Was bedeutet Sachbezug für Arbeitnehmer?

Gefragt von: Ismail Raab MBA.
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Ein Sachbezug ist eine Leistung des Arbeitgebers, die Arbeitnehmer zusätzlich zum Gehalt erhalten, aber nicht in bar ausgezahlt wird, sondern in Form von geldwerten Vorteilen wie Essensgutscheinen, Jobtickets, Dienstwagen oder Zuschüssen für Gesundheitsleistungen. Diese Leistungen sind oft steuerbegünstigt und bleiben bis zu 50 Euro monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei, wodurch sie für Arbeitnehmer attraktiver sind als eine direkte Gehaltserhöhung.

Was bedeutet Sachbezug auf der Lohnabrechnung?

Auf der Lohnabrechnung bedeutet Sachbezug eine zusätzliche, nicht-geldliche Leistung des Arbeitgebers (z.B. Gutschein, Dienstwagen, Verpflegung), die dem Brutto-Lohn hinzugerechnet wird, aber bis zu 50 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei bleiben kann, wodurch Arbeitnehmer mehr Netto haben und Arbeitgeber sparen. Es ist ein geldwerter Vorteil, der den Brutto-Lohn erhöht, aber oft durch Freigrenzen (z.B. 50 €) steuerbegünstigt ist, wobei die Überschreitung den gesamten Betrag steuerpflichtig macht. 

Warum wird ein Sachbezug vom Nettolohn abgezogen?

Der Sachbezug wird vom Netto abgezogen, weil er zuerst dem Brutto hinzugerechnet wird, um Steuern und Sozialabgaben zu berechnen, und dann wieder abgezogen werden muss, damit der Mitarbeiter den Vorteil nicht doppelt erhält: einmal als Sachleistung und einmal als Geldleistung, da er sonst zusätzlich zum Sachbezug noch den Geldbetrag bekäme. Es dient also der korrekten Verrechnung: Der Betrag wird besteuert, aber da er eben eine Leistung statt Geld ist, wird er im Nettobereich wieder herausgerechnet, um das Nettoeinkommen nicht künstlich zu erhöhen.
 

Wie wirkt sich Sachbezug auf Gehalt aus?

Der Sachbezug in der Lohnabrechnung

Der Bruttowert des Sachbezugs muss vom Nettoentgelt abgezogen werden. Andernfalls würde der Betrag mit der Entgeltabrechnung noch einmal ausgezahlt und der Arbeitnehmer erhielte die Leistung doppelt.

Was fällt alles unter den Sachbezug?

Zu den Sachbezügen zählen vor allem die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte freie Verpflegung sowie Unterkunft und Wohnung. Die Werte dafür werden durch Rechtsverordnung der Bundesregierung festgelegt. Nachfolgend ein Überblick über die maßgebenden Beträge für das Kalenderjahr 2025.

Sachbezug – Was ist das und welche Grenzen gelten?

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Wie funktioniert der Sachbezug?

Bei Sachbezügen, häufig auch als Naturalbezüge bezeichnet, handelt es sich um geldwerte Vorteile aus dem Dienstverhältnis. Ein geldwerter Vorteil liegt dann vor, wenn die Dienstnehmerin bzw. der Dienstnehmer von der Dienstgeberin bzw. vom Dienstgeber Sachleistungen verbilligt oder unentgeltlich erhält.

Was bedeutet 50 € Sachbezug?

Sachbezüge sind Leistungen des Arbeitgebers an seine Beschäftigten, die diese zusätzlich zu ihrem vereinbarten Arbeitsentgelt erhalten. Sie bestehen jedoch nicht in Geld, sondern in Geldeswert. Sachbezüge bleiben bis zu 50 Euro im Monat steuer- und sozialversicherungsfrei.

Ist ein Sachbezug von 500 Euro steuerfrei?

Bis zu einem Wert von 500 Euro jährlich können Arbeitgeber in die betriebliche Gesundheitsförderung von Arbeitnehmern investieren. Im Rahmen dieser Obergrenze sind alle Leistungen steuer- und sozialversicherungsfrei.

Wann fällt der Sachbezug an?

Ein Sachbezug von monatlich 1,5 Prozent der Anschaffungskosten des Kraftfahrzeuges (maximal 720 Euro pro Monat) ist anzusetzen, wenn der CO2 -Emissionswert unter einer bestimmten Grenze liegt. Dieser Grenzwert hängt vom Datum der Erstzulassung des Kraftfahrzeuges ab.

Was kosten Sachbezüge den Arbeitgeber?

Sachbezüge bis zur 50-Euro-Grenze (bis 2021 galt eine Grenze von 44 Euro pro Monat) monatlich sind für Unternehmen und Mitarbeitende abgabenfrei, d.h. es werden weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge fällig. Dies gilt auch für sog. anlassbezogene persönliche Zuwendungen bis zu maximal 60 Euro pro Anlass.

Wie hoch wird ein Sachbezug versteuert?

Als Sachbezug sind 1,5 % der Anschaffungskosten des KFZ inklusive Umsatzsteuer und Nova anzusetzen, maximal € 510,- pro Monat. Beträgt die monatliche Fahrtstrecke nicht mehr als 500 km, sind 0,75 % der Anschaffungskosten als Sachbezug zu versteuern, maximal € 255,- pro Monat.

Welche Beispiele gibt es für Sachzuwendungen an Arbeitnehmer?

Sachzuwendungen an Arbeitnehmer sind geldwerte Vorteile wie Tankgutscheine, Jobtickets, verbilligtes Mittagessen, Gutscheinkarten für Supermärkte oder Elektronik, die Bereitstellung eines Dienstwagens, Zuschüsse zur Kinderbetreuung oder die Überlassung von betrieblichen Fahrrädern (E-Bikes), die zusätzlich zum regulären Lohn gewährt werden und oft steuer- und sozialversicherungsfrei sind, solange bestimmte Freigrenzen (z.B. die 50-€-Grenze) eingehalten werden oder Pauschalversteuerung greift.
 

Welche Lohnart wird für Sachbezug verwendet?

In der Spalte Lohnart die Lohnart 2480 Sachbezug, st/sv-frei wählen. In der Spalte Betrag den Wert 40,00 erfassen. Dieser Wert wird bei jeder Abrechnung berücksichtigt. Wenn der Betrag von monatlich 50,00 EUR überschritten wird, unterliegt der gesamte Wert des Sachbezugs der Lohnsteuerberechnung.

Wird der Sachbezug vom Lohn abgezogen?

Er wird zunächst dem Bruttolohn zugerechnet, um die korrekten Abzüge ermitteln zu können. Auch steuerfreie oder pauschalbesteuerte Abzüge werden so dokumentiert. Der Sachbezug wird aber nicht ausbezahlt, sondern lediglich verrechnet. Daher wird er im Folgeschritt in der Gehaltsabrechnung wieder vom Nettolohn abgezogen.

Ist ein Sachbezug von 780 Euro steuerfrei?

Als Arbeitgeber:innen könnt ihr euren Mitarbeiter:innen somit bis zu 780 Euro jährlich steuer- und sozialabgabenfrei auf die Sachbezugskarte zukommen lassen. Der Betrag kann dann für den Einkauf in der Region, für deutschlandweite Mobilität oder Sport & Wellbeing ausgegeben werden.

Wie hoch ist der steuerfreie Sachbezug im Jahr 2025?

Er regelt sozusagen die steuerfreie Freigrenze für Sachbezüge. Für das Jahr 2025 beträgt die Sachbezugsfreigrenze 50 Euro pro Mitarbeiter*innen und Monat. Das bedeutet, dass Sachbezüge bis zu einem Gesamtwert von 50 Euro pro Mitarbeiter*innen und Monat steuerfrei sind.

Was bedeutet Sachbezug auf einem Lohnzettel?

Ein Sachbezug in der Lohnabrechnung ist eine geldwerte Leistung, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt gewährt, aber nicht in bar auszahlt, sondern in Form von Waren, Dienstleistungen oder Gutscheinen. Beispiele sind Dienstwagen, Jobtickets, Essensmarken oder Warengutscheine, die den Mitarbeitern einen steuerlichen Vorteil bringen können, da sie bis zu einem monatlichen Betrag von 50 € (z.B. 44 €) steuer- und sozialversicherungsfrei sind. 

Wie hoch darf der monatliche Sachbezug sein?

Die monatliche 50 Euro Freigrenze (auch 50-Euro-Sachbezugs) ist wohl der bekannteste steuerfreie Sachbezug. Wie das Bundesfinanzministerium in seinem Schreiben bestätigt, dürfen bis zu 50 Euro pro Monat als Sachleistungen gewährt werden, ohne Lohnsteuer und SV-Beiträge.

Welche Auswirkungen hat der Sachbezug auf das Krankengeld?

Sachbezüge (wie Firmenwagen, Essensmarken) während des Krankengeldbezugs sind in Deutschland bis zu einer Freigrenze von 50 € monatlich steuer- und abgabenfrei, solange die Summe aus Netto-Krankengeld und Sachbezug das vorherige Netto-Entgelt nicht um mehr als 50 € übersteigt; wird die Grenze überschritten, sind die Sachbezüge sozialversicherungspflichtig. In Österreich müssen Arbeitgeber bei der Bestätigung für das Krankengeld angeben, ob und wie Sachbezüge (z.B. PKW) weitergewährt werden, da diese den Krankengeldanspruch beeinflussen (Ruhen, wenn über 50% der Gesamtbezüge). 

Was zählt alles als Sachbezug?

Sachbezüge sind geldwerte Vorteile, die Sie von Ihrem Arbeitgeber für Ihre Arbeitsleistung erhalten. Sachbezüge sind z.B. Vergünstigungen, Beteiligung des Arbeitgebers an Unterkunftskosten, Mahlzeiten, Arbeitskleidung, Benzingutscheine, Eintrittskarten.

Ist ein Sachbezug von 50 Euro netto steuerfrei?

Sachbezüge als steuerfreies Gehaltsextra

2 Satz 11 EStG ein großzügiges Schlupfloch. Demnach sind bis zu 50 Euro pro Monat steuerfrei möglich, die dem Mitarbeiter zusätzlich zum Gehalt gewährt werden dürfen. Ihre Arbeitnehmer profitieren somit von einem steuerfreien Nettoplus von bis zu 600 Euro pro Jahr.

Wann kein Sachbezug?

Bis zu einer Größe von 35 m² ist kein Sachbezug anzusetzen (bis 31.12.2024 galten 30 m²). Ist die Wohnung größer als 35 m² ist ein Sachbezug anzusetzen.

Wie viel Euro pro Monat ist steuerfrei?

Sachbezüge innerhalb der 50 Euro-Freigrenze

Leistungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer mit einem monatlichen Sachbezugswert bis 50 Euro (Freigrenze) sind steuerfrei. Hierunter fallen auch Aufmerksamkeiten ohne besonderen Anlass.

Ist ein Tankgutschein ein Sachbezug?

Ja, ein Tankgutschein ist ein Sachbezug, wenn er die strengen Voraussetzungen erfüllt, insbesondere die monatliche 50-Euro-Freigrenze nicht überschreitet und nicht als Barlohn ausgezahlt wird, sondern zusätzlich zum Gehalt gewährt wird, um steuer- und sozialversicherungsfreie Vorteile zu erzielen. Ist der Wert höher oder wird er anders behandelt, wird er steuerpflichtiger Geldlohn. 

Welche Leistungen kann der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer steuerfrei zahlen?

Geschenke oder Waren- und Dienstleistungsgutscheine werden als Sachzuwendungen bezeichnet. Die steuerfreie Freigrenze für Sachbezüge liegt derzeit bei 50 Euro pro Monat (vor 2022 44 Euro).