Warum lohnen sich Privatpatienten?

Gefragt von: Herr Dr. Christoph Franke
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Privatpatienten lohnen sich für Ärzte, weil sie höhere Honorare und mehr Planungssicherheit durch weniger Budgetbeschränkungen erhalten, was zu besseren Einnahmen führt. Für Patienten bedeutet dies oft schnellere Termine, mehr Zeit mit dem Arzt, größere Behandlungsfreiheit (z.B. Chefarztbehandlung, neue Methoden) und eine leistungsstärkere medizinische Versorgung, da die Vergütung nicht durch starre Pauschalen begrenzt ist. Für Gutverdiener und Beamte können sich auch die Beiträge lohnen, insbesondere durch Steuervorteile.

Warum haben Privatpatienten Vorteile?

Vorteile als Privatpatient sind vor allem eine schnellere und individuellere medizinische Versorgung, wie kürzere Wartezeiten, freie Arzt- und Krankenhauswahl, Chefarztbehandlung, Ein-/Zweibettzimmer im Krankenhaus sowie umfassendere Leistungen bei Zahnersatz, Medikamenten und modernen Therapien, da Leistungen vertraglich garantiert sind und nicht gekürzt werden können. 

Warum bringen Privatpatienten mehr Geld?

Diese Mehrumsätze entstehen, weil es für Ärztinnen und Ärzte bei der Behandlung von Privatpatienten weniger Beschränkungen und Budgets gibt als bei Kassenpatienten. Zudem werden bei Privatpatienten viele Leistungen höher vergütet.

Warum wollen Ärzte lieber Privatpatienten?

Ärzte bevorzugen Privatpatienten hauptsächlich wegen höherer und unbegrenzter Einnahmen, da die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oft lukrativer ist als die Pauschalen der gesetzlichen Kassen (GKV). Dies ermöglicht Praxen, wirtschaftlich zu arbeiten, und führt zu weniger Bürokratie und mehr therapeutischer Freiheit, was wiederum schnellere Termine und intensivere Betreuung für Privatpatienten ermöglicht, um die Praxis stabil zu halten und die Versorgung für alle zu sichern.
 

Warum lohnt sich die private Krankenversicherung?

Vorteile in der PKV

Feste Beiträge in der PKV statt prozentualer Beiträge in der GKV. Häufig günstiger für Gutverdiener. Kein Arbeitgeberanteil in der GKV; in der PKV oft günstigere Beiträge. Tarife für Chefarztbehandlungen, Einzelzimmer oder alternative Heilmethoden, die in der GKV oft nicht abgedeckt sind.

Zwei-Klassen-Medizin - wie Kassen- und Privatpatienten behandelt werden | mex

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Was sind die Nachteile der privaten Krankenversicherung?

Nachteile der privaten Krankenversicherung

  • Beiträge im Alter: Es kann richtig teuer werden. ...
  • Gesundheitsprüfung: Wer Vorerkrankungen hat, zahlt mehr – oder kommt nicht rein. ...
  • Keine kostenlose Familienversicherung. ...
  • Wechsel zurück in die GKV ist fast unmöglich. ...
  • Private Pflegepflichtversicherung ist Pflicht.

Was ist im Alter besser, gesetzliche KV oder privat?

Im Alter lohnt sich die GKV eher bei geringer Rente und Familienversicherung, da Beiträge einkommensabhängig sind und die Familienversicherung erhalten bleibt. Die PKV ist vorteilhaft für Gutverdiener mit konstantem Einkommen, die bessere Leistungen, Beitragsstabilität durch Altersrückstellungen und Beihilfeansprüche (z.B. Beamte) schätzen; hier müssen jedoch Rücklagen für höhere Beiträge im Alter gebildet werden, da ein Wechsel zurück in die GKV oft schwierig ist. PKV-Beiträge sind nicht vom Einkommen abhängig, aber bilden durch Alterungsrückstellungen Puffer, um die Steigerungen zu dämpfen, was oft zu geringeren Durchschnittsbeiträgen als in der GKV führt, wenn frühzeitig vorgesorgt wird. 

Warum kommen Privatpatienten eher dran?

Der Hauptgrund für die vermeintliche Bevorzugung von Privatpatienten liegt in der Art der Abrechnung und Finanzierung des Gesundheitssystems. In vielen Ländern, einschließlich Deutschland, besteht ein duales Gesundheitssystem, bei dem es sowohl gesetzlich als auch privat versicherte Patienten gibt.

Wird man als Privatversicherter besser behandelt?

Ja, Privatpatienten werden oft anders und in vielerlei Hinsicht bequemer behandelt, was sich durch schnellere Termine, mehr Komfort (Einzelzimmer, Chefarzt), mehr Zeit beim Arzt und größere Wahlfreiheit bei Ärzten und Kliniken äußert, aber nicht unbedingt durch eine objektiv bessere medizinische Qualität – die hängt vom Arzt und der Klinik ab, nicht nur vom Versicherungsstatus. Das System der privaten Krankenversicherung (PKV) ermöglicht Ärzten höhere Einnahmen, was zu einer Bevorzugung führt.
 

Welche gesetzliche Krankenkasse ist bei Ärzten beliebt?

Mit der Arbeit der GKV sind Ärzte insgesamt nur mäßig zufrieden, das höchste Engagement für die Ärzteschaft bescheinigen die Mediziner der Techniker Krankenkasse (TK). Diese Ergebnisse zeigt die aktuelle Umfrage von 122 Hausärzten des Ärzteportals coliquio in Zusammenarbeit mit IMIG.

Sind Privatpatienten gesünder?

Privat Krankenversicherte fühlen sich gesünder als Mitglieder der Gesetzlichen Krankenkassen und sind seltener krank. Das ist das Ergebnis einer bisher unveröffentlichten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Nielsen für den Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH).

Wird PKV 2025 teurer?

Auch die PKV ist von den steigenden Kosten betroffen, was in vielen Tarifen bereits zu Beitragserhöhungen geführt hat. So mussten Anfang 2025 die Beiträge in rund zwei Dritteln aller PKV-Tarife erhöht werden.

Warum verdienen Ärzte mit Privatpatienten mehr?

Grund: Bei den Privatpatienten dürfen niedergelassene Mediziner die Sätze der von der Bundesregierung erlassenen Gebührenordnung für Ärzte deutlich überschreiten. Außerdem sehen die gesetzlichen Regelungen hier keine Mengenbegrenzungen vor: Die Gesamtmenge der abrechenbaren Leistungen ist nicht budgetiert.

Was denken Ärzte über Privatpatienten?

Vor allem beim Facharzt geht es für Privatpatienten deutlich fixer. Eine große Studie des RWI Leibniz-Instituts (2017/2018) hat das mit echten Testanrufen nachgewiesen: Privatversicherte bekamen im Schnitt doppelt so schnell einen Termin wie gesetzlich Versicherte – 12 Tage gegenüber 25 Tagen Wartezeit.

Was kostet ein Privatarzt pro Stunde?

Zwischen 30 und 70 Euro kann es Privatversicherte kosten, wenn sie ihren Hausarzt für eine einfache Sprechstunde aufsuchen. Die Kostenhöhe hängt von der Dauer und dem Umfang möglicher Untersuchungen ab. Je nachdem, was noch anfällt, kommen noch weitere Kosten hinzu. So können mehrere Hundert Euro Kosten entstehen.

Was kostet eine gute private Krankenversicherung im Monat?

Im Durchschnitt liegen die Kosten 2025 für eine PKV bei rund 623 Euro im Monat. Für Beamte sind es 256 Euro. 2026 soll der Beitrag bei etwa 617 Euro liegen. Für Gutverdiener kann die PKV günstiger sein als die gesetzliche Krankenkasse.

Wieso wollen Ärzte lieber Privatpatienten?

Ärzte bevorzugen Privatpatienten hauptsächlich wegen höherer und unbegrenzter Einnahmen, da die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oft lukrativer ist als die Pauschalen der gesetzlichen Kassen (GKV). Dies ermöglicht Praxen, wirtschaftlich zu arbeiten, und führt zu weniger Bürokratie und mehr therapeutischer Freiheit, was wiederum schnellere Termine und intensivere Betreuung für Privatpatienten ermöglicht, um die Praxis stabil zu halten und die Versorgung für alle zu sichern.
 

Was ist der größte Nachteil privater Gesundheitsdienstleistungen?

Einer der größten Nachteile ist, dass Privatpraxen für Patienten teurer sein können.

Was sind Nachteile der privaten Krankenversicherung?

Zu den Nachteilen der privaten Krankenversicherung zählen insbesondere die folgenden: Jedes Familienmitglied muss einen eigenen Beitrag zahlen. Zum Vergleich: In der GKV sind Kinder kostenlos familienversichert. Vorerkrankungen können zu höheren Beiträgen oder Ausschlüssen führen.

Was verdienen Ärzte an Privatpatienten?

Praxen mit Privateinnahmen von 50 bis 75 Prozent verzeichneten im Mittel einen Reinertrag von 321. 000 Euro. Demgegenüber erzielten Praxen ohne Einnahmen aus privatärztlicher Tätigkeit einen deutlich niedrigeren Reinertrag in Höhe von 163.000 Euro.

Warum behandeln einige Arztpraxen nur noch Privatpatienten?

Ältere Ärztinnen und Ärzte, die sich noch nicht vollends zur Ruhe setzen wollen, geben mitunter ihre Zulassung ab und behandeln nur noch Privatpatientinnen und -patienten. Dadurch können sie Arbeitszeit und Patientenzahl verringern.

Warum ist private Gesundheitsversorgung besser?

Über die private Krankenversicherung

Private Krankenversicherungen bieten oft Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung, wie zum Beispiel eine größere Auswahl an Tarifen, Zugang zu einem breiteren Netzwerk von Gesundheitsdienstleistern und weniger Einschränkungen bei bestimmten medizinischen Leistungen .

Wann lohnt sich privat versichern?

Eine private Krankenversicherung (PKV) lohnt sich oft für junge, gesunde Gutverdiener (über der JAEG von 73.800 € in 2025), Selbstständige und Beamte, die bei gutem Gesundheitszustand (unter 40 Jahre ideal) von niedrigeren Beiträgen und besseren Leistungen profitieren können, aber das Risiko steigender Beiträge im Alter und bei Vorerkrankungen beachten müssen.
 

Wann ist man zu alt für PKV?

Die meisten privaten Krankenversicherer setzen interne Altersgrenzen. Häufig liegt diese zwischen 60 und 70 Jahren. Ab dann kannst du zwar theoretisch noch aufgenommen werden, praktisch wird es aber zunehmend schwer oder teuer.

Warum ist die öffentliche Gesundheitsversorgung besser?

Öffentliche Krankenhäuser verfügen möglicherweise über eine bessere medizinische Ausstattung für Ihre Erkrankung als private Krankenhäuser und sind in der Regel auch für komplexere medizinische Fälle gerüstet. Wenn Sie als Kassenpatient in ein öffentliches Krankenhaus aufgenommen werden, werden Sie von Ärzten behandelt, die vom Krankenhaus ausgewählt werden.