Was bedeutet kalte Progression für Rentner?

Gefragt von: Esther Haupt-Stephan
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Kalte Progression bedeutet für Rentner (und alle Steuerzahler), dass Inflation und ein starres Steuersystem dazu führen, dass Rentenerhöhungen und steigende Renten durch die Steuerprogression „aufgefressen“ werden, was zu einer realen schleichenden Steuererhöhung führt – Rentner zahlen prozentual mehr Steuern, obwohl ihre Kaufkraft kaum steigt oder sogar sinkt, weil sie in höhere Steuerstufen rutschen, obwohl ihr reales Einkommen stagniert. Maßnahmen wie der Inflationsausgleich sollen diesen Effekt mindern, indem Steuerfreibeträge und Tarifstufen an die Inflation angepasst werden.

Was bedeutet kalte Progression einfach erklärt?

In einfacheren Worten: Der Begriff der „kalten Progression“ bezeichnet eine Art schleichende Steuererhöhung, wenn eine Gehaltserhöhung komplett durch die Inflation aufgefressen wird, aber dennoch zu einer höheren Besteuerung führt. Ergebnis: Obwohl das Gehalt gestiegen ist, hat man real weniger Geld in der Tasche.

Was ändert sich für Rentner ab 2026?

Ab Januar 2026 tritt die sogenannte Aktivrente in Kraft. Dahinter verbirgt sich ein Steuerbonus für alle, die im Rentenalter weiterarbeiten. 2000 Euro können sie künftig pro Monat steuerfrei hinzuverdienen. Der Bundesrat hat dem entsprechenden Gesetz am 19. Dezember zugestimmt.

Was ändert sich 2025 steuerlich für Rentner?

Sie hängen ab von Faktoren wie dem Jahr des Rentenbeginns, dem Geburtsjahr oder dem Alter. Bei der gesetzlichen Rente zum Beispiel erhalten Neurentner, die 2025 in Rente gehen, einen Rentenfreibetrag von 16,5 Prozent. Bei Rentenbeginn 2026 liegt der Freibetrag bei 16 Prozent und bei Rentenbeginn 2027 bei 15,5 Prozent.

Was bringt die Abschaffung der kalten Progression den Pensionisten?

Durch die Abschaffung der kalten Progression werden die Steuergrenzen und Absetzbeträge jährlich automatisch um zwei Drittel der jeweiligen Teuerung angehoben. Das verbleibende Drittel wird vor allem kleineren und mittleren Einkommen zugutekommen.

🚨 BREAKING NEWS: 7 major pension changes will come into effect on January 1, 2025

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Wann wird die Steuer für Rentner abgeschafft?

Der Grundfreibetrag ist der Betrag, bis zu dem du keine Einkommensteuer zahlen musst. Für das Jahr 2025 liegt der Grundfreibetrag für Rentner bei etwa 12.096 €. Dies bedeutet, dass Rentner, deren jährliches Einkommen unter diesem Betrag liegt, keine Einkommensteuer auf ihre Rente zahlen müssen.

Warum werden viele Pensionen ab 2026 deutlich gekürzt?

Durchschnittlich gibt es 2,25 Prozent mehr Bruttopension. Der Großteil der PensionistInnen erhält dabei die volle Inflationsabgeltung, viele hingegen werden ab 2026 eine Kürzung hinnehmen müssen. Höchstens werden die Pensionen pro Monat um 67,50 Euro brutto ansteigen. Das sind bis zu 945 Euro brutto pro Jahr.

Was müssen Rentner 2025 mehr bezahlen?

Mit der Rentenerhöhung am 1. Juli 2025 bekommen Rentnerinnen und Rentner pro 100 Euro Rente 3,74 Euro mehr (brutto). Die Tabelle zeigt, wie groß das Rentenplus ist bei Renten zwischen 800 und 2.400 Euro. Wer zum Beispiel bis Juni 1.500 Euro Rente bekam, erhält seit Juli gut 1.556 Euro.

Ab welcher Rentenhöhe muss ich als Rentner Einkommensteuer bezahlen?

Ab welcher Rentenhöhe müssen Rentnerinnen und Rentner Einkommensteuer bezahlen? Einkommensteuer fällt erst dann an, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Für 2022 beträgt der Grundfreibetrag bei Einzelveranlagung 10.347 Euro und bei Zusammenveranlagung 20.694 Euro.

Wie viel Steuern muss ich bei 2400 € Rente bezahlen?

Von einer Bruttorente von 2.400 Euro bleiben dir nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben etwa 1.930 bis 1.950 Euro netto im Monat. Die genaue Höhe hängt von deinem Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung und deinem Steuersatz ab.

Bei welchem Jahrgang fällt die Doppelbesteuerung der Rente weg?

Doppelte Besteuerung von Renten: Bei welchen Jahrgängen fällt die Doppelbesteuerung weg? Ab 2025 sind alle Rentenbeiträge, die Menschen vor dem Renteneintritt einzahlen, steuerfrei, sodass es nicht mehr zu einer Doppelbesteuerung kommen kann. Die Doppelbesteuerung der Rente fällt dann also weg.

Wie hoch ist die Rentenerhöhung für 2026 und 2027?

Für 2026 wird eine Rentenerhöhung von rund 3,7 % erwartet, die ab dem 1. Juli in Kraft tritt, basierend auf aktuellen Modellrechnungen und dem Rentenversicherungsbericht 2025. Für 2027 prognostizieren Experten eine Steigerung von etwa 4,2 % bis 4,7 %, wobei das neue Rentenpaket auch mehr Stabilität und Entlastungen bringt, aber auch der Beitragssatz leicht ansteigt. Die finalen Zahlen werden jedoch erst im März 2026 bekannt gegeben. 

Was bedeutet Rentenniveau auf 48%?

Das Rentenniveau von 48 Prozent bedeutet, dass ein sogenannter Standardrentner, der 45 Jahre lang immer den Durchschnittslohn verdient hat, aktuell eine Bruttorente erhält, die 48 % dieses Durchschnittslohns entspricht (z.B. ca. 1.440 € bei 3.000 € Durchschnittslohn), und es ist ein gesetzlicher Wert, der die Relation zwischen Standardrente und Durchschnittslohn beschreibt, aber nicht 48 % Ihres letzten Nettoeinkommens. Diese Haltelinie soll verhindern, dass Renten im Verhältnis zum allgemeinen Lohnniveau zu stark sinken, um Altersarmut vorzubeugen, wobei zusätzliche Kosten oft durch Steuern gedeckt werden.
 

Warum ist die Lohnsteuer im Januar 2025 höher als im Dezember 2024?

Ab Januar 2025 wirkt sich diese Erhöhung des Grundfreibetrags und Kinderfreibetrags nicht mehr nur in einem Monat aus, sondern ist auf zwölf Monate verteilt. Im Vergleich zum Dezember wird es daher in den meisten Fällen einen verhältnismäßig höheren Lohnsteuerabzug geben.

Ist ich von der kalten Progression betroffen?

Wer ist von der kalten Progression besonders betroffen? Vor allem Menschen mit geringen und mittleren Einkommen leiden unter der kalten Progression. Das liegt am deutschen Einkommensteuersystem: Einkommen bis zum Grundfreibetrag – dieser liegt 2025 bei 12.096 Euro (2024: 11.784 Euro) – sind steuerfrei.

Wann fällt die kalte Progression?

Die kalte Progression wurde mit 1. Jänner 2023 abgeschafft.

Werde ich vom Finanzamt angeschrieben, wenn ich als Rentner auf einmal Steuern bezahlen muss?

Die Finanzämter erhalten seit 2009 jährlich alle Daten über die Rentenzahlungen. Mit diesen Informationen können die Finanzämter prüfen, ob die Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen. Rentner, die keine Steuererklärung eingereicht haben, obwohl sie dazu verpflichtet waren, werden vom Finanzamt angeschrieben.

Wie viel Steuern muss ich bei 1500 € Rente bezahlen?

Wenn du 1.500 Euro Rente beziehst und 2025 in Rente gehst, sind 83,5 % deiner Bruttorente steuerpflichtig. Nach Abzug des Grundfreibetrags von 12.096 Euro im Jahr beträgt die Steuerlast für Alleinstehende rund 36 bis 39 Euro pro Monat, inklusive Solidaritätszuschlag und optionaler Kirchensteuer.

Welche Rentner müssen keine Steuererklärung abgeben?

Solange seine Gesamteinkünfte den Grundfreibetrag nicht überschreiten, muss er keine Steuererklärung abgeben. Bei einem Jahresnettoeinkommen von 15.000 Euro würde ein alleinstehender Rentner jedoch den Grundfreibetrag überschreiten und wäre zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

Was ändert sich für Rentner ab August 2025?

Im August 2025 ist wieder Zahltag der gesetzlichen Rente. Ende des Monates 08-2025 werden die Rentenzahlungen fällig. Rentner können sich auf diese Besonderheit im August freuen. Ihre Monatsrente wird zwei Tage früher im Monat August gezahlt, weil das Monatsende auf ein Sonntag fällt.

Warum sind die letzten 5 Jahre vor der Rente so wichtig?

Die letzten 5 Jahre vor der Rente sind wichtig, weil sie das finanzielle Finale darstellen, in dem Sie durch strategische Entscheidungen (z.B. Vollzeit arbeiten, Ausgleichszahlungen) noch Einfluss auf Ihre Rente nehmen können und Ihre Altersvorsorge optimieren, obwohl jedes Beitragsjahr grundsätzlich gleich viel zählt, da Sie in dieser Zeit oft am meisten verdienen und so Extra-Punkte sammeln, was Ihre Gesamtrente positiv beeinflusst, aber nicht überproportional erhöht. 

Wie hoch ist die Durchschnittsrente Netto in Deutschland?

Die durchschnittliche Netto-Rente in Deutschland liegt bei rund 1.000 bis 1.300 Euro, wobei die genaue Höhe stark vom Geschlecht, den Beitragsjahren und dem Renteneintrittsalter abhängt; Männer erhalten deutlich mehr (ca. 1.300-1.400 €), Frauen weniger (ca. 900-1.000 €), und Neurenten nach 45 Jahren liegen oft bei über 1.200 € brutto, wovon Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen werden. Viele Rentnerinnen und Rentner, insbesondere Frauen, erhalten jedoch geringere Beträge, oft unter 1.250 € netto. 

Wie hoch ist die Rentenerhöhung ab 2026?

Der monatliche Mindestbeitrag für die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung steigt ab 1. Januar 2026 auf 112,16 Euro. Der Höchstbetrag steigt auf 1.571,70 Euro im Monat.

Warum sind Pensionen in der Regel höher als Renten?

Pensionen sind oft höher als Renten, weil sie auf dem letzten Gehalt basieren (oft 70 % vs. ca. 48 % bei Renten), Beamte nicht einzahlen, aber eine lebenslange Absicherung erhalten (Alimentationsprinzip), und da Beamte oft höher qualifiziert sind (gehobener/höherer Dienst) und eine längere Beschäftigungszeit haben, was den Durchschnitt bei Renten durch Geringverdiener nach unten zieht, wie R+V Versicherung, tagesschau.de, www.ihre-vorsorge.de und Bayerischer Rundfunk zeigen.

Kann man mit 62 abschlagsfrei in Pension gehen?

Die Langzeitversichertenpension kann ab dem 62. Lebensjahr seit 1.7.2022 - aber abschlagsfrei - angetreten werden.