Warum verlangt der neue Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung?

Gefragt von: Meta Hoffmann
sternezahl: 5/5 (7 sternebewertungen)

Ihr neuer Arbeitgeber verlangt eine Urlaubsbescheinigung, um zu verhindern, dass Sie doppelt Urlaub nehmen, und um Ihren Resturlaubsanspruch für das laufende Kalenderjahr korrekt zu berechnen, basierend auf dem Bundesurlaubsgesetz § 6 (BUrlG). Dieses Dokument bescheinigt, wie viele Urlaubstage Sie bereits genommen haben und wie viele Ihnen noch zustehen, damit Ihr neuer Chef den vollen Jahresurlaub nicht doppelt gewähren muss. Ohne die Bescheinigung kann der neue Arbeitgeber Ihren Urlaubsanspruch zurückstellen, bis die Informationen vorliegen.

Ist eine Urlaubsbescheinigung Pflicht?

Ja, die Ausstellung einer Urlaubsbescheinigung durch den Arbeitgeber ist gesetzlich Pflicht (§ 6 Bundesurlaubsgesetz, BUrlG), wenn ein Arbeitsverhältnis endet, um Doppelansprüche auf Urlaub beim neuen Arbeitgeber zu verhindern. Der alte Arbeitgeber muss bei Beendigung des Jobs bescheinigen, wie viele Urlaubstage im laufenden Jahr bereits gewährt oder abgegolten wurden; dies ist entscheidend, damit der neue Arbeitgeber den verbleibenden Urlaubsanspruch korrekt berechnen kann. 

Warum will ein neuer Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung?

Mit einer Urlaubsbescheinigung weisen Arbeitnehmende einem neuen Arbeitgeber nach, wie viele Urlaubstage im laufenden Kalenderjahr bereits wahrgenommen oder abgegolten wurden.

Was passiert mit Urlaubsanspruch bei Arbeitgeberwechsel?

Beim Arbeitgeberwechsel geht Ihr Urlaubsanspruch nicht verloren, sondern wird auf das neue Jahr umgerechnet: Haben Sie vor dem 1. Juli gewechselt, steht Ihnen beim neuen Arbeitgeber der volle Jahresurlaub erst nach 6 Monaten zu; wechseln Sie in der zweiten Jahreshälfte (nach dem 1. Juli), haben Sie beim alten Arbeitgeber den vollen Jahresurlaub erworben und beim neuen nur noch einen anteiligen Anspruch (Resturlaub) – die benötigte Urlaubsbescheinigung vom alten Arbeitgeber ist hier essenziell, um Doppelansprüche zu vermeiden, so. 

Welche Unterlagen braucht der neue Arbeitgeber von mir?

Ihr neuer Arbeitgeber benötigt von Ihnen vor allem personenbezogene Daten und Dokumente für die Lohnabrechnung und Sozialversicherung, wie Steuer-ID, Sozialversicherungsausweis, Krankenkassen-Bescheinigung und Bankverbindung, sowie Ihren Arbeitsvertrag, Zeugnisse und ggf. Nachweise zu vermögenswirksamen Leistungen, oft ausgefüllt über einen Personalfragebogen, damit alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind und der Start reibungslos verläuft. 

Urlaubsbescheinigung, Bedeutung | Arbeitsrecht

17 verwandte Fragen gefunden

Welche Unterlagen müssen dem Arbeitgeber bei einer Einstellung ausgehändigt werden?

Für die Einstellung eines neuen Mitarbeiters braucht der Arbeitgeber essenzielle Unterlagen wie die Steuer-ID, den Sozialversicherungsausweis, die Krankenkassen-Mitgliedsbescheinigung sowie Bankverbindung und Ausweis-Kopie; hinzu kommen spezielle Dokumente wie Arbeitserlaubnisse oder der Nachweis einer Behinderung, sowie die Anmeldung einer Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit und Meldungen bei der Berufsgenossenschaft. 

Was muss ich meinem neuen Arbeitgeber vorlegen?

Ihr neuer Arbeitgeber benötigt Ihre persönlichen Daten, einschließlich Ihrer Bankverbindung, einer Kopie Ihres Reisepasses (oder eines anderen Lichtbildausweises) und Ihrer Sozialversicherungsnummer .

Woher weiß der neue Arbeitgeber, wie viel Urlaub er braucht?

Die Urlaubsbescheinigung enthält Informationen darüber, ob und in welchem Umfang im laufenden Kalenderjahr bereits Urlaub gewährt oder abgegolten wurde. Diese Angaben sind für neue Arbeitgeber wichtig.

Was passiert mit dem Jahresurlaub, wenn man kündigt?

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses müssen Arbeitgeber ihren Angestellten den während der Beschäftigung angesammelten, nicht genommenen Jahresurlaub auszahlen . Die Auszahlung muss dem Betrag entsprechen, den der Angestellte erhalten hätte, wenn er den Jahresurlaub während seiner Beschäftigung genommen hätte.

Was besagt die 3-Monats-Regel bei einem Job?

Eine dreimonatige Probezeit ist ein üblicher Testzeitraum, in dem Arbeitgeber die Eignung eines neuen Mitarbeiters für eine Stelle beurteilen . Probezeiten können für Neueinstellungen, Beförderungen, unzureichende Leistungsbeurteilung und mögliche Kündigungen eingesetzt werden.

Was passiert mit meinem Resturlaub, wenn ich die Firma wechsele?

Resturlaub kann nicht einfach zum neuen Arbeitgeber "mitgenommen" werden, da der Anspruch beim alten Arbeitgeber entsteht, aber der neue Arbeitgeber muss ihn anrechnen, um Doppelansprüche zu verhindern: Sie erhalten einen neuen (anteiligen) Urlaubsanspruch, der sich nach dem Rest des Jahres richtet, wobei der alte Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung ausstellen muss, damit der neue weiß, wie viel Urlaub noch zusteht, insbesondere wenn Sie in der zweiten Jahreshälfte wechseln und Ihren vollen Jahresurlaub bereits genommen haben. 

Welche Konsequenzen gibt es für den Arbeitgeber, wenn er nicht bis 14 Tagen eine Arbeitsbescheinigung schickt?

Weigert sich der Arbeitgeber, eine Arbeitsbescheinigung auszustellen, kann die Bundesagentur für Arbeit ein Bußgeld von bis zu 2.000 € verhängen. Dies ergibt sich aus § 404 SGB III. Reagiert der Arbeitgeber weiterhin nicht, kann sein ehemaliger Mitarbeiter gerichtlich auf die Ausstellung des Formulars klagen.

Warum voller Urlaubsanspruch bei Kündigung im 2. Halbjahr?

Bei einer Kündigung im zweiten Halbjahr (nach dem 30. Juni) steht Ihnen der volle gesetzliche Mindesturlaub zu, weil Sie die Wartezeit von sechs Monaten nach § 4 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) erfüllt haben; das Gesetz gewährt den vollen Jahresurlaub, wenn das Arbeitsverhältnis nach dem 30.06. endet, wobei vertraglicher Mehrurlaub gekürzt werden kann, falls eine gültige „Pro-rata-temporis“-Klausel (anteilige Kürzung) im Vertrag existiert. 

Warum benötigt der neue Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung?

Wenn ein neuer Angestellter eingestellt wird, sollten sich Arbeitgeber die Urlaubsbescheinigung des früheren Arbeitgebers vorlegen lassen. So kann unkompliziert und schnell festgestellt werden, wie viel Urlaub dem Arbeitnehmer im laufenden Kalenderjahr noch zusteht.

Wie viel Resturlaub steht mir zu, wenn ich zum 30.06 kündige?

Bei einer Kündigung nach dem 30. Juni haben Arbeitnehmer Anspruch auf den vollen gesetzlichen Mindesturlaub (also 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche) sowie gegebenenfalls auf Mehrurlaub, falls eine „pro rata temporis“-Klausel fehlt; mit Klausel wird der Mehrurlaub anteilig berechnet, darf aber den Mindesturlaub nicht unterschreiten. Wichtig ist, dass die 6-monatige Wartezeit nach § 4 BUrlG erfüllt sein muss, damit der volle Anspruch entsteht. 

Wann muss der Arbeitgeber die Arbeitgeberbescheinigung ausfüllen?

1. Alle Arbeitgeber der letzten zwei Jahre müssen die Arbeitgeberbescheinigung ausfüllen.

Was passiert mit Ihrem Jahresurlaub, wenn Sie kündigen?

Das Urlaubsgesetz von 2003 regelt Ihre Urlaubsansprüche und enthält unter anderem folgende wichtige Punkte: Nach 12 Monaten ununterbrochener Betriebszugehörigkeit haben Sie Anspruch auf 4 Wochen bezahlten Jahresurlaub. Bei Ausscheiden aus dem Unternehmen muss der nicht genommene Urlaub ausbezahlt werden .

Verliere ich meinen Jahresurlaub, wenn ich gekündigt werde?

Wird ein Mitarbeiter wegen schweren Fehlverhaltens gekündigt, ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, ihm eine Kündigungsfrist einzuräumen. Er muss jedoch die ausstehenden Ansprüche des Mitarbeiters auszahlen, darunter: Bezahlung der geleisteten Arbeitsstunden und des angesammelten Jahresurlaubs .

Was geschieht mit meinen Urlaubstagen, wenn ich kündige?

Im Allgemeinen hat ein Arbeitnehmer bei Kündigung oder Entlassung Anspruch auf die Zahlung der Kündigungsentschädigung, sofern diese anfällt, des Gehalts bis zum letzten Arbeitstag sowie etwaiger ausstehender Urlaubsvergütungen .

Was passiert, wenn ich keine Urlaubsbescheinigung vom alten Arbeitgeber habe?

Was passiert, wenn ich keine Urlaubsbescheinigung habe? Wenn Sie bei Ihrem neuen Arbeitgeber keine Urlaubsbescheinigung des letzten Arbeitgebers vorlegen können, darf dieser Ihnen die Abgeltung des Urlaubs verweigern, bis Sie das entsprechende Dokument nachreichen können.

Wann sollte man einem neuen Arbeitgeber den Jahresurlaub mitteilen?

Der Zeitpunkt ist entscheidend, wenn Sie im Bewerbungsgespräch über Ihre Urlaubspläne sprechen. Am besten warten Sie bis zur zweiten Gesprächsrunde , da mögliche Starttermine dann ohnehin zur Sprache kommen und der Personalverantwortliche oder die einstellende Führungskraft nach Ihrer Verfügbarkeit fragen könnte.

Was passiert mit meinem alten Urlaub, wenn ich einen neuen Arbeitgeber finde?

Beim Arbeitgeberwechsel im laufenden Jahr wird Ihr Urlaubsanspruch aufgeteilt: Der alte Arbeitgeber gewährt anteilig (im ersten Halbjahr) oder den vollen Jahresurlaub (im zweiten Halbjahr), der neue Arbeitgeber gibt den Resturlaub für das Jahr, bis maximal der volle Jahresurlaub erreicht ist, wobei Sie beim neuen Arbeitgeber nur den Anteil für die verbleibende Zeit bekommen und bereits genommenen Urlaub verrechnet wird. Der alte Arbeitgeber muss eine Urlaubsbescheinigung ausstellen, um Doppelansprüche zu vermeiden, damit der neue Arbeitgeber weiß, wie viele Tage Ihnen noch zustehen. Urlaubstage können nicht einfach „mitgenommen“ werden, sondern werden verrechnet oder abgegolten. 

Welche Unterlagen braucht mein neuer Arbeitgeber von mir?

Ihr neuer Arbeitgeber benötigt von Ihnen vor allem personenbezogene Daten und Dokumente für die Lohnabrechnung und Sozialversicherung, wie Steuer-ID, Sozialversicherungsausweis, Krankenkassen-Bescheinigung und Bankverbindung, sowie Ihren Arbeitsvertrag, Zeugnisse und ggf. Nachweise zu vermögenswirksamen Leistungen, oft ausgefüllt über einen Personalfragebogen, damit alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind und der Start reibungslos verläuft. 

Was erfährt der neue Arbeitgeber?

Über die Frage, was der neue Arbeitgeber von der Krankenkasse erfährt, müssen Sie sich übrigens keine Sorgen machen. Hierbei geht es nur um administrative Daten. Der Arbeitgeber erfährt nichts über bestehende Diagnosen oder vorangegangene Krankheiten.

Wann muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich einen neuen Job habe?

Sie sollten Ihre/n Chef*in aber erst über einen geplanten Jobwechsel informieren, wenn Sie den Arbeitsvertrag für Ihre neue Stelle bereits unterschrieben haben, damit Sie nicht Gefahr laufen, am Ende ohne Job dazustehen.