Warum fordert das Jugendamt Gehaltsnachweise?

Gefragt von: Herr Prof. Dr. Hans Georg Albers B.A.
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Das Jugendamt fordert Gehaltsnachweise, um den Kindesunterhalt korrekt zu berechnen, da es als gesetzlicher Vertreter des Kindes agiert, um dessen Ansprüche durchzusetzen, was gesetzlich durch den § 1605 BGB vorgeschrieben ist, damit der Unterhaltspflichtige seiner gesetzlichen Auskunftspflicht über Einkommen und Vermögen nachkommt, die für die Bezifferung des Unterhalts entscheidend ist.

Welche Unterlagen darf das Jugendamt verlangen?

Das Jugendamt darf zur Feststellung von Unterhaltsansprüchen Einkommens- und Vermögensnachweise verlangen, wie Lohnabrechnungen, Steuerbescheide, Kontoauszüge und Vermögensauskünfte, da es das Kind unterstützt; dazu gehören auch Belege, Arbeitgeberdaten und Angaben zu relevanten Ausgaben oder mietfreiem Wohnen, um eine vollständige Berechnung zu ermöglichen und eine eidesstattliche Versicherung abgeben zu müssen. Diese Auskunftspflicht besteht für alle Beteiligten, um die Leistungsfähigkeit zu ermitteln.
 

Kann das Jugendamt Kontoauszüge verlangen?

Ja, das Jugendamt darf Kontoauszüge verlangen, wenn es um die Berechnung von Kindesunterhalt geht, da die unterhaltspflichtigen Elternteile gesetzlich verpflichtet sind, Auskunft über ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu geben (§ 1605 BGB). Allerdings muss dies datenschutzkonform geschehen, und oft reichen Lohnabrechnungen oder andere Einkommensnachweise; bei konkretem Verdacht oder zur Klärung spezifischer Fragen können aber auch Kontoauszüge verlangt werden. 

Wie oft darf das Jugendamt Einkommen prüfen?

Ein Auskunftsanspruch besteht beim Unterhalt alle zwei Jahre. Vor Ablauf dieser Frist kann jedoch im Einzelfall ebenfalls ein Anspruch geltend gemacht werden, wenn der Ersuchende glaubhaft machen kann, dass der Auskunftspflichtige in der Vergangenheit wesentlich höhere Einkünfte erwirtschaftet hat.

Welche Unterlagen braucht das Jugendamt zur Unterhaltsberechnung?

Für die Unterhaltsberechnung beim Jugendamt benötigen Sie grundlegend Ihre eigenen Daten (Ausweis, Kontodaten), die Geburtsurkunde des Kindes, sowie Einkommensnachweise beider Elternteile (Lohnabrechnungen, Steuerbescheide) und Belege zu Vermögen, um die finanzielle Situation darzulegen, besonders wenn der unterhaltspflichtige Elternteil Auskunft geben muss. Bei bestehenden Titeln (Urteile, Beschlüsse) sind auch diese wichtig, da das Amt diese prüfen kann, um einen höheren Unterhalt festzusetzen.
 

Child support: Everyone must pay the minimum amount!

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Welche Auskunft kann das Jugendamt über den Unterhalt verlangen?

Das Jugendamt kann schriftliche oder mündliche Auskunft über das Einkommen und Vermögen des Unterhaltspflichtigen verlangen (§ 1605 BGB). Der Unterhaltspflichtige ist gesetzlich verpflichtet, diese Auskunft zu erteilen.

Was sind Nachweise für finanzielle Leistungsfähigkeit?

Als Nachweis gelten unter anderem Geldeinlagen oder Darlehen bei einem zugelassenen Finanzinstitut, staatliche Darlehen, Stipendien oder Sponsoring .

Wie lange darf das Jugendamt Unterhalt nachfordern?

Wie lange kann man rückwirkend Kindesunterhalt nachfordern? Der Kindesunterhalt sollte zeitnah nach Ausbleiben der Zahlung geltend gemacht werden, um den Anspruch nicht zu verlieren. Wenn jedoch trotz rechtlicher Schritte keine Zahlung erfolgt, kann der Anspruch nach spätestens einem Jahr verwirkt sein.

Wird das Gehalt der Mutter beim Unterhalt mit angerechnet?

Ja, das Gehalt der Mutter (oder des betreuenden Elternteils) wird beim Kindesunterhalt mit angerechnet, aber nur, wenn es deutlich über dem Selbstbehalt liegt und der andere Elternteil an seine Grenzen stößt – es geht darum, beide Elternteile anteilig nach ihren Einkommen heranzuziehen, wobei der betreuende Elternteil durch Pflege und Erziehung leistet, aber bei hohem Einkommen anteilig am Barunterhalt beteiligt wird, um den nicht-betreuenden Elternteil zu entlasten. 

Ist die Unterhaltsberechnung vom Jugendamt falsch?

Wenn das Jugendamt den Unterhalt falsch berechnet, müssen Sie unbedingt widersprechen, da Sie sonst riskieren, den zu hoch angesetzten Betrag gerichtlich zahlen zu müssen, was zu unnötigen Kosten führt. Legen Sie einen schriftlichen Widerspruch ein, begründen Sie diesen (z.B. mit berufsbedingten Aufwendungen, Schulden, falscher Berücksichtigung des Kindergeldes) und fordern Sie ggf. eine eigene, anwaltliche Berechnung an, um Ihre tatsächlichen Pflichten zu klären und einen Unterhaltstitel zu bekommen, der nur den geschuldeten Betrag festsetzt. 

Was prüft das Jugendamt?

Im Kinderschutz nehmen die Jugendämter die Aufgabe des staatlichen Wächteramts wahr. Ihre Aufgabe ist es, Kinder vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Dazu prüft das Jugendamt eingehende Gefährdungsmeldungen, kann Kinder oder Jugendliche vorübergehend in Obhut nehmen und wirkt bei familiengerichtlichen Verfahren mit.

Welche Auskunftspflichten hat ein Kind, das Unterhalt einfordert?

Der Unterhaltsempfänger (in der Regel der betreuende Elternteil oder das volljährige Kind selbst) ist verpflichtet, auf Verlangen Auskunft über Einkommen und Vermögen zu geben, damit der Unterhaltsanspruch korrekt berechnet werden kann (§ 1605 BGB). Bei minderjährigen Kindern ist der betreuende Elternteil auskunftspflichtig, bei volljährigen Kindern müssen beide Elternteile und das Kind selbst Auskunft erteilen – auch über die Ausbildung/Studienfortschritte. Verweigert jemand die Auskunft, können gerichtliche Schritte eingeleitet werden, um die Daten bei Arbeitgebern oder Behörden zu erheben. 

Kann ich den Kindesunterhalt durch das Jugendamt oder einen Anwalt berechnen lassen?

Wenn Sie den Kindesunterhalt berechnen lassen möchten, können Sie sich an das Jugendamt wenden. In komplexeren Fällen oder bei Uneinigkeit empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Anwalt für Familienrecht. Kommt keine Einigung zustande, lässt sich der Unterhalt auch gerichtlich festsetzen.

Wie viel Unterhalt bei 2000 € netto?

Bei 2.000 € Nettoeinkommen hängt der Unterhalt vom Alter des Kindes ab (Düsseldorfer Tabelle), liegt aber oft bei ca. 400-500 € für jüngere Kinder (nach Kindergeldabzug), während für den Ehegattenunterhalt der Selbstbehalt von ca. 1.600 € (bei Erwerbstätigkeit) berücksichtigt wird, sodass dann nur ein Restbetrag (ca. 400 €) gezahlt werden müsste, wenn der Unterhaltspflichtige arbeitet. 

Kann ich Hilfe vom Jugendamt ablehnen?

Kann das Jugendamt Eltern verpflichten, Hilfen zur Erziehung in Anspruch zu nehmen? Es gibt keine Pflicht, Hilfen anzunehmen. Das Jugendamt kann die Eltern oder die jungen Volljährigen nicht zur Annahme der Hilfe verpflichten. Ob jemand eine Hilfe nutzen möchte, entscheidet jede:r selbst.

Welche Nachweise für Unterhaltszahlungen?

Diese Unterlagen müssen vorliegen: Einkommensteuererklärung: Eine Anlage Unterhalt für jeden unterstützten Haushalt (vollständig ausgefüllt), Nachweise für die Unterhaltszahlungen, z.B. Kontoauszüge (Nachweise für Unterhaltszahlungen sind nicht nötig, wenn die unterstützte Person in Ihrem Haushalt lebt).

Was reduziert den Kindesunterhalt?

Kindesunterhalt wird reduziert, wenn das Kind eigenes Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung) hat, der Unterhaltspflichtige hohe berufsbedingte Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel) hat, er sich erheblich an der Betreuung beteiligt (nur bei Minderjährigen), oder wenn das Einkommen des Zahlenden grundsätzlich zu niedrig ist, um den vollen Betrag zu decken (nach Abzug von Selbstbehalt und Einkommensminderungen). Wichtig sind auch Abzüge für berufsbedingte Aufwendungen (Pauschale oder Einzelnachweis) und anrechenbare Schulden.
 

Was passiert mit dem Kindesunterhalt, wenn die Mutter neu heiratet?

Ja, Ihre Heirat kann den Kindesunterhalt ändern, aber nicht direkt für Sie als zahlenden Elternteil, sondern eher für den anderen Elternteil (nachehelicher Unterhalt) oder wenn Ihr volles Kind heiratet – der wichtigste Punkt ist: Die Heirat des Kindes beendet die Unterhaltspflicht der Eltern, der Ehepartner des Kindes wird unterhaltspflichtig. Heiraten Sie selbst nach einer Scheidung, endet Ihr nachehelicher Unterhaltsanspruch gegenüber dem Ex-Partner, da der neue Partner nun (mit-)zuständig ist. Bei der Kindesunterhaltsberechnung für minderjährige Kinder ändert Ihre neue Ehe nicht automatisch den Unterhalt, da der neue Ehepartner nicht primär für das leibliche Kind aufkommt. 

Bei welchem Einkommen muss man keinen Unterhalt zahlen?

Man muss keinen Unterhalt mehr zahlen, wenn das eigene Einkommen unter dem sogenannten Selbstbehalt liegt, der je nach Situation (erwerbstätig: ca. 1.450 €, arbeitslos: ca. 1.080 €) variiert, oder wenn das Einkommen des betreuenden Elternteils so hoch ist, dass er keinen Barunterhalt mehr benötigt. Bei Kindesunterhalt gibt es auch eine Obergrenze für sehr hohe Einkommen (ca. 11.000 €), darüber wird der Bedarf individuell berechnet. Für den Elternunterhalt gibt es seit 2020 eine Einkommensgrenze von 100.000 € brutto pro Jahr für die Kinder, darüber müssen Kinder nur in Ausnahmefällen zahlen, mit höheren Selbstbehalten.
 

Kann zu wenig gezahlter Unterhalt nachgefordert werden?

Wenn zu wenig Unterhalt gezahlt wurde, können Sie diesen rückwirkend nachfordern, müssen aber schnell handeln: Fordern Sie den Unterhaltspflichtigen schriftlich zur Auskunft über seine Einkommen und zur Zahlung auf, idealerweise mit Fristsetzung, um ihn in Verzug zu setzen und so den Anspruch für die Vergangenheit zu sichern (meist rückwirkend ab dem Monat der Aufforderung). Lassen Sie sich dabei am besten anwaltlich oder durch das Jugendamt unterstützen, um formale Fehler zu vermeiden und eine gerichtliche Durchsetzung zu ermöglichen. 

Wann erlischt der Anspruch auf Kindesunterhalt?

Eltern müssen Unterhalt für ihre Kinder zahlen, bis diese eine erste berufliche Ausbildung (Lehre, Studium) abgeschlossen haben, was oft weit über das 18. Lebensjahr hinausgeht, ohne feste Altersgrenze, solange das Kind zielstrebig ist und die Ausbildung den Begabungen entspricht. Bei volljährigen Kindern sind beide Elternteile zur Zahlung verpflichtet (Barunterhalt), und das Kind muss den Anspruch selbst geltend machen. Der Anspruch endet mit der wirtschaftlichen Selbstständigkeit, aber nicht durch bloßen Altersablauf oder Schulabschluss, wenn eine Ausbildung folgt.
 

Wann wird Unterhaltsvorschuss nicht mehr gezahlt?

Der Unterhaltsvorschuss entfällt spätestens, wenn das Kind 18 wird, aber auch schon früher, wenn der andere Elternteil wieder zahlt, das Kind über 18 ist, Sie als Eltern zusammenziehen oder heiraten, das Kind selbst genug verdient, oder bei gleichmäßiger Betreuung durch beide Eltern (über 60/40 %-Regel). Ab 12 Jahren gelten zudem strengere Einkommensvoraussetzungen für den betreuenden Elternteil.
 

Was bedeutet finanzielle Leistungsfähigkeit?

Die finanzielle Leistungsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Dabei wird die finanzielle Leistungsfähigkeit anhand verschiedener Kennzahlen gemessen, wie zum Beispiel dem Cashflow, der Eigenkapitalquote oder dem Verschuldungsgrad.

Welche Unterlagen darf das Jugendamt verlangen?

Das Jugendamt darf zur Feststellung von Unterhaltsansprüchen Einkommens- und Vermögensnachweise verlangen, wie Lohnabrechnungen, Steuerbescheide, Kontoauszüge und Vermögensauskünfte, da es das Kind unterstützt; dazu gehören auch Belege, Arbeitgeberdaten und Angaben zu relevanten Ausgaben oder mietfreiem Wohnen, um eine vollständige Berechnung zu ermöglichen und eine eidesstattliche Versicherung abgeben zu müssen. Diese Auskunftspflicht besteht für alle Beteiligten, um die Leistungsfähigkeit zu ermitteln.
 

Wie oft prüft das Jugendamt Unterhalt?

Das Jugendamt prüft den Unterhaltsvorschuss jährlich auf die fortbestehenden Voraussetzungen, aber die Auskunft über das Einkommen des Unterhaltspflichtigen wird bei Beistandschaften oder Titulierungen oft erst alle zwei Jahre gefordert, es sei denn, es gibt glaubhafte Hinweise auf wesentlich höhere Einkünfte; es kann aber auch bei plötzlichen Änderungen (z.B. neuer Job, Arbeitslosigkeit) jederzeit nachfragen.