Was bedeutet Kleinunternehmerregelung laut § 19 UStG?

Gefragt von: Frau Dr. Birgit Eder
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Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 Umsatzsteuergesetz - UStG) ist eine Vereinfachungsregelung für Unternehmen mit nur geringen Umsätzen. Dadurch werden die erbrachten Leistungen von der Umsatzsteuer befreit.

Was bedeutet der Hinweis "Hinweis 19 UStG" auf einer Rechnung?

Der "Hinweis 19 UStG" bezieht sich auf die Kleinunternehmerregelung in Deutschland (§ 19 Umsatzsteuergesetz), die Selbstständigen mit geringen Umsätzen (maximal 25.000 € Umsatz im Vorjahr und voraussichtlich 100.000 € im laufenden Jahr) eine Befreiung von der Umsatzsteuer ermöglicht, wodurch sie keine USt ausweisen müssen, aber auch keine Vorsteuer abziehen können. Auf Rechnungen muss dann ein deutlicher Hinweis auf diese Steuerbefreiung erfolgen, z.B.: „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“. 

Was bedeutet Kleinunternehmer nach § 19 UStG?

Sie ist in § 19 UStG geregelt. Von der Kleinunternehmerregelung können alle Freiberufler, Unternehmer oder Selbstständige Gebrauch machen, die im vorigen Geschäftsjahr maximal 22.000 € Umsatz erwirtschaftet haben und deren Umsatz im laufenden Geschäftsjahr 50.000 € voraussichtlich nicht überschreiten wird.

Was sind die Nachteile der Kleinunternehmerregelung?

Die Nachteile der Kleinunternehmerregelung

Wer keine Umsatzsteuer ausweist, kann auch keine Vorsteuer abziehen. Wenn Sie also teure Investitionen wie einen neuen PC, Büroeinrichtungen oder Maschinen tätigen, können Sie sich die Mehrwertsteuer nicht vom Finanzamt zurückholen.

Was bedeutet es, wenn man auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet?

Verzicht auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung

Der Verzicht umfasst die gesamte unternehmerische Tätigkeit und bindet Sie fünf Jahre an die Regelbesteuerung. Das bedeutet, der Verzicht kann in dieser Zeit nicht widerrufen werden.

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Wann lohnt sich, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten?

Gerade bei größeren Investitionen zu Beginn der unternehmerischen Tätigkeit kann es sinnvoll sein, auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung zu verzichten, um den Vorsteuerabzug geltend machen zu können. Dieser Verzicht kann bis zur Unanfechtbarkeit der Umsatzsteuerfestsetzung beim Finanzamt erklärt werden.

Was muss ich als Kleinunternehmer beim Finanzamt abgeben?

Als Kleinunternehmer:in musst Du eine Einkommensteuererklärung abgeben. Teil der Steuererklärung ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR). In dieser Anlage ermittelst Du Deinen Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit, indem Du Deine Einnahmen und Ausgaben miteinander verrechnest.

Wie viel Geld darf ich als Kleinunternehmer steuerfrei verdienen?

Wie viel darf ich als Kleinunternehmer:in steuerfrei verdienen? Der Grundfreibetrag liegt 2025 bei 12.096 Euro. Einkünfte unter diesem Betrag sind einkommensteuerfrei. Die Kleinunternehmerregelung gilt bei einem Umsatz bis 25.000 Euro im Vorjahr und bis 100.000 Euro im laufenden Jahr.

Für wen ist die Kleinunternehmerregelung sinnvoll?

Für nebenberufliche Gewerbetreibende und Selbstständige im Privatkunden-Geschäft, kann die Kleinunternehmer-Regelung dagegen durchaus sinnvoll sein. Das gilt vor allem dann, wenn sie ohne große Investitionen auskommen und die Jahresumsätze voraussichtlich auch in Zukunft unter der 25.000-Euro-Marke bleiben.

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer keinen Umsatz mache?

Vermerken Sie aber keine Ausgaben und haben auch keinen Umsatz, hat dies keine Konsequenzen. Sie sind lediglich verpflichtet, weiter eine Steuererklärung einzureichen.

Kann ich 2025 auf die Kleinunternehmerregelung verzichten?

Für das Kalenderjahr 2025 kann der Verzicht der Kleinunternehmerregelung bis zum 28. Februar 2027 erklärt werden. Wird der Verzicht für das Kalenderjahr 2025 bis zu diesem Datum erklärt, kommt ab 1. Januar 2025 die Regelbesteuerung zur Anwendung.

Wie hoch ist die Nettogrenze für Kleinunternehmer?

Die Umsatzgrenzen werden also von bisher (bis 31.12.2024) 22.000 EUR (Vorjahr) und 50.000 EUR (laufendes Kalenderjahr) auf 25.000 EUR und 100.000 EUR angehoben, sind zukünftig Nettogrenzen und mit Überschreiten der 100.000 EUR-Grenze ist ein unterjähriger Wegfall des Kleinunternehmerstatus verbunden.

Welche Kosten kann ich als Kleinunternehmer steuerlich geltend machen?

Zu den Kosten, die Kleinunternehmer:innen in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen können, zählen beispielsweise:

  • Arbeitszimmer.
  • Arbeitsmittel.
  • Kosten für Telefon und Internet.
  • Firmenwagen.
  • Reisekosten.
  • Bewirtungskosten.
  • Ausgaben für externe Dienstleister:innen.
  • Personalkosten.

Wie wird man als Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG besteuert?

▶ Die Umsätze sind umsatzsteuerfrei nach § 19 Abs. 1 Satz 1 UStG. ▶ Der Kleinunternehmer darf keine Umsatzsteuer in Rechnungen gesondert ausweisen. Im Falle der Missachtung schuldet er die Umsatzsteuer nach § 14c Abs.

Was passiert, wenn man als Kleinunternehmer Umsatzsteuer in Rechnung stellt?

“ Kommt die Kleinunternehmerregelung zur Anwendung, dürfen Sie auf Ihre Umsätze keine Umsatzsteuer erheben. Das bedeutet, dass Sie in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer von beispielsweise 19 % angeben und an das Finanzamt abführen müssen. Es entfällt die Pflicht zur Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung.

Welche Umsatze zählen zu § 19 UStG?

Paragraph 19 Absatz 1 UStG

Es besagt, dass Unternehmer, deren Umsätze im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 Euro nicht überstiegen haben und im laufenden Jahr voraussichtlich 100.000 Euro nicht übersteigen, keine Umsatzsteuer auf Rechnungen ausweisen müssen und diese auch nicht an das Finanzamt abführen müssen.

Welche Nachteile hat die Kleinunternehmerregelung?

Der Nachteil der Kleinunternehmerregelung ist, dass Sie wiederum keine Vorsteuer abziehen können. Das ist vor allem dann ungünstig, wenn Sie in einer Periode hohe Investitionen (also Ausgaben) tätigen.

Ist man aufgrund der Kleinunternehmerregelung steuerfrei?

Bleibt man mit seiner Geschäftstätigkeit unter 55.000 Euro Umsatz (Brutto-Grenze, als Entgeltgrenze zu betrachten: Gesamtumsatz aller vereinbarten Entgelte, Herausrechnen der Umsatzsteuer entfällt) im Jahr, ist man steuerrechtlich ein sogenannter Kleinunternehmer und daher von der Umsatzsteuer (USt) befreit.

Welche Steuern muss ich als Kleinunternehmer im Jahr 2025 zahlen?

Ab 2025 werden die Umsätze der Kleinunternehmer ausdrücklich von der Umsatzsteuer befreit. In der Praxis ergibt sich daraus für betroffene Selbstständige keine Veränderung: Sie dürfen weiterhin keine Umsatzsteuer in ihren Rechnungen ausweisen und müssen keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen beim Finanzamt einreichen.

Wann prüft das Finanzamt Kleinunternehmer?

Kleinunternehmern droht wie allen anderen Unternehmern eine Betriebsprüfung, wenn das Finanzamt feststellt, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Buchführung gibt. Dazu zählen folgende Punkte: Ihre jährlichen Gewinne schwanken stark. Ihre Steuererklärung war nicht plausibel.

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer mehr als 22.000 Euro verdiene?

Wird im laufenden Kalenderjahr die maßgebliche Umsatzgrenze von 100.000 Euro (bzw. im Gründungsjahr 25.000 Euro) überschritten, endet die Kleinunternehmer-Regelung sofort. Bereits der Umsatz, der über die Grenze hinausgeht, unterliegt der Regelbesteuerung – ebenso alle weiteren Umsätze des Jahres.

Welche Steuern zahlt man als Kleinunternehmer?

Als Kleinunternehmer*in musst du bis auf die Umsatzsteuer auch weiterhin Einkommensteuer und Gewerbesteuer bezahlen. Als Kapitalgesellschaft zahlst du weiterhin die Körperschaftsteuer. Als Kleinunternehmer*in musst du keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen.

Ist man als Kleinunternehmer verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen?

Die Gewerbesteuer für Kleingewerbe fällt erst ab einem jährlichen Gewinn von € 24.500, -- an. Unabhängig davon, ist jedes Kleingewerbe verpflichtet eine entsprechende Steuererklärung abzugeben, aus welcher der jährliche Gewinn ersichtlich ist.

Was sind meine Pflichten als Kleinunternehmer?

Aufzeichnungspflichten: Kleinunternehmer müssen ihre Umsätze und Kosten ordnungsgemäß aufzeichnen, um sicherzustellen, dass sie die Umsatzgrenzen nicht überschreiten. Kennzeichnung auf Rechnungen: Kleinunternehmer müssen auf ihren Rechnungen darauf hinweisen, dass sie die Regelungen des § 19 UStG anwenden.

Wie viel kostet die Steuererklärung für Kleinunternehmer?

Bei einem Umsatz von 25.000 bis 40.000 Euro, wie er für Kleingewerbetreibende durchaus üblich ist, solltest du für die monatliche Umsatzsteuererklärung, deine betriebliche Einnahmen-Überschuss-Rechnung und deine private Steuererklärung pro Jahr etwa mit Kosten von 1.000 bis 1.600 Euro rechnen.