Warum gibt es beim zweiten Kind weniger Elterngeld?

Gefragt von: Irma Wiedemann
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Das Elterngeld fällt beim zweiten Kind oft niedriger aus, weil die Berechnung auf dem Einkommen der 12 Monate vor der Geburt basiert, und in dieser Zeit hatten viele Eltern nach der Geburt des ersten Kindes durch Elternzeit oder Teilzeitarbeit ein geringeres Einkommen, wodurch der Bemessungszeitraum ungünstiger ausfällt als bei der Geburt des ersten Kindes, wo oft noch Vollzeiteinkommen zugrunde lag. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dies zu optimieren, wie z.B. durch einen kürzeren Abstand zwischen den Geburten oder durch die Ausnutzung der "Verschiebe-Tatbestände", die das Einkommen vor dem ersten Kind einbeziehen können (besonders seit 2021).

Wie bekomme ich beim zweiten Kind genauso viel Elterngeld?

Wenn Sie weitere Kinder haben, die ebenfalls in Ihrem Haushalt leben, dann können Sie einen Zuschlag auf Ihr Elterngeld erhalten, den sogenannten "Geschwisterbonus". Ihr Elterngeld wird dann um 10 % erhöht, mindestens um 75 Euro pro Monat beim Basiselterngeld oder 37,50 Euro pro Monat beim ElterngeldPlus.

Warum ist das Elterngeld für mein zweites Kind geringer?

Der Grund für das geringere Elterngeld beim 2. Kind liegt im Bemessungszeitraum. Für die Berechnung des Elterngeldes werden die letzten 12 Monate vor dem Mutterschutz herangezogen.

Wann 2 Kinder um gleiches Elterngeld zu bekommen?

Um beim zweiten Kind das gleiche Elterngeld wie beim ersten zu bekommen, musst du die "Elterngeld-Optimierung" nutzen: Das geht meistens durch den Geschwisterbonus (+10% Elterngeld, min. 75€), ElterngeldPlus, einen Partnerschaftsbonus bei Teilzeit und bei sehr kurzer Abfolge (innerhalb von 12 Monaten) kann man sogar den alten Bemessungszeitraum beibehalten, was durch rückwirkende Umwandlung von Elterngeld Plus möglich ist, so zweitöchter.de, Einfach Elterngeld und Babelli.de. Das wichtigste ist eine gute Planung und die richtige Antragstellung bei der Elterngeldstelle, um die maximale Förderung herauszuholen, da die Berechnung ansonsten oft niedriger ausfällt, wenn das ältere Kind noch nicht 3 ist. 

Wie viel Elterngeld bekomme ich, wenn ich in der Elternzeit wieder schwanger werde?

Wenn Sie in der Elternzeit für das erste Kind wieder schwanger werden, wird das Elterngeld für das zweite Kind nach den Einkommen vor der Geburt des ersten Kindes berechnet, da die Elternzeit das Einkommen für die Bemessung ausblendet, aber Sie erhalten für das zweite Kind den Geschwisterbonus und können parallel für beide Kinder Elterngeld beziehen, wobei das Elterngeld des ersten Kindes als Einkommen angerechnet wird und das Elterngeld des zweiten Kindes mindert – Tipp: Beenden Sie die Elternzeit vorzeitig, um Mutterschutz und volles Elterngeld zu sichern. 

Elterngeld beim zweiten Kind | Alle wichtigen Infos | Tipps & Hinweise

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Wie lange muss man zwischen zwei Kindern arbeiten, um Elterngeld zu bekommen?

Das Einkommen in den zwölf Monaten vor der Geburt des zweiten Kindes ist ausschlaggebend für die Höhe des Elterngeldes. Wurde Elternzeit ohne Elterngeld genommen, hat man in den für die Berechnung des Elterngeldes für das zweite Kind relevanten Monaten kein Einkommen erzielt.

Was passiert, wenn man in Elternzeit nochmal schwanger wird?

Wenn Sie in der Elternzeit erneut schwanger werden, können Sie die laufende Elternzeit vorzeitig beenden, um die Mutterschutzfristen zu nutzen, was Ihnen auch den wichtigen Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld sichert. Sie müssen Ihren Arbeitgeber rechtzeitig informieren, benötigen aber keine Zustimmung für die Beendigung, um in den Mutterschutz zu gehen; die Höhe des Zuschusses bemisst sich am Einkommen, das Sie nach der Elternzeit verdient hätten. 

Wer bekommt ab April 2025 kein Elterngeld mehr?

April 2025 ist die Einkommensgrenze für Paare und Alleinerziehende gleichermaßen auf 175.000 Euro gesunken. Wenn die Grenze überschritten wird, besteht kein Anspruch mehr auf Elterngeld. Das zu versteuernde Einkommen ist nicht das Bruttoeinkommen.

Bekommen Sie für mehr als zwei Kinder eine Vergütung?

Die Begrenzung der Kindergeldleistungen auf zwei Kinder wird ab April nächsten Jahres vollständig abgeschafft, wie Finanzministerin Rachel Reeves mitteilte. Diese Regelung, die 2017 unter der konservativen Regierung eingeführt wurde, bedeutet, dass Eltern nur für ihre ersten beiden Kinder Universal Credit oder Steuergutschriften beantragen können .

Welche Tricks gibt es, um Elterngeld zu erhöhen?

5 Tipps für mehr Elterngeld

  1. Mehr Förderung oder mehr Einkommen. ...
  2. Berechnungsgrundlage erhöhen. ...
  3. Rechtzeitig Lohnsteuerklasse wechseln. ...
  4. Teilzeit arbeiten mit Elterngeld plus. ...
  5. Zusätzliche Partnermonate ausnutzen.

Was ist der "Elterngeld-Trick"?

Der "Elterngeld-Trick" bezieht sich oft darauf, die Bemessungsgrundlage zu optimieren, um mehr Elterngeld zu erhalten, z.B. durch steuerklassenwechsel (Steuerklasse 3 für mehr Einkommen), gezielte Verteilung von Einmalzahlungen (wie Weihnachtsgeld) über mehrere Monate oder durch eine nebenberufliche Selbstständigkeit im Bemessungszeitraum (z.B. Gewerbe anmelden), um den Einkommensverlust durch Elternzeit auszugleichen, wobei der Geschwisterbonus (bei jüngeren Geschwistern) ebenfalls eine Rolle spielt. 

Wie lange bekommt man Elterngeld beim zweiten Kind?

Das Wichtigste in kürze. Elterngeld: 12 Monate Basis-Elterngeld (14 mit Partnerbeteiligung), ElterngeldPlus verlängert auf bis zu 28 Monate. Partnerschaftsbonus bietet 4 zusätzliche Monate. Berechnung: Beim zweiten Kind wird das Einkommen vor der Geburt des ersten Kindes berücksichtigt, wenn Elterngeld bezogen wurde.

Wie wird das Elterngeld berechnet, wenn man noch in Elternzeit ist?

Beispiel: Wenn Sie von den 12 entscheidenden Monaten vor dem Mutterschutz in 10 Monaten gearbeitet haben, dann wird das gesamte Einkommen dieser 10 Monate durch 12 geteilt. So erhält man Ihr durchschnittliches Monatseinkommen vor der Geburt, aus dem Ihr Elterngeld berechnet wird.

Was kann ich tun, wenn mein Elterngeld zu wenig ist?

SOS! Was tun, wenn das Elterngeld nicht reicht?

  1. Kontrolliere noch mal deinen Elterngeld-Antrag. ...
  2. Aufstockung des Elterngeldes mit Zuschüssen und Sozialleistungen. ...
  3. Aufstockung des Elterngeldes vom Arbeitsamt. ...
  4. Aufstockung des Elterngeldes durch Arbeitgeber. ...
  5. Aufstockung des Elterngeldes durch Nebenjobs.

Wie hoch ist der Mindestbetrag des Elterngeldes?

Der Mindestbetrag für das Basiselterngeld liegt bei 300 Euro pro Monat, unabhängig vom vorherigen Einkommen, auch für Studenten oder Hausfrauen/-männer, während das ElterngeldPlus mindestens 150 Euro beträgt, was bei ElterngeldPlus (halbe Bezugsdauer) auch als Sockelbetrag gilt. Dieser Sockelbetrag greift, wenn Ihr berechnetes Elterngeld unter 300 Euro liegt, Sie vor der Geburt kein Einkommen hatten oder nach der Geburt weiter in Teilzeit arbeiten. 

Wie viel sollte man mit 2 Kindern verdienen?

Das Einkommen einer Familie mit zwei Kindern variiert stark, aber als „mittlere Mitte“ gelten oft Haushalte mit ca. 49.000 bis 73.000 € Jahresnettoeinkommen, während Paare mit 2 Kindern im Durchschnitt um die 4.842 € netto monatlich verdienen. Zum Leben braucht man je nach Lebensstil mehr oder weniger, aber für eine Familie mit zwei Kindern liegen die monatlichen Ausgaben für Nahrung, Verkehr, Freizeit etc. schnell bei über 2.000 € netto. 

Wie viel Prozent arbeiten mit 2 Kindern?

Die Erwerbsbeteiligung von Eltern mit einem oder zwei Kindern lag 2024 auf einem ähnlichen Niveau. Während Eltern mit einem Kind zu 65,9 % erwerbstätig waren, arbeiteten 69,1 % der Eltern mit zwei Kindern.

Wie viel Elterngeld bekomme ich, wenn ich in Elternzeit wieder schwanger werde?

Wenn Sie in der Elternzeit für das erste Kind wieder schwanger werden, wird das Elterngeld für das zweite Kind nach den Einkommen vor der Geburt des ersten Kindes berechnet, da die Elternzeit das Einkommen für die Bemessung ausblendet, aber Sie erhalten für das zweite Kind den Geschwisterbonus und können parallel für beide Kinder Elterngeld beziehen, wobei das Elterngeld des ersten Kindes als Einkommen angerechnet wird und das Elterngeld des zweiten Kindes mindert – Tipp: Beenden Sie die Elternzeit vorzeitig, um Mutterschutz und volles Elterngeld zu sichern. 

Was ändert sich 2026 beim Elterngeld?

Für 2026 sind die wichtigsten Elterngeld-Änderungen die feste Einkommensgrenze von 175.000 Euro (für Paare und Alleinerziehende), die den Anspruch begrenzt, und die Regelung, dass paralleler Basiselterngeldbezug nur noch für einen Monat innerhalb der ersten 12 Monate möglich ist, mit Ausnahmen für Frühchen, Mehrlinge und Kinder mit Behinderung; diese Regeln gelten bereits seit 2025 für neu geborene Kinder und werden 2026 fortgeschrieben, wobei weitere Anpassungen der Elterngeldgrenzen noch diskutiert werden.
 

Was ändert sich 2025 in der Elternzeit?

Die Elternzeitregelung 2025 bringt vor allem Änderungen beim Elterngeld, nicht bei der Elternzeit selbst: Die Einkommensgrenze für Elterngeld sinkt für Kinder, die ab dem 1. April 2025 geboren werden, auf 175.000 € zu versteuerndes Jahreseinkommen (vorher 200.000 €). Zudem wird die Anmeldung der Elternzeit für Kinder ab Mai 2025 per E-Mail möglich, was die Fristen vereinfacht. Die Basisregeln (3 Jahre Elternzeit, 14 Monate Elterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus) bleiben bestehen, aber die Einkommensgrenze ist strenger. 

In welchem Abstand müssen zwei Kinder geboren werden, um das gleiche Elterngeld zu bekommen?

Um beim zweiten Kind das gleiche Elterngeld wie beim ersten zu bekommen, musst du die "Elterngeld-Optimierung" nutzen: Das geht meistens durch den Geschwisterbonus (+10% Elterngeld, min. 75€), ElterngeldPlus, einen Partnerschaftsbonus bei Teilzeit und bei sehr kurzer Abfolge (innerhalb von 12 Monaten) kann man sogar den alten Bemessungszeitraum beibehalten, was durch rückwirkende Umwandlung von Elterngeld Plus möglich ist, so zweitöchter.de, Einfach Elterngeld und Babelli.de. Das wichtigste ist eine gute Planung und die richtige Antragstellung bei der Elterngeldstelle, um die maximale Förderung herauszuholen, da die Berechnung ansonsten oft niedriger ausfällt, wenn das ältere Kind noch nicht 3 ist. 

Wann 2 Kinder für volles Elterngeld?

Für volles Elterngeld beim 2. Kind brauchen Sie einen guten Einkommensvergleich (hohes Einkommen in den 12 Monaten vor Geburt), einen Geschwisterbonus (wenn ein <3-Jähriges oder zwei <6-Jährige im Haus) und sollten die Elterngeld-Monate des 1. Kindes nutzen, um den Bemessungszeitraum des 2. Kindes zu "bereinigen" – idealerweise einen Abstand von mindestens 12-18 Monaten zwischen den Geburten einhalten, um das Einkommen zu maximieren, da sonst oft nur der Mindestsatz drin ist, wenn das 1. Kind noch Elterngeld bekommt. 

Wie funktioniert die Überschneidung von Mutterschaftsgeld und Elterngeld?

Eine direkte Überschneidung, bei der man gleichzeitig Mutterschaftsgeld und volles Elterngeld bekommt, gibt es nicht, da das Mutterschaftsgeld (Mutterschutzleistungen) tageweise auf das Elterngeld angerechnet wird, was den Elterngeldanspruch verkürzt. Während der Mutterschutzfristen erhält man Mutterschaftsgeld, danach startet der Elterngeldbezug, wobei die Zeit der Mutterschutzfristen die mögliche Bezugsdauer des Elterngelds reduziert. Man kann aber während des Mutterschutzes z.B. einen Monat Basiselterngeld oder ElterngeldPlus beziehen, wenn man es nicht mit dem Partner teilt, und so die Zeit verlängern.