Warum gibt es kalkulatorische Kosten?

Gefragt von: Hardy Pfeiffer
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Kalkulatorische Kosten dienen Unternehmen dazu, Preiskalkulationen vorzunehmen und die Kostenrechnung genauer darzustellen. Die kalkulatorischen Kosten ermöglichen es Ihnen, unabhängig von handels- und steuerrechtlichen Vorschriften den Werteverzehr zu ermitteln. Dadurch wird das unternehmerische Risiko gesenkt.

Was ist der Sinn von kalkulatorischen Kosten?

Bedeutung der kalkulatorischen Kosten

Kalkulatorische Kosten müssen in der Kostenrechnung verrechnet werden, damit der tatsächliche Werteverzehr unabhängig von bilanzpolitischen Maßnahmen und von handels- und steuerrechtlichen Vorschriften ermittelt werden kann.

Wie entstehen kalkulatorische Kosten?

Ein Merkmal kalkulatorischer Kosten ist, dass sie auf keinem konkreten Zahlungsvorgang beruhen, der durch eine Rechnung oder einen Vertrag entsteht. Kalkulatorische Kosten helfen Betrieben bei ihrer Preiskalkulation, bei der Bestimmung des Werteverzehrs sowie der Senkung des unternehmerischen Risikos.

Warum gibt es kalkulatorische Zinsen?

Kalkulatorische Zinsen zählen im internen Rechnungswesen zu den kalkulatorischen Kosten. Sie werden genutzt, um das für den Geschäftserhalt notwendige Eigenkapital fiktiv zu verzinsen und so die Opportunitätskosten einer Geldanlage in Ihr eigenes Unternehmen zu ermitteln.

Warum gibt es kalkulatorische Miete?

Wofür hat die kalkulatorische Miete Bedeutung? Als mögliche Größe des internen Rechnungswesens hat die kalkulatorische Miete oder Pacht hauptsächlich für die Kostenrechnung und interne Betriebsergebnisrechnung Bedeutung.

Kalkulatorische Kosten - einfach erklärt

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Warum sind kalkulatorische Kosten Anderskosten?

Anderskosten gehören gemeinsam mit den Zusatzkosten zu den kalkulatorischen Kosten im Rechnungswesen. Ihnen steht zwar ein tatsächlicher Aufwand gegenüber, jedoch nicht in der gleichen Höhe. Daher werden Anderskosten auch als aufwandsungleiche Kosten bezeichnet.

Warum gibt es Anderskosten?

Anderskosten dienen Unternehmen dazu, einen realistischeren Blick auf ihre Aufwendungen zu bekommen, da es manchmal nötig ist, intern mit anderen Kosten zu rechnen als extern im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung.

Warum werden in der Kosten und Leistungsrechnung kalkulatorische Zinsen angesetzt?

Kalkulatorische Zinsen sind im Rechnungswesen dazu gedacht, die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens darzustellen. Dazu werden die errechneten fiktiven Zinsen von dem operativen Gewinn abgezogen. Das Unternehmen kann dann sehen, welchen Gewinn es über die Zinsen des Kapitalmarktes heraus erwirtschaftet hat.

Warum kalkulatorische Abschreibung?

Die kalkulatorische Abschreibung dient unternehmensinternen Zwecken und soll den tatsächlichen Werteverzehr beispielsweise einer Maschine möglichst korrekt erfassen. Hierbei geht es also um eine verursachungsgerechte Verteilung der Kosten.

Warum werden kalkulatorische Zinsen in der Kosten und Leistungsrechnung erfasst?

Kalkulatorische Zinsen als ein Teil der kalkulatorischen Kosten im Rechnungswesen werden berücksichtigt, damit das vom Unternehmer zinslos in seinem Unternehmen eingesetzte Eigenkapital eine fiktive Verzinsung erhält.

Warum gibt es den kalkulatorischen Unternehmerlohn?

Der kalkulatorische Unternehmerlohn ist ein Teil der kalkulatorischen Kosten. Er dient dazu, Einzelunternehmer:innen oder Gesellschafter:innen in Personengesellschaften einen fiktiven Lohn zuzuschreiben, damit man diesen in der Kostenrechnung berücksichtigen kann. Die Grundlage ist in der Regel ein vergleichbarer Lohn.

Sind kalkulatorische Kosten variable Kosten?

Der kalkulatorische Unternehmerlohn hat Fixkostencharakter, während die Position „Kalkulatorischer Gewinn und Wagnis“ leistungsbezogen ist und somit die Charakteris- tik von variablen Kosten hat.

Sind kalkulatorische Kosten Gemeinkosten?

Typische Kostenträgergemeinkosten sind: kalkulatorische Zinsen und kalkulatorische Abschreibungen, Gehälter und Sozialkosten, Energie- und Reinigungskosten, Steuern, Gebühren und Beiträge. Man unterscheidet echte und unechte Gemeinkosten. Echte Gemeinkosten können der Bezugsgröße nicht direkt zugerechnet werden.

Was ist Kostenkalkulation?

Um das Ganze etwas genauer auszudrücken: Eine Kalkulation ist jede Art der rechnungsbezogenen Zusammenfassung von Kosten. Das bedeutet, dass man anhand einer Kalkulation bewerten kann, ob ein Unternehmen Gewinn gemacht hat.

Welche Arten der Kostenrechnung gibt es?

Die Kostenrechnung besteht aus drei Stufen: Die Kostenrechnung ist in Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung gegliedert.

Was ist das kalkulatorische Ergebnis?

Unter kalkulatorischen Kosten versteht man in der Betriebswirtschaftslehre und im Rechnungswesen Kostenarten, denen gar kein oder kein gleich hoher Aufwand gegenübersteht. Kalkulatorische Kosten fallen nur rechnerisch an, sie werden tatsächlich nicht bezahlt. Pendant sind die kalkulatorischen Erlöse.

Was ist das Ziel der Abschreibung?

Eine Abschreibung wirkt immer gewinn- und somit steuermindernd, weshalb die meisten Unternehmen versuchen, sie regelmäßig vorzunehmen. Ziel einer Abschreibung ist es immer, den Wert des abzuschreibenden Wirtschaftsgutes entweder auf 0 oder auf einen Restwert zu reduzieren.

Was ist der Sinn und Zweck der Abschreibung?

Abschreibungen werden immer dann vorgenommen, wenn Vermögensgegenstände des Unternehmens planmäßig oder außerplanmäßig an Wert verlieren. Der Wertverlust der Wirtschaftsgüter muss im Rechnungswesen erfasst werden, um das tatsächliche Anlage- und Umlaufvermögen des Unternehmens bestimmen zu können.

Was ist der Sinn der Abschreibung?

Jedes Gut eines Unternehmens ist mit Anschaffungskosten oder Herstellungskosten verbunden oder nutzt sich irgendwann ab. Das Prinzip der Abschreibung legt fest, dass ein Teil der Anschaffungskosten pro Jahr von der Steuer abgesetzt werden darf. Die Abschreibung erfolgt über die Jahre der Nutzung.

Was ist das Ziel der Kosten- und Leistungsrechnung?

Ziel der KLR ist es, unternehmensinterne Informationen für die kurzfristige, also operative, Planung von Kosten und Erlösen, sowie für deren Kontrolle bereitzustellen. Dafür werden der Betriebsgewinn bzw. der Betriebsverlust ermittelt.

Was drücken kalkulatorische Zinsen aus?

Kalkulatorische Zinsen sind eine Kostenart, die sich z.T. aus Anderskosten, z.T. aus Zusatzkosten zusammensetzt. Mit kalkulatorischen Zinsen soll das zur Erfüllung des Betriebszwecks notwendige, in Vermögensgegenständen gebundene Kapital (betriebsnotwendiges Kapital) verzinst werden.

Warum werden kalkulatorische Zinsen nur auf betriebsnotwendiges Kapital angesetzt?

Das betriebsnotwendige Kapital erfüllt zwei wichtige Aufgaben. Zum einen dient es den Informationszwecken und zum anderen zur Ermittlung unserer kalkulatorischen Zinsen. Ob sich die Annahme eines öffentlichen Auftrags für ein Unternehmen lohnt oder nicht, kann damit beispielsweise abgewogen werden.

Was beeinflussen kalkulatorische Kosten?

Bei kalkulatorischen Kosten handelt es sich um Kosten denen entweder ein Aufwand in abweichender Höhe (Anderskosten) oder kein Aufwand (Zusatzkosten) gegenübersteht. Kalkulatorische Kosten beruhen dabei nicht auf tatsächlichen Zahlungsvorgängen, sondern lediglich auf einem fiktiven theoretischem Aufwand.

Sind kalkulatorische Kosten Zusatzkosten?

Zusatzkosten zählen gemeinsam mit den Anderskosten zu den kalkulatorischen Kosten. Es handelt sich dabei um Kosten, denen kein Aufwand gegenübersteht. Klassische Beispiele für Zusatzkosten sind kalkulatorische Zinsen für Eigenkapital, kalkulatorische Miete und kalkulatorischer Unternehmerlohn.

Sind Löhne Grundkosten?

Grundkosten aufwandsgleichen Kosten

Kosten wie Löhne und Gehälter, Materialeinsatz, Steuern, Energiekosten, denen in der Finanzbuchhaltung entsprechende verbuchte Aufwendungen (betriebliche Aufwendungen) in gleicher Höhe gegenüberstehen. Diese aufwandsgleichen Kosten werden direkt in die Kostenrechnung übernommen.