Was bedeutet erhebliche Härte?

Gefragt von: Ella Gabriel-Moser
sternezahl: 5/5 (50 sternebewertungen)

Eine erhebliche Härte liegt erst dann vor, wenn die Steuerzahlung zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen würde (BFH/NV 2001, 1362) und die Verhältnisse beim Steuerpflichtigen ungünstiger liegen als bei anderen. Existenzgefährdung ist aber nicht notwendige Voraussetzung.

Was ist eine erhebliche Härte?

Eine erhebliche Härte liegt dann vor, wenn die sofortige Zahlungspflicht den Steu- erschuldner seiner wirtschaftlichen Existenz beraubt würde. Der Steuerschuldner sollte daher bei seinem Antrag durch Belege deutlich machen, dass er sich in einer finanziellen Krise befindet, die sich aber in nächster Zeit beheben wird.

Was sind steuerlich erhebliche Tatsachen?

Steuerlich erheblich sind alle Tatsachen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, also steuerlichen Zwecken dienen. Das ist der Fall, wenn sie die Ermittlung, Erhebung oder Beitreibung einer Steuer betreffen. Dies sind in der Regel also nicht erklärte Einkünfte oder Umsätze.

Was versteht man unter unbillige Härte?

Unbillige Härte beschreibt eine Situation, in der eine Person oder Partei von einer Regelung oder Entscheidung in unverhältnismäßiger Weise betroffen ist. Dies kann etwa der Fall sein, wenn sie unter sehr ungünstigen Umständen leben oder arbeiten muss, die über das zumutbare Maß hinausgehen.

Welche Begründung für Ratenzahlung Finanzamt?

Das kann eine lange Krankheit, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder eine Naturkatastrophe sein. Diese Notlage musst Du mit entsprechenden Belegen nachweisen können. Wichtig: Dabei darfst Du die finanzielle Notlage nicht selbst schuldhaft herbeigeführt haben, das nennt sich dann Stundungswürdigkeit.

Russland erleidet erhebliche Verluste im Osten der Ukraine

34 verwandte Fragen gefunden

Kann das Finanzamt Ratenzahlungen ablehnen?

Kann das Finanzamt eine Ratenzahlung ablehnen? Ja, denn es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf eine Ratenzahlung. Ob Sie eine Steuerschuld in Raten zahlen dürfen bzw. ob Sie einen Zahlungsaufschub erhalten, liegt im Ermessen des Finanzamts.

Was ist die Härtefallregelung in der Steuer?

Der Härteausgleich bewirkt, dass Nebeneinkünfte eines Arbeitnehmers von bis zu 410 Euro vom Einkommen abgezogen werden und damit steuerfrei bleiben. Liegt der Vertrag über dieser Grenze, muss der Betrag versteuert werden. Zu den Nebeneinkünften gehören beispielsweise: Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung.

Was wird als Härtefall anerkannt?

In der Regel anerkannte Gründe:

Beschränkung auf ein enges Berufsfeld aufgrund körperlicher Behinderung. Das angestrebte Studium lässt eine erfolgreiche Rehabilitation erwarten. Körperliche Behinderung: Die Behinderung steht jeder anderen zumutbaren Tätigkeit bis zur Zuweisung eines Studienplatzes im Wege.

Wann liegt eine unbillige Härte vor?

Eine unbillige Härte liegt vor, wenn eine rechtliche Maßnahme zu einer unzumutbaren, übermäßigen und nicht wiedergutzumachenden Benachteiligung führt, die über die normale Belastung hinausgeht, etwa durch Existenzbedrohung, Vermögensverfall oder schwerwiegende gesundheitliche/persönliche Gründe, die im Einzelfall glaubhaft gemacht werden müssen (z.B. Sucht, schwere Krankheit, Straftatopfer), und die Härte nicht selbst verschuldet ist oder durch normale Mittel (wie Ratenzahlung) behoben werden kann. 

Wann liegt eine unzumutbare Härte vor?

Eine unzumutbare Härte liegt dann vor, wenn bei objektiver Beurteilung eine Verbundenheit zu dem anderen Ehegatten aufgrund des Fortbestehens der Ehe bereits nicht zumutbar ist, das weitere Verheiratetsein also als erniedrigend empfunden wird.

Wann wird das Finanzamt misstrauisch?

Ein „Ausrutscher“ in einem Jahr ist also nicht dramatisch. Doch wenn du über einen Zeitraum von drei Jahren keine Gewinne machst oder fünf Jahre nach Start deiner selbstständigen Tätigkeit immer noch im Minus bist, wird das Finanzamt misstrauisch und könnte dein Unternehmen als sogenannte „Liebhaberei“ einstufen.

Was passiert, wenn das Finanzamt Fehler entdeckt?

Nachträgliche Korrektur: Fehler nach Erhalt des Steuerbescheids entdeckt. Ab dem Zeitpunkt, an dem der Steuerbescheid als zugestellt gilt, haben Sie eine Einspruchsfrist von einem Monat. Ist der Bescheid fehlerhaft, sollten Sie innerhalb dieser vier Wochen die Schritte zur Korrektur einleiten.

Kann man für Steuerschulden in den Knast gehen?

Das Strafmaß für Steuerhinterziehung kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren umfassen. In besonders schweren Fällen kann die Strafe auf bis zu zehn Jahre Freiheitsentzug erhöht werden. Die genaue Strafe hängt vor allem von der Höhe der hinterzogenen Steuern ab.

Was passiert bei 1000 € Steuerhinterziehung?

Die Strafe bei einer Steuerhinterziehung von 1000 Euro liegt in Deutschland im Bereich der leichten Steuerhinterziehung. Für solche Fälle drohen Geldstrafen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Die genaue Strafe hängt von der Einschätzung der Behörden bezüglich der Schwere des Vergehens ab.

Was bedeutet Vermeidung unbilliger Härten?

Zur Vermeidung unbilliger Härten kann beim BAföG ausnahmsweise vom Einkommen - beim Auszubildenden selbst auch vom Vermögen – neben dem üblichen Freibetrag ein weiterer Betrag von der Anrechnung freigestellt werden.

Welche Steuerschulden können nicht gestundet werden?

Es liegt im sachgerechten billigen Ermessen des Finanzbeamten/der Stundungsstelle, dem Antrag ganz oder teilweise stattzugeben oder ihn abzulehnen. Lohnsteuer- und Umsatzsteuerbeträge werden in der Regel nicht gestundet, da diese treuhänderisch angenommen wurden und an das Finanzamt weiterzuleiten sind.

Was ist eine unbillige Härte im Steuerrecht?

Eine unbillige Härte für den Steuerpflichtigen liegt vor, wenn die wirtschaftlichen Nachteile für den Steuerpflichtigen nicht oder nur schwer wiedergutzumachen sind oder wenn die Vollziehung zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz des Steuerpflichtigen führen würde.

Ist ein Arbeitslosengeld eine unbillige Härte?

Eine unbillige Härte bei Arbeitslosengeld (ALG) liegt vor, wenn die Berechnung des ALG aufgrund von Umständen wie z.B. kurzfristigem Lohnverzicht zur Arbeitsplatzsicherung zu einer unverhältnismäßig niedrigen Leistung führt, obwohl Sie sonst gut verdient haben; die Härtefallregelung (§ 150 Abs. 3 Nr. 3 SGB III) ermöglicht dann die Erweiterung des Bemessungszeitraums auf bis zu zwei Jahre, um Ihr höheres Einkommen besser zu berücksichtigen, wenn der Einkommensverlust mehr als 10 % beträgt. Dies ist eine spezielle Situation, die über die normale Berechnung hinausgeht und eine Einzelfallprüfung erfordert, um eine finanzielle „Zwischenhilfe“ zu gewährleisten. 

Was heißt unbillige Härte?

Eine unbillige Härte liegt vor, wenn dem Betroffenen Nachteile entstehen, die über die eigentliche Zahlung hinausgehen und die nicht oder nur schwer wiedergutgemacht werden können (h.M., vgl. Keller in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, Kommentar zum SGG, 12. Aufl. 2017, § 86a Rn 27b).

Was zählt alles als Härtefall?

Für wen gilt die Härtefallregelung? Als Härtefall gilt, wer die monatliche Einkommensgrenze von 1.358 Euro brutto nicht überschreitet (alle Werte Stand 2023).

Welche Krankheiten gelten als Härtefall?

Als mögliche Krankheiten für den Einsatz nicht zugelassener Arzneimittel kommen zum Beispiel fortgeschrittene Krebserkrankungen und Nervenleiden, beispielsweise Alzheimer oder Parkinson, in Betracht, allerdings immer unter der Voraussetzung, dass keine der zugelassenen Therapien mehr hilft.

Was sind Härtefallgründe?

Gründe für einen Härtefallantrag sind meist außergewöhnliche, schwerwiegende und nicht selbst verschuldete Notsituationen, die eine sofortige Zulassung zum Studium oder eine Prüfungswiederholung zwingend erforderlich machen, wie z.B. schwere Krankheiten oder Behinderungen, Pflichten in der Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen, familiäre Schicksalsschläge (Tod eines nahen Verwandten), drohende Obdachlosigkeit oder die Unmöglichkeit, die Wartezeit zu überbrücken. Wichtig ist, dass die Umstände die Erfolgschancen erheblich beeinträchtigen und nicht nur allgemeine Nachteile darstellen, wobei eine genaue Belegung durch Atteste oder offizielle Dokumente erforderlich ist.
 

Wann kann kein Härteausgleich gewährt werden?

Im Rahmen der Zusammenveranlagung kann kein Härteausgleich gewährt werden, weil die Nebeneinkünfte zusammenzurechnen sind und danach die Grenze von 820 Euro übersteigen.

Wie stelle ich einen Härtefallantrag beim Finanzamt?

Zusammenfassung. Der Steuerpflichtige formuliert den schriftlichen Grundsteuererklärung Härtefall Antrag selbst. Es gibt keine Vordrucke dafür. Der „Antrag auf Verzicht der digitalen Übermittlung“ wird beim zuständigen Finanzamt gestellt, das auch über ihn entscheidet.

Für wen gilt die Härtefallregelung?

Angehörige im Sinne der Härtefallregelung sind Eheleute und gleichgeschlechtliche Lebenspartner:innen nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz sowie familienversicherte Kinder. Anspruchsberechtigt sind außerdem Bezieher:innen von Bürgergeld, BAföG, Sozialhilfe, Kriegsopferfürsorge und Grundsicherung im Alter.