Warum sollte man nie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?

Gefragt von: Galina Petersen MBA.
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Man sollte einen Aufhebungsvertrag nie unbedacht unterschreiben, da er oft zu Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld (bis zu 12 Wochen), dem Verlust des Kündigungsschutzes und dem Verzicht auf eine Abfindung führen kann, wenn keine faire Gegenleistung vereinbart wird, weshalb Experten immer raten, Bedenkzeit zu erbitten und vorher einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu konsultieren, bevor man auf seine Rechte verzichtet.

Warum sollte man einen Aufhebungsvertrag nicht unterschreiben?

Ein Aufhebungsvertrag hat erhebliche Nachteile, die Du vor der Unterschrift kennen solltest: Du riskierst eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, wenn Du den Aufhebungsvertrag ohne Rücksprache mit der Agentur für Arbeit unterzeichnest. Eine Sperrzeit lässt sich aber vermeiden, wenn der Vertrag richtig formuliert ist.

Was spricht gegen Aufhebungsverträge?

Nachteile Aufhebungsvertrag

Ein entscheidender Nachteil eines Aufhebungsvertrages liegt für den Arbeitnehmer darin, dass er mit Unterzeichnung der Vereinbarung auf seinen Kündigungsschutz verzichtet. Die Kündigungsfrist ist hierbei nur eine der vielen Schutzvorschriften.

Welche Nachteile habe ich durch einen Aufhebungsvertrag?

Ein Aufhebungsvertrag birgt Nachteile wie den Verlust des Kündigungsschutzes, das Risiko einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld (bis zu 12 Wochen kein Geld), das Entfallen besonderer Schutzrechte (z. B. für Schwangere) und das Fehlen der Mitwirkung des Betriebsrats, da die Arbeitslosigkeit als selbstverschuldet gilt; oft werden auch Urlaubstage oder Resturlaub nicht ausgezahlt, falls nicht explizit im Vertrag geregelt. Die vereinbarte Abfindung ist keine Garantie und muss verhandelt werden, sonst kann sie geringer ausfallen als bei einem gerichtlichen Vergleich nach einer Kündigung.
 

Warum ist ein Aufhebungsvertrag besser als eine Kündigung?

Ein Aufhebungsvertrag erlaubt eine einvernehmliche Trennung mit Raum für individuelle Regelungen wie Abfindungen und Übergangszeiten. Im Gegensatz dazu beendet eine Kündigung einseitig das Arbeitsverhältnis, erfordert oft einen gesetzlich geregelten Grund und die Einhaltung von Kündigungsfristen.

Aufhebungsvertrag vom Arbeitgeber unterschreiben - ja oder nein?

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Was ist ein wichtiger Grund für einen Aufhebungsvertrag?

Ein wichtiger Grund für einen Aufhebungsvertrag ist eine Situation, in der Ihnen die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist, wie etwa bei Mobbing, schwerer Krankheit (mit Attest), Unzumutbarkeit der Rückkehr nach Elternzeit/Pflege, Umzug wegen des Partners oder wenn der Arbeitgeber schwere Pflichtverletzungen begeht (z.B. Lohnverzug). Diese Gründe können helfen, eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld zu vermeiden, da sie eine Eigenkündigung rechtfertigen würden, aber der Aufhebungsvertrag eine einvernehmliche Lösung darstellt, oft mit Abfindung. 

Was muss im Aufhebungsvertrag stehen, um keine Sperrzeit zu bekommen?

Um eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld nach einem Aufhebungsvertrag zu vermeiden, muss dieser wichtige Gründe nennen (z.B. drohende betriebsbedingte Kündigung oder nachgewiesene Erkrankung), die gesetzliche Kündigungsfrist einhalten (nicht früher als eine reguläre Kündigung) und darf keine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit suggerieren; idealerweise dokumentiert er einen betriebsbedingten Stellenabbau und enthält eine angemessene Abfindung. 

In welchen Fällen ist ein Aufhebungsvertrag sinnvoll?

Ein Aufhebungsvertrag ist sinnvoll, wenn beide Seiten einvernehmlich früher aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden wollen, etwa wegen eines neuen Jobs, Umzugs, beruflicher Auszeit oder um einer drohenden, wirksamen Kündigung zuvorzukommen und die Bedingungen besser auszuhandeln (z.B. Abfindung). Er wird abgeschlossen, um Kündigungsfristen zu umgehen oder Konflikte zu vermeiden, muss aber schriftlich erfolgen und eine Bedenkzeit (mind. 3 Tage) gewährt werden, um Nachteile (z.B. Sperrzeit beim Arbeitslosengeld) zu vermeiden, was oft einen rechtlichen Rat nötig macht.
 

Ist es besser, selbst zu kündigen oder entlassen zu werden?

Die Entscheidung hängt davon ab, was Ihnen wichtiger ist – Ihr Ruf oder Ihre Finanzen. Eine Kündigung gibt Ihnen die Kontrolle über die öffentliche Darstellung, kann aber zum Verlust von Arbeitslosengeld oder Abfindung führen . Eine Entlassung kann Ihr Selbstvertrauen und Ihren Ruf beeinträchtigen, berechtigt Sie aber oft zu Arbeitslosengeld oder anderen Sozialleistungen.

Wie viel Geld bekommt man bei einem Aufhebungsvertrag?

Bei einem Aufhebungsvertrag gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung, die Höhe ist Verhandlungssache, orientiert sich aber oft an der Faustregel 0,5 bis 1 Brutto-Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr (z.B. 0,5 x 3.000 € x 5 Jahre = 7.500 €). Die Summe hängt stark von Verhandlung, Betriebszugehörigkeit, Alter und der Stärke der Kündigungsposition ab; bei rechtlichen Schwächen der Kündigung kann sie deutlich höher ausfallen, bis zu 12 oder mehr Monatsgehälter sind möglich.
 

Welche Alternative gibt es zu einem Aufhebungsvertrag?

Abwicklungsvertrag. Im Gegenteil zum Aufhebungsvertrag beendet der Abwicklungsvertrag das Arbeitsverhältnis nicht. Arbeitnehmer und Arbeitgeber schließen den Vertrag erst ab, wenn bereits eine Kündigung des Arbeitsvertrags durch eine der beiden Partien eingereicht wurde.

Was sollte man bei einer Kündigung besser nicht sagen?

Vermeiden Sie leere Versprechungen.

Im Rahmen eines Kündigungsgesprächs suchen Mitarbeiter häufig nach Zusicherungen für ihre Zukunft. Empathie ist dabei unerlässlich, ebenso wichtig ist es jedoch, keine unrealistischen Versprechungen zu machen. Mitarbeiter fragen möglicherweise nach der Möglichkeit einer Wiedereinstellung oder anderen zukünftigen Karrierechancen im Unternehmen.

Was sind die Folgen eines Aufhebungsvertrags?

Ein Aufhebungsvertrag beendet ein Arbeitsverhältnis einvernehmlich und schriftlich zu einem selbstbestimmten Datum, umgehen gesetzliche Kündigungsfristen und regeln oft Details wie Abfindungen oder Resturlaub, wobei jedoch eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld drohen kann, wenn kein wichtiger Grund für die Vertragsauflösung vorliegt.
 

Welche Konsequenzen hat es, wenn man einen Aufhebungsvertrag ablehnt?

Die Ablehnung eines Aufhebungsvertrags führt zunächst dazu, dass Ihr Arbeitsverhältnis bestehen bleibt, aber der Arbeitgeber kann dann eine reguläre Kündigung aussprechen, die den strengen Regeln des Kündigungsschutzes unterliegt. Konsequenzen können sein: eine mögliche Kündigung, ein schlechteres Arbeitsklima, aber auch neue Verhandlungen mit besseren Konditionen. Eine Ablehnung allein darf keine rechtlichen Nachteile haben, da Sie Ihr Recht ausüben, den Vertrag nicht zu akzeptieren.
 

Wann sollte ich einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?

Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag schließen wollen, sind Sie an keine Fristen gebunden. Sie können sich also frei auf einen Tag einigen, an dem das Arbeitsverhältnis enden soll. Das ist ein großer Vorteil des Aufhebungsvertrags gegenüber der Kündigung.

Wie hoch sind die Anwaltskosten für einen Aufhebungsvertrag?

Die Kosten einer Erstberatung zum Aufhebungsvertrag belaufen sich üblicherweise auf EUR 190,00 zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer. Die Ratschläge, die wir in so einer Erstberatung erteilen, sind jedoch fast immer deutlich mehr wert.

Was verliere ich, wenn ich selbst kündige?

  1. Anspruch auf Urlaub.
  2. Arbeitslos & Urlaub.
  3. Krank im Urlaub.
  4. Urlaubsersatzleistung.
  5. Urlaubsgeld und Urlaubsentgelt.

Was ist besser, selbst kündigen oder kündigen lassen?

Am besten geben Sie Ihre Kündigung Ihrem Vorgesetzten persönlich. Eine Eigenkündigung kann dazu führen, dass die Bundesagentur für Arbeit eine mehrwöchige Sperrzeit verhängt, mit der sich Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld verkürzt. Die Möglichkeiten zu kündigen sind für Arbeitgeber in der Regel stark eingeschränkt.

Wann sollte man wirklich kündigen?

Eine Kündigung sollte immer dann in Betracht gezogen werden, wenn die Arbeit dauerhaft unzufrieden macht, die Gesundheit leidet oder keine Perspektiven für Weiterentwicklung und Wertschätzung bestehen. Wichtig ist, dass Sie sich vor der Entscheidung ausreichend Zeit für Selbstreflexion nehmen und alle Optionen prüfen.

Warum sollte man niemals einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?

Aufhebungsverträge schaden den betroffenen Arbeitnehmern fast immer. Wer einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, hat danach fast immer Probleme beim Arbeitslosengeld. In der Regel setzt die Agentur für Arbeit eine Sperrzeit von mindestens 12 Wochen fest.

Was sollte auf jeden Fall in einem Aufhebungsvertrag stehen?

Ein Aufhebungsvertrag muss das genaue Beendigungsdatum, Regelungen zu Abfindung, Resturlaub/Überstunden, Freistellung und einem qualifizierten Zeugnis enthalten; entscheidend für das Arbeitsamt ist zudem die Dokumentation eines wichtigen Grundes (z.B. drohende Kündigung), um eine Sperrzeit zu vermeiden, sowie eine umfassende Erledigungsklausel, die alle Ansprüche abschließt, idealerweise nach anwaltlicher Prüfung. 

Ist ein Aufhebungsvertrag in beiderseitigem Einvernehmen abgeschlossen?

Wenn Sie einen Aufhebungsvertrag mit Ihrem Arbeitgeber abschließen, wird das Arbeitsverhältnis in beiderseitigem Einvernehmen beendet. Sollten Sie allerdings selbst gekündigt oder den Aufhebungsvertrag ohne besonderem Grund abgeschlossen haben, kann dies zu einer Sperrfrist beim Arbeitslosengeld führen.

Wie kann man am besten kündigen ohne Sperre vom Arbeitsamt?

Selber kündigen ohne Sperre ist möglich, wenn ein wichtiger Grund die Eigenkündigung rechtfertigt. In diesem Fall verzichtet die Bundesagentur für Arbeit darauf, eine Sperrzeit zu verhängen. Ein solcher wichtiger Grund kann Ihr Gesundheitszustand sein.

Wie hoch ist die maximale Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag?

Die Höhe der Abfindungszahlung ist Verhandlungssache, da sie freiwillig gezahlt wird. Die Regelabfindung beträgt ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Je geringer die Chancen des Arbeitgebers auf eine wirksame Kündigung sind, desto eher kann eine hohe Abfindung herausgeholt werden.

Was darf man beim Arbeitsamt nicht sagen?

Beim Arbeitsamt sollten Sie wahrheitsgemäße und vollständige Angaben machen, aber keine falschen Hoffnungen wecken oder Beleidigungen aussprechen; wichtig ist, sich kooperativ zu zeigen, aber auch die eigenen Rechte zu kennen (z.B. Ablehnung von unzumutbaren Angeboten bei überlangen Pendelzeiten oder Verstößen gegen Mindestlohn/Tarifvertrag) und alle Aufforderungen zu beachten, um Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld zu vermeiden.