € pro Jahr (3.200 € / 8 Jahre), im Erwerbsjahr 300 € (400 € * 9/12).
 

Wann kommt degressive Abschreibung?

Die degressive AfA kommt

Bereits am 30. August 2023 hatte das Bundeskabinett das Wachstumschancengesetz verabschiedet. Die degressive Abschreibung auf Abnutzung (AfA) für Wohngebäude ist ein zentraler Baustein dieses Gesetzes.

Ist die Abschreibung für Gebäude linear oder degressiv?

Grundsätzlich können alle Gebäude linear abgeschrieben werden. Die degressive Abschreibung kann nur bei selbst hergestellten Gebäuden oder bei Gebäuden, die im Jahr der Fertigstellung erworben werden, zur Anwendung kommen, vorausgesetzt der Bauantrag wurde vor den unten angegebenen Zeitpunkten gestellt.

Was bedeutet lineare Abschreibung?

Bei der linearen Abschreibung wird der Wertverlust eines Anlageguts gleichmäßig über die gesamte Nutzungsdauer verteilt. Die Berechnung erfolgt nach der Formel: Abschreibungsbetrag = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer.

Welche Beispiele gibt es für die degressive Abschreibung?

Beispiel zur Berechnung der degressiven Abschreibung

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer liegt bei 9 Jahren. Der lineare AfA-Satz läge somit bei 11,11 Prozent (100 Prozent : 9 Jahre = 11,11 Prozent/Jahr). Daraus kannst du jetzt den degressiven AfA-Satz berechnen: 11,11 x 3 = 33,33 Prozent.

Welche 3 Abschreibungsmethoden gibt es?

Welche Abschreibungsmethoden gibt es?

  • Lineare Abschreibung.
  • Degressive Abschreibung.
  • Kombinierte Abschreibung.
  • Progressive Abschreibung.
  • Leistungsbezogene Abschreibung / Leistungsabschreibung.

Wann degressive Abschreibung Immobilien?

Die degressive Abschreibung gilt für den Erwerb oder Bau einer Neubauimmobilie zu Wohnzwecken. Bei Neubauten muss das Erwerbsdatum oder der angezeigte Baubeginn zwischen dem 01.10.2023 und dem 30.09.2029 liegen. Beim Immobilienkauf muss der Vertragsschluss im selben Zeitraum liegen.

Wann degressive und wann lineare AfA?

Die lineare Abschreibung ist die derzeit gültige Abschreibungsform für Wohngebäude. Die lineare Abschreibung wird um die degressive AfA ergänzt. Wer eine Immobilie zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 30. September 2029 kauft oder mit dem Bau beginnt, kann die Investitionssumme mit 5 % degressiv abschreiben.

Welche Abschreibungsmethode ist die beste?

Für alle weiteren Kosten für dein Unternehmen, wie zum Beispiel der Kauf neuer Maschinen und Anlagen, ist die lineare Abschreibungsmethode die einzige Option, um steuerrechtlich sicher zu sein. Auf diese Weise werden die Anschaffungskosten im Rahmen ihrer Nutzungsdauer optimal erfassbar.

Wann schreibe ich degressiv ab?

Im Zuge des Wachstumschancengesetz wurde die degressive Abschreibung wieder befristet eingeführt: Bewegliche Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum vom 1. April 2024 und dem 1. Januar 2025 angeschafft oder hergestellt wurden, können degressiv abgeschrieben werden.

Warum ist die lineare Abschreibung sinnvoll?

Der große Vorteil der linearen Abschreibung ist der gleichbleibende Abschreibungsbetrag. Das macht die Berechnung der linearen Abschreibung sehr einfach und es passieren weniger Fehler. Ein weiterer Benefit ist, dass Sie die lineare Abschreibungsmethode auf bewegliche wie unbewegliche Wirtschaftsgüter anwenden können.

Wann sollte man von der degressiven auf die lineare Abschreibung wechseln?

Der beste Zeitpunkt zum Wechsel von degressiv zu linear ist, wenn der Restwert der linearen Abschreibung kleiner oder genau so groß ist wie der der degressiven Abschreibung. Sobald dieser Wert in der degressiven Abschreibung erreicht ist, ist der Zeitpunkt gekommen, zu wechseln.

Was ist besser, lineare oder degressive Abschreibung bei Immobilien?

Bei Neubauten beträgt die lineare Abschreibung derzeit 3 Prozent. Die degressive Abschreibung hat mit 5 Prozent einen deutlich höheren AfA-Satz. Im ersten Jahr wird dieser auf die gesamte Investitionssumme angewandt, in den darauffolgenden Jahren immer auf den abschreibungsfähigen Restwert der Immobilie.

Was ist das Gegenteil der linearen Abschreibung?

Im Gegensatz zur linearen Abschreibung verringern sich bei der degressiven Abschreibung die jährlichen Abschreibungsbeträge im Laufe der Zeit, da sie auf den Restbuchwert des Objektes angewendet werden. Bei der degressiven Abschreibung ist der Zeitraum relevant.