Warum dürfen Patienten im Basis bzw Standardtarif nur Vertragsärzte aufsuchen?
Gefragt von: Klaus Peter Fuhrmannsternezahl: 4.8/5 (38 sternebewertungen)
Patienten im PKV-Basistarif oder Standardtarif dürfen nur Vertragsärzte aufsuchen, weil diese Tarife sich in Leistungsumfang und Regeln an der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) orientieren, was bedeutet, dass nur Ärzte mit Kassenzulassung die Behandlung direkt abrechnen dürfen, ähnlich wie bei Kassenpatienten. Reine Privatärzte sind nicht zur Behandlung zu GKV-Konditionen verpflichtet, daher ist der Zugang zu ihnen eingeschränkt, um die Kosten niedrig zu halten und die Sicherstellung der Versorgung zu gewährleisten.
Warum dürfen Patienten im Basistarif nur Vertragsärzte aufsuchen?
Der Leistungsumfang entspricht dem der gesetzlichen Krankenkassen. Wer im Basistarif versichert ist, darf deswegen keine reinen Privatärzte aufsuchen, sondern muss Ärzte mit Kassenzulassung („Vertragsärzte“) wählen, wenn er die Kosten für die Behandlung erstattet bekommen will.
Was ist der Unterschied zwischen Basistarif und Standardtarif in der PKV?
Der Hauptunterschied liegt in der Zielgruppe und dem Einführungszeitpunkt: Der Standardtarif ist für Altverträge (vor 2009) gedacht und günstiger, aber leistungsmäßig nah an der GKV, während der Basistarif (ab 2009) auch für Neuverträge offen ist, mehr Leistungen bietet, aber teurer ist und ebenfalls GKV-ähnliche Leistungen hat, jedoch mit Aufnahmepflicht für alle. Der Basistarif ist der Nachfolger des Standardtarifs und bietet einen fast vollständigen GKV-Leistungsschutz, ist aber kostenintensiver.
Wer hat Anspruch auf Standardtarife?
Der Standardtarif kommt nur für Versicherte mit vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossenen Verträgen in Frage. Privat Versicherte mit seit dem 1. Januar 2009 abgeschlossenen Verträgen haben die Möglichkeit, in den Basistarif zu wechseln.
Wer kommt in den Basistarif?
Der Basistarif ist ein Sozialtarif der Privaten Krankenversicherung (PKV) und steht Versicherten offen, die im Sinne des Sozialrechts hilfebedürftig sind. Der Leistungsumfang ist vergleichbar mit dem der gesetzlichen Krankenversicherung.
Beitragserhöhung im Standardtarif 2021 durch Mehrausgaben und Niedrigzinsen | PKV erklärt
Wer darf in den Basistarif?
Auch wenn Du bisher nicht krankenversichert bist und die private Krankenversicherung für Dich zuständig ist, muss Dich jeder Versicherer in den Basistarif aufnehmen. Hast Du Deinen Vertrag vor 2009 abgeschlossen, kannst Du auch in den anderen Sozialtarif der PKV, den Standardtarif, wechseln.
Welche Voraussetzungen müssen für einen Wechsel in den Standardtarif erfüllt sein?
Der Standardtarif
- seit mindestens 10 Jahren privat krankenversichert sind und.
- mindestens 65 Jahre alt sind oder.
- mindestens 55 Jahre alt sind und ihr gesamtes Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze der GKV (2026: 5.812,50 Euro/Monat) nicht übersteigt (das gilt auch für Heilfürsorgeberechtigte wie Polizisten) oder.
Wie teuer ist der Standardtarif in der PKV?
Der Standardtarif der PKV bietet eine günstige Alternative mit einem Höchstbeitrag von ca. 804,82 € (2025), der sich am GKV-Höchstbeitrag orientiert, aber darunter liegt, und ist besonders für langjährig Versicherte attraktiv, da ihre Alterungsrückstellungen den Beitrag senken; im Schnitt liegt er bei etwa 500 € monatlich, zuzüglich Pflegeversicherung, aber unterliegt Beitragserhöhungen aufgrund steigender Gesundheitskosten.
Wer hat Anspruch auf Tarifverträge?
3. Für wen gelten Tarifverträge? Nur Gewerkschaftsmitglieder haben einen rechtlichen Anspruch auf tarifliche Leistungen. In der Praxis gewähren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber diese zwar meist allen Beschäftigten – doch einen verbindlichen Rechtsanspruch darauf haben sie nicht.
Kann man vom Standardtarif in den Basistarif wechseln?
Ja, ein Wechsel vom Standardtarif in den Basistarif der privaten Krankenversicherung (PKV) ist möglich, oft sogar jederzeit, insbesondere wenn Ihr Vertrag nach 2009 abgeschlossen wurde oder Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen (z. B. Alter ab 55, Rente, Hilfebedürftigkeit), aber prüfen Sie genau, ob der Basistarif wirklich günstiger ist, da er für manche schlechter sein kann, und bedenken Sie, dass eine Rückkehr zum alten Tarif schwierig sein kann.
Welche Nachteile hat der Basistarif der privaten Krankenversicherung?
Der Basistarif der PKV bietet zwar Aufnahmegarantie und volle Leistungen wie die GKV, hat aber Nachteile wie eingeschränkte Arztwahl (oft nur Kassenärzte, Überweisungspflicht), keine echten Zusatzleistungen (Chefarzt, Einzelzimmer), höhere Beiträge als der günstigere Standardtarif (wenn man dorthin wechseln könnte) und eine fehlende Familienversicherung. Er ist oft teurer als der Standardtarif und kann den Wechsel in einen günstigeren Sozialtarif blockieren, wenn man die Kriterien nicht erfüllt.
Was passiert, wenn ich als Rentner meine private Krankenversicherung nicht mehr bezahlen kann?
Wenn Sie als Rentner Ihre private Krankenversicherung (PKV) nicht mehr zahlen können, werden Sie nach einigen Monaten in den Notlagentarif umgestellt, der nur grundlegende Leistungen abdeckt (ca. 100-125 €/Monat), aber Sie bleiben versichert. Wichtiger ist, dass Sie sofort Kontakt zur PKV aufnehmen, um Stundung oder Tarifwechsel zu prüfen, einen Rentenzuschuss beantragen (mind. 50% des Beitrags) und ggf. einen Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) prüfen, falls die Voraussetzungen (z.B. Mindestversicherungszeit) erfüllt sind, was oft möglich ist, auch im Rentenalter.
Wie hoch ist der Basistarif in der PKV für Rentner?
Der Basistarif in der PKV für Rentner (und alle anderen) ist 2025 auf maximal 942,64 € pro Monat begrenzt (plus Pflegepflichtversicherung), was dem GKV-Höchstbeitrag entspricht, wobei Rentner einen Zuschuss von bis zu ca. 471 € erhalten können, der ihren Beitrag reduziert. Bei tatsächlicher Hilfebedürftigkeit kann der Beitrag halbiert oder weiter gesenkt werden, notfalls durch Sozialleistungen.
Was ist besser, Standard- oder Basistarif?
Der Standardtarif ist im direkten Vergleich der deutlich günstigere Tarif, beinhaltet aber unter anderem auch eine Selbstbeteiligung für Medikamente und Hilfsmittel. Der Basistarif bietet ein höheres Leistungsspektrum, kostet allerdings mit einem Höchstbetrag von 843,52 € pro Monat deutlich mehr als der Standardtarif.
Was ist der Unterschied zwischen Arzt und Vertragsarzt?
Vertrags(zahn)ärztinnen und Vertrags(zahn)ärzte (früher als „Kassenärzte“ bezeichnet) sind Ärztinnen und Ärzte, die im Besitz einer Zulassung zur Teilnahme an der ambulanten ärztlichen (vertragsärztlichen) Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten sind.
Kann ich als Kassenpatient zu einem Privatarzt gehen?
Ja, als Kassenpatient können Sie problemlos zum Privatarzt gehen, müssen die Kosten aber meist selbst tragen (Selbstzahler-Prinzip), da die gesetzliche Kasse nicht direkt abrechnet; Optionen sind Selbstzahlen, eine private Zusatzversicherung (z.B. für ambulante Leistungen) oder in Ausnahmefällen (Notfall, dringende psychotherapeutische Versorgung) eine Kostenübernahme durch die Kasse nach Antrag.
Für wen sind Tarifverträge verbindlich?
Tarifgebunden sind sowohl Arbeitnehmer, die Mitglied einer Gewerkschaft sind, als auch Arbeitgeber, die Mitglied eines Arbeitgeberverbandes sind oder einen Firmentarifvertrag abgeschlossen haben, wenn beide Seiten Partner eines gültigen Tarifvertrages sind; die Bestimmungen gelten dann unmittelbar und zwingend für sie. Allgemeinverbindliche Tarifverträge können auch für Nicht-Mitglieder gelten, oft branchenabhängig (z.B. Gebäudereinigung, Pflege).
Kann man in zwei Gewerkschaften Mitglied sein?
Grundsätzlich steht es jedem Arbeitnehmer frei, in mehreren Gewerkschaften Mitglied zu sein. Allerdings kann es zu konfliktorischen Situationen kommen, wenn unterschiedliche Gewerkschaften konkurrierende Tarifforderungen vertreten oder Arbeitskämpfe gegeneinander führen.
Warum gelten Tarifverträge nicht nur für Gewerkschaftsmitglieder?
Wenn der Tarifvertrag als allgemeinverbindlich erklärt wird, müssen Beschäftigte nicht zwingend Gewerkschaftsmitglied sein, damit sie von der Tarifbindung profitieren. Ein Arbeitgeber ohne Verbandsmitgliedschaft kann auch selbst Tarifverträge mit Gewerkschaften abschließen (sogenannte Firmen- oder Haustarifverträge).
Was kann ich tun, wenn meine private Krankenversicherung zu teuer wird?
Wenn die private Krankenversicherung (PKV) zu teuer wird, sollten Sie Tarifwechsel bei der eigenen PKV, Wechsel in den Standard- oder Basistarif, Erhöhung des Selbstbehalts oder Wechsel in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) prüfen, wobei Sie Ihre Altersrückstellungen nutzen können. Das Recht zum Tarifwechsel innerhalb der PKV ist gesetzlich verankert (VVG § 204) und muss vom Versicherer angeboten werden, wenn Beiträge steigen.
Was kostet der Basistarif 2025 für die private Krankenversicherung?
Der Basistarif der PKV liegt 2025 bei maximal 942,64 € pro Monat (plus Pflegeversicherung), was dem Höchstbeitrag der GKV entspricht, aber je nach Eintrittsalter niedriger ausfallen kann und auch für Sozialhilfeempfänger eine reduzierte Variante (ca. 471,32 €) bereithält, wobei der Beitrag an die allgemeine Beitragsanpassung gekoppelt ist. Es gibt keine Leistungsausschlüsse, aber Zuzahlungen (z.B. bei Medikamenten, Heilmitteln) und die Belastungsgrenze der GKV gelten auch hier.
Was sind die Nachteile der privaten Krankenversicherung?
Nachteile der privaten Krankenversicherung
- Beiträge im Alter: Es kann richtig teuer werden. ...
- Gesundheitsprüfung: Wer Vorerkrankungen hat, zahlt mehr – oder kommt nicht rein. ...
- Keine kostenlose Familienversicherung. ...
- Wechsel zurück in die GKV ist fast unmöglich. ...
- Private Pflegepflichtversicherung ist Pflicht.
Was passiert, wenn ich die PKV nicht mehr bezahlen kann?
Wenn Sie Ihre PKV-Beiträge nicht mehr zahlen können, werden Sie nach einigen Monaten automatisch in den Notlagentarif umgestellt, der nur Leistungen bei akuten Krankheiten, Schmerzzuständen, Schwangerschaft und Mutterschaft abdeckt; Kinder haben einen etwas besseren Schutz, aber die wichtigste Folge ist der Verlust des vollständigen Versicherungsschutzes, bis Sie die Schulden begleichen und in Ihren alten Tarif zurückkehren, was oft durch einen Wechsel zurück in die GKV oder die Inanspruchnahme von Sozialleistungen verhindert werden kann, wenn Sie bedürftig sind.
Kann ich vom Standardtarif in den Basistarif wechseln?
Ja, ein Wechsel vom Standardtarif in den Basistarif der privaten Krankenversicherung (PKV) ist möglich, oft sogar jederzeit, insbesondere wenn Ihr Vertrag nach 2009 abgeschlossen wurde oder Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen (z. B. Alter ab 55, Rente, Hilfebedürftigkeit), aber prüfen Sie genau, ob der Basistarif wirklich günstiger ist, da er für manche schlechter sein kann, und bedenken Sie, dass eine Rückkehr zum alten Tarif schwierig sein kann.
Was ist der LKH Basistarif?
Endet Ihre Hilfebedürftigkeit, müssen Sie den vollen Beitrag im Basistarif zahlen (2025: maximal 942,64 Euro). Der Beitrag für den Basistarif der PKV darf den Höchstbeitrag der GKV nicht überschreiten. Diese Deckelung liegt 2025 bei 942,64 Euro (zuzüglich Ihres individuellen Beitrags zur Pflegepflichtversicherung).